Jerusalem, Hauptstadt der Juden[1]

Die jüdische Identität Jerusalems in griechischen und römischen Quellen*

Rivka Fishman-Duker, Jewish Political Studies Review, 4. November 2008

Für antike griechische und römische, heidnische Autoren war Jerusalem definitiv eine jüdische Stadt. Dieser Aufsatz greift auf Bezugnahmen zu Jerusalem aus fast zwanzig unterschiedlichen Quellen zurück, die aus der Zeit vom dritten Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung bis ins dritte Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen und in der umfassenden Anthologie „Greek and Latin Authors on Jews and Judaism“ (Griechische und lateinische Autoren über Juden und Judentum) des verstorbenen Professors Menahem Stern zu finden sind. Eine Untersuchung dieser Texte gibt die einstimmige Übereinstimmung zu verstehen, dass Jerusalem kraft der Tatsache, dass seine Einwohner Juden waren, weil es von Juden gegründet wurde und der Tempel, der in Jerusalem stand, das Zentrum der jüdischen Religion war, jüdisch war. In diesen Quellen erscheint Jerusalem in verschiedenen Zusammenhängen: Gründungserzählungen, Beschreibungen des und Verbindungen zum Tempel, historische Ereignisse, die in der Regeln mit Invasionen und Eroberungen der Stadt zu tun hatten, physische Beschreibungen und der abfällige Gebrauch des Begriffs „Solyma“ durch römische Schreiber nach seiner Zerstörung durch Titus im Jahr 70 chr. Zeitrechnung. Es ist bemerkenswert, dass trotz der von Autoren wie Manetho, Apion, Tacitus und Juvenal zum Ausdruck gebrachten negativen Ansichten über Juden und das Judentum die jüdische Identität Jerusalems nie strittig war. Diese antiken Texte widerlegen daher die neuen Versuche von Muslimen und anderen durch Erfindungen und Lügen die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Jerusalem und die Verortung des Tempels in Jerusalem zu leugnen.

Die jüdische Identität Jerusalems, wie sie in den Schriften griechischer und römischer Autoren der klassischen Antike aufgezeichnet ist, ist es an sich wert als eigenes Thema untersucht zu werden. Dieser Aufsatz greift auf Bezugnahmen zu Jerusalem aus fast zwanzig unterschiedlichen Quellen zurück, die aus der Zeit vom dritten Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung bis ins dritte Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen, also grob sechs Jahrhunderte abdecken.

Eine Untersuchung der Quellen zeigt die komplette und einmütig Übereinstimmung der Autoren auf, dass Jerusalem aufgrund der Tatsache jüdisch war, dass es von Juden gegründet wurde, seine Einwohner Juden waren und dass der Tempel, der in Jerusalem stand, das Zentrum der jüdischen Religion war. Trotz der Tatsache, dass einige dieser Autoren entschieden negative Ansichten zu den Juden und dem Judentum hatten, stimmten sie alle bezüglich der jüdischen Identität der Stadt überein. Diese Texte besitzen eine Wichtigkeit, die ihren rein akademischen und kulturellen Inhalt übertrifft. Neulinge auf der historischen Bühne und ihre Apologeten haben ihre politischen Ansprüche auf historischen Darstellungen gegründet, die sie gefälscht haben. So gibt zum Beispiel der amerikanische Chefunterhändler Dennis Ross in seinem weitschweifigen Bericht über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000 einen Großteil für dessen Fehlschlagen dem verstorbenen Vorsitzenden Yassir Arafat von der palästinensischen Autonomiebehörde, der nicht nur „alte Mythen“ wiederholte, sondern „einen neuen erfand… [dass] der Tempel nicht in Jerusalem stand, sondern in Nablus.“[2]

