Progressive „Denkblockierer“: Islamophobie

Ein tödliches Glaubenssystem

Bruce Thornton, FrontPage Magazine,m 30. Dezember 2015

[Die Broschüre „Islamophobia: Thought Crime of the Totalitarian Future” (Islamophobie: Gedankenverbrechen der totalitären Zukunft) von David Horowitz und Robert Spencer kann hier bestellt und hier als E-Book gekauft werden.]

Ein paar Tage vor den Schüssen in San Bernardino reagierte Präsident Obama auf Donald Trumps Vorschlag Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten, indem er sagte: „Es ist die Verantwortung aller Amerikaner – jeden Glaubens – Diskriminierung abzulehnen. Es ist unsere Verantwortung Religionstests derer abzulehnen, die wir in dieses Land lassen … Muslimische Amerikaner sind unsere Freunde und unsere Nachbarn, unsere Kollegen, unsere Sporthelden.“ Generalstaatsanwältin Loretta Lynch ging noch weiter. In einer Ansprache beim Dinner muslimischer Interessenvertreter kommentierte sie:

„Heute ist dieses Land offensichtlich auf freier Meinungsäußerung gegründet, aber wenn es sich zu Gewalt hin bewegt, wenn wir das Potenzial eines Menschen sehen … den Umhang antimuslimischer Rhetorik anheben oder, wie wir nach 9/11 sahen, Gewalt gegen Einzelpersonen, die noch nicht einmal Muslime sein könnten, aber vielleicht als Muslime wahrgenommen werden … Wenn wir das sehen, werden wir handeln“ – oder wie sie warnt: „Sie werden strafrechtlich belangt werden.“

Wie kommt es, dass Muslime „Schneeflocken“ geworden sind, wie die verwöhnten Collegestudenten, derart traumatisiert von gegensätzlichen Meinungen, dass sie „sichere Orte“ vor von ihnen nicht gemochter Meinungsäußerung benötigen und fordern den ersten Verfassungszusatz abzuschaffen? Die Antworte finden wir in einem weiteren progressiven „Denk-Blockierer“: der „Islamophobie“.

Dieses erfundene Gedankenverbrechen ist keine Reaktion auf eine Epidemie an Verfolgung von Muslimen in Amerika. Sechzig Prozent der antireligiösen Hassverbrechen richten sich gegen Juden, nicht gegen Muslime. Es ist auch keine Buße für historische Verbrechen, die von Christen und Juden an Muslimen begangen wurden, ob es sich um Imperialismus, Kolonialismus oder Israels Verteidigung seines Staates gegen unablässige Gewalt ist. Die Bilanz des Islam in Sachen Abschlachten, Versklavung und Besatzung stellt die des Westens bei weitem in den Schatten.

„Islamophobie“ ist vielmehr das Produkt eigentümlich moderner, schlechter Ideen. Sie tauchte 1997 in einem Bericht des britischen Think Tanks Runnymede Trust auf. Der Zweck bestand darin die sozialen Funktionsstörungen und Probleme britischer Muslime zu erklären, die „antiislamischer Voreingenommenheit“ angelastet wurden, die Diskriminierung, Hassverbrechen gegen Muslime und Verdrehungen des Islam in den Medien und der Populärkultur anspornt. 2004 kam die Commission on British Muslims and Islamophobia (Kommission zu britischen Muslimen und Islamophobie) – man beachte, dass der Name an der Frage vorbeigeht – zu dem Schluss, dass England „institutionell islamophobisch“ sei. Fakten zu unfreiem muslimischem Verhalten wie ihre Ungleichbehandlung von Frauen, Intoleranz gegenüber anderen Religionen und Intoleranz sowie Jihad predigende radikale Moscheen wurden ignoriert.

Woher kommt also „Islamophobie“? Beginnen wir mit der Endung „-phobie“, das vom griechischen Wort für „Angst, Furcht“ stammt. Es handelt sich um eine vage psychologische Idee Freuds, die sich auf eine irrationale Angst bezieht, die nicht die Realität spiegelt, sondern die Unterdrückung unappetitlicher oder beängstigender Triebe. Immerhin ist Angst vor einer gefährlichen Spinne wie der Schwarzen Witwe nicht irrational. Sich vor einer harmlosen braunen Einsiedlerspinne zu fürchten ist es. Die Endung, wie sie in anderen ideologischen Verleumdungen wie „Islamophobie“ oder „Xenophobie“ genutzt wird, impliziert immer, dass die Angst haltlos ist und mehr mit irrationalen Neurosen und Bigotterie zu tun hat als mit echter Bedrohung. „Islamophobie“ geht damit am Problem vorbei, denn es ist absolut rational Angst vor einer Gefahr wie terroristischer Gewalt zu haben, die von religiöser Doktrin gerechtfertigt wird.

