Eine weitere Woche in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 25. November 2015/27. November 2015

Eine Woche der Extreme, von evel zu simcha – vom Bösen zur Freude:

Vom Friedhof im Gush Etzion und dem frischen Grab von Yaakov Don sel.A., ermordet von Terroristen, zur Hochzeit von Sarah Tehiya Litman und Ariel Biegel.*

Sarah, eine wunderschöne Braut, läuft zum Tanz mit Tausenden und Tausenden junger Frauen,
erleuchtet die riesige Halle, die mit Menschen und Herzen aus der ganzen Welt gefüllt ist.
(Eine Fotostrecke der Hochzeit gibt es bei Arutz-7)

Von Tragödie zu Triumpf, Dunkelheit zu Licht, Am Yisrael Chai.

Israel wird angegriffen: Während der letzten 56 Tag wurden
21 Unschuldige ermordet,
200 verletzt (20 davon lebensgefährlich);
es gab 74 Messerschläge,
10 mit Schusswaffen und 12 mit Autos.

Man kann kaum den Überblick behalten – soll man die Nachrichten hören oder nicht?
Oh nein, wieder ein Terroranschlag.

In der letzten Woche war Ezra Schwartz sel.A. ein Teil dieser Statistiken.
Der 18-jährige war für ein Bildungsjahr in Israel
und saß in einem Van, als ein arabischer Terrorist schoss und ihn tötete.

Seine Beerdigung wurde per Live-Stream aus Sharon (Massachusetts) übertragen.

Menschen füllten die Turnhalle einer Schule in Jerusalem, um zuzusehen,
fanden Trost in Gemeinschaft und Einhiet.

John F. Kerry war mal wieder in der Stadt.

Bei seinem Treffen mit Präsident Reuven Rivlin
trug er sich in das offizielle Gästebuch ein.

Kerrys Fahrzeugkolonne brachte den Verkehr zum Erliegen,
während der Premierminister Griechenlands, Alexis Tsipras,
einen zurückhaltenderen Besuch abstattete.

Derweil geht auf den Straßen Jerusalems

die Bautätigkeit weiter.

Ich entschied mich, dass es Zeit war sich anzusehen, was draußen vorgeht,
weil Facebook- und Twitterfeeds anzusehen zu deprimierend war.

Bei einem Abstecher in die Altstadt

war es an diesem Tor ziemlich still

und der egalitäre Bereich der Kotel, der Westmauer, war leer.

Aber

es gab eine Touristenschlange; sie warteten darauf auf den Tempelberg zu gehen –
während der einen Stunde am Nachmittag, in der Nichtmuslime das dürfen.

Auf dem Platz vor der Westmauer war es still.

Dieser Mann schrieb eine Notiz auf einen Zettel, um sie in die Steinritzen zu stecken.

Diese Zettel werden hineingesteckt, fallen aber oft auf den B oden.

Vielleicht war es die warme Sonne und das Laufen,

aber Touristen zu sehen, die in Cafés sitzen

und Fotos machen

und kleine Kinder auf dem Weg von der Schule nach Hause,

sowie die junge Frau mit der Harfe an ihrem üblichen Platz
war viel besser als sich in die Nachrichten hineinzusteigern.

Eine Gruppe von 180 Männern machten eine besondere Tour,

Arabisch sprechende Jungs waren in der Einkaufszone Mamilla

und eine Araberin ging alleine einkaufen.

Niemand weiß, was als nächstes geschieht,
was die nächsten Waffen des Terrors sein werden,
Teppichmesser, Messer oder Scheren.
Oder wo ein Anschlag stattfinden wird.

Aber

Kissufim,

die Jerusalem-Konferenz jüdischer Schriftstellern und Dichter
in Mischkenot Sha’ananim unter der Monetfiore-Windmühle.

wurde gestern Abend eröffnet und der Zuhörersaal war voll.

Diese Woche hatte ich zu viele Fotos, um sie in einem Eintrag zu teilen,
trotz der schlechten Nachrichten.
Es geschehen so viele gute Dinge auf den Straßen Jerusalems.

Hanukka steht bevor und damit die Sufganiot.

Es gibt so viel zur Auswahl, dass es schwer ist sich für eins zu entscheiden.

Wir erinnern uns, wir trauern, dann feiern wir das Leben.

* Sarah und Ariel wollten schon vor zwei Wochen heiraten, aber kurz vor der Hochzeit wurden Sarahs Vater und Bruder bei einem Terroranschlag ermordet, ein weiterer Bruder verletzt. Das Paar lud daraufhin „die ganze Welt“ zur Hochzeit ein und viele, viele, viele Menschen kamen. Die Hochzeit wurde per Livestream im Internet übertragen und wurde zu einem großen Fest des Widerstands gegen den Terror: Ihr kriegt uns nicht unter! Am Yisrael Chai!