„Wissenschaftliche“ Behauptung: Christliche Bibel ist „blutrünstiger“ als Koran

Raymond Ibrahim, 14. Februar 2016

Eine neue, auf Daten basierende Studie, die von Yahoo News, der Huffington Post und in vielen weiteren Medien veröffentlicht wurde, erweckt den Anschein bewiesen zu haben, dass die Bibel, einschließlich des Neuen Testaments, gewalttätiger sei als der Koran.

Tom McKay schreibt in seinem Artikel über die Studie, dass 58% der Amerikaner eine schlechte Meinung über den Islam hätten dank einer geschönten Liste bestehend aus Falschinformationen über den heiligen Text, den Koran. Er fährt fort:

„Aber ein kürzlich durchgeführtes Projekt des Datenanalysten und Marktforschers Tom Anderson stellt eine Fehlvorstellung auf den Kopf: dass der Koran blutrünstiger sei als die christliche Bibel … Das Projekt stellte fest, dass von den drei Büchern [Altes Testament, neues Testament, Koran] das Alte Testament am gewalttätigsten ist; etwa 5,3% des Textes verweisen auf Zerstörung und Töten – der Koran fährt bei 2,1% ein, das Neue Testament liegt mit 2,8% etwas höher …. Laut Anderson stellt dieser Befund die beliebte Meinung der Menschen im Westen infrage, dass Muslime einem besonders gewalttätigen Glauben anhängen. In Wirklichkeit scheint der Inhalt des Alten Testaments in der Tat der von diesen drei Büchern der gewalttätigste zu sein.“

Diese Studie beweist also was Islam-Apologeten schon lange behaupten: dass die Bibel mehr Gewalt und Blutvergießen enthält als der Koran. Dennoch muss die Intelligenz und/oder Aufrichtigkeit eines jeden – einschließlich angeblicher Wissenschaftler und „Denker“ – der diese Tatsache als Beweis zitiert, dass der Koran nicht zu mehr Gewalt aufruft als die Bibel, aufs äußerste bezweifelt werden.

Zunächst einmal ignoriert dieses Argument grundsätzlich den Kontext aller drei Schriften. Gewalt in der Bibel – sei es im Alten oder im Neuen Testament – mit Gewalt im Koran zu vergleichen vermengt Geschichte mit Doktrin. Die Mehrheit der Gewalt in der Bibel wird als geschichtliches Ereignis verzeichnet, eine Beschreibung von Ereignissen. Im Gegensatz dazu ist die überwältigende Mehrheit der Gewalt im Koran doktrinär bedeutsam. Mit anderen Worten, die Bibel ist genauso fähig ihre Leser zu Gewalt anzustacheln wie ein Geschichtslehrbuch. Demgegenüber benutzt der Koran offene Sprache, um die Gläubigen zu Gewalttaten gegen Nichtmuslime aufzurufen (s. Raymond Ibrahim: Are Judaism and Christianity as Violent as Islam als umfassendste und dokumentierte Abhandlung gegen diese ermüdende Rechtfertigung).

Diese Studie enttäuscht auch darin berücksichtigen, wer hinter dieser Gewalt steckt. Sie scheint nur die Anzahl der Stellen zu zählen in denen das Wort „töten“ erscheint. Deswegen stehen Beschreibungen des Neuen Testaments über die Verfolgung und Tötung von Christen – einschließlich Jesus – angeblich als Aufruf zur Gewalt auf der gleichen Stufe wie Allahs Gebote für Muslime „die Ungläubigen zu schlachten wo immer man sie findet – greift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf“ (Sure 9,5). Diese Studie macht keinen Unterschied zwischen dem Märtyrertum von Stefan und Allahs Worten: „Ich werde Terror in die Herzen der Ungläubigen werfen. Trefft sie oberhalb des Nackens und schlagt ihnen jeden Finger ab“ (Sure 8,12).

Auch die Behauptung hinter dieser Studie – „58% der Amerikaner haben eine unvorteilhafte Meinung vom Islam, offenbar wegen „Fehlinformationen über den heiligen des Text des Islams, den Koran“ – ist ein Strohhalm-Argument. „Islamophobie“ gründet weniger auf dem, was die Amerikaner über den Koran denken, als vielmehr auf der von Muslimen im Namen des Islams täglich begangen Gewalt, dem Terror und den Grausamkeiten, die sie sehen und hören. (Ironischerweise besteht der einzige Grund, sich auf ein solches Strohhalm-Argument zu berufen, darin, dass das Argument selbst unangreifbar ist, selbst wenn es am wahren Sachverhalt vorbei geht. Wie wir hier jedoch sehen, ist sogar das Strohhalm-Argument selbst – dass die Bibel mehr Potenzial zur Aufstachelung zu Gewalt hat als der Koran – voller Löcher).