Man mag zwar Arafats ungeheuerliche Äußerung als Fälschung abtun, die erfunden wurde, um für seine politische Agenda zu werben, aber die Lüge und ähnliche Behauptungen machen einen Teil der fortgeführten muslimischen Anstrengung aus Israels Anspruch auf Jerusalem zu verneinen, damit ein wesentliches Element des jüdischen Glaubens in Frage zu stellen und die historische Wahrheit anzugreifen.[3] Widerlegung solch falscher historischer Behauptungen mit Forschung haben sich gewöhnlich auf antike und mittelalterliche jüdische und christliche Quellen, moderne Forschung und archäologische Ausgrabungen gestützt.[4] Trotz der Tatsache, dass die antiken heidnisch-griechischen und -römischen Quellen sind seit Jahrhunderten bekannt, sie haben nicht das Level an Aufmerksamkeit erhalten, die ihrer Bedeutung entspricht. Die Verweise auf Jerusalem in diesen klassischen Texten demonstrieren nicht nur die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Jerusalem, sondern tragen auch zu unserem Wissen über Juden und Judentum in der antiken Welt bei. Es sollte angemerkt werden, dass solche Information, insbesondere der negativen Variante bezüglich der jüdischen Geschichte, Gesellschaft und Religion spätere christliche und westliche Sichtweisen über die Juden beeinflussten.[5]

Quellen

Die wichtigste Quelle für die meisten der griechischen Ansichten zu den Juden ist die Abhandlung „Gegen Apion“, die vom jüdischen Historiker Josephus irgendwann nach 93 christlicher Zeitrechnung in Rom geschrieben wurde.[6] Apion war ein griechischer Grammatiker und Intellektueller aus Alexandria; er war Mitte des ersten Jahrhunderts im Kampf gegen die Bürgerrechte der Juden in seiner Stadt aktiv und ein berüchtigter Verleumder der Juden und des Judentums. In „Gegen Apion“ präsentiert Josephus lange Zitate aus den Werken zahlreicher griechischer Autoren und Intellektueller aus dem dritten Jahrhundert vor bis ins erste Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. In einigen Fällen sind diese Schriften nur noch in der Arbeit von Josephus vorhanden.

Zwar sind einige Quellen gegenüber den Juden neutral oder sogar positiv, aber viele Berichte stellen die Juden und die jüdische Religion negativ dar und sind angefüllt mit ungeheuerlichen Lügen und Schmähungen. Josephus entlarvt diese antijüdischen Schriften akribisch und erfolgreich und stellt eine wirksame Verteidigung des Judentums zur Verfügung. Dabei stellt er seine Stärke und Größe in Kontrast zum heidischen Glauben und Lebensstil von Griechen und Römern heraus.[7]

Eine Auswahl anderer griechischer und lateinischer Arbeiten, die nicht länger vorhanden sind, könnte in weiteren heidnischen Anthologien zu finden sein, in den Schriften der Kirchenväter wie Origenes oder Eusebius von Caesarea und in spätbyzantinischen Texten. Zudem gibt es unabhängig davon existierende Schriften wichtiger Autoren wie dem römischen Redner Cicero und dem Historiker Tacitus, die Informationen zu den Juden bieten.[8]

Der gesamte Textkorpus in den Originalsprachen und englischen Übersetzungen, mit fachlichen Einleitungen, Kommentaren und Erklärungen steht der Öffentlichkeit in Form der exzellenten, umfassenden, dreibändigen Sammlung Greek and Latin Authors on Jews and Judaism[9] (Griechische und lateinische Autoren zu Juden und Judentum) von Menahem Stern zur Verfügung. Die in diesem Aufsatz genutzten Texte, in Englischer Übersetzung zitiert [und daraus ins Deutsche übersetzt] stammen von Professor Sterns magnum opus, zu dem 554 ausgewählte Texte verschiedener Länge und Inhalts gehören, die aus der Zeit vom fünften vorchristlichen bis zu sechsten Jahrhundert christlicher Zeitrechnung stammen.

