15 Dinge, die ich am Nahost-Friedensprozess nicht verstehe

heplev, 20. Oktober 2003

Zehn Jahre nach Oslo bilde ich mir einige Dinge ein – oder ist die Lage wirklich verrückt?

  1. Wenn die Palästinenser Seite an Seite mit Israel leben wollen, warum zeigen dann alle ihre Regierungs-Logos und Internetseiten ein Palästina, das das ganze Land zwischen Jordan und Mittelmeer einschließt und bei dem Israel nicht existiert?
  2. Einer der Hauptpunkte der „Roadmap“ ist, „all denjenigen entgegen zu treten, die am Terror beteiligt sind und die Terror-Möglichkeiten und seine Infrastruktur demontieren“. Warum verlangen dann die Palästinenser, dass Israel tausende Terroristen aus dem Gefängnis entlässt – ein Punkt, der in der Roadmap noch nicht einmal erwähnt wird? Sollten statt dessen nicht die Palästinenser selbst Terroristen verhaften? Und sollten wir nicht empört sein, dass die beiden Selbstmord-Bomber, die am 9. September 2003 15 Israelis ermordeten (im Hillel Café und an der Bushaltestelle Tzrifin) zu einer Gruppe verhafteter Palästinenser gehörten, die Israel dieses Jahr entlassen hat? (Bericht hierzu in der Jerusalem Post vom 12. Sept. 2003)
  3. Wenn Israel doch angeblich erlaubt ist, „alle notwendigen Schritte zur Verteidigung seiner Bürger“ zu unternehmen, warum wird es dann dafür verurteilt, dass es Umgehungsstraßen baut, damit die Fahrer Überfällen aus dem Weg gehen können; dafür, dass es einen Zaun baut, der die Selbstmord-Bomber draußen hält; dafür, dass es Terrorführer gezielt tötet; dafür, dass es Straßensperren einsetzt, um nach Selbstmord-Bombern zu suchen; dafür, dass es Bereiche einebnet, die für den Abschuss von Raketen benutzt werden; und dafür, dass es Terroristen ins Gefängnis steckt? Wie genau sollte Israel sich denn anders verteidigen?
  4. Als die PLO 1964 erstmals einen Staat verlangte, wollte sie jeden Quadratzentimeter Israels außer der Westbank und dem Gazastreifen (die damals in den Händen von Jordanien und Ägypten waren). Ist es sinnvoll anzunehmen, dass sie nun nur die Westbank und den Gazastreifen haben wollen? Oder ist das nicht eher ein „Trojanisches Pferd“, wie der Palästinenserführer Faisal al-Husseini es 2001 beschrieb: der erste Schritt zur Vernichtung Israels. (nachzulesen unter http://www.aish.com/jewishissues/middleeast/Faisals_Trojan_Horse.asp)
  5. Warum wird der gezielten Tötung von Terroristen und ihren Helfern applaudiert, wenn sie von den USA im Irak durchgeführt wird, aber nicht, wenn Israel das tut, dessen Zivilisten der täglichen Bedrohung durch Terrorangriffe ausgesetzt sind?
  6. Warum hat die UNO mehr Verurteilungen Israels verabschiedet als zu jedem anderen Land – zu Irak, Iran, Sudan, Tschetschenien, Saudi Arabien, Liberia, Nordkorea und China – zusammen, während Millionen von Menschen andernorts massakriert wurden? Und wie kann die UNO von Israel dann erwarten, sie als unparteiischen Vermittler zu akzeptieren?
  7. Warum – angesichts der Tatsache, dass es in der palästinensischen Autonomie kaum Redefreiheit und Pressefreiheit gibt, wenig Religionstoleranz, Christen und andere Minderheiten unterdrückt werden, die PA auf allen Regierungsebenen korrupt ist und es vor illegal Bewaffneten wimmelt – wird die Schaffung eines palästinensischen Staates bei den „Liberalen“ so befürwortet?