Das sagt nichts zu der Tatsache, dass islamische Lehre sich kaum auf den Koran beschränkt. Viele Bände kanonischer (sahih) Hadithe (Worte und Taten Mohammeds) prägen gleichermaßen das Handeln von Muslimen. Ein muslimischer Kleriker formulierte es so: „Vieles im Islam bleibt ohne die Hadithe ein rein abstraktes Konzept. Ohne die Beschreibungen, die man in den Hadithen findet, wüssten wir nicht wie man betet, fastet, Zakah bezahlt oder pilgert….“. Und wie der Zufall so spielt, gibt es in den Hadithen zahlenmäßig weit mehr Aufrufe zu Gewalt gegen Ungläubige als im Koran.

Schließlich scheint diese Studie nicht in Betracht zu ziehen, dass die Bibel ungefähr zehnmal länger ist als der Koran. Setzt man das ins Verhältnis, dann enthält der Koran mehr als dreimal so viel Gewalt als in der Bibel zu finden ist.

Aufgrund ihrer vielen Mängel gibt selbst Anderson zu, dass seine „Analyse oberflächlich ist und die Ergebnisse alles andere als schlüssig sind“. Warum stellen also etliche Medien die Schlussfolgerung einer Studie heraus, die bereitwillig zugibt, dass sie gar nicht beweist, was ihre Anhänger behaupten?

Weil die politisch korrekte Schlussfolgerung – dass der Islam nicht schlimmer sein kann als Judentum und Christenheit – alles ist, was hier zählt, scheiß auf klaffende Löcher in der Methodik.

3 Gedanken zu “„Wissenschaftliche“ Behauptung: Christliche Bibel ist „blutrünstiger“ als Koran

  1. Dass die Bibel gewalttätiger sein soll als der Koran erfüllt mich mit Erstaunen. Mit welcher Brille haben sie die beiden Bücher gelesen? Ich kenne beide Bücher. Ein Buch von beiden kann nur den Preis gewinnen. Nur eines lese ich täglich. Das andere habe ich entsorgt. Es tut mir nicht gut. Es eignet sich nicht zur Lösung von Lebensfragen. Es hat eine Sprache des Hasses als Grundlage und es fehlt mir eine sinnstiftende Linie darin. Der Verfasser kann nicht der Heilige Geist sein, denn dieser neigt nicht zu schizophenen Lebensformen mit extrem anarchistischem Gedankengut, die mit einem greinenden halbsenilen Haremshüter versucht, die Menschheit zu dominieren. Die etwas wirren scheinbaren Gemeinsamkeiten kann k e i n gläubiger Christ ernst nehmen. Nur Analphabeten stören sich natürlich nicht an der willkürlichen Einflechtung biblischer Gestalten, welche sich nicht einmal an den Verwandtschaftsverhältnissen der Familie des Moses entlang arbeiten können. Ausserdem bietet die Bibel Lösungen für auftretende Konflikte an. Das Alte Testament ist die Grundvoraussetzung für das Neue. Schon das AT zeigt Züge der Barmherzigkeit in sich. ….welche ich nach dem zweifelhaften Genuss einer antichristlichen Erziehung sehr zu schätzen gelernt habe. Gewalt in geistiger Form kenne ich daher sehr ausgeprägt. Ich mache mit der Bibel die Erfahrung, dass ich ein neues zu Hause bekomme wo ein Geist der Hoffnung und der Versöhnung weht. Vergebung zu empfangen im Einklang damit, dass auch ich vergeben kann, schafft eine Vertrauensgrundlage für ein Leben in Gemeinschaft, die sonst kein Religionsstifter zu schaffen in der Lage ist. Gewalt im Sinne von Willkür ist mir nicht in der Bibel aufgefallen. Gewalt kommt auf Muslime zu, die es wagen der Sogkraft des Islam zu entfliehen. Dass Notwehrsituationen dann ihrerseits zu Eskalationen führen erscheint hier nur logisch. Die Versöhnungsmacht der Bibel ist faszinierend, ist aber davon abhängig, dass seine Anhänger hier auf Augenhöhe miteinander reden. Blutvergießen ist nirgenwo so zurückgegangen wie genau dort wo Versöhnung auf der Basis von Wahrheit möglich ist. Gewaltexzesse die willkürlich erzeugt werden ziehen Ohnmachtsgefühle nach sich. …welche sich über kurz oder lang entladen werden. Der islamische Jihad welcher sich das Recht nimmt, die ganze Welt zu bedrohen wird sich noch einmal wundern, wenn der Gott der Bibel aufsteht und sich um seine Schöpfung kümmert. Er wird wahrscheinlich so stark geschüttelt und zutiefst erschüttert sein über die mangelnde Fähigkeit sich konstruktive Gemeinsamkeiten auf friedlichem Wege zu erwerben, wie es unter zivilisierten Menschen jetzt noch erfahrbar ist. Wie lange das noch möglich sein wird hängt davon ab ob es auch noch Menschen geben wird die der Bibel auf Grund ihrer Kraft ihrer Aussagekraft weiterhin ihr Vertrauen schenken und Gott bei uns den nötigen Glauben vorfindet. Es ist Zeit sich auf die wirklichen Werte zurückzubesinnen, welche uns in keinem Falle enttäuschen werden ist reif. Aber der Wille zur Dominanz ist steht noch im Weg. Dieser Riese muss von den Ohnmächtigen noch überwunden werden……dann stellt sich heraus dass er nur ein Scheinriese war.
    Es wird sich auch zeigen dass allah sich aufgelasen hat und nur heiße Luft verbreitet. Das Buch in welchem wir den Vater finden, wird uns Orientierung geben, sobald wir den falschen Respekt vor dem falschen Propheten aufgeben. Kurz gesagt: es ist eine Unverschämtheit die Bibel derartig zu verleumden. Mir hat sie zum Leben geholfen. Man sollte sie mit Achtung lesen.
    Diese Wissenschaftler haben möglicherweise eine finanzielle Unterstützung für die Beurteilung dieses ungleichen Pärchens erhalten. Für Geld tut der Mensch sehr seltsame Dinge. Der Koran wurde zur reinen Opposition erschaffen um Gott einen Verdruss zu schaffen. Die Liebe zum Wort bringt Licht in das Dunkel. Shalom bricht sich die Bahn.