Allgemeiner Hintergrund

Die Griechen waren vermutlich die ersten, die Informationen über die Bräuche, Lebensstil und Gesellschaft anderer Völker aufzeichneten, denen sie begegneten oder über die sie auf ihren Reisen in die verschiedenen Teile der Welt hörten. Die Juden waren eines der vielen Völker, die sie trafen und beobachteten.[10] Der „Vater der Geschichtsschreibung“, Herodot, der das unter persischer Herrschaft stehende Ägypten um 450 vor der christlichen Zeitrechnung besuchte, schrieb umfassend über die Ägypter und verwies auf die „Syrer von Palästina“, die beschnitten waren und von denen man annahm, dass sie die Juden sind.[11] Es ist wahrscheinlich, dass Herodot den Namen „Palästina“ prägte, nämlich für das Land Israel, da er den Nachfahren der Philister begegnete, die die Küstenstädte Gaza, Aschdod und Aschkelon bewohnten. Die Juden bewohnten die vom Meer abgeschnittene Region von Jerusalem und die umgebenden Berge, die als Judäa bekannt sind.[12]

Während der Jahrzehnte und Jahrhunderte, die der Eroberung des Nahen Ostens durch Alexander den Großen zwischen 340 und 320 vor der christlichen Zeitrechnung folgen, bevölkerten und kolonisierten griechische Soldaten und Zivilisten die gesamte Region, gründeten große Städte wie Alexandria in Ägypten und verbreiteten dort ihr System lokaler Regierung, Sprache, Kultur, Kunst, Religion und Lebensstil. Die Griechen befürworteten die Übernahme ihres Lebensstils und ihrer Sitten und traten dafür ein, die Hellenisierung, die in zeitgenössischer Ausdrucksweise eine erste Manifestation von „Globalisierung“ genannt werden könnte. Alle Völker, die sie beherrschten unnd unter denen sie lebten, einschließlich der Juden im Land Israel und der Diaspora (ein griechischer Begriff), mussten mit der Herausforderung der Hellenisierung durch Assimilation, Übernahme oder Widerstand fertig werden.[13]

Im späten 4. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung porträtieren verschiedene Texte die Juden auf höfliche Art, als Philosophen.[14] Das ganze dritte vorchristliche Jahrhundert hindurch zirkulierten jedoch weniger wohl gesinnte Kommentierungen der Juden im gesamten ptolemäischen Ägypten, das eine rasche Hellenisierung durchgemacht hatte. Herausragend unter den antijüdischen Beschuldigungen war eine Alternative zur biblischen Exodus-Erzählung.[15] Eine der Antiexodus-Erzählungen, vorgelegt vom ägyptischen Priester Manetho (Mitte des 3. Jhdt. vor christlicher Zeitrechnung) stellte die Juden als Fremde, Abkömmlinge von Schafhirten-Königen dar, die sich Ägypten unterworfen hatten und sich mit anderen zusammen taten, die mit Seuchen geschlagen waren und die Tiere töteten, die die Ägypter als Götter verehrten.[16] In der Nachfolge wurden sie aus Ägypten hinausgeworfen und gründeten ihren eigenen Staat unter ihrem Führer Moses, der ihnen einen Lebensstil gab, der sich von denen des Restes der Menschheit unterschied. Daher wurden die Juden der Fremdenfeindlichkeit und der Respektlosigkeit gegenüber den Göttern anderer Nationen beschuldigt; man betrachtete sie als Praktiker eines seltsamen Lebensstils.[17]

Einige Autoren erinnern an bestimmte jüdische Bräuche wie das Nichtvorhandensein einer Darstellung der Gottheit, die männliche Beschneidung, Speisevorschriften und die Beachtung eines wöchentlichen Tages der Rast, des Sabbath. Im Jahr 167 vor christlicher Zeitrechnung befahl der griechisch-seleukidische König Antiochus IV. sogar den Juden ein Götzenbild des Zeus im Tempel aufzustellen und die Beschneidung zu verbieten; er verlangte die Opferung von Schweinen und verbat den Sabbath zu begehen (1. Makkabäer 1,41-50). Er wollte so die einzigartigen Merkmale der jüdischen Religion eliminieren, die von den heidnischen Autoren festgestellt wurden.

Antiexodus-Erzählungen und Vorwürfe jüdischer Frevel gegen die Götter anderer Nationen kamen in Zeiten politischer und kultureller Krisen auf und könnten eine Reaktion auf die Tatsache sein, dass das Judentum für viele Griechen und Römer attraktiv war.[18] Bis Mitte des letzten Jahrhunderts vorchristlicher Zeitrechnung dominierten die Römer einen Großteil der bekannten Welt westlich des Euphrates mit seiner großen griechischen und jüdischen Bevölkerung. Die Römer übernahmen viele der griechischen Vorwürfe gegen die Juden, denen sie Beschuldigungen der Insubordination der römischen Herrschaft hinzufügten.

