Zehn Jahre seit Oslo: Die „Volkskrieg“-Strategie der PLO und Israels unangemessene Antwort

Joel S. Fishman, Jerusalem Viewpoints No. 503 Jerusalem Center for Public Affairs, 1. September 2003

  • Israel und die PLO bekämpfen einander nach völlig unterschiedlichen Konflikt-Mustern.
  • Seit den späten 1960-er Jahren hat die PLO ein „Volkskriegs“-Muster übernommen, das weiterhin ihre Politik bleibt, sogar nach der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen von 1993.
  • Das Muster des „Volkskriegs“ ist von marxistisch-leninistischen Traditionen in China und Vietnam übernommen; danach wird ein Konflikt auf der politischen und militärischen Ebene geführt, aber für militärisch schwächere Guerilla-Gruppen ist der politische Konflikt wichtiger, besonders die Delegitimierung des Gegners und die Spaltung seiner Gesellschaft.
  • Vor 1993 antwortete Israel auf die PLO militärisch als terroristischer Bedrohung, nicht aber politisch. Nach 1993, als die PLO dem Terrorismus „abschwor“, umarmte Israel die PLO-Führung und ignorierte die Zeichen, dass die PLO immer noch den politischen Krieg gegen es betrieb (Hetze; Widerwillen, die PLO-Charta zu ändern, UN-Abstimmungen, Schulbücher). Die israelischen Regierungen beschwerten sich später über alle diese Symbole der politischen Kriegsführung, ohne die Ursache zu erkennen.
  • Etablierte israelische Traditionen betonen unangemessen stark den eng gefassten militärischen Ansatz und vernachlässigten den politischen, der Israel besonders verletzbar für breit angelegte strategische Ablenkung macht. Israelische Entscheidungsträger müssen die Annahmen überdenken, auf die in den letzten zehn Jahren politische und militärische Politik gegründet waren.

Falsches Verständnis der Strategie des Feindes

Oberste Wichtigkeit muss der Angriff auf die Strategie des Feindes haben.
– Die Kunst des Krieges, Sun Tzu1

Am 13. September 1993 schüttelten sich Premierminister Yitzhak Rabin und der Vorsitzende Yassir Arafat auf dem Rasen vor dem Weißen Haus die Hände. Shimon Peres für Israel und Mahmud Abbas (Abu Masen) für die PLO unterschrieben die Prinzipienerklärung, während Präsident Clinten, Außenminister Christopher und der russische Außenminister Kozirew zuschauten. Der Sinn der Prinzipienerklärung („Declaration of Principles“, auch DOP) war, einen Friedensprozess zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu initiieren. Ein Jahrzehnt ist seit diesem optimistischen Ereignis vergangen und Israel hat 1.080 Opfer zu beklagen: 256 seit der Unterzeichnung der DOP im September 1993 bis zum September 2000 und 824 vom September 2000 bis zum 1. Juni 2003.2 Umgerechnet auf seine Bevölkerung würde dies für die USA einen Verlust von 49.000 Menschenleben bedeuten. Israel hat das Abenteuer der Oslo-Vereinbarungen mehr Menschenleben gekostet als der Abnutzungskrieg am Suezkanal (1968-1970). Ein langwieriger Kriegszustand hat Israels Wirtschaft einen verheerenden Schlag versetzt. Er hat das Leben vieler Menschen auf Dauer verändert und soziale Spannungen verschlimmert. Diese Tatsachen zwingen uns dazu, ernste Fragen zu stellen. Steht Israel besser oder schlechter da, weil es dieses Arrangement eingegangen ist? Hat es Versagen in der Politik gegeben? Wenn wir keinen Frieden haben, was haben wir dann und wo führt uns das hin?

Israels Unglück entstammt dem Versagen, die strategischen Ziele des Feindes und seine Wahl an Mitteln und Methoden zu begreifen. Im Nachhinein ist klar, dass Israels Führung die Ziel-Konsequenz und Engagement ernsthaft unterschätzt hat. Offen gesagt und für die Akten: Mehrere Mitglieder der palästinensischen Führung haben erklärt, dass sie mit schlechten Abischten in den Friedensprozess eingetreten sind.3 Ein Beispiel sollte genügen. Der verstorbene Faisal Husseini (1940 – 2001), den die Medien freundlich als „moderaten Palästinenser“ bezeichneten, erklärte am 24. Juni 2001 in einem Interview in der ägyptischen (nasseristischen) Zeitung Al-Arabi, dass die Oslo-Vereinbarungen ein „Trojanisches Pferd“ darstellten, dessen Kern Ablenkung war. Er sagte in deutlicher Sprache, dass die PLO die Vereinbarung aus dem einzigen Grund eingegangen sei, einen Brückenkopf im Land Israel zu bekommen, von dem aus ein fortgesetzter Guerillakrieg geführt werden könnte, der den jüdischen Staat schließlich vernichten und ihn durch ein arabisches Palästina ersetzen würde. Bei dieser Gelegenheit gab Husseini also eine erneute, glaubwürdige Erklärung des Phasenplans ab, den die PLO im Juni 1974 übernahm. Dieses Programm fordert die Einrichtung eines palästinensischen Staates in allen Teilen des Landes, derer man habhaft werden kann, wenn nötig auch durch einen Verhandlungsprozess.4

„Sie ziehen mich in ein Gespräch über das, was wir als unsere ‚strategischen’ Ziele und unsere ‚politischen’ Ziele oder auch Phasen-Ziele bezeichnen. Die ‚strategischen’ Ziele sind die übergeordneten, die ‚Langzeit-’ oder die ‚unerschütterlichen Ziele’, die Ziele, die auf soliden pan-arabischen, historischen Rechten und Prinzipien gründen. Dagegen sind die ‚politischen’ Ziele diejenigen, die für einen bestimmten Zeitrahmen gesetzt sind, unter Berücksichtigung [der Beschränkungen] des bestehenden internationalen Systems, der Kräfteverhältnisse, unserer eigenen Möglichkeiten und anderer Dinge, die von Zeit zu Zeit ‚variieren’. Als wir alle palästinensischen Kräfte und Fraktionen baten, die Oslo-Vereinbarung und andere Übereinkommen als ‚vorläufige’ Maßnahmen – oder: Zwischenziele – zu betrachten, bedeutete dies, dass wir die Israelis aus dem Hinterhalt überfallen und über’s Ohr hauen…
Unser Endziel ist [immer noch] die Befreiung des ganzen historischen Palästina vom Fluss [Jordan] bis zum [Mittel-]Meer, selbst wenn das bedeutet, dass der Konflikt weitere tausend Jahre oder viele Generationen lang andauern wird.“5

Hier kann man keinerlei Absicht erkennen, „Friedenspartner“ oder in der Zukunft ein guter Nachbar zu werden. Es ist bemerkenswert, dass die nackte Erklärung schlechter Absichten weder ernsthafte Diskussion in Israel auslöste noch dauerhaften Eindruck hinterließ. Einerseits leugneten die israelischen Entscheidungsträger, indem sie solch klare Statements nicht beim Wort nahmen. Andererseits könnte die Art Regierung, die die PA geworden ist, das Auftreten solcher Statements erklären. Die PA ist keine Demokratie, sondern eher ein totalitärer Staat im Entstehen.6 Hannah Arendt hat geschrieben, dass eine der Charakteristiken dieser Art von Regime ist, dass es zwar in vielen Dingen wie eine Geheimgesellschaft arbeitet, aber absolut offen in der Erklärung ihrer wahren Ziele ist.7

Trotz solch störender Vorfälle wie der gelegentlichen Bombardierung eines Busses und der fortgesetzten antisemitischen Hetze ist allgemein angenommen worden, dass mit der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung 1993 die PLO ein neues Zeitalter begonnen habe, indem sie dem Terror abschwor, Israel als Realität akzeptierte und sich der konstruktiven Unternehmung des Aufbaus eines Staates widmen würde. Die israelische und die amerikanische Führung konnten dem regelmäßigen, wiederholten Auftreten des Terrors nicht ins Auge sehen und betrachteten es als ein Naturschauspiel wie ein Gewitter oder ein Erdbeben, gegen das nichts unternommen werden kann. Man konnte die „unangenehme Wirklichkeit“ des Terrors nicht anerkennen, ohne den gesamten „Friedensprozess“ in Frage zu stellen. Darüber hinaus würde die Erkenntnis der Realitäten beinhalten, dass ein anderer Kurs eingeschlagen werden müsste, als den Status quo zu erhalten. Weil diese Denkart und Muster der politischen Korrektheit so fest verankert sind, konnte man in der Öffentlichkeit kaum die Möglichkeit aufbringen, dass gegen israelische Zivilisten und Gesellschaft begangene Terror- und Gewaltakte ein integraler Teil der palästinensischen Strategie waren – die Regel, statt der Ausnahme.

In der Zeit, als „Phase der totalen Befreiung“ bezeichnet (1969-1974), fand die PLO kulturell und politisch ihren Platz in den Reihen anderer sozialistischer, anti-kolonialer Befreiungsbewegungen.8 Wie Barry Rubin herausstellt, wollte die Organisation einen „Volkskrieg“ nach dem Beispiel der marxistisch-leninistischen Guerillas in China, Kuba und Vietnam führen. Er beschrieb die Ziele dieses Volkskriegs und wie die PLO ihr strategisches Ziel damals verstand. Die folgende Äußerung stimmt bemerkenswert mit Feisal Husseinis Ansichten überein, wie sie oben beschrieben wurden:

Das Ziel der PLO in Israel war aber nicht nur eine Regierung, sondern das Volk selbst. Da die PLO sich mit einer Gesellschaft im Krieg befand – nicht mit einer Armee oder einfach der Besatzung nach 1967 –, wurde also jeder Teil und jedes Mitglied der israelischen Gesellschaft zu einem legitimen Ziel. Das Ziel der PLO ist „nicht, dem Feind unseren Willen aufzuzwingen“, erklärte das PLO-Magazin Filastin al-Thawra 1968, „sonder ihn zu vernichten, um seinen Platz einzunehmen… nicht, den Feind zu unterwerfen, sondern in zu vernichten.“9