  2. Jesus hat klar gesagt dass alle Gebote die nicht der Nächstenliebe entsprechen von Menschen stammen.
    Das betrifft sowohl die Gebote der Juden als auch die der Moslems.
    Und das sind viele bei den Moslems. Fast der ganze Koran ist für die Katz, wenn man es in dem Lichte sieht, wenn nicht der Ganze.

    Auch wenn es nur einen wahren Gott gibt an den ich glaube, der Gott Mohameds und der Gott Jesus, es sind zwei völlig verschiedene Götter. Weil beide völlig verschiedene Lehren von Gott, also auch zwei verschiedene „Götter“ offenbarten. Aber nur einer kann der Richtige sein.

    Laut dem Einen gibt es Vergebung und einen großen Lohn im Paradies, wenn man sich mit seinem Vermögen und Blut im Krieg gegen die Ungläubigen einsetzt.
    Laut dem Anderen wird man (wieder) Kind Gottes, was selbstverständlich eine Grundvoraussetzung dafür ist, um ins Reich Gottes zu kommen (nur die Kinder werden erben), indem man seine Feinde liebt und für sie betet.
    Wenn man so gerecht ist wie Gott, also, der es auch regnen und die Sonne scheinen lässt für Gerechte und Ungerechte.
    Und, Vergebung gibt es, wenn man selbst seinen Mitmenschen vergibt und einsichtig ist, sich Gott im Geist und in der Wahrheit, im Innersten also, zuwendet, ihn bittet, an ihn, an seine Hilfe glaubt und dadurch umkehrt.

    Laut dem Einen, gönnt Gott den Männern bis zu vier Ehefrauen und unzählige Sexsklavinnen, haben Frauen kein Scheidungsrecht, während sich Männer ohne Angabe von Gründen jederzeit scheiden lassen können, was ihnen eine absolute Unterwürfigkeit der Frauen beschert.
    Laut dem Anderen hat Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen, die Ehebruch also eine schlimme Sünde bzw. Trennung von Gott begehen, sobald sie eine andere Person als den eigenen Ehepartner auch nur begehrend anschauen.

    Laut dem Einen darf man seine Feinde belügen.
    Laut dem Anderen ist das Wort Gottes Wahrheit und wird die Wahrheit uns frei machen. Wenn wir sie annehmen und zu ihr stehen.

    uvm.

    Die Einen haben den Gott des Hasses und der Rache zum Gott.
    Die Anderen haben den Gott der Liebe und Wahrheit zum Gott.
    Freilich kann es nur einen Gott geben der Himmel und Erde und alles Leben erschaffen hat. Und zwar den Gott der Liebe. Denn aus Hass wird er diese Wunder nicht vollbracht haben können.
    Und, wer Gottes Widersacher ist, wer sich gerne anbeten lassen will an seiner Stelle, wer ein Lügner und Mörder ist von Anfang an, das wissen wir doch.

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