Der Scheik von Al-Aksa

So nennt man Raed Salah, der anscheinend Ambitionen hat Hadsch Amin al-Husseinis geistiger Nachfolger zu werden. Jedenfalls spritzt der islamistische Anführer der Islamischen Bewegung in Israel genügend Gift und Galle, um ähnlichen Aufruhr zu verursachen.

Nicht ganz neu, aber immer noch aktuell ist seine Behauptung, die Juden hätten keinerlei Verbindung zur Westmauer des Tempelbergs, die im Westen auch als Klagemauer bezeichnet wird. Salah findet:

Die Westmauer – in all ihren verschiedenen Teilen, Bauten und Toren und all den Namen, die diesen Teilen, Bauten und Toren gegeben wurden – ist ein untrennbarer Teil des Al-Aksa-Komplexes… [Die Westmauer] ist Teil des westlichen Turms der Al-Aksa, den das israelische Establishment fälschlicherweise und raffiniert als ‚Klagemauer’ bezeichnet. [Das ist Quatsch; von den Israelis wird sie ‚Kotel’ oder ‚Westmauer’ genannt!] Die Wand ist Teil der heiligen Al-Aksa-Moschee.“

Diese Äußerungen stammen noch aus dem Jahr 2000, als in Camp David der Versuch unternommen wurde eine Endstatuslösung für den Konflikt zu finden. Salah steht weiterhin dazu, wie auf der Internetseite der Islamischen Bewegung nachzulesen ist. Salah legt weiterhin fest, dass, wer glaubt, es gebe jüdische Verbindungen zur Mauer, sei ein Verräter (und was macht man mit Verrätern?).

Der Mann profiliert sich hauptsächlich über zwei Schlüsselfragen, die den Israelis beide nicht gefallen dürften. Zum einen etabliert er seine Position als bekannter Muslimführer, der für die Al-Aksa-Moschee kämpft. Zum zweiten will er vehement dafür sorgen, dass die Bewegung auch nur eines kleinen Steinchens nicht nur auf/am Tempelberg selbst, sondern auch in seiner weiteren Umgebung, Aufruhr nach sich zieht – selbst wenn es sich um kleine Reparaturarbeiten im Besucherbereich der Westmauer handelt. Die Begründung dafür zieht er aus der Behauptung Israel schade dem Tempelberg und entweihe den Muslimen heilige Stätten. So erschien er prompt um zu verkünden, die Arbeiten zur Sicherung des Aufgangs zum Mugrabi-Tor (außerhalb des Tempelbergs) seien Teil eines weit reichenden Komplotts zur Zerstörung der Moschee. Das Mugrabi-Tor ist für ihn Teil der Westmauer der Al-Aksa.

Nach Darstellung Salahs haben Juden absolut keine Verbindung zur „al-Buraq-Mauer“. Diese muslimische Bezeichnung für die Westmauer; nach ihrer Tradition hat Mohammed dort sein geflügeltes weißes Pferd mit Menschenkopf angebunden, als er seine Nachreise ins Paradies unternahm. Diese Legende ist die einzige Verbindung des Islam zu Jerusalem. Wie unglaubwürdig sie ist, kann man im Aufsatz Der moslemische Anspruch auf Jerusalem ausführlich nachlesen. Darüber hinaus ist auch interessant, wie sehr sich von muslimischer um Jerusalem und die Moscheen auf dem Tempelberg immer nur dann gekümmert wird, wenn sie sich unter nicht muslimischer Souveränität befinden; sobald die Muslime die volle Kontrolle haben, werden die Stätten derart uninteressant, dass man sie sogar verfallen lässt.

Als Fazit kann man wirklich sagen: Wer möchte, dass die Muslime die Moscheen auf dem Tempelberg pflegen, der muss dafür sorgen, dass jemand anderes Jerusalem kontrolliert. Er muss allerdings auch in Kauf nehmen, dass die übelsten Hetzer ihren Hass in die muslimische Welt posaunen und entsprechendes Echo finden.

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