Sieben Dinge, die Israel nicht braucht

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 18. A ugust 2016

Eine im Westen beliebte Idee ist die, dass man Konflikte dadurch löst, dass man die Bedürfnisse der Menschen befriedigt. Finde einfach heraus, wie man aller Leute Bedürfnisse erfüllt und das  Ergebnis wird Frieden und Harmonie sein. Die amerikanische Administration und die Europäer wollen dem Rest der Welt – und besonders Israel – helfen diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Das ist das Pferd von hinten aufgezäumt. Das Problem heute ist, dass der Nahe Osten zu viel Hilfe hat. Israel zum Beispiel erhält viele Geschenke, ohne die es besser dran wäre. Und da so viele davon von unseren Freunden in den USA und Europa kommen, fordere ich sie auf uns diese Dinge nicht mehr zu geben. Also, liebe Freunde, hier sind sieben Dinge, die wir nicht brauchen und von denen ich mir wünsche, dass ihr aufhört sie uns zu geben.

Wir brauchen die Millionen Dollar und Euro nicht, die an subversive Nichtregierungsorganisationen in Israel gehen. Davon haben wir Dutzende, die angeblich für Menschenrechte agieren, aber in Wirklichkeit Israel in den Augen der Welt dämonisieren, unsere Fähigkeit uns zu verteidigen schwächen, uns mit Prozessen und Ermittlungen beschäftigen und in unseren politischen Prozess eingreifen. Unser Kader an staatsfeindlichen Aktivisten erhalten von Israelis wenig Unterstützung. Würdet ihr bitte aufhören sie zu bezahlen?

Wir brauchen eure Hilfe nicht, um uns zu einer gerechteren Gesellschaft zu machen. Wir begreifen, dass ihr unsere Gesellschaft nicht im Geringsten versteht und wenn ihr Delegationen herschickt, um an (manchmal gewalttätigen) Demonstrationen an der Sicherheitsbarriere mitzumachen oder wegen dem zu drohen, was passieren wird, wenn wir dem nicht orthodoxen Judentum gegenüber freundlicher gesinnt werden, dann seid ihr möglicherweise auf der falschen Seite und verbessert die Lage bestimmt nicht.

Wir brauchen keinen Rag von haarsträubend uninformierten oder desinformierten amerikanischen Juden, die ihre Informationen von antizionistischen Organisationen wie J Street erhalten und zu glauben scheinen, dass ihre jüdische Abstammung sie dazu berechtigt sich an der Regierung des Staates Israel zu beteiligen. Wenn ihr helfen wollt, das Schicksal dieses Landes zu bestimmen, dann seid ihr hier willkommen, ihr könnte gerne herziehen, schickt eure Kinder in die Armee, zahlt Steuern, sorgt euch wegen Raketen und Terrorismus und wählt. Ansonsten: Erzählt uns nicht, was wir zu tun haben.

Die Amerikaner haben Zuhause jede Menge Rassengewalt und Europa macht die Erfahrung seuchenartiger Vergewaltigungen und sexueller Belästigungen. Darf ich vorschlagen, dass ihr zuerst das in Ordnung bringt, bevor ihr uns von eurem Rat profitieren lasst? Danke.

Wir brauchen eure Hilfe nicht bei unserem Wohnungsbau. Wir haben komplizierte Gesetze zu Landbesitz, die auf die osmanische Zeit zurückgehen und wir haben einen durchdachten Prozess dafür Baugenehmigungen zu bekommen. Wir haben Gerichte, die aufkommende Fragen entscheiden und die sind den Palästinensern gegenüber sehr fair. Wir können und sollten in der Lage sein unsere Grundstückseinteilungsregeln ohne Einmischung durchzusetzen. Gegenwärtig haben wir eine Situation, bei der antiisraelische NGOs, unterstützt von europäischem und amerikanischem Geld, dem US-Außenministerium von dem berichten, was nach ihrer Behauptung diskriminierendes Handeln ist, wonach das Außenministerium bei der israelischen Regierung Protest einlegt.

Und – EU, ich rede mit euch – ohne Genehmigung Bauten in unserem Land zu errichten und dann zu behaupten, dass „diplomatische Immunität“ heißt, ihr braucht keine Baugenehmigung, geht nicht. Beschwert euch nicht, wenn wir sie abreißen.

Wir brauchen euch nicht, um uns zu sagen, wo Juden leben dürfen. Selbst – besonders – in unserer Hauptstadt Jerusalem protestieren die USA und EU regelmäßig, wenn Juden in ein Viertel ziehen, das „Palästinenser für ihren geplanten Staat haben wollen“. Protestiert Israel, wenn eine christliche Familie in ein jüdisches Viertel in Silver Spring (Maryland) zieht? Die Tatsache, dass der Westen sogar den rassistischen arabischen Plan zur Schaffung eines judenreinen Staats durch ethnische Säuberung im 21. Jahrhundert unterstützt, ist irrsinnig, denkt man darüber nach.

