Qualitäts-Ignoranz

Der Deutschlandfunk hat wieder zugeschlagen:

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Die „einzelnen Palästinenser“ „gehen auf … los“ und „werden erschossen“. Braucht es mehr? Wenn Leute mit dem Willen und der Absicht zu töten andere Menschen angreifen, ist das nicht „auf jemanden losgehen“, als ob jemand eine „Abreibung“ geben will, es ist ein versuchter Mord (der übrigens oft genug „erfolgreich“ war). Die Terroristen sind auch keine Terroristen, sondern „Angreifer“.

Wenn Israelis Palästinensern etwas antun, sind es entweder Soldaten, die einfach Araber erschießen. Oder es sind andere Israelis, die „verrohen“.

Hat Christian Wagner solche Worte auch für „Palästinenser“? Schreibt er von „Verrohung“ auf der arabischen Seite? Mitnichten, denn:

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Das ist die einzige Möglichkeit, die (nicht nur) deutschen Qualitätsjournalisten zu Mordversuchen und Terroranschlägen einfällt, wenn es Israelis (oder Amerikaner) trifft: Verzweiflung. Es kann nichts anderes geben. Araber können nur verzweifelt sein. Denn die Lage im Westjordanland und im Gazastreifen ist hoffnungslos. Es handelt sich nicht um organisierten Terror, denn die palästinensische Politik hetzt ja nicht gegen Israel.

Geht’s noch??????
Gerade erst hat doch Mahmud Abbas höchstpersönlich seinen Untertanen wieder verkündet, wie heldenhaft Judenmord ist. Gerade zur Zeit wetteifern Hamas und Fatah wieder darum zu beweisen, wer mehr Judenmord fordert (JUDEN-Mord, nicht Mord an Israelis!). Und welche eine heilige Pflicht. Keine Hetze, wenn man Herrn Wagner folgt!

Seit zwei Jahrzehnten werden PA-arabische Schüler, Radiohörer, Fernseh-Zuschauer, Zeitungsleser, Moscheebesucher, Teilnehmer auf Massenkundgebungen und Ferienlagern, dass Juden die Nachkommen von Affen und Schweinen sind, dass das „Märtyrertum“ heilig und anzustreben ist, dass es nichts Größeres gibt als für Allah Juden zu ermorden. Alles mehr als reichlich dokumentiert von – unter anderem – MEMRI, Palestinian Media Watch, Elder of Ziyon und weiteren. Und das ist nicht nur Vergangenheit, das ist aktuell. Seit dem letzten Jahr wurden die palästinensischen Araber angehalten und instruiert „einsame Wölfe“-Anschläge zu verüben, weil die effektiver sind und noch weniger berechenbar als organisierte Anschläge der Terrororganisationen.

Muss man sich wundern, dass nach Ende der Sommerferien und damit nach Beendigung der Ferienlager der Terrororganisationen so viele jugendliche Araber genau das tun, was sie dort lernen und üben konnten?

Aber nein, Herr Wagner findet nur „Verzweiflung“. Und daran sind die Juden schuld. Zum Beispiel auch der Verteidigungsminister, der von „liquidieren“ gesprochen haben soll. Den genauen Wortlaut gibt Herr Wagner nicht wieder. Aber er kann von Verrohung der jüdischen Bevölkerung schreiben, um den Eindruck zu erwecken, dass die von „oben“ (von der Regierung“ her) kommt. Und sich zu bewaffnen ist ja bei Deutschen eh keine Lösung, sonder ganz übel. Verrohung exemplarisch eingebracht – wer Bewaffnung der Zivilbevölkerung fordert, kann ja nur böse sein, denn für den Michel sind Waffen in Privatbesitz so ziemlich das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Dass und wenn Araber auf Juden schießen, ist das nicht weiter wichtig, es wird nicht einmal erwähnt; schon gar nicht, woher diese Schusswaffen kommen, die Araber haben ja privat keine…

DLF2015-10-09_3Ach ja, die Verrohung: Wenn Juden „Tod den Arabern“ rufen, werden sie fälschlich als radikale Siedler bezeichnet, sagt Wagner, denn in Netanya gibt es davon keine. Dass es sich bei solchen Leuten weiter um eine winzige Minderheit der israelisch-jüdischen Gesellschaft handelt, verschweigt er nicht nur, er will gezielt den Eindruck erwecken, als sei das „Normalität“ in der Mehrheitsbevölkerung. Verlogen ist hier noch ein viel zu milder Ausdruck. Mal ganz davon abgesehen, dass er an der riesigen Zahl palästinensischer Araber nichts zu sagen (und nichts auszusetzen) hat, die genau solche Aussagen über Juden von sich geben. Das wird lieber unterschlagen. Die Realität auf den Kopf gestellt.

Der vorletzte Absatz ist eine komplette Lüge, die derart daneben ist, dass ich mich vergessen würde, wollte ich dazu noch etwas sagen. Nur eins: Die von ihm behaupteten Bilder gibt es so nicht, sie sind so gut wie alle von den Propagandisten des Terrors und ihren (NGO-) Helfern gestellt – oder so geschnitten, dass sie mit ihnen gelogen wird. Ebenfalls reichlich dokumentiert.

Ein Vorschlag, Herr Wagner: Schreiben Sie doch mal über einen Hitlerjungen, der im März/April 1945 eine Waffe greift und auf alliierte Soldaten schießt. Was motiviert ihn? Schreiben Sie doch mal, dass dieser Hitlerjunge so wütend und verzweifelt war, dass er zur Waffe griff.

Werden Sie nicht tun, nicht wahr? Weil ein solcher Hitlerjunge fanatisiert war. Etwas, das Sie einem Araber nicht zugestehen. Genauso wenig, dass eine Umkehr von der Gewalt, zurück zur Politik den Arabern immer schwerer fällt. Denn die sind unschuldig. Schuld kann nur der Jude sein. Der edle Wilde ist nicht in der Lage anders zu handeln, der darf nicht nur, was der Jude nicht darf, der darf gar nicht anders.

Der E-Mail-Schreiber, der mich auf den Text aufmerksam machte, kommentierte das so: Der Text ist Julius Streicher 2.0! Da könnte er recht haben.

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Anmerkung: Zum Thema Verzweiflung hat auch Gerd Buurmann etwas geschrieben.

2 Gedanken zu “Qualitäts-Ignoranz

  1. Ja, die armen Palästinenser sind völlig verzweifelt, weil Sie in einem von Israelis besetztem Gebiet leben müssen.
    Das kann ich gut nachvollziehen, weil ich auch viele Jahre in einem besetzten Land, in Deutschland, leben musste. Auch wir haben uns gegen die Besatzer mobilisiert und versucht sie zu vertreiben. Haben die Besatzer auf offener Straße ermordet und ihre Wohngebiete mit Raketen beschossen. (Ach so, das war nur die RAF? Und auch nur ein mal?)

    heplev uns Chaya was gibt es dazu zu sagen? Da wird man sprachlos oder sarkastisch.

    Ich weiß noch etwas:
    Ich bete für die Juden, für die Israelis. Der HERR möge sie beschützen und Ihnen die Kraft geben, diesen Kampf zu bestehen.

    Herzlich, Paul

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