Lehren der sozialistischen Befreiungsbewegungen

Die PLO betrachtete die Beispiele anderer Befreiungsbewegungen in ihrem Versuch Verbündete Erfahrung und Waffen zu finden, besonders in der sozialistischen Welt. Die Erfahrungen Chinas, Kubas und Vietnams waren von besonderer Bedeutung. Sie ließen sich von der Erfahrung der algerischen Revolution inspirieren und erhielten Experten-Rat für die Darstellung ihrer Sache.10 Bis sie sich von den Algeriern beraten ließen, war das wichtigste palästinensische Propaganda-Thema „die Juden ins Meer zu treiben“. Unter algerischer Leitung führten sie andere Begrifflichkeiten und Themen ein. Und obwohl die französische Armee den Krieg gegen Algerien gewonnen hatte, wurde „der algerische Sieg über Frankreich zu einem beträchtlichen Teil erzielt, weil die öffentliche Meinung in Frankreich selbst und in wichtigen NATO-Ländern sich gegen die Franzosen in Algerien wendete – als Antwort auf eine bemerkenswert geschickte Propaganda-Kampagne der FLN.“11 Das war ein Beispiel des effektiven Gebrauchs von Propaganda als Werkzeug politischer Kriegsführung (die dem vietnamesischen Modell ähnelte, das weiter unten beschrieben wird). Nach dem Sechs-Tage-Krieg vermittelte Mohammed Yazid, Informationsminister zweier algerischer Kriegsregierungen (1958-62), den palästinensischen Propagandisten folgende Prinzipien:

„Beseitigt das Argument, dass Israel ein kleiner Staat ist, dessen Existenz durch die arabischen Staaten bedroht ist, oder die Reduzierung des palästinensischen Problems auf die Flüchtlingsfrage; stellt statt dessen den palästinensischen Kampf als einen Befreiungskampf wie andere dar. Beseitigt den Eindruck…, dass im Kampf zwischen den Palästinensern und den Zionisten die Zionisten die Underdogs sind. Jetzt ist es der Araber, der unterdrückt und in seiner Existenz bedroht ist, denn er sieht sich nicht nur dem Zionismus gegenüber, sondern auch dem Welt-Imperialismus.“12

Während der 1970-er und 80-er Jahre baute die PLO enge Bande mit der Sowjetunion und mit Ländern des Ostblocks auf, wie der DDR und Rumänien.13 Die Beziehung zwischen der PLO und der Sowjetunion war etwas anders, wegen Moskaus Ziel, politischen Einfluss in der Region zu gewinnen und zu vergrößern.14 Obwohl die Beziehung zwischen der PLO und der UdSSR aus den 60-er Jahren stammte, eröffnete die PLO erst 1974 formell ein Interessenbüro in Moskau. Im Tausch für die sowjetische Hilfe dehnte die PLO ihre volle Unterstützung auf Moskau aus, was später die Befürwortung der Invasion Afghanistans 1979 einschloss.15 Viele Palästinenser erhielten Training in Kriegsführung, Spionage und Indoktrination in kommunistischen Ländern.16 Ein bemerkenswertes Beispiel ist Mahmud Abbas (Abu Mazen), der jetzige Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde. Er erhielt 1982 vom Moskauer Oriental College seinen Doktortitel.17 Während es nicht möglich sein wird, die genaue Art der Ausbildung festzustellen, die jeder Einzelne in diesen sozialistischen Ländern erhalten haben könnte, hat ihre kollektive Erfahrung ihnen gemeinsame Ansichten über Militärdoktrin hinterlassen, an der sie weiter festhalten.

1970, als das Verhältnis der PLO zur Sowjetunion „distanziert und von Misstrauen geprägt blieb“, kamen China und Vietnam der PLO entgegen, luden Yassir Arafat und Abu Ijad zu diskreten Besuchen ein. Zhou En Lai empfing die beiden in China und gewährte Ihnen die volle Unterstützung seines Landes.18 In Vietnam, wo die zwei sich zwei Wochen lang aufhielten, war ihr liebenswürdiger Gastgeber General Vo Nguyen Giap (geb. 1912), der Meister der aufständischen Kriegsführung seiner Generation. Es wird berichtet, dass Abu Ijad die Vietnamesen fragte, warum die öffentliche Meinung im Westen den palästinensischen bewaffneten Kampf als Terrorismus betrachtete, während der vietnamesische Kampf sich Lob und Unterstützung erfreute.

Als Antwort empfahlen die Vietnamesen der PLO ihr Ziel in Phasen anzustreben, die ihren wahren Zweck verbergen, strategische Täuschung erlauben und Moderatheit vorgeben.19 Sie unterwiesen die Palästinenser in der Manipulation der amerikanischen Nachrichtenmedien.20 Giap mahnte Arafat: „Kämpfe mit jeder Methode, die den Sieg erzielen kann… Wenn das mit normalem Krieg geht, macht es damit. Wenn ihr mit den klassischen Mitteln nicht gewinnen könnt, dann vergesst sie. Jede Methode, die den Sieg erzielt, ist eine gute. Wir kämpfen mit militärischen und politischen Mitteln und mit internationaler Unterstützung.“21 Mit diesen Worten beschrieb General Giap das Wesen des Volkskriegs.

Dies war nicht der erste hochrangige palästinensische Besuch in Vietnam. 1964, vor ihrer Übernahme der PLO, schickte die Fatah Abu Jihad, den Mann, der schließlich die militärischen Operationen der PLO leiten sollte, nach China und Vietnam, wo er die Strategie und Taktik des Guerillakriegs studierte; er bezeugte, dass diese Besuche sein militärisches Denken der folgenden Jahre so sehr beeinflussten, dass er später einen „Volksbefreiungskrieg“ predigte.22 Es ist bemerkenswert, dass die Fatah die Schriften General Giaps ins Arabische übersetzte, genauso die Werke Maos und Che Guevaras.23 Gleichermaßen schloss die PFLP, die auch Teil der PLO wurde, die Schriften von Mao und Giap Ende der 1960-er Jahre als Teil des militärischen Trainings ihrer Fedayin ein.24

Volkskrieg: Militärische Operationen als Ergänzung der Politik

Nach Stefan Possony, einem sehr einflussreichen amerikanischen Strategen, ist ein „Volkskrieg“ ein „Zusammenprall von Gesellschaften“, der politische wie militärische Dimensionen einschließt, gewalttätige und gewaltlose Formen. Durch sein Erkennen der strategischen Schwachpunkte der Sowjetunion und wie sie ausgenutzt werden konnten, hatte Possony bedeutenden Einfluss auf Präsident Ronald Reagan. Seine Erkenntnis war, dass ein „Volkskrieg ein politischer Konflikt ist, der durch militärische Operationen ergänzt wird.“25

Die Mittel und Methoden eines Volkskriegs sind vermutlich die besten zur Verfügung stehenden für eine asymmetrische Kriegsführung, die es einer aufständischen Bewegung ermöglichen, gegen einen militärisch überlegenen Gegner zu kämpfen. Es ist eine lebensnotwendige Frage, dass israelische politische Entscheidungsträger seine Prinzipien und die operative Doktrin verstehen, weil es diese Art Krieg ist, die die palästinensische Autonomie gegen Israel führt. Die Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen brachten keinen Bruch mit der gewalttätigen Vergangenheit der Palästinenser, sondern es gab eine besondere Fortführung des Denkens, der Ziele und der Taktiken. In dieser Diskussion wird der Frage des Volkskriegs und der Auswertung der relativen Stärken und Schwächen jeder Seite besondere Aufmerksamkeit gewidmet.26

Der historische Hintergrund eines Volkskriegs

Um die Natur eines Volkskriegs zu verstehen, ist es nötig seine Ursprünge und Entwicklung zu beschreiben. Die Doktrin des Volkskriegs beruht auf einem Fundament der sowjetischen Militär-Theorie, der asiatische Denker ihre eigenen Neuerungen und Verfeinerungen hinzu fügten. Die erfolgreiche Anwendung dieser Doktrin ergab letztlich den Sieg der chinesischen Kommunisten über die National-Chinesen und die Geburt der Volksrepublik China. Eine Generation später trug General Vo Nguyen Giap, der die Franzosen wie die Amerikaner geschlagen hatte, seinen Teil dazu bei.

Harriet Fast Scott und William F. Scott haben die sowjetische (marxistisch-leninistische) Militär-Theorie und ihre besondere Terminologie analysiert.27 Diese Denkart liefert ein strukturiertes ideologisches Rahmenwerk, das das politische Hauptziel an seine militärische Umsetzung bindet. In der sowjetischen Theorie formt die weiteste Kategorie des grundsätzlichen Denkens, „Doktrin“ genannt, die ideologische Grundlage, von der aus Politik und Umsetzung abgeleitet werden.28 Obwohl dieses System strukturierten Denkens bereits in den frühen 1920-er Jahren eingeführt wurde, diente sie sogar noch als Grundlage der Militär-Theorie, nachdem die Sowjetunion zur Supermacht mit großen konventionellen und nuklearen Fähigkeiten wurde. Während der sowjetische Kommunismus heute keine Macht in der Welt mehr sein mag, ist das Erbe ihrer militärischen Doktrin gesund und munter. Die Vereinte Sowjetische Militärdoktrin, die auch den Einfluss des deutschen militärischen Denkens widerspiegelt,29 läuft auf zwei Schienen: politisch und militärisch, wobei die politische Vorrang vor der militärischen hat. Ihr Hauptziel, daran sollte man sich erinnern, war der Sieg des Kommunismus über den Kapitalismus.

Als die Sowjetunion in den 1920-er Jahren dieses Modell der Militärdoktrin exportierte, basierte diese auf der Idee der Mobilisierung der Unterstützung des städtischen Proletariats. Dieser Ansatz funktionierte in China nicht, wo diese Bevölkerungsgruppe sehr klein war und die nationalistische Regierung (KMT-Kuomintang), die den Vorteil einer gut ausgebildeten konventionellen Armee (mit deutschen Beratern) hatte, im Allgemeinen in der Lage war, die wichtigen Städte zu halten. Nach schweren Verlusten in Hunan im August und September 1930 traf Mao Tse-tung die „wichtigste Einzelentscheidung in der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas“. Er ließ die von Moskau festgelegte Linie zu Gunsten eines neuen Ansatzes fallen.30 Weil er nicht in Lage war, seinen Gegnern mit konventionellen Mittel entgegenzutreten, entschied sich Mao Tse-tung die Bauern zu mobilisieren, den Krieg auf das Land zu verlegen und seine Kräfte durch Mobilität und Rückzug zu erhalten.

