Terror in Tel Aviv zerschmettert fünf Mythen

Stephen M. Flatow, The Algemeiner, 10. Juni 2016 (Übersetzung: Cora)

Eine Szene nach dem Terroranschlag in Tel Aviv am Mittwochabend. Foto: Magen David Adom

Das terroristische Massaker in Tel Aviv vom 8. Juni legt alle fünf Hauptmythen offen, die die Diskussionen um Israel und die Palästinenser vernebeln.

# Mythos 1: Das Problem sind die Siedlungen

Das war kein Massaker an „Siedlern“. Der Anschlag fand nicht in irgendeinem umstrittenen Gebiet statt. Niemand kann behaupten, dass die Opfer die Gewalt „provozierten“, weil sie in einem hauptsächlich von Arabern bewohnten Gebiet lebten. Diese Menschen tranken Kaffee im Herzen von Tel Aviv!

# Mythos 2: Das war eine Reaktion auf die Besatzung

Die Angreifer kamen aus der Ortschaft Yatta. Die israelische Besatzung von Yatta endete, als sich die israelischen Truppen Ende 1995 aus jenen Gebieten zurückzogen, in denen zu 98% Palästinenser lebten. Yatta steht seit fast 21 Jahren unter der Herrschaft der palästinensischen Autonomiebehörde.

Auch wenn die Kritiker Israels immer wieder fälschlicherweise behaupten, die Palästinenser würden unter israelischer Besatzung leben, weiß es die Öffentlichkeit besser. Die monatliche Friedensindex–Umfrage des israelischen Instituts für Demokratie an der Universität Tel Aviv stellte im Mai 2016 fest, dass 77,1% der israelischen Juden sagen, es sei falsch den Status Israels in den Gebieten (das umfasst die Gebiete, in denen Juden leben) als „Besatzung“ zu deklarieren.

# Mythos 3: Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilt den Angriff

Die palästinensische Autonomiebehörde hat derlei Attentate nie „terroristisch“ genannt und verbindet Angriffe auf Israelis grundsätzlich mit israelischen Maßnahmen gegen die Terroristen, um damit die Angriffe auf Israelis zu rechtfertigen. Die Antwort auf das Massaker in Tel Aviv war nicht anders. Sie erklärten: „Wir verurteilen Gewalt und Angriffe auf Zivilisten auf beiden Seiten, egal mit welcher Begründung.“ Die palästinensische Autonomiebehörde „verurteilt nicht nur den Angriff im Süden Tel Avivs sondern auch die kürzlich stattgefundenen Angriffe der IDF auf Gaza und auf die Palästinenser in der West Bank und Jerusalem“, zitiert der israelische Fernsehsender Kanal 10.

Die Fatah, der PA-Präsident Mahmoud Abbas vorsitzt, hat das Massaker ausdrücklich verteidigt. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma´an gab die Fatah eine Erklärung heraus, in der sie den Angriff als „natürliche Antwort“ auf israelische Taten bezeichnete.

Der Leiter des Komitees für Medien der Fatah, Munir al-Jaghoub erklärte: „Die Israelis müssen die Konsequenzen zu spüren bekommen, die ihre andauernde Gewalt, die Politik der Hauszerstörungen, die gewaltsame Vertreibung von Palästinensern, die Überfälle israelischer Siedler auf das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee und die kaltblütigen Morde an Palästinensern mit sich bringen.“

Das wäre identisch mit der Verteidigung des San Bernadino-Massakers durch die Demokratische Partei. Man stelle sich vor, die Abgeordnete Debbie Wassermann-Schultz (Demokraten/Florida), Oberhaupt des Demokratischen National-Komitees, hätte gesagt, die Morde im südlichen Kalifornien wären die Antwort darauf, dass Präsident Barack Obama Drohnen ausschickt um Al-Qaida Mitglieder „kaltblütig zu ermorden“.

# Mythos 4: Die einfachen Palästinenser sind gegen Terrorismus

Israel Hayom berichtet, dass „in Ramallah, Tulkarm, Qualqilia, Jenin und anderen Orten die Menschen auf den Straßen tanzten, Feuerwerke veranstalteten und Süßigkeiten verteilten, während sie den Anschlag priestn.“

Wenn die Schulen der PA, die Zeitungen und Fernsehsender die Terroristen ständig als „Helden“ und „Märtyrer“ feiern, dann darf es niemanden wundern, wenn der einfache Palästinenser ebenso empfindet.

Die Städte, in denen diese Feiern stattfanden, werden das Kerngebiet des zukünftigen palästinensischen Staates und nur einige wenige Kilometer von den Straßen Jerusalems und Tel Avivs entfernt sein. Kann jenen, die das Massaker feiern, ein souveräne5 und unabhängiger Staat in direkter Nachbarschaft zu Israel anvertraut werden?

# Mythos 5: Die großen amerikanischen Nachrichtenagenturen sind mit objektiven und professionellen Journalisten besetzt. Wenn ihre Berichte über Israel nicht gerade schmeichelhaft sind, dann liegt das an der Politik Israels und nicht an den Vorurteilen der Medien.

CNN´s Bekanntmachung des Attentats via Twitter stellte das Wort „Terroristen“ in Anführungszeichen und erklärte, dass „zwei ‚Terroristen‘ nach dem Tel Aviver Attentat festgenommen wurden, so der Sprecher der Tel Aviver Polizei in einem Tweet“. Die Korrespondenten der Washington Post in Israel, William Booth und Ruth Eglash, äußerten die gleiche Tendenz. Sie beschrieben die Terroristen als „Bewaffnete“ und „Angreifer“ – aber nie als Terroristen und nur indirekt als Palästinenser. Und der Verfasser der Schlagzeilen im Hauptsitz der Washington Post kam mit dieser Perle heraus: „Vier Tote während einer Schießerei auf einem Markt in Tel Aviv. Offizielle bezeichnen es als Terroranschlag.“

Vielleicht sollten die Ausgaben der Washington Post ein eigenes Etikett bekommen: Warnung: Die Berichte dieser Zeitung könnten der Wahrheit gefährlich werden. Sie ist allzu oft geneigt, die Begehren der Palästinenser gegen alle Kritiken zu verteidigen.“

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