Wo ist die BDS-Bewegung angesichts der türkisch-stalinistischen Säuberung

Giulio Meotti, Israel National News, 27. Juli 2016

59.628 Professoren, denen die Lehrberechtigung aberkannt wurde. 1.577 Universitätspräsidenten, die zum Rücktritt gezwungen wurden. Ein Klima der Verfolgung, der Denunzierung und des Misstrauens in Universitäts-Lehrräumen und im Bildungsministerium. Es ist große akademische Säuberung, die Recep Erdoğan nach dem fehlgeschlagenen Putsch in Gang setzte.

Zahlen, die an stalinistische akademische Säuberung in der UdSSR. Angesichts dieses dramatischen Angriffs auf die intellektuelle Freiheit in der Türkei sollte man erwarten, dass Legionen westlicher Akademiker in Aufruf sein würden, um Solidarität mit belagerten und verfolgten türkischen Kollegen zu zeigen. Doch diese westlichen Helden der Freiheit, die die Bewegung „Boykott, De-Investitionen und Sanktionen“ (BDS) gegen Israel umarmt haben, fanden nicht die Zeit eine Kampagne gegen die türkische Säuberung zu beginnen, die nicht einmal einer hochgezogenen Skandal-Augenbraue würdig.

In England sind die National Association of Teachers in Higher Education und die Association of University Teachers, die den Boykott Israels übernommen haben, haben zur Türkei geschwiegen. Dasselbe Schweigen kommt von der US Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel, die von 500 amerikanischen Professoren unterschrieben wurde. Schweigen von den 300 italienischen Akademikern, die für den Israel-Boykott werben.

Zweierlei Maß ist immer aus den Worten von Curtis Marez gekommen, dem Präsidenten der American Studies Asscociation, der für den Boykott Israels stimmte. Als er gefragt wurde, warum seine Organisation nur Israel angreift und nicht zum Beispiel China oder Saudi-Arabien oder die Türkei, antwortete Marez: „Man muss irgendwo anfangen.“

Der Präsident der American Studies Association hat außerdem gesagt, der Boykott Israel „ist der beste Weg akademische Freiheit und Zugang zu Bildung zu schützen und auszuweiten“. Für die 59.628 türkischen Lehrer gilt das nicht.

Nur der jüdische Staat, die einzige Demokratie im Nahen Osten, in der BDS-Anhänger sich Freiheit und Sichtbarkeit erfreuen, verdient westlichen Verurteilung.

Ein Boykott der Türkei würde beweisen, dass sie nicht die nützlichen Idioten arabisch-islamischer Verweigerung sind. Diese westlichen Professoren hätten die Gelegenheit zur türkischen Diskriminierung der Kurden Nein zu sagen, die – anders als die palästinensischen Araber – keine Autonomie, kein Parlament und keine Polizei haben.

Doch abgesehen vom tief sitzenden Hass der BDS-Bewegung auf Israel könnte eine weitere mögliche Erklärung für das westlich-akademische Schweigen zu ihren türkischen Kollegen geben: die Beteiligung der Türkei am Boykott Israels. 111 Universitäten der Türkei haben sich bereits auf den Befehl von Herrn Erdoğan in die BDS eingereiht.

Könnte ein akademischer Boykott aus London oder Paris oder New York sich gegen ihren eigenen Schützer sammeln? Von diesen Heuchlern wäre es zu viel verlangt. Man muss „irgendwo“ anfangen. Und mit wem, wenn nicht mit den Juden?

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