Mao vertrat den anhaltenden Krieg, weil „es keine andere verlässliche Art gab, einen stärkeren Gegner zu schwächen und zu entkräften.“31 Hier bekommt die menschliche Dimension höchste Wichtigkeit. Gute Strategie und Taktik kompensiert relative Schwäche und ein talentierter General könnte den Ausschlag geben. Im Gegensatz dazu ist die Tendenz des Westens gewesen, militärischen Vorteil in der Art von Material und Feuerkraft zu betrachten, was nicht immer ein verlässlicher Hinweis auf wirkliche Stärke ist.32 Lin Piao (1907-1971), der bis zu seinem Tod Maos ausgewiesener Nachfolger war, entwickelte die Idee des Volkskriegs weiter, indem er seine Prinzipien auf globaler Ebene anwandte, insbesondere der Belagerung der kapitalistischen Länder der Welt durch Übernahme der ländlichen Gebiete der Welt. Nach dieser Sicht standen Nordamerika und Westeuropa für die Städte der Welt und Asien, Afrika und Lateinamerika für die ländlichen Gebiete der Welt.33

Die Vietnamesen, besonders unter General Giap, hielten an dieser grundsätzlichen Tradition des Guerillakriegs fest, waren aber pragmatischer. Giap erkannte den chinesischen Ansatz mit seinen ideologischen Beschränkungen nicht automatisch an.34 Im einem späteren Interview erklärte er, dass Guerillakrieg nur einer der Aspekte des Volkskriegs sei. Er persönlich verstand den Begriff so: „Ein Volkskrieg ist durch eine Strategie charakterisiert, die mehr als einfach militärisch ist. Es gibt immer auch einen künstlich hergeleiteten Aspekt der Strategie. Unsere Strategie war einmal militärisch, einmal politisch, dann wirtschaftlich und diplomatisch, obwohl die militärische Komponente die wichtigste war.“35

Eine von Giaps Neuerungen war die Manipulation der westlichen Nachrichtenmedien in einer Art und Weise, die die Freiheit und Verletzlichekit offener, demokratischer Gesellschaften zu seinem Vorteil nutzte. Er verstand, dass die Auswirkungen der Ereignisse durch das Prisma der Medien betrachtet entscheidend sein konnte. 1954 wurden z.B. nur vier Prozent der französischen Streitkräfte in Indochina in Dien Bien Phu geschlagen. Trotzdem erschütterte dieser Rückschlag im weltstädtischen Frankreich – losgelöst vom Ereignis selbst – die Unterstützung des französischen Kriegseinsatzes.36 Obwohl die Tet Offensive eine Niederlage der Vietcong war und die amerikanischen Verluste relativ gering, hatte seine Manipulation in den amerikanischen Medien ähnliche strategische Auswirkungen wie die von Dien Bien Phu.37 Weiterhin nutzte General Giap geschickt das Medium Fernsehen (mit der Hilfe eifriger amerikanischer Helfer) um die heimische amerikanische Unterstützung für den Vietnamkrieg zu untergraben. Er sagte: „1968 erkannte ich, dass ich 500.000 amerikanische, in Vietnam stationierte Soldaten nicht schlagen konnte. Ich konnte die Siebte US-Flotte mit ihren Hunderten von Flugzeugen nicht schlagen. Aber ich konnte den Amerikanern Bilder nach Hause bringen, die dafür sorgten, dass sie wollten, dass der Krieg aufhörte.“38

In diesem Überblick über das marxistisch-leninistische Militär-Denken haben wir den Vorrang der politischen über die militärische Doktrin festgestellt. Wie oben angeführt war das wichtigste politische Ziel des Systems, das diesen Typ der Kriegsführung hervor brachte, den Sieg des Kommunismus über den Kapitalismus sicherzustellen. 1988 aber entschied sich die Sowjetunion offiziell, ihr wichtigstes politisches Ziel neu zu verpacken und zu verstecken. Die Gläubigen sprachen nicht länger vom „Klassenkampf“. Statt dessen benutzten sie einen ablenkungstechnisch eleganten, neuen Begriff für dieselbe Sache: den „Kampf um Frieden“.39

Der Volkskrieg und seine operative Doktrin

1970 beschrieb Stefan Possony die Charakteristika eines Volkskriegs wie folgt:40

„Ein Volkskrieg ist eine in die Länge gezogene oder langwierige Revolution. Seine unvermeidliche Dauer wird von Guerillas ausgenutzt, um ihre Gegner politisch, moralisch und ökonomisch zu ruinieren.41… Das praktischste Ziel der Guerilla-Kriegsführung ist die Schaffung chaotischer Bedingungen im Zielland und effektive, effiziente und gute Regierung zu verhindern.

Das Schlüsselkonzept eines Volkskriegs ist der Aufbau einer zweiten Macht durch Guerillakrieg. Zweite Macht bedeutet, es existieren zwei konkurrierende Macht-Institutionen, Behörden und regierungsartige Verwaltungen.

Die Macht-Verschiebung von Regierung Nr. 1 zu Regierung Nr. 2 wird erreicht durch den Entzug der Loyalität der Bevölkerung von der bisher existierenden Regierung und der Übergabe an die entstehende Regierung, während diese gleichzeitig Legitimität erhält. Dieser Übergang bildet den revolutionären Prozess.

Sieg bedeutet, dass entweder die einer oder die andere Regierung bestehen bleibt. Niederlage bedeutet, dass die eine oder die andere Regierung (oder das Regime) verschwindet. Die Übergabe der Loyalität hängt in großem Maß vom Erfolg gewalttätiger Guerilla-Operationen ab.“42

Zu den taktischen Methoden gehören u.a.:

Die Benutzung von Propaganda, um seinem Feind die Legitimität und die Unterstützung von außen zu entziehen… Propaganda, besonders, wenn sie von Eroberung begleitet wird, ist die Hauptmethode, durch das Legitimität entzogen und einer neuen Macht-Elite zugeschrieben wird.43 In diesem Zusammenhang hat Propaganda einen besonderen Zweck: „Während der Krieg über die Jahre in den Nachrichten auftaucht und wieder verschwindet, aber immer weiter tobt, wird die öffentliche Meinung der Welt so konditioniert, dass ein Sieg der Rebellen als unausweichlich und vorbestimmt akzeptiert wird.“44

Die Zerstörung der Wirtschaft des Feindes

Werbung für Antimilitarismus und Ermutigung zum Überlaufen aus der Armee, Anregung von Fahnenflucht und Meuterei.45

Massenterror als „psychologische“ Operation, um die Streitkräfte und die Moral des Feindes zu schwächen und die Guerillas zu stärken.46

Informationen zu erlangen und dem Feind solche zu verweigern.47

Über diese spezifischen Taktiken hinaus gibt es einige Grundprinzipien, die eine Gruppe Eindringlinge beachten muss: 1) überleben; 2) das Tempo der Kampfhandlungen bestimmen; und 3) sichere Schlupflöcher und Mobilität schaffen und beibehalten. Das vorrangige Ziel der eindringende Streitmacht, ob nun mit oder ohne Gewalt, ist die Vermeidung der Vernichtung, weshalb sie sichtbare Organisation, Konzentration und Kampf vermeiden muss. Die eindringenden Kräfte sind nicht an Schnelligkeit interessiert, sondern an langfristigem Überleben und Wachstum – sie müssen in Jahrzehnten rechnen.48 Was das Tempo der Kampfhandlungen angeht, „geht der Krieg und kommt wieder. Strategisches Management kann verbessert werden, indem die Schwerpunkte gewechselt werden, die Lage erneut eskaliert und de-eskaliert wird, vielerlei Ablenkungsmanöver und Zielwechsel vorgenommen werden, und verdeckt und mit Propaganda gearbeitet wird.“49

Zeichen des palästinensischen „Volkskriegs“

Der derzeitige Konflikt mit den Palästinensern hat die Grund-Charakteristika eines Volkskriegs. Er ist Teil der ursprünglichen Phasenstrategie. Gegründet auf einen ausgedehnten Zeitrahmen ist seine Methode, Israel durch Demoralisierung seiner Bürger und Untergraben seiner Kampffähigkeit zu schlagen, über Angriffe auf das Hinterland (die zivile Gesellschaft), Zerstörung der Wirtschaft und das Fördern von Meinungsverschiedenheiten, um seine Moral und den sozialen Zusammenhang zu untergraben. Daher wollen wir uns den verschiedenen Auswirkungen eines Volkskriegs gegen die israelische Gesellschaft und deren Fähigkeit widmen, diesem Aufstand entgegenzutreten.

Der Gebrauch des Wirtschaftskriegs um den Gegner zu ruinieren

Während die Beweise für die wirtschaftliche Not der Israelis täglich in den Medien erscheint, gibt es wenig Bewusstsein dafür, dass das jetzige Unglück nur zum Teil Ergebnis der weltweiten Wirtschaftskrise oder örtlichen Missmanagements ist, sonder gewollt verursacht wurde. Die Nachrichten warnen vor dem Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitswesens und Statistiken zeigen die steigende Zahl der Arbeitslosen. Vor zehn Jahren wurde angenommen, dass der „Friedensprozess“ die wirtschaftlichen Verbindungen fördern würde, die die Grundlage zukünftigen Friedens und Wohlstands sein würden. Die palästinensische Gewalt, die im September 2000 begann, hat ernste wirtschaftliche Konsequenzen, darunter die Schließung von Geschäften und Fabriken, den Beinahe-Zusammenbruch des Tourismus und den Ruin gemeinsamer Investitionsprojekte, die entworfen wurden, um palästinensischen Lohnempfängern ein gutes Leben zu ermöglichen.50

Terror und interne Mobilisation

Nach Possony ist „Terror die zweitwichtigste Guerilla-Operation. Selektiver Terror trifft die Muskeln, Nerven und das Gehirn des Feindes. Die Terrorisierung der Zivilbevölkerung als Masse zielt darauf, Kooperation und Unterstützung zu erhalten und Rekruten zu gewinnen. Massenterror ist eine ‚psychologische’ Operation, um die Kräfte und die Moral des Feindes zu schwächen und die Guerillas zu stärken.“51

Während der Umsetzung der Oslo-Vereinbarungen in den 90-er Jahren beschwerte sich Israel regelmäßig über die Hetze der palästinensischen Medien und über den in palästinensischen Schulbüchern enthaltenen Hass gegen Israel. Aus der Perspektive des „Volkskriegs“ ist Hetze in Medien und Schulbüchern Teil der internen Mobilisation der palästinensischen Gesellscahft zur Fortsetzung des Langzeit-Konflikts und ihrer Vorbereitung darauf, dass sie in Verbindung mit dem Krieg Opfer bringen wird. Palästinensische Hetze und Schulbücher waren daher ein Hinweis auf die Absichten der palästinensischen Führung, dass sie den Konflikt fortsetzen wollte und nicht einfach ein Abweichen vom Friedensprozess.

