Nicht nur in Nahost – unsere Medien in Aktion

Diesmal können wir die Merkelei der Medien am Beispiel der taz und dem Flüchltingsstrom bzw. dessen Stau an der griechisch-mazedonischen Grenzen demonstrieren. Die taz bebilderte einen Beitrag zum versuchten Durchbruch von Flüchtlingen durch den Grenzzaun mit diesem Bild (Screenshot, 02.03.16, 16.50 Uhr):

taz-2016-02-29

Sehen wir einmal davon, dass es sich bei den stürmenden Massen NICHT um Kinder handelte – andere Medien zeigten Bilder wie diese (CNN, 01.03.16, Screenshot):

CNN-2016-03-01

Die BBC stellte auf ihrer Internetseite auch ein Video ein; die Daily Mail ebenso. Andere brachten weitere Fotos, die den improvisierten Rammbock zeigten, die von AP, Reuters usw. aufgenommen waren:

Auf diesen Bildern sind keine Kinder zu sehen. Die Akteure sind junge (muslimische) Männer, die koordiniert handeln. Das Bild der taz ist von daher schon irreführend und tendenziös, reine Propaganda.

Aber es kommt noch besser. Das von der taz gewählte Bild hat absolut NICHTS mit dem versuchten Durchbruch am Montag und seiner Verhinderung zu tun. Es wurde nämlich gar nicht dort und nicht an diesem Tag aufgenommen. Es handelt sich um ein längst bekanntes und preisgekröntes Bild – das UNICEF-Foto des Jahres 2015! Aufgenommen am 21. August 2015. An der griechisch-mazedonischen Grenze, aber das ist das Einzige, was hier übereinstimmt.

UNICEF-Foto-des-Jahres-2015

Die taz lügt also, wenn sie dieses Foto bringt. Sie will nicht berichten, sondern Stimmung machen. Und im Michelland weiß kaum einer, dass es so ist – oder will es nicht wissen.

Aber warum auch? Es ist ja gängige Praxis, auch bei politischen Parteien – hier kann man ein Beispiel der Grünen finden. Die wurden entlarvt, löschten und irgendwann kam sogar eine Entschuldigung. Aber die mit der Veranstaltung in Zusammenhang stehende tatsächliche Gewalt ist keine Erwähnung wert – waren ja Linke, nicht Nazis. Linke Gewalt ist in Ordnung…

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3 Gedanken zu “Nicht nur in Nahost – unsere Medien in Aktion

  1. Leider trägt diese Form der Berichterstattung und Bebilderung dazu bei, dass man nur noch wenig Vertrauen in die veröffentlichten Berichte haben kann.
    Manchmal frage ich mich, für wie dumm und naiv die verantwortlichen Redakteure uns Kunden halten. Können sie sich nicht an fünf Fingern abzählen, dass im Zeitalter des Internet alle Fälschungen ans Licht der Sonne kommen. Bei dreist plagiierten Doktorarbeiten ist das doch auch gar kein Problem.

    • Liebe Rika,
      da möchte ich Dir widersprechen.
      “ Können sie sich nicht an fünf Fingern abzählen, dass im Zeitalter des Internet alle Fälschungen ans Licht der Sonne kommen.“

      Es werden eben nicht alle Fälschungen aufgedeckt, sonst würden sie nicht veröffentlicht werden. Wenn alle aufgedeckt werden würden, dann würden es niemand machen, weil es sinnlos wäre. Aufgedeckt wird nur die Spitze des Eisbergs. Die besonders dreisten und plumpen Fälschungen. Wie schrieb schon Brecht? „Die im Dunkeln sieht man nicht.“

      Neben den Fälschungen gibt es noch die Verfälschungen. Eine Zeit lang waren in den Bildern und Filmen der ÖR nur Frauen und Kinder als Flüchtlingen zu sehen. Auch noch Alte und Kranke. Ach so, Schwangere sind ganz wichtig. Auch drapierte Leichen sind bekannt, die nach dem Foto wieder aufstehen.
      Dann gibt es noch die von den Fotoreportern bestellten Aktionsfotos. Großer Tumult in den ersten beiden Reihen. Dahinter völlig unbeteiligte Gesichter, die nicht wissen worum es geht.
      Wenn unter hunderten von Flüchtlingen eine Frau ohnmächtig wird, dann wird sie verwertet. Notfalls wird auch das nachgestellt. Dafür steckt sie dann auch schon mal ein paar „Backpfeifen“ ein. Die Frau wurde dann auch nicht waagerecht gelagert und die Beine hoch gehalten. Nein, der Oberkörper wurde angehoben und fotogerecht drapiert. War erst vor ein paar Tagen in der Tagesschau an der mazedonischen Grenze zu sehen.

      Im „Nähkästchen“ der Fälscher und Verfälscher befindet sich so manches. Wer deckt das alles auf? Wer veröffentlicht es? Wer erfährt von der Aufdeckung?

      Liebe Rika, die Dunkelheit der Täuschung ist groß. Hauptsache für die Akteure: Es dient der „Guten Sache“.

      Herzlich, Paul

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