Daher müssen die Übermittler dieses Schimpfnamens die sehr wahre Bedrohung durch jihadistische Gewalt herunterspielen oder bagatellisieren, die Reaktionen der Menschen herabsetzen und verstärkte Sicherheit gegen ein psychisches Problem fordern. Der Präsident implizierte genau das in seinen jüngsten Kommentaren, die in einem Interview mit der New York Times gesäubert wurden, als er sagte, er sehe „nicht genug Kabelfernsehen, um die Unruhe nach den Anschlägen in Paris und San Bernardino zu würdigen“; damit unterstellte er, dass die Menschen auf die aufgeputschten Schauergeschichten auf Fox News reagierten statt auf eine echte Bedrohung. Er fügte dieser Analyse auf NPR die Behauptung hinzu, ISIS sei keine „existenzielle Bedrohung“ und sagte, die wahre Gefahr sei „uns wer wir sind und unsere Werte vergessen zu lassen“, womit er offensichtlich zum Teil das Nachgeben vor antimuslimischer Bigotterie und „Islamophobie“ aufgrund neurotischer Ängste meinte, die von Donald Trump geschürt werden.

Wichtiger als billiger Freudianismus zur Verbreitung von „Islamophobie“ ist die Arbeit von Edward Said gewesen, der Hauptquelle der meisten der bösartigen Ideen, die unseren Diskurs zum Islam mit Selbsthass und Realitätsverweigerung vergiften. Nach Angaben von Said in seinem Buch „Orientalismus“ erfand der koloniale Westen das muslimische „Andere“ als unterlegen und gewalttätig, um westlicher Dominierung der Region, die Schaffung eines „westlichen Stils der Vorherrschaft, Neugestaltung und Befehlsgewalt über den Orient zu rechtfertigen“. In einem späteren Buch argumentierte Said, der muslimische Terrorist sei ein weiteres „Anderes“, das gefälscht wurde, um „sowohl ein absonderlich promptes Gefühl der Feindseligkeit und einer ungehobelten, insgesamt undifferenzierten Einstellung zum Islam“ zu schaffen, deren Zweck es sei „den nationalen und unternehmerischen Bedürfnissen“ zu dienen. Diese Bedürfnisse schufen die „höchst übertriebenen Stereotype“ von Muslimen, die Flugzeuge entführen und Häuser in die Luft jagen. Lee Smith stellt richtigerweise heraus, dass Said [so] die Bedingungen festlegte, wie Journalisten und Intellektuelle über Islam und Muslime reden – als der ungehobelte „Andere“, der erfunden wurde, um westliche Unterdrückung und „Islamophobie“ zu kaschieren. Reflexhafter Selbsthass und Schuldempfinden, die im Kern der „Islamophobie“ liegen, fanden ihren einflussreichsten Helfer in der Arbeit von Said.

Die Angst „islamophobisch“ zu sein erklärt zum Teil die beschönigende Anbiederung an den Islam, die die Regierung schon vor dem 9/11 kennzeichnete. In den späten 1990-er Jahren, als Osama bin Laden bereits seinen Krieg gegen Amerika führte, verströmte Bill Clintons Außenministerin Madeleine Albright, der Islam sei ein „Glaube, der Beratung ehrt, Frieden wertschätzt und als eines seiner fundamentalen Prinzipien die innewohnende Gleichheit aller ihn Annehmenden hat.“ George Bush sagte, die „Lehren des Islam sind gut und friedvoll“ und dass Terroristen wie bin Laden „den Namen Allahs schmähen“. Und natürlich ist Barack Obama der uneingeschränkteste und kriecherischste gewesen, was die Belobigung des Islam angeht. Er sagt gewissenhaft „der Prophet Mohammed“ und „Heiliger Koran“, während er nie „unser Herr Jesus Christus“ oder „heilige Bibel“ sagt. Er hat traditionelle islamische Doktrin aus den Motiven gewaschen, die Jihadisten antreiben und verurteilt regelmäßig „Islamophobie“ als eine größere Bedrohung für Amerika als muslimische Terrorgewalt. Aber der Top-Preis für solch kurzsichtiges Anbiedern an Muslime geht an den ehemaligen Generalstabsvorsitzenden George W. Casey, der auf den Anschlag in Fort Hood 2009, bei dem 13 Menschen getötet wurden, sagte: „So horrende diese Tragödie war, wenn unsere Vielfalt zum Opfer wird, dann finde ich das schlimmer.“