Tatsächlich wurde der Prozess von fortgesetztem Terrorismus begleitet. Nach Angaben eines Sprechers der israelischen Streitkräfte gab es vom September 2000 bis Ende Juni 2003 18.000 terroristische Vorfälle in Israel, nicht erfolgreiche mitgezählt52 – ein Durchschnitt von 18 versuchten Anschlägen pro Tag. Wenn die illegalen Waffenladungen auf den abgefangenen Schiffen „Santorini“ und „Karine-A“ und andere Waffenlieferungen ihre Empfänger erreicht hätten, wären die Palästinenser in der Lage gewesen, die Effektivität von Panzern und bestimmten Flugzeugtypen zu neutralisieren und die Bedrohung durch Raketen zu verdoppeln, unter die die Hisbollah das nördliche Israel setzte.53 Dieses „worst case“-Szenario steht für den wahren Krieg, vor dem die Israelis bisher bewahrt blieben. Während Guerilla-Kräfte, wenn sie „low-tech“-Technologie benutzen, entscheidende Siege erringen können und errungen haben,54 haben sich die technologischen Fähigkeiten der PA kontinuierlich verbessert.

Folgt man dem Plan, dann ist der Aufbau einer konventionellen Armee die Phase, die dem Guerillakrieg folgt. Der Volkskrieg in China und Vietnam begann als Guerilla-Operation, aber konventionelle Armeen beendeten schließlich die Aufgabe. Die Phasenstrategie der PLO von 1974 wurde auf der Voraussetzung gegründet, dass die PLO in der Endphase die arabischen Staaten dazu bringt, sich einer breiten Koalition konventioneller Armeen anzuschließen, die Israel angreifen und bezwingen werden. Dieses Szenario wiederholte sich Jahre später. Unmittelbar vor dem Libanon-Krieg von 1982 begann die PLO ihre Einheiten im Südlibanon in regulären militärischen Formationen zu organisieren, womit sie ihre Bereitschaft andeuteten, vom Guerillakrieg zu konventioneller militärischer Organisation überzugehen.55 Diese palästinensischen Formationen sollten Teil einer Koalition der östlichen Front mit Jordanien, Syrien und dem Irak sein. In den 90-er Jahren und heute zeigen Fernseh-Nachrichten, wie die PA solch eine Armee bildet, diesmal unter dem Vorwand des Aufbaus einer Streitmacht, die gegen den Terror kämpfen soll. Die Palästinenser haben 39.000 Mann in die palästinensische Polizei übernommen, deutlich mehr als das Limit von 30.000, und es ist wahrscheinlich, dass die Zahl viel höher liegt. Der Kommandeur der palästinensischen Polizei in der Westbank war derselbe Hadsch Ismail, der die militärischen PLO-Formationen im Südlibanon in den frühen 80-er Jahren kommandierte. Die Amerikaner und Europäer haben das Projekt finanziert und die CIA hat für Experten-Training gesorgt, das letztlich gegen Israel eingesetzt wurde und im palästinensischen Volkskrieg wieder benutzt werden könnte. (In dieser Hinsicht sollte das Beispiel des amerikanischen Trainings für islamische Kämpfer in Afghanistan im Gedächtnis behalten werden.)

Propaganda

Die Delegitimierung Israels ist ein zentrales Motiv der palästinensischen Propaganda in internationalen Körperschaften wie den Vereinten Nationen, was mit Yassir Arafats erster Rede vor der UN-Vollversammlung 1974 und in der Kampagne zum Beschluss der berüchtigten „Zionismus ist Rassismus“-Resolution durch die UNO 1975 begann. Wie oben bereits erwähnt ist das Ziel des Propagandakampfes schlussendlich der Transfer der Legitimität von Israel auf den palästinensischen Staat, also dem „Ersetzungs“-Prozess. In seiner ersten UNO-Rede griff Arafat systematisch die Legitimität Israels an, weil es ein „rassistisches Gebilde“ sei, das im Sinne des „imperialistisch-kolonialistischenen Konzepts“ gegründet sei. Er fuhr dann fort wiederholt über die Rechtmäßigkeit der PLO zu sprechen.

Das erinnerte an einen viel früheren Kampf, dem sich das jüdische Volk gegenüber sah. Die Kirchenväter entwickelten das Prinzip der Ersetzungslehre, in dem die Kirche, das „neue Israel“, das „alte Israel“, also das jüdische Volk und die jüdische Religion ersetzte, das entsprechend ihrer Lehre überflüssig geworden und dessen Bund aufgehoben worden sei.56 Der „palästinensische Bund“, dessen Zweck es ist den jüdischen Staat abzulösen, ist ein Hass erfüllter Ausdruck wieder aufgearbeiteter Ersetzungslehre. Es ist eine Ironie, dass, während die protestantische und die katholische Kirche beide die Ersetzungslehre und Antisemitismus ablehnen, palästinensische Agitatoren und Verteidiger eifrige kulturelle Aasgeier geworden sind. Eine Ausdehnung der Ersetzungslehre kann in palästinensischen Fabrikationen einer gefälschten historischen Erzählung der antiken und jüngeren Vergangenheit gefunden werden, um die Legitimität einzufordern, die rechtmäßig dem jüdischen Volk gehört.57

Schließlich: Es war bereits 1993 klar, dass die PLO ihren politischen Krieg zur Delegitimisierung Israels fortsetzen würde, ohne Rücksicht auf alle bilateralen Vereinbarungen zwischen beiden Seiten. Innerhalb von drei Monaten nach der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung von 1993 erneuerte die PLO ihren Angriff auf Israel vor der UNO-Vollversammlung mit fast zwanzig anti-israelischen Resolutionen. Für die, die die Strategie eines „Volkskriegs“ verfolgen, sind Verhandlungen nur eine Erweiterung des fortgesetzten Konflikts und keine Gelegenheit für zwei Völker, eine neue Annäherung zu erreichen. Dieser Prozess wird von der UNO-Konferenz gegen Rassismus in Durban, Südafrika (September 2001) verkörpert, wo das ersetzungstheoretische Prinzip eine Rolle im weitläufigeren palästinensischen Projekt der Delegitimisierung Israels spielte, indem Bezugnahmen auf den Holocaust gestrichen und durch palästinensisches Leid unter der israelischen, „naziartigen Unterdrückung“ ersetzt wurde.58

Antimilitarismus

Während Friedensbewegungen in allen demokratischen Gesellschaften eine legitime Meinungsäußerung widerspiegeln, war die israelische Friedensbewegung für die PLO von besonderem Interesse. Jede Seite betrachtete die andere allerdings sehr unterschiedlich. Bei vielen Gelegenheiten versuchten die israelischen Friedensbewegungen einen echten Dialog zu eröffnen, um Wege zu einem Ende des Konflikts zu erforschen, während die palästinensischen Führer regelmäßig zugaben, dass die Hilfe für diese Friedensbewegungen eine Art der Förderung des Antimilitarismus und der Spaltung der Gesellschaft ihres israelischen Gegners war. Mahmud Abbas sagte israelischen Arabern nach dem Ausbruch der palästinensischen Gewalt: „Wenn ihr uns helfen wollt, dann tut es, indem ihr [der PA] Unterstützung zur Verfügung stellt und durch [das Abhalten von] Friedensdemonstrationen mit den israelischen Friedensbewegungen.59

Informationen beschaffen und dem Feind Informationen vorenthalten

Im Verlauf eines Volkskriegs muss eine Gruppe von Eindringlingen über exzellente Informationen verfügen, um effektiv agieren zu können. Die PLO hat Einfallsreichtum bei der Beschaffung von Informationen gezeigt und ein differenziertes Verständnis der israelischen Gesellschaft erworben.60 Sie benutzte israelisch-arabische Politiker wie Ahmed Tibi als Berater Yassir Arafats. PLO-Führer halten enge Verbindung mit israelischen Nichtregierungs-Organisationen und ehemaligen israelischen Beamten aus dem zivilen wie militärischen Sektor. Bei vielen Gelegenheiten haben PLO-Führer Rat von diesen Israelis erhalten, wie sie diplomatisch mit israelischen Regierungen umgehen sollten. Gleichzeitig gingen sie gnadenlos mit Palästinensern um, die sie als „Kollaborateure“ verdächtigten; diese wurden regelmäßig bei öffentlichen Lynchungen von Gruppen wie den Tanzim exekutiert, um ein warnendes Beispiel zu geben.

Konkurrierende Schaltstellen der Autorität

Die PA hat es unternommen, die israelische Souveränität durch miteinander im Wettstreit stehende Autoritäts-Gremien zu untergraben, besonders in den arabischen Städten und Ortschaften in Galiäa, unter voller israelischer Souveränität.61 Viele sind für Juden unsicher geworden und Regierungsorgane können dort aus Sicherheitsgründen immer wieder ihren Pflichten nicht nachkommen.62 Die Welle illegaler Bautätigkeiten in Jerusalem stellt eine ähnlich Herausforderung dar; sie ist zum Teil durch die palästinensische Autonomiebehörde organisiert und von den Saudis unterstützt, die die Kosten für die Rechtsvertretung der Gesetzesübertreter zahlen.63 Das Orienthaus diente praktisch als städtisches Büro der PA in Ostjerusalem, erfreute sich einer Art Immunität und wurde durch eigene Wachen geschützt, bis die israelische Regierung es schloss. Das Haus verschaffte der PA eine halb-offizielle Residenz, in der ausländische Würdenträger empfangen und Kontakte mit israelischen Sympathisanten gehalten werden konnten.

Einrichtung sicherer Orte und Schaffung von Mobilität

Die IDF hat beträchtliche Anstrengungen unternommen, den Feind davon abzuhalten, sich sichere Orte einzurichten und sich größere Mobilität zu verschaffen. Entsprechend sind die Schließung des Flughafens Dahaniya und des Hafens von Gaza, der Bau des Sperrzauns, die Reduzierung der Anzahl der VIP-Pässe für PA-Würdenträger, wie auch der ausgedehnte Gebrauch von Straßensperren für Israels Sicherheit entscheidend gewesen und bleiben es. Solche Verteidigungsmaßnahmen sollen nicht der zivilen Bevölkerung Unannehmlichkeiten bereiten, wurden aber notwendig, als die palästinensischen Führer ihren Verpflichtungen nicht nachkamen.