  8. Warum – nachdem Yassir Arafat 40 Jahre lang bewiesen hat, dass er einer der am wenigsten korrigierbaren Terroristen der Geschichte ist und während er gleichzeitig Diktatoren wie Saddam Hussein den Rücken stärkt – unterstützt die Europäische Union immer noch so stark Arafats Führung?
  9. Warum nennen die Medien es „Terror“, wenn Al Qaida westliche Ziele attackiert, aber nicht, wenn Hamas Israelis angreift (oder auch Bürger anderer Staaten in Israel)?
  10. Wenn die Palästinenser wirklich Frieden wollen, warum verleumden ihre Schulbücher Israel und glorifizieren Selbstmord-Bomber? Warum sendet der von der Regierung kontrollierte Fernsehsender offen und virulent antisemitische Botschaften? Warum hetzen die Imame in den Moscheen regelmäßig Gläubige zum Jihad auf? Warum werden (von der UNO finanzierte) paramilitärische Kinder-Trainingslager – die sich als Sommer-Ferienlager tarnen – zu Ehren der „erfolgreichsten“ palästinensischen Terroristen benannt (ein Indoktrinationsprozess, dessen Ergebnis 60-80% Unterstützung für Selbstmord-Anschläge gebracht hat)?
  11. Warum bezeichnet die Welt die Westbank als „besetzt“, wenn sie nie den Palästinensern gehörte? (Jordanien kontrollierte die Westbank 19 Jahre lang nach der Eroberung in einem Aggressionskrieg und über diese Besetzung wurde sich nicht aufgeregt. Vorher gehörte sei den Mamelukken, den Kreuzrittern, den ottomanischen Türken und dann Großbritannien.)
  12. Welches andere Land würde die Kontrolle seiner heiligsten Stätte (des Tempelbergs) einer anderen Religion überlassen (die 2.000 Jahre später dort an kam) und ihr dann erlauben, die antiken Überreste systematisch zu zerstören (um Beweise für eine 3.000-jährige jüdische Präsenz zu vernichten) und dieser religiösen Körperschaft erlauben, drei Jahre lang Nicht-Muslimen den Zugang zu verbieten?
  13. Warum zweifelt man Israels Ernsthaftigkeit zum Friedens an, nachdem es bei den Gesprächen 2001 in Taba 97 Prozent der Westbank und des Gazastreifens angeboten und nach 1978 die Sinai-Halbinsel an Ägypten zurückgegeben hat – ein Gebiet, das dreimal so groß ist wie Israel und das 91 Prozent des Territoriums bildet, über das Israel im Krieg von 1967 die Kontrolle übernahm?
  14. Warum verlangt die Welt den Abbau jüdischer Siedlungen – womit diese Gebiete effektiv „judenrein“ gemacht würden? Würde irgendjemand eine ähnliche Form der ethnischen Säuberung tolerieren, durch die Israel den Arabern nicht mehr erlaubt, in Gebieten unter israelischer Kontrolle zu leben?
  15. Als Gegenleistung für das Versprechen, dass „alle zukünftigen Streitigkeiten ohne Gewalt beglichen würden“ gab Israel während der Oslo-Phase zehntausende Maschinengewehre und 40% der Westbank und des Gazastreifens an die Palästinenser ab (wodurch diese die Kontrolle über 97% ihrer Bevölkerung bekamen. Dafür musste Israel 18.000 Terroranschläge über sich ergehen lassen, durch die 845 Personen getötet und 4.898 verwundet wurden; musste erleben, dass seine Wirtschaft zusammenbrach, das Leben seiner Bürger unerträglich und seine heiligen Stätten entweiht wurden. Warum wird jetzt von Israel weiter verlangt, dass es mit derselben palästinensischen Führung verhandelt, ihren Versprechungen vertraut und seine Sicherheit in deren Hände legt?

Nach einer Idee von Rabbi Ephraim Shore, Israel-Direktor bei HonestReporting.com.

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