Wir brauchen euch nicht, um unserer Grenzen festzulegen. Unsere Grenzen sind, wo sie sind, so wie überall sonst auf der Welt: ein Ergebnis von Kriegen und bilateralen Abkommen. Wir verstehen, dass unserer Feinde sie gerne schrumpfen sehen wollen, damit es einfacher wird und auszulöschen, aber wir können und werden die verteidigen, die wir haben. Wir brauchen die korrupten „Vereinten Nationen“ genauso wenig wie die feindselige Obama-Administration, die uns unter Druck setzen den Ausgang eines Verteidigungskriegs rückgängig und uns so verletztlich zu machen wie wir es vor 1967 waren. Lasst die USA zuerst einen Großteil ihrer Südwestens an Mexiko zurückgeben.

Wir brauchen eure Einmischung bei unseren demokratischen Wahlen nicht. Israel hat möglicherweise das demokratischste (wenn auch frustrierendes) Wahlsystem der Welt. Womöglich, dann ist es zu demokratisch, wie kleine Parteien zu viel Einfluss haben. Wir brauchen keine Auslandsmächte und ihre Stellvertreter, die Geld in unsere Wahlen spritzen oder der einen oder anderen Partei Berater bereitstellen. Ich weiß, ihr mögt Netanyahu nicht, aber Israel wählt ihn weiter, also akzeptiert das einfach. Das nennt man „Demokratie“. Wir mögen Obama auch nicht viel mehr.

Wir brauchen eure Militärhilfe nicht. Hier rede ich mit Amerikanern. Militärhilfe schadet unserer Industrie, lässt uns Sachen kaufen, die wir nicht brauchen, verzerrt die Entscheidungsfindung unserer militärischen Planer und gibt euch viel Einfluss auf unsere Politik. Was wir brauchen, können wir mit unserem eigenen Geld kaufen und das wäre gut für Israel und für Amerika.

All das oben sind Aspekte des einen Grundproblems: Die USA und Europa behandeln Israel nicht wie einen unabhängigen, souveränen Staat. Nicht in interne Angelegenheiten anderer Staaten einzugreifen ist ein Grundprinzip der internationalen Beziehungen und doch wird das in unserem Fall mehr über den Verstoß dagegen honoriert als in seiner Einhaltung.

Stück für Stück werden wir jedes Mal, wenn wir dem Druck aus dem Ausland nachgeben, weniger und weniger unabhängig. Das sind unser Land, unsere Hauptstadt, unserer Wahlen, unsere Grenzen, unsere Straßen und unsere Gebäude und unsere Armee. Nichts davon gehört Washington oder Brüssel. Es wird von unserer Knesset regiert, entsprechend unserer Gesetze, wie sie von unseren Gerichten interpretiert und von unserer Polizei durchgesetzt werden.

Israel hat einige Probleme, die zu ändern nicht in unserer Macht steht. Es wird keinen Frieden mit den Arabern geben, bis sie die Existenz des jüdischen Staates akzeptieren und das liegt ganz bei ihnen. Aber obwohl ich meine Beschwerden oben an die USA und Europa gerichtet habe, können wir fast alles davon selbst in Ordnung bringen, wir müssen uns einfach mehr durchsetzen. Hier sind einige Möglichkeiten wie wir versuchen oder versuchen sollten das zu tun.

Die Knesset nahm sich des Themas der Kontrolle vom Ausland finanzierter NGOs an und nach viel Mühe gebar sie eine Maus: ein NGO-Transparenzgesetz, dessen Höchststrafe dafür keinen Bericht über die zur Zersetzung ausgegebenen Millionen $7.500 beträgt. Ein hartes Gesetz würde Abhilfe zu einigen meiner Sorgen schaffen, da so viel Einmischung aus dem Ausland von diesen Gruppen vermittelt wird.

Bis vor kurzem gab es keine systematischen Überprüfungen von ins Land kommenden „Touristen“, um sicherzustellen, dass sei keine Aktivisten sind, die vorhaben an Demonstrationen teilzunehmen. Jetzt gibt es sie und wir werden sehen, ob sie effektiv sind.

Israel hat die USA um Militärhilfe angebettelt und tut das weiter. Lasst sie auslaufen.

Statt dem US-Außenministerium oder der EU für unsere Souveränität die Stirn zu bieten, flüchten wir oft in Bürokratie, machen Ausflüchte oder entschuldigen uns sogar. Aber die einzige Möglichkeit sie zu lehren, dass es uns erst ist, besteht darin in jedem einzelnen Fall Widerstand zu leisten. Die Antwort auf „in Ostjerusalem lebende Juden sind  ein Friedenshindernis“ muss lauten: „Erzählt uns nicht, wer in unserer Hauptstadt leben darf“ – und nichts anderes.

Unsere Haltung zu Grenzen sollte sein, dass wir einen historischen, moralischen und rechtlichen Anspruch auf die Gebiete haben, der stärker ist als der der Araber; und wir während wir im Zusammenhang mit Verhandlungen etwas Land abtreten könnten, sind wir dazu nicht verpflichtet. Und wir sind gewiss nicht verpflichtet Land westlich der Grünen Linie für etwas zu „tauschen“, das wir auf der Ostseite behalten, als ob die 19 Jahre illegaler jordanischer Besatzung irgendwie die Eigentumsrechte an dem Land den Arabern zusprechen würde.

Israel wurde 1948 ein souveräner Staat, aber es sieht so aus, als hätten wir das vergessen. Souveränität muss ausgeübt werden, wie Muskeln: Nutze sie oder verliere sie.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s