Die schlimmste Folge der „Islamophobie“-Phobie ist die Verdrehung unserer Analysen der Motive der Jihadisten gewesen. Die fadenscheinige Psychologie der Apologeten wartet damit auf, dass die Beleidigungen oder die aus der „Islamophobie“ geborene Politik Muslime vor den Kopf stoßen und mehr Terroristen schaffen. Oder wie Obama es über Trumps Vorschlag, ins Land einreisende Muslime zu durchleuchten sagte: Es „spielt Gruppen wie ISIL in die Hände“, denn „wenn wir diesen Weg weiter gehen, verlieren wir.“ Hillary Clinton hat dieselbe Karte gespielt; sie nannte Donald Trump den „größten Rekrutierer“ und „Rekrutierungs-Plakateur“ für ISIS und behauptete fälschlich Trump werde in ISIS-Werbevideos genutzt. Daher ihre ständigen Aufrufe, auf Muslime in Amerika einzugehen, die sie als aufrichtige, friedliche Muslime betrachtet und die damit unsere natürlichen Verbündeten gegen „Hijacker“ wie ISIS sind. „Wir müssen eng mit den muslimischen Amerikanern zusammenarbeiten“, sagte Clinton vor kurzem, „nicht sie dämonisieren“ oder ihnen „das Gefühl geben, außenvorgelassen oder an den Rand gedrängt zu werden“, da sie versuchen „die Radikalisierung zu stoppen“. Natürlich ignoriert sie die Tatsache, dass CAIR, das Council on American-Islamic Relations und einflussreichste Muslim-Lobby in Amerika, ständig Entschuldigungen für Jihad-Terror anbringt und rationalisiert und Muslime ermutigt nicht mit dem FBI zu kooperieren.

„Islamophobie“ ist nicht nur intellektuell zusammenhanglos und mit kriecherischem Selbsthass geladen. Sie ist tödlich. Um muslimische Sensibilitäten nicht zu verletzen und keine „Gegenreaktion“ zu schaffen, werden unseren Kriegern, die ihr Leben opfern ungeheuerliche Einsatzregeln auferlegt weil diese die Zerstörung von Moscheen und Behausungen, die Waffenarsenale und Heckenschützen beherbergen verbieten; Forderungen des vernünftigen Menschenverstand nach einer Begrenzung syrischer Wirtschaftsmigranten werden abgelehnt; Regierungsdokumente zur Ausbildung von Sicherheitskräften werden von Bezugnahmen auf islamisch-jihadistische Doktrinen gesäubert; Guantánamo wird als „Anwerber“ für Terroristen dämonisiert, aus dem tatsächliche Terroristen entlassen werden müssen; orwellsches Neusprech wird angewandt, um die Präzedenzfälle an Terror in islamischen heiligen Schriften und Gewohnheiten „verschwinden“ zu lassen; und radikalen Moscheen und Imamen in Amerika wird freie Hand für Mission und Anwerbung gegeben.

Wir betreiben diese Taktik der Schmeichelei seit Jahrzehnten und es gibt keine Belege dafür, dass sie funktioniert. Amerika wird von Muslimen im Nahen Osten nicht mehr gemocht als zu der Zeit, als George Bush aus dem Amt schied. Die Terrorgruppen haben sich vervielfacht und trotz unserer besorgten Beteuerungen der Bewunderung für ihre Religion ausgebreitet, obwohl wir den Völkermord an Christen im Nahen Osten ignorierten. Der Jihadismus ist stark und nimmt zu, gewinnt tausende westliche Muslime für den Kampf gegen den Ungläubigen. Und der Jihad, begünstigt von der Sorge wegen „Islamophobie“, gewinnt die Herzen und Gemüter der jungen demografischen Gruppe. So berichtet The Atlantic, dass der globale Jihad „cool“ ist, ein falsches, aber glamouröses Versprechen erlösender Gewalt und überweltlicher Bedeutung, die in einer westlichen, von anomischem Säkularismus und trivialem Hedonismus gekennzeichneten Welt machtvoll attraktiv sind.

„Islamophobie“ blockiert das klare Denken. Sie ignoriert die traditionellen islamischen Leitgedanken, die Jihadisten antreiben, trivialisiert sie zu launischen Teenagern, die sich „ausleben“, weil ihre Selbstachtung von unsensiblen Erwachsenen beschädigt wurde, und deren Selbstachtung nur durch Anerkennung, wie wunderbar ihre Religion und Kultur sind, gestärkt werden muss. Eine auf solcher Populärpsychologie beruhende Außenpolitik ist zum Scheitern verurteilt.