Israels Antwort auf den „Volkskrieg“

Während Israel der militärischen Herausforderung bemerkenswert gut begegnete, waren seine politischen Leistungen eher mangelhaft. Israel hat keine gut entwickelte Tradition in Bezug auf die Führung staatlicher Angelegenheiten, einschließlich außenpolitischer Fragen; es folgt oft dem geflügelten Wort von Mosche Dayan, „Israel hat keine Außenpolitik“.64 Unglücklicherweise haben sich seine Feinde diese Schwäche zunutze gemacht. Israels Hauptschwäche ist das Ergebnis nicht vorhandener, gut definierter politischer Ziele und dem politischen Talent, die seinen militärischen Fähigkeiten glichen. Diese Situation kam zum Teil aus einer altmodischen Sicht, dass Sicherheit vornehmlich eine militärische Frage ist. Während die PLO ihren Kampf nach dem Muster des „Volkskriegs“ führten, der dem politischen Kampf gegen Israel das Primat gab, antwortete Israel daher nur militärisch auf die PLO – bis zur Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen 1993. Nach 1993 umarmte die israelische Regierung die PLO, weil diese erklärte, den Terrorismus abzusagen, obwohl sie ihrem Programm der politischen Kriegsführung gegen den Staat Israel weiter verpflichtet war.

Während der beiden Jahrzehnte, die Oslo voraus gingen, arbeitete die PLO unter der Anleitung sozialistischer Politiker wie dem österreichischen Kanzler Bruno Kreisky zielstrebig am Erwerb der Merkmale politischer Respektabilität. Am 13. November 1974 sprach Arafat vor der UNO; im Juli 1979 empfing Kreisky Arafat in Wien wie einen Staatschef; und im Dezember 1988 organisierte Kreisky mit der stillschweigenden Unterstützung des US-Außenministeriums ein Treffen Arafats mit verschiedenen amerikanischen jüdischen Führern in Stockholm.65 Nach 1993 wurde Arafat ein regelmäßiger Besucher im Oval Office und im Dezember 1994 teilte er sich den Friedensnobelpreis mit Yitzhak Rabin und Shimon Peres. Während Israels Ansehen in der Welt ebenfalls zu steigen schien, erwies sich das als zeitlich begrenzt. Sobald die PLO im Verhandlungsprozess eine Sackgasse schuf, verschlechterte sich Israels diplomatische Position, während sich die palästinensischen Erfolge häuften.

Gleichzeitig wurde Israels politische Haltung durch zwei selbst verursachte Unfähigkeiten geschwächt: die Entscheidung, Israels Sache im Ausland zu verteidigen und die traditionelle Beziehung zu den Diaspora-Juden herunterzustufen. Vor zehn Jahren entschied Außenminister Shimon Peres formal, alles zu beenden, was Israel an Informationspolitik gehabt haben mochte.66 Als Resultat dieser Entscheidung ließ Israel seine schwache Verteidigung fallen, während die Palästinenser effektiven Gebrauch von den beträchtlichen Fachkenntnissen und dem Entwicklungsstand machen, die sie über die Jahre gewonnen haben. Diese Gelegenheit nutzend intensivierten sie ihre eigenen aggressiven Anstrengungen, Israels Legitimität durch Propaganda als „Mittel politischer Kriegsführung“ zu zerstören.

Weiterhin resultierte aus dem Oslo-Prozess die Verunglimpfung der Unterstützung und Lobby-Aktivitäten der Diaspora-Juden. Es wurde Allgemeingut, dass die Diaspora nicht länger wichtig für Israel waren, wie es der israelischen Autor A.B. Yehoshua den amerikanischen Juden sagte. „Wir brauchen euch nicht.“67 Gleichermaßen informierte Dr. Yossi Beilin vom Außenministerium das amerikanische Publikum: „Sie wollen, dass ich der Bettler bin und sage, wir brauchen Geld für das arme Volk. Israel ist ein reiches Land. Es tut mir leid Ihnen das sagen zu müssen.“68 Dieser Wechsel der Einstellung zeigte Fahrlässigkeit und Geringschätzung und half dabei, die traditionellen Säulen der politischen Unterstützung des jüdischen Staates auszuhöhlen. Fast ein Jahrzehnt danach beschreibt Professor Steven Windmueller die Folgen dieses Rückbau-Programms:

„Nach den Oslo-Vereinbarungen wurde eine [neue] Realität bedeutend. Eine Reihe jüdischer Organisationen für zivile und kommunikative Beziehungen begannen die institutionelle Infrastruktur abzubauen, die traditionell für Israel Lobbyarbeit unternahm. Das Ergebnis dieser strukturellen Änderungen Mitte der 90-er Jahre kann am besten verstanden werden im Zusammenhang mit einer ganzen Generation junger amerikanischer Juden, die nicht in der Lage waren, die Lage Israels ihren Altersgenossen effektiv zu beschreiben. Vermutlich noch beunruhigender … ist der entsprechende Niedergang im Niveau der Entschiedenheit seitens der Generation amerikanischer Juden, die zunehmend unwillig sind, Israel als integralen Bestandteil ihrer jüdischen Identität zu betrachten und sich auf kommunale Verantwortlichkeiten konzentrieren.“69

Ein zusätzlicher Grund für Israels politische Schwäche mag in Verbindung stehen mit der starken Präsenz ehemaliger Generale politischen Entscheidungsapparat. Viele dieser Männer haben weder eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, in der Wirtschaft oder der Wissenschaft, noch haben sie Fertigkeiten, Wissen, Erfahrung und Verantwortlichkeit erworben, die von zivilen politischen Führungskräften verlangt wird. Einige Generale haben ihre gesamtes Erwachsenenleben damit verbracht Krieg zu führen und wollen verzweifelt ihre Karrieren als Friedensstifter beenden; und einige tendierten dann dazu, einseitig zu handeln, ohne alt gediente und erfahrene politische Persönlichkeiten um Rat zu fragen. Gelegentlich haben sie eine ernste Missachtung des demokratischen Prozesses an den Tag gelegt.

In der Begegnung mit der palästinensischen Herausforderung konzentrieren sich israelische Politiker eng auf die militärischen Aspekte der Bedrohung, wie der Demontage der terroristischen Infrastruktur oder der Einsammlung illegaler Feuerwaffen. Aber die israelischen Führer antworteten nicht auf die politische Herausforderung, die die PLO mit ihrem zunehmenden Einsatz der Phasen-Strategie darstellte. Und während der militärische Geheimdienst wiederholt vor Arafats Versagen bei der Beseitigung von Hamas und Islamischem Jihad warnte, wurde jedes in Frage stellen der Absichten der PLO, einen wirklichen Frieden zu erreichen (statt an der Phasen-Strategie von 1974 zu Israels Vernichtung festzuhalten) als Minderheitsmeinung angesehen.70

Im Verlauf des letzten Jahrzehnts ist es die große Hoffnung der meisten Politiker Israels gewesen, eine Einigung mit den Palästinensern um jeden Preis zu erzielen, einen „schlechten Frieden“ einem „guten Krieg“ vorzuziehen, selbst um den Preis „schmerzlicher Opfer“.71 Es scheint so, als haben sie eine Einigung als eine Art Allheilmittel betrachtet. Weiterhin hat Israels Politik, basierend auf kurzfristiger Improvisation, nicht die Wahrscheinlichkeit eines „langwierigen Konflikts“ eingerechnet, während die Doktrin des Volkskriegs geschickt und gezielt die Zeitdimension nutzt. Das Ergebnis ein Jahrzehnt später ist, dass Israels menschliches und wirtschaftliches Kapital beträchtlich ausgelaugt worden ist, während der Feind seine politische und militärische Stärke verstärkt hat. Durch die Verfolgung einer solchen Politik ist Israel auch in einen ernsten Nachteil geraten, indem es viel Initiative an andere abgab, während Arafat und seine Organisation einem Plan gefolgt sind und ihre Beständigkeit in der Verfolgung ihrer Sache demonstriert haben.72 In diesem Zusammenhang bietet Hannah Arendt wertvolle Einsicht:

„Es ist das Haupt-Handicap der Welt draußen im Umgang mit totalitären Systemen gewesen, dass sie dieses System ignorierte und daher darauf vertraute, dass einerseits die unglaubliche Menge totalitärer Lügen dieses beseitigen würde und andererseits, dass es möglich sein würde, den Führer beim Wort zu nehmen und ihn, ungeachtet seiner ursprünglichen Absichten dazu zwingen zu können, alles gut zu machen. Das totalitäre System ist unglücklicherweise gegenüber solchen normalen Konsequenzen idiotensicher; seine Genialität stützt sich exakt auf die Eliminierung dieser Wirklichkeit, die entweder den Lügner demaskiert oder ihn zwingt, seine Täuschung weiter zu leben.“73

Die Rolle der Vereinigten Staaten bei Israels derzeitiger Notlage muss in Betracht gezogen werden. Barry Rubin, der unmittelbar nach dem Ende der Clinton-Administration und zu Beginn der Präsidentschaft Bush schrieb, schilderte die amerikanische Politik, die kurzfristig neutral erscheint, es aber langfristig versäumt, die Sache des Friedens und der Stabilität in der Region voran zu bringen:

Was eine Langzeit-Strategie für die Region angeht, ist es fair zu sagen, dass die USA weit gehend in einer Art „Modus der Vermittlung von Friedensabkommen“ verblieben ist, trotz in Hülle und Fülle vorhandener Beweise, dass solche Vereinbarungen in der absehbaren Zukunft nicht erreichbar sein könnten (und wenn sie erzielt werden, kann man nicht erwarten, dass sie von den Führern, mit denen Israel verhandelt, eingehalten werden).74

