Die kollektive Amnesie der Welt

Joseph Farah, WorldNetDaily, 19. September 2002

Yassir Arafat mag jetzt etwas von seiner persönlichen politischen Schlagkraft verloren haben, aber die politische Bewegung, die er einführte – Gerechtigkeit für die palästinensischen Araber zu verlangen, die 1948 aus ihren Häusern vertrieben wurden – bleibt so stark wie eh und je.

Nur gibt es hier ein Problem: Es gibt nicht den geringsten historischen Beleg für die Behauptung, dass die Araber in wesentlichen Zahlen vertrieben wurden – jedenfalls nicht durch Juden.

Ich weiß, dass dieser Aussage mit Keuchen, Gelächter und Zähneknirschen begegnet werden wird. Lassen Sie sie mich trotzdem ausführen – nicht mit meinen eigenen Worten, nicht mit den Worten von Juden und Israelis, sondern mit den Worten von Arabern, die näher an den Ereignissen lebten.

„Die Tatsache, dass es diese Flüchtlinge gibt, ist die direkte Folge des Tuns der arabischen Staaten in ihrer Opposition zur Teilung und zum jüdischen Staat. Die arabischen Staaten stimmen dieser [Ablehnungs-] Politik einmütig zu und sie müssen sich an der Lösung des Problems beteiligen.“
– Emile Ghoury, Sekretär der Palästinensischen Hochkommission, in einem Interview mit dem Beirut Telegraph, 6. September 1948

„Die arabischen Staaten, die die palästinensischen Araber ermutigten ihre Häuser kurzfristig zu verlassen, um den arabischen Invasionsarmeen nicht im Weg zu sein, haben ihr Versprechen, diesen Flüchtlingen zu helfen, nicht eingehalten.
– Die jordanische Tageszeitung Falastin, 19. Februar 1949

„Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, die jetzt durch die miese Haltung der Zeitungen und der lokalen Führer leiden, die weder Ehre noch Gewissen haben? Wer brachte sie hierher, in entsetzliche Unterkünfte, mittellos, nachdem sie ihre Ehre verloren? Die arabischen Staaten – und der Libanon gehört zu denen, die das getan haben.“
– Die Beiruter muslimische Wochenzeitung Kul-Shay, 19. August, 1951

„Der 15. Mai 1948 kam… An diesem Tag appellierte der Mufti von Jerusalem an die Araber Palästinas das Land zu verlassen, weil die arabischen Armeen davor standen dort einzudringen und an ihrer Stelle zu kämpfen.“
– Die Kairoer Zeitung Akhbar el Yom, 12. Oktober 1963.

„Für die Flucht und den Fall der anderen Dörfer sind unsere Führer verantwortlich, wegen ihrer Verbreitung von Gerüchten, die die jüdischen Verbrechen übertrieben und die sie als Gräueltaten beschrieben, um die Araber aufzuhetzen… Durch die Verbreitung von Gerüchten über jüdische Gräueltaten, dass sie Frauen und Kinder töten usw., pflanzten sie Angst und Schrecken in die Herzen der Araber in Palästina, bis sie aus ihren Häusern und ihrem Eigentum flüchteten und es dem Feind überließen.“
– Die jordanische Tageszeitung Al Urdun, 9. April 1953

Ich könnte endlos weiter machen mit solcher vergessenen – oder absichtlich vernebelten – Geschichte. Aber Sie wissen, was ich meine. Es gab keine jüdische Verschwörung die Araber 1948 aus ihren Häusern zu jagen. Das hat nicht stattgefunden. Statt dessen gibt es Massen historischer Berichte, die zeigen, wie die Juden ihre arabischen Nachbarn anflehten zu bleiben und mit ihnen in Frieden und Harmonie zu leben. Und doch ist die Geschichte trotz dieser eindeutigen Worte der arabischen Zeitgenossen umgeschrieben worden, um damit aus den Juden die Bösen zu machen.

Die Wahrheit ist, dass 68 Prozent der palästinensischen Araber, die 1948 weg gingen – vielleicht 300.000 bis 400.000 – nie einen israelischen Soldaten sahen.

Noch wichtiger ist, dass die revidierte Geschichte den Schuldigen einen Freibrief ausstellt. Die arabischen Staaten, die die Feindseligkeiten auslösten, haben nie ihre Verantwortung akzeptiert – trotz ihres enormen Reichtums und ihrer Fähigkeit, Millionen von Flüchtlingen in ihren weitgehend dünn besiedelten Staaten einzugliedern. Und andere Staaten haben es versäumt, sie dafür verantwortlich zu machen.

Es ist schlimm genug, dass die arabischen Staaten durch ihr Handeln eine kleine Flüchtlingsnation schufen. Es ist aber noch schlimmer, dass sie für dieses internationale Verbrechen erfolgreich die Juden verantwortlich machen konnten.

Heute geht diese grausame Scharade natürlich weiter. Das Leiden von Millionen Arabern wird aus lediglich politischen Gründen von den arabischen Staaten fortgesetzt. Sie sind bloße „Bauern“ im Krieg zur Vernichtung Israels.

Es gab in der Folge des Zweiten Weltkriegs etwa 100 Millionen Flüchtlinge weltweit. Die Gruppe der palästinensischen Araber ist die einzige in der Welt, die nicht in Ländern ihrer eigenen Leute aufgenommen oder integriert wurde. Seit damals sind Millionen jüdischer Flüchtlinge aus der ganzen Welt in den winzigen Staat Israel aufgenommen worden.

Es macht keinen Sinn, dass von einem winzigen jüdischen Staat erwartet wird, die Flüchtlingskrise zu lösen, die es nicht schuf.

„Wenn ihr wollt, ist es kein Traum“
Theodor Herzl

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