Diese griechischen Verleumdungen waren derart verankert, dass selbst einige Jahrzehnte nach der brutalen Unterdrückung der jüdischen Revolte gegen Rom (66-70 christlicher Zeitrechnung) und der Zerstörung des Tempels und Jerusalems (im Jahr 70 christlicher Zeitrechnung) wiederholt der römische Historiker Tacitus die Standard-Falschmeldung über den Exodus und drückte sich so aus, als ob die Juden immer noch eine große Bedrohung der imperialen Weltherrschaft seien; dazu schrieb er: „… Moses führte neue religiöse Praktiken ein, die denen aller anderen Religionen stark entgegen standen. Die Juden betrachten alles als gottlos, das uns heilig ist; andererseits erlauben sie alles, was wir verabscheuen.“[19]

Jerusalem im Kontext

Die meisten griechischen und römischen Texte zu Jerusalem müssen daher im Kontext des oben beschriebenen allgemeinen Hintergrunds betrachtet werden. Das gilt für die in Josephus’ „Gegen Apion“ zitierten Texte wie für spätere Werke und die Bücher, die als unabhängige Werke erhalten blieben, so die „Geschichten“ von Tacitus.

Die Erwähnung Jerusalems geschieht in verschiedenen Zusammenhängen. Erstens ist es der Höhepunkt der weitgehend abschätzigen Grundlagen-Darstellungen Judäas und des jüdischen Volkes, die mit der Vertreibung aus Ägypten beginnen. Zweitens ist Jerusalem verbunden mit dem Bau und der Existenz des jüdischen Tempels und des Tempelkultes und seiner Praktiken, die die Griechen und Römer mit Faszination betrachten, trotz der Tatsache, dass sie sie höchst geschmacklos und widerwärtig gefunden haben dürften. Josephus widmet der Darstellung und Zurückweisung der grundlegenden Darstellungen und der Verleumdungen der Juden und der Tempelbräuche viel Aufmerksamkeit.

Drittens und abhängig von der Zeit ihrer Werke hielten verschiedene Autoren historische Ereignisse fest, nämlich die Invasionen Jerusalems durch Griechen und Römer. Die wichtigen Eroberungen der Stadt waren die Übernahme des Tempels durch den Seleukiden-Monarchen Antiochus IV. im Jahr 167 vor der christlichen Zeitrechnung und die Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch Titus während der Großen Revolte gegen Rom im Jahr 70 christlicher Zeitrechnung.

Viertens erscheinen physische Beschreibungen Jerusalems in geographischen und ethnographischen Arbeiten, mit oder ohne die vereinzelte historische Tatsache. Schließlich erscheint in verschiedenen römischen Quellen der Begriff „Solymna“ (Jerusalem) als Teil einer Beleidigung. Einige Autoren kombinieren einige der oben genannten Merkmale: Gründungserzählungen, Konzentration auf den Tempel, historische Ereignisse, physische Beschreibungen und den Gebrauch des Namens der Stadt auf erniedrigende Weise.

Jerusalem in Gründungserzählungen

Griechen und Römer erforschten ihre eigene Herkunft und die Anfänge der Völker, Länder und Städte, die sie eroberten und regierten. Darüber hinaus versuchten sie ihren Lesern zu erklären, wie bestehende Stätten, Schreine und Bräuche entstanden und mögliches Nachfragen, wann und unter welchen Umständen zeitgenössische Ereignisse und Bräuche begannen. Daher präsentierten und wiederholten sie Gründungserzählungen. Das früheste griechische Material zum Bau Jerusalems erscheint als Teil des Abschlusses der oben erwähnten Antiexodus-Erzählungen.