Die amerikanische Politik des Verdammens des „Kreislaufs der Gewalt“, der Anspruch der „Ausgewogenheit“ und des „Drucks auf beide Seiten“ stellt einen moralischen Kompromiss dar und die Verbreitung einer Fiktion, die notwendig ist, um das schlecht laufende Geschäft weiter zu betreiben. Obwohl solche Dingen nie öffentlich zugegeben werden, könnte doch der implizite Preis dieses Ansatzes gut und gerne das Tolerieren eines „akzeptablen Levels“ israelischer ziviler Terroropfer sein. Der Hauptprofiteur dieses Ansatzes ist die Palästinensische Autonomiebehörde und nicht Israel, aus dem einfachen Grund, dass sie den Nutzen aus einer betrügerischen Handlung ziehen. So, wie die USA Israel unter Druck setzten, 1970 ägyptische Verletzungen des Waffenstillstand-Abkommens nach dem Abnutzungskrieg zu akzeptieren, insbesondere die Stationierung von Raketenabschussrampen in der Nähe des Suezkanals, ist die amerikanische Regierung diesem Muster bezüglich der Palästinenser in der Oslo-Ära gefolgt.75

Oslo gab den Palästinensern eine territoriale Basis

„Wir machen uns die Erfahrung eines anderen Volkes zu eigen und übertragen sie auf unsere besonderen Umstände. Die topographischen Bedingungen hier sind nicht dieselben wie in Algerien oder Vietnam. Wir sollten nicht über die Grenzen hinaus gehen wollen, die uns von der militärischen, materiellen und natürlichen Bedingungen aufgezwungen werden, aber wir können diese Grenzen überwinden und wir werden das tun, wenn wir unsere Strategie den Bedingungen anpassen.“
– Yassir Arafat, Ende der 1960-er Jahre76

Seit ihrem Beginn während der „Phase der totalen Befreiung“ (1969-1974) hatte die PLO keine durchführbare Möglichkeit für einen fortgesetzten Guerillakrieg gegen Israel. Die Haupterrungenschaft der Oslo-Verabredungen war, der PLO eine territoriale Basis zu verschaffen, die eine durchführbare Möglichkeit für einen fortgesetzten Guerillakrieg gegen Israel mit dem Zweck der Erreichung ihrer strategischen Ziele bot. „Sieg in diesem Wettbewerb“, sollte man sich erinnern, „bedeutet, dass die eine oder die andere Regierung übrig bleibt. Niederlage bedeutet, dass die eine oder die andere Regierung (bzw. das eine oder andere Regime) verschwindet.“77

Angesichts dieser neuen Lage ist es notwendig, die Grundannahmen der Politik Israels erneut auszuwerten. Die Tatsache, dass Israel sich einem Volkskrieg gegenüber sieht, bedeutet, dass es keinen „Friedensprozess“ in der allgemein anerkannten Bedeutung des Begriffs gibt; es ist auch keine ehrliche Lösung in Aussicht. Es gibt keinen Handel, der abgeschlossen werden könnte. Statt dessen gibt es den Zustand eines lang gezogenen, Jahrzehnte dauernden Kriegs, dessen Zweck es ist, den jüdischen Staat zu schwächen, um ihn zu vernichten. Verhandlungen und gelegentliche Pausen finden nur als Taktik statt, die dem höheren Ziel des Feindes untergeordnet sind und es ihm ermöglichen, Territorium ohne Kampf zu übernehmen.78 David Markovsky schrieb, die Konsequenzen dieser Art von Aufeinandertreffen – wie im Fall der Verhandlungen von Taba – sind, Israel die Kosten einer Vereinbarung in zukünftigen Verhandlungen zu erhöhen. Das nennt man „die Verschiebung der Grenze der Zugeständnisse“.79 Solche Verhandlungen bieten auch der anderen Seite die Gelegenheit, Gewinne zu konsolidieren und die Rechtmäßigkeit, sich in der Gesellschaft respektabler Partner aufzuhalten.

Nach dieser Analyse haben Israels Politiker die Entschlossenheit und Fähigkeit des Feindes ernstlich unterschätzt und relative Stärke zu sehr im Material gesucht. Wenn man die gegnerische Strategie mit ihrer integrierten militärischen und politischen Doktrin einbezieht, schwächt sich Israels Vorteil erheblich ab. Wenn Israel sein Überleben sichern will, muss es die Strategie des Feindes und seinen Volkskrieg besiegen. Insbesondere gibt es ein dringendes Bedürfnis die Bedrohung neu auszuwerten, der sich Israel gegenüber sieht, und den Feind davon abzuhalten, seine Stärken weiter auszuspielen und seine Strategie umzusetzen. Israel muss der Herausforderung begegnen, indem es seine eigene, einheitliche Doktrin entwickelt, mit klar definierten und erklärten politischen und militärischen Zielen. Einige davon sollten sein: 1) das Überleben des Staates Israel als jüdischem Staat sicherzustellen und seine Bürger zu beschützen; 2) seine Rechtmäßigkeit initiativ zu verteidigen; und 3) den Prozess der Integration des jüdischen Staates in die Struktur der demokratischen Welt zu vervollständigen.
Anhang: Der strategische Gedanke von Stefan T. Possony

Dieses Essay hat ausführlich Gebrauch von den Schriften Stefan T. Possonys (1913-1995) gemacht. Er ist ein wenig bekannter, aber extrem wichtiger amerikanischer Stratege. 1913 in Wien geboren, erhielt er dort 1930 seinen Doktortitel in Geschichte und Ökonomie. Er zog 1938 nach Paris; im gleichen Jahr wurde sein erstes größeres Buch, „Der Krieg von Morgen“, veröffentlicht und er arbeitete als Ratgeber für psychologische Kriegsführung für das französische Außenministerium und als Berater der französischen Streitkräfte. Vorausabteilungen der Gestapo nahmen ihn kurzfristig gefangen, als Paris fiel, aber er entkam und floh über die Pyrenäen und dann 1940 in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst neben Einstein am Institute for Advanced Studies in der Princeton University arbeitete. Possony untersuchte eine breite Palette von Problemen des 20. Jahrhunderts, einschließlich des Kommunismus, psychologischer Kriegsführung und strategischer Zielsetzung.80 Während des Zweiten Weltkriegs war ihm bewusst, dass der Nationalsozialismus geschlagen werden würde und dass der Kommunismus die nächste Herausforderung darstellte. Er spielte eine Schlüsselrolle im Prozess der Beeinflussung Kaiser Hirohitos, der japanischen Kapitulation zuzustimmen, womit die Militärkaste des kaiserlichen Japan überstimmt wurde. Während er Direktor der International Studies and Senior Fellow an der Hoover Institution der Standford University war, der er ab 1961 angehörte, faszinierten seine Ideen eines Weltraum gestützten Raketenabwehrsystems und die Nutzung von Waffen mit gesteuerter Energie den Gouverneur von Kalifornien, Ronald Reagan, der sie nach seiner Wahl zum Präsidenten 1980 übernahm. (Possony und sein Mitautor Jerry Pournelle, ein Science Fiction-Autor, veröffentlichten „The Strategy of Technology“, die indirekt die Strategic Defense Initiative inspirierte.81) Einer von Possonys Protegées, Richard Allen, wurde 1981 Reagans Nationaler Sicherheitsberater. Er war Possonys Kontakt ins Weiße Haus.82 (Der Stabschef des Weißen Hauses und spätere Außenminister General Alexander M. Haig Jr. war ein weiterer früherer Schützling Possonys.) Präsident Reagan übernahm Possony Ansicht, dass die USA und der Westen ihre technologische Überlegenheit nutzen sollten, um für den Sieg im Kalten Krieg zu arbeiten.83 Andere Ideen Possonys sind in Reagans administrativer, umfassender Strategie zur Dekonstruktion der Sowjetunion.84 Seine Analyse der Aufstands-Kriegsführung und der kommunistischen Militärdoktrin ist hier von besonderer Bedeutung gewesen.

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Der Autor möchte für die Hilfe folgender Personen danken: Gregory Copley (Defense and Foreign Affairs Publications, International Strategic Studies Association, Washington D.C.); Cecil B. Currey (Lutz, Florida); Rivkah Duker Fishman; Manfred Gerstenfeld; Raanan Gissin (Büro des israelischen Premierministers); Amnon Lord; Zvi Marom; Mosche Yegar; Jerry Pournelle (Los Angeles); Michelle Ben-Ami, Bibliothekarin, American Jewish Committee, Jerusalem; den Mitarbeitern des American Cultural Center, Jerusalem; und Linda Wheeler, Referenz-Bibliothekarin, Hoover Institution (Stanford, Kalifornien).

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Anmerkungen:

1. Sun Tzu: Die Kunst des Krieges; Samuel B. Griffith Jr. u.a. New York: Oxford University Press, 1963, S. 77.
2. http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0cc40. Zwischen dem 29. September 2000 und dem 1. Juni 2003 behandelte der Magen David Adom insgesamt 5.456 Opfer: 688 Getötete, 478 schwer Verletzte, 685 mittelschwer Verletzte und 3.605 leicht Verletzte, darunter 11 MDA-Mitarbeiter; http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0ia50.
3.  z.B. Arafats Rede vom 10. Mai 1994 in einer Johannesburger Moschee. Yossi Melman: Don’t Convuse Us with the Facts (Verwirrt uns nicht mit den Fakten), Haaretz, 16. August 2002. Auch: Yael Yehoshua: Abu-Mazen: A Political Profile (Abu Mazen: ein politisches Profil), MEMRI Special Report Nr. 16 (30. April 2003).
4. Yossef Bodanksy: Arafat’s „Peace Process“ (Arafats „Friedensprozess“), ACPR Policy Paper 18 (1977):4.
5. http://memri.org/bin/articles.cgi?Page=archives&Area=sd&ID=SP23601.
6. Die PA hat seit 1996 keine allgemeinen Wahlen abgehalten. Das israelisch-palästinensische Zwischen-Abkommen zur Westbank und dem Gazastreifen, am 28. September 1995 in Washington unterschrieben, gibt in Kapitel I, Artikel III, Absatz 4 ausdrücklich an: „Der Rat und der Präsident der Exekutiv-Behörde des Rats sollen für eine Übergangsperiode gewählt werden, die fünf Jahre ab Unterzeichnung des Gaza-Jericho-Abkommens vom 4. Mai 1994 nicht überschreitet.“ Es sollte angemerkt werden, dass im Januar 1996 Arafat mit einer Mehrheit von 87,3 Prozent gewählt wurde, was genau dem Prozentsatz des kommunistischen Wahlsiegs im Nachkriegs-Polen vom Januar 1947 entspricht. Nachdem er 1959 die Macht übernahm, versprach Fidel Castro ebenfalls freie Wahlen innerhalb von drei Jahren.
7. Hannah Arendt: The Origins of Totalitarianism (Die Herkunft des Totalitarismus), 2. Ausgabe, New York: Meridian Books, 1959, S. 378.
8. Hussam Mohammed: PLO Strategy: From Total Liberation to Coexistence (Die Strategie der PLO: Von totaler Befreiung zur Koexistenz); http:/pij.org/site/vhome.htm?g=a&aid=4282. Siehe auch: Gerard Chaliand: The Palestinian Resistance (Der palästinensische Widerstand), übersetzt von Michael Perl, Harmondsworth: Penguin, 1972).
9. Barry Rubin: Revolution until Victory? The Politics and History of the PLO (Revolution bis zum Sieg? Die Politik und Geschichte der PLO). Cambridge, Mass.: H.U.P., 1994, S. 24.
10. Raphael Danziger: Algeria and the Palestinian Organizations”, in: Gabriel Ben-Dor (Hg.): The Palestinians and the Middle East Conflict. Tel Aviv (Turtledove), 1979, S. 348.
11. ebenda
12. ebenda, S. 364-365. S. insbesondere das Unterkapitel von Richard Pipe: Some Diplomatic and Propaganda Techniques und Some Operational Principles of Soviet Foreign Policy in M. Confino/S. Shamir: The USSR and the Middle East, Jerusalem (Israel Universities Press), 1973, S. 18-20.
13. S. Baruch Hazan: Involvement by Proxy: Eastern Europe and the PLO, 1971-1975; ebenda: S. 321-40.
14. S. Ion Mihai Pacepa: The Arafat I Know, Wall Street Journal, 10. Januar 2002.
15. Neil C. Livingston/David Halevy: Inside the PLO. New York (Morrow), 1990, S. 141.
16. Yuval Arnon-Ohana: The PLO: Portrait of an Organization (hebräisch). Tel Aviv, 1985, S. 107. “Mohammed A-Sha’ar, PLO-Gesandter in Moskau, erklärte im Februar 1981: ‚Viele Hunderte palästinensischer Offiziere im Rang von Divisions-Kommandanten haben einen Abschluss sowjetischer Militär-Akademien.“
17. S. „Palästinenser-Führer: Zahl der jüdischen Opfer des Holocaust könnte ‚sogar weniger als eine Million betragen…’, MEMRI-Serie Inquiry and Analysis, Nr. 95, 30. Mai 2002 (http:memri.org/bin/opener.cgi?Page=archives&ID=IA9502).
18. Abu Iyad [Salah Khalaf] und Eric Rouleau: My Home, My Land. Übersetzt von Linda Butler Koseoglu, New York (Times Books) 1978, S. 65-67.
19. ebenda, S. 69; und Yossef Bodansky: Arafat’s „Peace Process“, S. 4. Im Juni 1974 übernahm die PLO das „Phasen-Programm“/den „Stufenplan“ in einer Serie von Resolutionen bei einem Treffen des Palästinensischen Nationalkongresses in Kairo. Bernard Lewis: The Palestinians and the PLO. A Historical Approach. Commentary Nr. 59, Januar 1975, S. 45 und 48.
20. Abu Iyad, S. 69, zitiert nach Yossef Bodansky, S. 4.
21. Al-Dustur (Amman, Jordanien) am 14. April 1970, zitiert von Cecil B. Currey: Victory at Any Cost. The Genius of Viet Nam’s Gen. Vo Nguyen Giap. Washington (Brassey’s) 1977, S. 277. S. auch Joseph Farah: Vietnam All Over Again in Mideast? WorldNetDaily, 17. Dezember 2002 (http://worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=30025).
22. S. Eintrag von Khalil al-Wazir in Guy Bechor u.a.: The PLO Lexicon. Tel Aviv (Verteidigungsministerium) 1991, S. 90. S. auch: Biographie von Khalil al-Wazir (Abu Jihad) in: Philip Mattar u.a.: Encyclopedia of the Palestinians. New York (Facts on File) 2000.
23. Y. Harkabi: Al Fatah’s Doctrine. In: Walter Laqueur, Barry Rubin u.a.: The Israel-Arab Reader. A Documentary History of the Middle East Conflict. New York (Penguin Books) 1991, S. 395.
24. Chaliand: The Palestinian Resistance. S. 158.
25. Stefan T. Possony: People’s War. The Art of Combining Partisan-Military, Psycho-Social, and Political Conquest Techniques. Taipei (World Anti-Communist League) 1970, S. 85 (hier im Weiteren P.W. genannt).
26. S. Sun Tzu: The Art of War, S. 84. “Offensive Strategiy”, Vers 31: “Daher sage ich: ‘Kenne den Feind und kenne dich selbst; dann wirst du in hundert Schlachten nie in Gefahr sein.’”
27. Harriet Fast Scott/William F. Scott (Hg.): The Soviet Art of War. Doctrine, Strategy and Tactics. Boulder, Colorado (Westview Press) 1982. Für eine moderne und jüngere Geschichte der Sowjetunion s. Mikhail Heller/Alexandr Nekrich: Utopia in Power. The History of the Soviet Uionn from 1917 to the Present. Übersetzt von Phylis B. Carlos. New York (Summit Books) 1986.
28. Marschall A. A. Gretschko hat Militärdoktrin definiert als „ein offiziell akzeptiertes System von Ansichten in einem beliebigen Staat und seiner bewaffneten Kräfte zur Natur des Krieges und Methoden seiner Führung und der Vorbereitungen des Landes und der Armee auf Krieg.“ – Scott, Soviet Art of War, S. 4.
29. Mikhail V. Frunze (1885-1925), der im Mai 1924 Generalstabschef der Roten Armee wurde, hat die Vereinigte Militärdoktrin in einer Veröffentlichung beschrieben, die erstmals im Juni 1921 erschien. Scott berichtete, dass er stark von den Schriften der deutschen Generale Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff beeinflusst wurde; ebenda, S. 28. S. auch: „Some Soviet Techniques of Negotiation“ in: Philip E. Mosely: The Kremlin in World Politics. Studies in Soviet Policy and Action. New York (Vintage) 1960, S. 40. Mosely schrieb 1951: “Von Lenin bis Stalin hat das sowjetische Denken die Maximen von Clausewitz voll verinnerlicht, dass nationale Stärke und starke Allianzen die Effektivität der nationalen Politik im Frieden bestimmen und dass man im Krieg nie die Sicht auf die Ziele der Politik verliert, wegen denen er geführt wird.“
30. Mao Tse-Tung über Guerilla-Krieg. Übersetzt und hg. Von Samuel B. Griffith, New York (Praeger) 1961, S. 16-17 und: Art of War, S. 47. Mao und Chu The, mit dem er die Rot Chinesische Armee gründete, fällten diese Entscheidung gemeinsam.
31. Stafen T. Possony: A Century of Conflict. Chicago (Regnery) 1953, S. 235. Unter Beachtung dieses Prinzips nahm Mao das Denken von Mikhail V. Frunze und Mikhail N. Tukaschewski, Marschall, der Sowjetunion (1881-1945), in Anspruch.
32. Scott: Soviet Art of War, S. ix.
33. Lin Piao über “Strategy and Tactics of a People’s War” (1965). In: Martin Ebon: The Life an dWritings of China’s New Ruler. New York (Stein and Day) 1970, S. 228-29. Dieser Abschnitt kann in Lin Piaos Schlüsselstellungnahme über Politik gefunden werden: “Lang lebe der Sieg des Volkskriegs!” (1965). Sun Tzu schrieb: „Die schlimmste Politik ist die, Städte anzugreifen. Greife Städte nur an, wenn es keine Alternative gibt.“ (Art of War, S. 78) S. auch Conor Cruise O’Briens Kommentare zu Lin Piao: On the Eve of the Millenium. The Future Democracy Through an Age of Unreason. New York (Pree Press) 1994, S. 138.
34. Currey: Giap. S. 319-21. Zum historischen Hintergrund s.: Ho Chi Minh: The Party’s Military Work among the Peasants. Revolutionary Guerilla Methods. In: A. Neuberg (Pseudonym, Hg.) u.a.: Armed Insurrection. New York (St. Martin’s) 1970, S. 255-71. Diese Schrift wurde erstmals 1928 als “Der bewaffnete Aufstand” veröffentlicht.
35. Interview mit Vo Nyugen Giap, Viet Minh-Kommandeur, http://www.pbs.org/wgbh/peoplescentury/episodes/guerillawars/giaptrasnscript/html.
36. Currey: Giap, S. 204.
37. Während er Hanoi war, wurde Abu-Iyad auch über die strategischen Auswirkungen der Tet-Offensive von 1968 ausgebildet – eine schwere militärische Niederlage des Vietcong und Nordvietnams, die durch die ausgeklügelte Ausunutzung und Manipulation der westlichen, insbesondere der amerikanischen Medien und öffentlichen Meinung in einen strategischen Sieg Hanois gekehrt wurde. (Yossef Bodansky: Arafat’s Peace Process, S. 4.)
38. Raanan Gissin: Low Intensity Conflict with High Resolution: Can We Win? Justice Nr. 31, März 2002, S. 15-16.
39. David Binder: Soviet and Allies Shift on Doctrine. New York Times, 25. Mai 1988.
40. Stefan T. Possony: Volkskrieg.
41. ebenda, S. 86.
