Über Israel die Wahrheit erzählen

Judith Bergman, Israel HaYom, 8. April 2016

Im Dezember 2015 berichtete die britische Daily Mail, dass Israel seit 2013 mehr als 2.000 Syrer  gerettet hatte; die Kosten dafür belaufen sich auf 50 Millionen Schekel (gut €11,5 Millionen). Viele der Geretteten waren nach Angaben des Berichts islamische Militante und eingeschworene Feinde Israels, während nur rund 20 Prozent Zivilisten waren.

Diese humanitären Rettungsaktionen sind sehr umstritten. Warum soll Israel seine Soldaten riskieren und Geld spenden, um Salafisten zu retten, die den brennenden Wunsch hegen Israel zu vernichten? Aber das Land tut es und bestätigt nur einmal mehr die in den internationalen Medien zu wenig beichteten Tatsachen zu Israel. Verglichen mit Israels Fläche und dem Ausmaß seiner eigenen Sicherheitsprobleme in der Region ist es bemerkenswert, wie Israel es schafft für so viele Menschen in Not überall auf der Welt da zu sein. Wenn Gegner darüber jammern, dass Israel seinen Teil der humanitären Arbeit in der Region nicht übernehme, übersehen sie natürlich praktischerweise die Tatsache, dass Israel unendlich viel mehr tut, als von einem Staat seiner Größe erwartet werden sollte, besonders wenn dieser Staat sogar seine eigenen Feinde behandelt und für sie sorgt.

In nur einer Entwicklung rettete Israel ein fünfjähriges Mädchen, nachdem es bei einem Feuergefecht zwischen rivalisierenden Milizen in Syrien schwer verletzt worden war. Aber das war nicht alles. Israel rettet sie inzwischen auch vor dem Krebs, den israelische Ärzte entdeckten, als sie in Haifas Rambam-Krankenhaus stationär behandelt wurde.

Die Geschichte liest sich wie etwas aus einem Thriller, der nur in Israel spielen kann: Das Krankenhaus lehnte es ab das Mädchen zu entlassen, nachdem Ärzte entdeckten, dass es Krebs hat und die Sicherheitskräfte willigten ein. Ein Knochenmarkspender musste gefunden werden und das gelang – ein Verwandter, der in einem ungenannten Land lebt, das ein Feind Israels ist, was es diesem Verwandten unmöglich machte offen nach Israel zu reisen. Stattdessen wurde eine Geheimaktion der Sicherheitsdienste Israels gestartet, um den Verwandten aus diesem Land und nach Israel zu schmuggeln. Der Verwandte kam am Montag an und steht jetzt mit dem auf die erste Phase der Behandlung wartenden Mädchen im Krankenhaus unter Quarantäne.

All die Charakteristika der typisch israelischen Haltung zum Leben machen die Zutaten zu dieser Geschichte aus: das Gefühl extremer Verantwortung der Ärzte, die es ablehnen das Mädchen gehen zu lassen, nachdem sie sein Leben einmal gerettet hatten; und die fast unglaubliche Bereitschaft der Sicherheitskräfte ihre eigenen Soldaten zu riskieren, um das Kind zu retten. Das ist Israel vom Feinsten und es ist kein seltenes Ereignis in diesem Land, auch wenn dieses besondere Beispiel natürlich außergewöhnlich ist.

So sieht der Ethos des Judentums aus und dieser ist der Ethos Israels. Aber die Welt wird das nie eingestehen, denn sie lehnt es ab die Wahrheit zu Israel zu sehen oder zu hören und zwar mit einer grausamen Halsstarrigkeit, die nur für Israel reserviert bleibt. Zu honorieren, dass Israel das Leben über alles andere setzt – alles Leben, nicht nur jüdisches Leben – würde den antiisraelischen Hass, die antijüdischen textlichen Ausschmückungen und Karikaturen, das Geheule von „Apartheid“ und „Ungerechtigkeit“ in einem einzelnen Moment wegschmelzen lassen.

In einem Zeitalter, in dem Fakten schon lange keine Rolle mehr spielen, ist aber alles, was die Hasser, besonders die in der Boykott-, De-Investitions- und Sanktionsbewegung, tun müssen, diese Fakten zu ignorieren. Die Welt ist überflutet von nackten Kaisern, die umhertanzen und ihre Lügen und Trugbilder unkritischem und leicht zu beeindruckendem Publikum feilbieten, das nur allzu bereit ist ihnen beizupflichten.