Nach Manetho zum Beispiel dominierte ein widerrechtlich herrschender Schafhirten-König names „Hyksos“ das Land, nachdem der Pharao die frevlerischen Juden vertrieben hatte. Ihnen schlossen sich andere an, die von Lepra und anderen Krankheiten heimgesucht waren. „Sie reisten durch die Wüste… sie bauten in dem Land, das jetzt Judäa genannt wird, eine Stadt, groß genug, um all die Tausende Menschen zu beherbergen und gaben ihr den Namen Jerusalem.“ In einem oflgenden Teil zitiert Josephus wieder Manetho, der erklärt, dass die Juden, nachdem sie „aus dem Land getrieben wurden, das besetzten, was jetzt Judäa ist, Jerusalem gründeten und den Tempel bauten“. Josephus zitiert fälschlicherweise Manethos Geschichte, sie schriebe Moses den Bau des Tempels zu; er erwähnt, dass Manetho feststellt, Moses, „der ihre [der Juden] Verfassung und ihre Gesetze formulierte“, ein geborener Ägypter war.[20]

In einem Bericht von Hecataeus von Abdera (ca. 300 vor christlicher Zeitrechnung) erscheint Jerusalem gegen Ende seines Gegenexodus-Berichts und vor seiner Beschreibung der jüdischen Gesellschaft und Praktiken. Er schreibt die Vertreibung der Juden der Pestilenz zu, die die Ägypter der Anwesenheit der Fremden, nicht nur den Juden, zuschrieben, die dafür sorgten, dass die Einheimischen die Einhaltung ihrer religiösen Pflichten wankten. „Daher wurden die Fremden aus dem Land getrieben.“ Einige gingen nach Griechenland, aber die meisten „wurden in das getrieben, was jetzt Judäa genant wird … das damals völlig unbesiedelt war… Bei der Besitznahme des Landes gründete er [Moses], neben anderen Städten eine, die berühmter ist als alle anderen, Jerusalem genannt. Zusätzlich baute er den Tempel, den sie in höchster Verehrung halten, führte ihre Anbetungsformen und –rituale ein, entwarf ihre Gesetze und befahl ihre politischen Institutionen.“[21]

Hecataeus und andere Autoren nennen Moses als Gründer Jerusalems, Erbauer des Tempels und Architekten der jüdischen Religion. Dieser Punkt unterscheidet sich beträchtlich von der hebräischen Bibel, die König David als den Eroberer und Erauer der Stadt angibt und seinen Sohn König Salomo als den Bauer des Tempels (2. Samuel 5,6-12; 1. Chronik 11,4-9; 1. Könige 6, 1-38 und 7,15-51; 2. Chronik 2,1-5,2). Für einen Griechen jedoch würde es Sinn machen, dass Moses den Tempel baute. Logisch gesprochen musst der erste wichtige Führer des Volkes, der Eroberer seines Landes und Verfasser seiner Gesetze und sozialen Normen als der Gründer seiner wichtigsten Stadt und heiligen Stätte sein. Es ist bemerkenswert, dass Moses, „der Gesetzgeber“, sowohl in griechischen wie in römischen Schriften und in Josephus’ Verteidigung des Judentums in der zweiten Hälfte seines „Gegen Apion“ eine auffällige Rolle als Gründer des Judentums spielt.[22]

Die Verbindung zwischen der Vertreibung aus Ägypten und dem Bau Jerusalems erscheint in späteren Quellen, die eine negativere Sicht der Juden und des Judentums haben. Diese Veränderung fand nach der Eroberung Jerusalems und der Entweihung des Tempels durch Antiochus IV. und seiner folgenden Niederlage gegen die Juden statt. Zum Beispiel recycelt der Kompilator Diodorus Siculu (1. Jhdt. unserer Zeitrechnung) das wichtige anti-Exodus-Komplott von Manetho. Her wurden die Juden aus Ägypten vertrieben, weil sei „nicht gottesfürchtig und von den Göttern gehasst waren“. Ihnen schlossen sich andere an, „die Zeichen der Lepra am Körper trugen… Die Flüchtlinge besetzten das Gebiet um Jerusalem und hatten in der Organisation der Nation der Juden ihren Hass gegen die Menschheit zu einer Tradition gemacht und aus diesem Grund äußerst absonderliche Gesetze eingeführt…“ Später verweist Diodorus auf „Moses, den Gründer Jerusalems“.[23]

