Die Logik islamischer Intoleranz

Raymond Ibrahim, 1. Dezember 2015 (auch auf FrontPage Magazine)

Eine Predigt, die der beliebte saudische Scheik Muhammad Salih al-Munajjjid hielt, demonstriert klar, warum westlich-säkulare Relativisten und Multikulturalisten – die aktuell die Medien, akademische Welt und Politik beherrschen – nicht in der Lage sind die Logik islamischer Intoleranz zu begreifen, geschweige denn darauf zu reagieren.

Scheik Muhammad Salih al-Munajjid

Während dieser Predigt sagte al-Munajjid, dass „einige [muslimische] Scheinheilige“ sich fragen, warum es so ist, dass „wir [die Muslime] es ihnen [westlichen Menschen] nicht erlauben Kirchen zu bauen, obwohl sie uns erlauben Moscheen zu bauen“. Der saudische Scheik antwortete damit, dass er sagte, jeder Muslim, der so denke, sei „ignorant“

und will richtig und falsch auf eine Stufe stellen, Islam und kufr [Nicht-Islam], Monotheismus und shirk [Polytheismus] und jeder Seite gleich viel Gewicht gibt und fragt: „Warum bauen wir ihnen keine Kirche, wie sie uns Moscheen bauen? Erlauben wir ihnen doch dies im Tausch für das zu tun? Wollt ihr, dass ein anderer als Allah angebetet wird? Wollt ihr richtig und falsch auf eine Stufe stellen? Sind zoroastrische Feuertempel, jüdische Tempel, christliche Kirchen, Mönchsklöster und buddhistische und hinduistische Tempel das Gleiche wie die Häuser Allahs und die Moscheen? Ihr setzt also dies mit jenem gleich? Und das vergleicht ihr womit? Oh! Unglaublich, wer Islam und kufr [Nicht-Islam] und Allah auf eine Stufe stellt und Allah sagt: „Wer immer eine andere Religion als den Islam will, wird niemals von ihm akzeptiert werden und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (Sure 3,85) Und der Prophet Mohammed sagt: „Durch Ihn, in dessen Hand das Leben Mohammeds (bei Allah) ist, er, der unter den Juden oder Christen von mir hört, aber seinen Glauben nicht bestätigt, in dem, durch den ich gesandt bin und er stirbt in diesem Zustand (des Unglaubens), er soll zu den Bewohnern des Höllenfeuers gehören.“

Interessant an der eifrigen Tirade des Scheiks ist: Obwohl sie aus westlicher Perspektive „intolerant“ ist, ist sie tatsächlich durchaus logisch konsequent und offenbart die riesige Kluft zwischen islamischem Rationalismus und westlicher Fantasie (so widersprüchlich diese Gegensätzlichkeit auch klingen mag).

Wenn, wie Munajjid herausstellt, ein Muslim wirklich glaubt, dass der Islam die einzige wahre Religion und dass Mohammed ihr Prophet ist, warum sollte er gestatten, dass es daneben etwas Falsches (und damit Korruptes, Krebsartigs, Fehlleitendes usw.) gibt? Solche Gesten der „Toleranz“ würden auf einen Muslim hinauslaufen, der „das Richtige und das Falsche gleich setzt“, wie der Scheik korrekt beklagt.

In der Tat behauptet nicht nur der Islam – wie das traditionelle Christentum – dass alle anderen Religionen falsch sind, aber unter islamischem Recht sind Hinduisten und Buddhisten derart fehlgeleitet, dass gegen sie Krieg geführt werden muss, bis sie entweder die „Wahrheit“ akzeptieren – also zum Islam übertreten – oder hingerichtet werden (Sure 9,5). Was die sogenannten „Völker des Buchs“ – Juden und Christen – angeht, dürfen sie ihre Religion praktizieren, aber erst nachdem sie unterworfen sind (Sure 9,29) und ihnen verboten ist Krichen und Synagogen zu bauen oder zu renovieren, dazu eine Unzahl weitere Schwächungen, die ihre (falsche) religiösen Praktiken und Symbole (Bibeln, Kreuze usw.) unterdrückt und außerhalb des Sichtfelds gehalten werden.

Aus islamischer Anschauung – in der Allah der wahre Gott und Mohammed sein letzter Bote ist – ist „Intoleranz“ für andere Religionen logisch und schwierig zu verurteilen.

Der „selbstlose“ Aspekt der islamischen „Intoleranz“ ist besonders wichtig. Wenn du wirklich glaubst, dass es nur eine Religion gibt, die zum Paradies führt und dich der Verdammung entgehen lässt, ist es dann nicht selbstlos sie mit der Menschheit zu teilen, statt dann scheinheilig zu behaupten, dass alle Religionen zu Gott und zur Wahrheit führen?

Nachdem man das Konzept des interreligiösen Dialogs als mehr als nutzlos verrissen hat, weil „das Falsche falsch ist – selbst wenn eine Milliarde Menschen dem zustimmen; und die Wahrheit ist die Wahrheit – selbst wenn nur einer derer, die sich [dem Islam] unterworfen haben, an ihm festhält“, schrieb eines der heute tote Osama bin Laden, „sind Kampf, Feindschaft und Hass – die der Muslim gegen den Ungläubigen richtet – die Grundlage unserer Religion. Und wir betrachten dies als Gerechtigkeit und Freundlichkeit ihnen gegenüber“. (The Al-Qaeda Reader, S. 42-43)

Beachten Sie die selbstlose Rechtfertigung: Es ist „Gerechtigkeit und Freundlichkeit“ Jihad gegen Nichtmuslime zu führen, in der Hoffnung, dass sie zum Islam konvertieren. Folgt man dieser Logik, dann werden Jihadisten immer „die Guten“ sein – was bedeutet, dass Terrorismus, Erpressung, Sex-Jihad usw. weiterhin als hässliche, aber notwendige Mittel für selbstlose Ziele rational gemacht werden: den Machtgewinn und schließlich der Übertritt der Welt zum Islam.

All diese Logik ist postmoderner westlicher Erkenntnislehre fremd; diese betrachtet es als selbstverständlich, dass a) es keine objektiven „Wahrheiten“ gibt und natürlich nicht im Bereich der Theologie und b) der ultimative Zweck der Religion darin besteht, das Leben so friedlich und angenehm wie möglich zu machen (deshalb geht es bei „interreligiösem Dialog“ im Westen nicht darum festzustellen, was die Wahrheit ist – die es sowieso nicht gibt – sonder anderweitig oberflächliche Gemeinsamkeiten von verschiedenen Religionen zu finden und hervorzuheben, damit alle friedlich im Heute zusammenleben können).

Das Nettoergebnis all dessen? Einerseits werden Muslime, die an Wahrheit glauben – heißt: an die Lehren des Islam – weiterhin das „Falsche“ angreifen, also alles und jedes Unislamische. Und egal, wie gewalttätig sie sind, islamische Jihadis – Terroristen und Mörder – müssen immer als „die Guten“ betrachtet werden, die von Millionen muslimischen Sympathisanten unterstützt werden. Andererseits werden westliche Säkularisten und Multikulturalisten, die an nichts glauben und alle Kulturen und Religionen als gleichwertig ansehen, weiter den Islam respektieren und Muslime stärken, überzeugt, dass Terrorismus eine unislamische Anomalie ist, die keine Unterstützung in der muslimischen Welt hat und dazu stimmt ist zu verschwinden – heißt, sie werden weiter dem nicht glauben, was sie mit eigenen Augen sehen. So sieht die Nachkommenschaft dieser unheiligen Union zwischen islamischer Logik und westlicher Denkfehler aus.

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