42. ebenda, S. 87-88. „In diesem Sinne ist ein Volkskrieg weniger die Übernahme der Macht als der Aufbau einer revolutionären Macht und die stückchenweise Schwächung, vielleicht die Zerstörung des antirevolutionären Establishments, insbesondere ihrer bewaffneten Stärke.“ (ebenda, S. 39)
43. ebenda, S. 44. Für Hintergrundinformationen zum Thema „Propaganda“, s. E.H. Carr: Propaganda in International Politics. Oxford Pamphlets on World Affairs Nr. 16, Oxford (Clarendon) 1939; und: Philip M. Taylor: Propaganda from Thucydides to Thatcher, http://www.leeds.ac.uk/ics/arts-pt1.htm.
44. P.W., S. 44.
45. Antimilitarismus schließt Brüche von Militärdisziplin, Ungehorsam, Desertation und Meuterei ein; ebenda, S. 34.
46. ebenda, S. 21. S.: Richard Pipes: Some Operational Principles of Soviet Foreign Policy, S. 13-15.
47. ebenda, S. 22.
48. Stefan T. Possony: Waking up the Giant. New Rochelle (Arlington House) 1974, S. 679-680. “Alle Führungsprinzipien für militärische Operationen entstammen einem Grundprinzip: sein Möglichstes tun, um die eigene Stärke zu erhalten und die des Feindes zu vernichten.“ Ausgesuchte Werke Mao Tse-Tungs, Band 2, Peking (Foreign Languages Press) 1967, S. 81.
49. P.W., S. 45.
50. Amos Harel: Major General Yaakov Orr. Haaretz, 13. Juli 2001. S. J.S. Fishman: The Broken Promise of the Democratic Peace: Israel and the Palestinian Authority. Jerusalem Viewpoints Nr. 477, 1. Mai 2002.
51. P.W., S. 21: “Propaganda ist in der Tat Teil und Paket der ‘psychologischen Kriegsführung’; aber Terror ist mehr. Terror wird weiterhin von totalitären Regimen benutzt, selbst dann, wenn seine psychologischen Ziele erreicht sind; sein wirklicher Schrecken ist seine Herrschaft über eine vollständig unterworfene Bevölkerung… Propaganda ist mit anderen Worten ein und wahrscheinlich das wichtigste Instrument des Totalitarismus zum Umgang mit der nicht totalitären Welt; Terror ist im Gegenteil die Quitessenz seiner Regierungsform.“ (Hannah Arendt: The Origins of Totalitarianism, S. 344.)
52. Mekor Rishon: Zochrim et Mitchell Techilah? (Erinnern Sie sich an den Beginn von Mitchell?), 27. Juni 2003 (auf Hebräisch)
53. Während der Oslo-Jahre befand sich die palästinensische Führung in eklatanter Verletzung der militärischen Bestimmungen des Interim-Abkommens, indem sie versuchte Waffen wie die SA-7 (von der Schulter abgefeuerte Anti-Flugzeug-Raketen) zu importieren und Qassam-Raketen zu bauen. Das Waffenschiff Karine-A enthielt eineinhalb Tonnen hoch explosiven C-4 Sprengstoffs, weit reichende 120mm-Mörser und 122mm-Katjuscha-Raketen mit 20km Reichweite. Dore Gold: Defensible Borders for Israel. Jerusalem Viewpoints Nr. 500, 15. Juni – 1. Juli 2003.
54. “Den Rest seines Lebens lachte Giap über einen kleinen Witz, den Ho Chi Minh über den Ausgang der Schlacht machte: “In Dien Bien Phu”, gluckste Ho, “verlor Giap nicht einen einzigen Panzer oder ein einziges Flugzeug.” (Currey: Giap, S. 204.)
55. “In den vier Jahren, die zum Krieg von 1982 [im Libanon] führten, verfolgte sie [die PLO] eine Aufwertung ihrer Kräfte im Süden durch Waffen und Anzahl und veränderte sie in etwas, das einer regulären Armee ähnelte.“ – Raschid Khalidi: Under Siege: PLO Decision-Making During the 1982 War. New York (Columbia University Press) 1986.
56. Zur Definition von “Ersetzung“ s. James Carroll: Constintine’s Sword. The Church and the Jews. Boston (Houghton Mifflin) 2000, S. 633.
57. Zu antijüdischen Lehren palästinensischer Führer s.: Yitzhak Sergio Minerbi: Palestinian Christians Ignite Religious Controversy” (hebräisch). Kivunim Hadashim Nr. 8, April 2003, S. 70-82.
58. Anne Bayefsky: Terrorism and Racism: The Aftermath of Durban. Jerusalem Viewpoints Nr. 468, 16. Dezember 2001.
59. Abu Mazen in Gaza: Stop the Armed Operations. MEMRI Special Dispatch Nr. 449, Dezember 2002.
60. Für ein Beispiel der Beobachtungs- und Berichttätigkeit von Peace Now zu israelischen Siedlungsaktivitäten s.: Aviv Lavie: No Mountain Too High. Haaretz-Magazin, 20. Juni 2002, S. 8-11.
61. S. z.B.: Etgar Lefovits: Five Held for Trying to Reestablish Jerusalem PA Security Force. Jerusalem Post, 19. August 2003.
62. Mosche Katz: It is Also Dangerous Here. Mekor Rishon, Yoman Shevi’I, 4. Juli 2003 (hebräisch).
63. Justus Reid Weiner: The Global Epidemic of Illegal Building and Demolitions: Implications for Jerusalem. Jerusalem Viewpoints Nr. 498, 15. Mai 2008.
64. Conor Cruis O’Brien: The Siege. New York (Simon & Schuster) 1986, S. 508.
65. Sten Anderson enthüllte Kreiskys Rolle in der Änderung der schwedischen Politik zu Gunsten der PLO Ende 1974 und bei der Einbeziehung amerikanischer Juden in Gespräche mit Arafat. – Mosche Yegar: Neutral Policy – Theory versus Practice. Swedish-Israeli Relations. Jerusalem (W.J.C.) 1993, S. 153-54.
66. Yoram Hazony: The Jewish State. The Struggle for Israel’s Soul. New York (Basic Books) 2000, S. 66.
67. Jerusalem Post, 5. April 1996; zitiert von Steven T. Rosenthal: Irreconcilable Differences? Hannover (Brandeis), 2001, S. 175.
68. Washington Post, 20. Februar 1994, zitiert von Rosenthal, ebenda.
69. Steven Windmueller: September 11: Ist Implications for American Jewry. Jerusalem Viewpoints Nr. 492, 16. Februar 2003. Ein Ergebnis des oben beschriebenen Prozesses war, dass viele junge jüdische Personen ein starkes Gefühl von sozialer Gerechtigkeit und Idealismus besitzen, aber ihre schwachen Identifikations-Bindungen waren gegenüber den Ansätzen der pro-palästinensischen Gruppen verletzbar, die sie rekrutieren wollten.
70. Oberstleutnant Jonathan D. Halevi: Understanding the Breakdown of Israel-Palestinian Negotiations. Jerusalem Viewpoints Nr. 486, 15. September 2002 (Übersetzung ins Deutsche hier). In der hebräischen Originalversion dieses Artikels, der im IDF-Militärmagazin „Maarakhot“ Nr. 383 im Mai 2022 erschien, wird angemerkt, dass diese Analyse auf Grundlage eines IDF-Dokuments geschrieben wurde, das „The Other View“ hieß und das der Autor im August 2001 verfasste.
71. Im Gegenteil: Harold Nicolson, Autor und Diplomat, der Mitglied der britischen Delegation in Paris nach dem Ersten Weltkrieg war, schrieb: „Es ist ein schlechtes Teil, das nichts regelt. Wir müssen daher darauf achten, dass wir am Ende dieses Krieges [dem Zweiten Weltkrieg] keinen schlechten Frieden schließen. Wir müssen von den Erfahrungen der Vergangenheit lernen.“ Nicolson: Why Britain is at War. Harmondsworth (Penguin) 1940, S. 113.
72. “Auf einer wie ein Wirbelwind durchgezogenen diplomatischen Tour nach Camp David machte Arafat am 16. August 2000 in Jakarta Station, wo ihn Indonesiens damaliger Präsident Abdurrahman Wahid drängte, den Konflikt mit Israel zu beenden. Die Antwort? „Arafat gab mir gegenüber zu, dass Israel in hundert Jahren verschwinden wird. Warum sich also beeilen, es anzuerkennen?“ – Yediot Ahronot, 10. Mai 2002, zitiert nach: David Makovsky: Taba Mythchief. The National Interest, Frühjahr 2003, S. 128.
73. Hannah Arendt: Origins of Totalitarianism, S. 384.
74. Barry Rubin: From One U.S. Administration to the Next. Similarities and Differences in the Push for Arab-Israeli Peace. AJC Israel/Mideast Briefing, 3. Juli 2001.
75. Dr. Steven Plaut: The Third Worst Middle East War. 27. November 2003.
76. Danziger: Algeria and the Palestinian Organizations, S. 348.
77. P.W. S. 87-88.
78. “Solche Verhandlungen werden nicht von Revolutionären zum Zweck der Erzielung einvernehmlicher Arrangements mit der Opposition begonnen. Revolutionen gehen selten Kompromisse ein; Kompromisse werden nur gemacht, um das strategische Design voran zu bringen. Verhandlungen werden daher aus zweierlei Gründen unternommen: Zeitgewinn, um eine Position (militärisch, politisch, sozial, wirtschaftlich) zu stützen und den Gegner auszulaugen, frustrieren und belästigen.“ – Griffith: Mao Tse-Tung on Guerilla Warfare, Einleitung, S. 16.
79. David Mkovsky: Taba Mythchief, S. 119-129.
80. “Seine Arbeit im Bereich strategischer Zielwahl war Pionierarbeit. Vorher wurde fast alle Zielwahl im Luftkrieg als taktisch betrachtet.“ – Stefan Possony: Pioneered Air War Strategy in WWII. Los Angeles Times, 3. Mai 1995.
81. “Die damalige amerikanische Verteidigungspolitik war die der Abschreckung durch die Entwicklung überwältigender Offensivkräfte, die jede Seite zweimal überlegen ließ, sie einzusetzen. Dies wurde angemessen „Mutually assured destruction“ (MAD – sicher gestellte, gegenseitige Vernichtung) genannt. Possony argumentiert, dass diese Strategie ungenügend flexibel war: ‚Um im technologischen Krieg entscheidend vorne zu bleiben’, schrieb er, müssen die USA die realitistische Option eines sicheren Überlebens anstreben.’ Obwohl es damals wenig von der notwendigen Technologie gab, formulierte Possony genau die Anti-Raketen-Ideen, einschließlich der von Satellitenstationen in der Erdumlaufbahn verschießbaren starken Laserstrahlen, fortschrittlicher Satellitenradars zur Frühwarnung und einer Reihe von Ablenkungsmitteln, die später entwickelt werden sollten.“ – Nachruf auf Stefan Possony, The Times, 2. Mai 1995.
82. Persönliches Gespräch, Jerry Pournelle, 18. Mai 2003.
83. Martin Walker: Dark Dreamer of Star Wars. Nachruf auf Stefan Possony, Guardian, 5. Mai 1995.
84. S. z.B.: Peter Schweizer: Victory. The Reagan Administration’s Secret Strategy that Hastened the Collapse of the Soviet Union. New York (Altantic Monthly Press) 1994.

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