Auf gleiche Weise zitiert Josephus einen Auszug von Lysimachus (vermutlich 1. Jhdt. d. Zeitrechnung) ein, dessen Werk eine antijüdische Voreingenommenheit zum Ausdruck bringt, die der des Apion nahe kommt. Lysimachus erzählt, dass nach der Vertreibung der leprakranken Juden aus den ägyptischen Tempeln, in denen sie Zuflucht gesucht hatten, „ein gewisser Moses“ sie lehrte „keinem Menschen gegenüber Wohlwollen zu zeigen“ und „jeden Tempel und Altar der Götter niederzureißen…“ Sie kamen schließlich „in das Land, das jetzt Judäa heißt, wo sie eine Stadt bauten, in der sie siedelten. Diese Stadt wurde wegen ihrer frevlerischen Neigungen Heriosyla [Zerstörerin der Heiligtümer] genannt. Später … änderten sie den Namen, um die schmachvollen Zuschreibungen zu vermeiden und nannten die Stadt Hierosolyma und sich selbst Hierosolymiten.“[24]

Um 110 unserer Zeitrechnung, mehrere Jahrzehnte nach der Niederlage der Juden durch die Römer im Jahr 70, schrieb der römische Historiker Tacitus einen kurzen Exkurs über die Juden in seinen Historiae. Die Große Revolte gegen Rom und die Belagerung und Zerstörung Jerusalems durch Titus, die den größten Teil dieses Teils des Werks des Tacitus ausmachen, erschienen im Kontext dieser umfasenden Abhandlung der flavischen Dynastie, dem Thema seines Werks. Tacitus erklärt offen, dass Jerusalem „die Hauptstadt der Juden“ ist. Vor seiner Beschreibung der Verwüstung berichtet er knapp über ihre Entstehung und etwas aus ihrer Geschichte. Tacitus beschreibt die Herkunft der Juden als entweder aus „Ida“ auf Kreta oder aus Äthiopien oder Assyrien und ihre Anführer als „Hierosolymus und Iuda“. Er fügt hinzu: „Andere sagen, dass die Juden erlauchter Herkunft seien; sie seien die Solymi, ein Volk, das in Homers Gedichten gefeiert wird, die eine Stadt gründeten und ihr den Namen Hierosolyma gaben.“[25]

Es folgt eine Version der griechischen Antiexodus-Geschichte, in der Tacitus vermerkt, dass Moses mit seinen Mitexilanten ein Land eroberte, dessen frühere Einwohner vertrieb, eine Stadt gründete und einen Tempel einweihte. Danach beginnt er einen boshaften Angriff auf die fremdenfeindlichen Gesetze des Mose und den Lebensstil, die sogar bis in seine Zeit fortbestehen.[26] Eine kurze geografische Beschreibung des Landes und Jerusalems gehen einer knappen Zusammenfassung der Geschichte Judäas voraus, seiner Beherrschung durch Rom und der Ereignisse, die zur Großen Revolte, der Niederlage der Juden und der Zerstörung Jerusalems führten.[27]

Zusammengefasst heißt das, dass Jerusalem eindeutig die Hauptstadt der Juden ist, gegründet von einem Volk, das unter unheilvollen Umständen aus Ägypten vertrieben wurde. Die Juden waren entweder unterdrückerische Fremde oder Träger einer Plage und der Lepra oder beides. Ihre Anführer Moses richtete sie mit seltsamen Bräuchen und Gesetzen gegen die Menschheit, gründete eine Stadt – Jerusalem – und baute einen Tempel. Dessen Inneres und die kultischen Praktiken werden unten besprochen. Es ist klar, dass mit Beginn des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, als Tacitus seine Historiae schrieb, diese Darstellung der Umstände der Gründung Jerusalems zur Standardschilderung unter griechischen und römischen Autoren geworden war.

