Somewhere Over the Rainbow

Paula R. Stern, Facebook, 6. März 2016

Wussten Sie, dass das Lied „Somewhere Over The Rainbow“ ein über Israel geschriebenes Lied war?

Der Text wurde von Yip Harburg geschrieben. Er war das jüngste von vier Kindern russisch-jüdischer Immigranten. Sein richtiger Name war Isidore Hochberg und er wuchs in einer Jiddisch sperchenden, jüdisch-orthodoxen Familie in New York auf.

Die Musik wurde von Harold Arlen geschrieben, dem Sohn eines Kantors. Sein richtiger Name war Hyman Arluck und seine Eltern kamen aus Litauen.

Zusammen schrieben Hochberg und Arluck „Somewhere Over the Rainbow“, das von der Recording Industry Association of America (RIAA) und der National Endowment of the Arts (NEA) zum Lied des 20. Jahrhunderts gewählt wurde. Mit dem Schreiben dieses Liedes reichten die beiden Männer tief in ihr jüdisches Einwanderer-Bewusstsein – gebildet von den Pogromen der Vergangenheit und dem Holocaust, der kurz darauf einsetzte – und schrieben eine unvergessliche Melodie, die an beinahe prophetische Worte passte.

Lesen Sie den Text im jüdischen Kontext der Autoren und plötzlich geht es bei den Worten nicht länger um Zauberer und Oz, sondern um jüdisches Überleben.

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Somewhere over the rainbow
Way up high,
There’s a land that I heard of
Once in a lullaby.
Somewhere over the rainbow
Skies are blue,
And the dreams that you dare to dream
Really do come true.
Irgendwo hinter dem Regenbogen
hoch in der Luft
gibt es ein Land, von dem ich einst
in einem Schlaflied hörte.
Irgendwo hinter dem Regenbogen
ist der Himmel blau
und die Träume, die du zu träumen wagst,
werden tatsächlich wahr.
Someday I’ll wish upon a star
And wake up where the clouds are far behind me.
Where troubles melt like lemon drops
Away above the chimney tops
That’s where you’ll find me.
Somewhere over the rainbow
Bluebirds fly.
Birds fly over the rainbow.
Why then, oh why can’t I?
If happy little bluebirds fly
Beyond the rainbow
Why, oh why can’t I?
Eines Tages wünsche ich mir etwas
und wache auf, wo die Wolken weite hinter mir sind.
Wo Kümmernisse wie Zitronenbonbons
über die Schornsteine wegschmelzen.
Dort wirst du mich finden.
Irgendwo hinter dem Regenbogen
fliegen Drosseln.
Vögel fliegen über den Regenbogen.
Warum, oh warum kann ich das nicht?
Wenn fröhliche, kleine Drosseln fliegen,
über den Regenbogen hinaus,
warum, oh warum kann ich das nicht?
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Die Juden Europas konnten nicht fliegen. Sie konnten nicht auf die andere Seite des Regenbogens entkommen. Harburg ahnte das fast voraus, als er davon redete wie eine Drossel von den „Schornsteinen“ wegzufliegen.

Und im Zeitalter nach Auschwitz haben Schornsteine eine völlig andere Bedeutung übernommen als die, die sie Anfang 1939 hatten.

Zweitausend Jahre lang war das Land, von dem die Juden „einst in einem Schlaflied“ hörten, nicht Amerika, sondern Israel. Das Bemerkenswerte daran ist, dass weniger als zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung von „Somewhere Over the Rainbow“ das Exil vorüber war und der Staat Israel wiedergeboren wurde.

Vielleicht „werden die Träume, die du zu träumen wagst, tatsächlich wahr“.

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Ein Gedanke zu “Somewhere Over the Rainbow

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