Glücklicherweise haben diese Lügen und Täuschungen aber keinen allzu großen Einfluss auf Israel selbst. Sie haben jedoch schädliche Auswirkungen besonders auf die Diaspora-Juden rund um die Welt, insbesondere auf junge jüdische Studenten an Colleges und Universitäten im Westen, wo die antiisraelischen Narrative stark sind und gedeihen, nicht nur in der BDS-Bewegung, sondern auch beim Personal der Colleges und Universitäten, für die diese Narrative fast so natürlich sind wie das Atmen.

Nur Beharrlichkeit und stolzer Eigensinn werden letztlich die Wahrheit über Israel in diesen dunklen Ecken obsiegen lassen, in denen man den vorurteilsvollen Hass auf Israel eitern lässt. Es ist natürlich von höchster Ironie, das westliche Universitäten zu Futterplätzen dieses Hass wurden, bedenkt man, dass sie die rechtmäßigen Erben der Tradition der Aufklärung sind. Den meisten Studenten entgeht heute jedoch diese Ironie; sie sollte aber denen nicht entgehen, die immer noch an den Wert der Wahrheit glauben und diese Wahrheit verkünden. Die Geschichte der Rettung von Syrern durch Israel wäre ein guter Anfang dafür.

Ein Gedanke zu “Über Israel die Wahrheit erzählen

  1. Indotriniert zu werden fühlt sich an wie durch den Fleischwolf gedreht zu werden. Aber immerhin gibt es solche Kontrast-Menschen die uns die Wahrheit wissen lassen. Da fängt die Eigenverantwortung an und wir lernen, was wir für nachahmenswert halten. Zugegeben es ist nicht angenehm, sich von jenen die einem Angst machen, zu distanzieren, weil der Hohn immer scharf ausfällt. Aber wie will man sonst Abstand zu den Lügnern finden. Es ist wert dass man sich selber eine Vorstellung über Wahrheit und Lüge macht um dann eine Entscheidung für die Wahrheit zu fällen. Wer will auf Dauer schon ein permanenter Nachplapperer von feigen Fehlurteilen über andere sein? Wer das will muss die Erfahrung machen dass er sein Rückgrat verliert. Das alles ist mir erspart geblieben, nur weil ich denken lernen durfte. Wer auf mich einen ganz besonderen Eindruck machte, war der Mann, welcher nachdem ihn der König ins Gesicht schlug, sagte: Was schlägst du mich, wenn ich dir die Wahrheit sage. Diese Antwort hat mich sehr berührt und hat mich dazu bewegt, lieber misshandelt zu werden als mich verbiegen zu lassen. Jeder der die Wahrheit schreibt, rettet irgend jemandem das Leben.
    Es ist keine Kunst, Menschen das Leben zu nehmen. Aber es ist ein großer Verdienst jemandem seine Selbstachtung wieder zurückzugeben. Israel ist uns bei diesem Prozess um Längen voraus. Wir müssen davon noch vieles lernen. Ich empfehle jedem der sich aus Angst irgend welchen Kontrollpersonen ausgeliefert hat, schnellstens diese Angst-räume zu verlassen und sich aktiv, dem Zugriff von falscher Autorität zu entziehen. Ich hatte keine erwachsene Person als Helfer. Es war mir nur so wichtig geworden, deutlich zu machen, dass anpassen um der Feigheit willen keine Lösung ist. Mir wurde mit Wahnsinn gedroht, der mich befallen würde, wenn ich nicht spure. Aber ich bin noch immer bei klarem Verstand. Ich habe für mich festgestellt, dass nur der dem Wahnsinn verfällt, der sich anderen zum Teufel macht. Eins weiß ich allerdings genau: es ist nicht ein -glücksfall, geschweige denn ein Zufall, solche Schickanen zu überleben. Es ist reine Gnade. Gott in solchen Zwangssituationen zu vertrauen ist wohl das einzig sinnvolle.
    Antisemiten leben sehr gefährlich, sie sind potentielle Selbstmörder. Jeder der sich heute in eine komfortablere Ecke wünscht, weil ihm die Israelfreundschaft zu schwierig wird, wünsche ich ein mutiges Herz, und dass er an seiner Liebe zu Gott und Menschen fest zu halten vermag, koste es was es wolle;
    einen anderen Sinn vermag ich im Leben nicht zu entdecken. Lasst euch nicht verrückt machen!
    Die Wahrheit ist eine schöne Dame. Im Himmel wird Gott mit ihr tanzen. Sie ist es wert.
    Wir dürfen die Wahrheit nicht gegen die Angst eintauschen……auch wenn Angst noch eine Rolle splielt

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