Die zentrale Rolle des Tempels

Der Tempel der Juden war ein berühmtes Gebäude, auch wenn er nicht zu den sieben Weltwundern der antiken Welt gehörte. Nach Angaben griechischer und römischer Quellen befand er sich definitiv in Jerusalem, einer Stadt, die von Juden gegründet und bewohnt war. Die oben angeführten Berichte weisen zwar Moses als Gründer des Tempels aus, doch drei relativ unklare Quellen des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung verweisen bezüglich des Tempels auf König Salomo und stellen seine Verbindung mit König Hiram von Tyrus heraus, der ihm beim Bau half. Dies sind kurze Quellen, keinen historischen Hintergrund oder Material zu den Juden beinhalten.[28]

Einige der Auszüge in Gegen Apion beinhalten neben dem Antiexodus-Bericht Beschreibungen des Inneren und Äußeren des Tempels und einige seiner Rituale. Beispielsweise erklärt Hecataios, es gäbe im Zentrum der Stadt ein umzäuntes Grundstück „mit einem quadratischen Altar, der aus ausgehäuften Steinen besteht, die unbehauen und roh sind“. Der Tempel selbst ist „ein großes Gebäude, das einen Altar und einen Lampenständer beinhaltet, beide aus Gold gemacht … darüber ein Licht, das nie gelöscht wird… es gibt nicht eine einzige Statue oder Weihopferstätte, nicht die Spur einer Pflanze in der Form eines heiligen Hains oder etwas in der Art“.[29] Und in seinem Bericht der Belagerung Jerusalems durch Titus beschreibt Tacitus den Tempel als „… wie eine Zitadelle gebaut, mit eigenen Mauern … die Kolonnaden bilden eine hervorragende Verteidigungsanlage. Innerhalb des Geländes gibt es eine nicht versiegende Quelle“.[30]

Zusätzlich zu den physischen Beschreibungen erwähnen die Autoren den religiösen Aspekt des Tempels, der sich radikal vom griechischen und römischen Heidentum unterscheidet. In dem von Diodorus bewahrten Text erwähnt Hecataios die Priester und ihre Dienste im Tempel und beschreibt sogar einen Lobpreisdienst und eine Opferung.[31] Gleichermaßen vermerkt der römische Historiker Livy aus dem ersten Jahrhundert, dass die Juden nichts sagen, „welcher Gottheit der Tempel in Jerusalem gehört, noch ist dort ein Bildnis zu finden, da sie nicht glauben, dass Gott eine Gestalt hat“.

Im gleichen Ton berichtet Tacitus, es gäbe „keine Darstellungen von Göttern darin, doch … der Ort war leer und der heilige Schrein beinhaltete nichts“ und „nur ein Jude darf sich seinen Türen nähern und allen außer den Priestern war es untersagt seine Schwelle zu überschreiten“.[32] Cassius Dio (ca. 200 unserer Zeitrechnung) erinnert sich, dass die Juden „niemals eine Statue der Gottheit hatten, nicht einmal in Jerusalem“. Letzterer erklärt, dass ihr Tempel „extrem groß und schön war, nur dass er offen und ohne Dach war“.[33]

Hecataios, Livy und Cassius Dio erklären in sachlicher Art das Nichtvorhandensein von Darstellungen als Teil des jüdischen „Andersseins“. Verschiedene griechische Autoren jedoch interpretieren die Tatsache, dass es keine Götterstatuen im Tempel gab, als ungewöhnlich, aber auch als barbarisch und Hinweis auf jüdische Misanthropie. Aus ihrer Sicht war es unvorstellbar, dass ein heiliger Schrein leer ist. Daher boten mehrere Autoren ihre Version dessen, was genau in dem Tempel stand. Diodorus (1. Jhdt.) schreibt, „Antiochus, genannt Epiphanes, nach dem Sieg über die Juden das Innerste Heiligtum des Tempels des Gottes betrat, das nach dem Gesetz nur der Priester alleine betreten durfte. Dort fand er die Marmorstatue eines Mannes mit langem Bart, der auf einem Esel saß, ein Buch in der Hand; er sollte das Abbild Moses, des Gründers Jerusalems sein… der den Juden ihre misanthropischen und gesetzlosen Bräuche geweiht hatte. … Antiochus … opferte vor dem Bildnis des Gründers und dem Altar im Freien dem Gott eine große Sau.“[34] Diodorus behauptet, was am heiligsten Ort des Judentums stand, war lächerlich und abstoßend: die Anwesenheit einer Statue auf einem Esel, einem niederen Lasttier, dessen Reiter die jüdische Fremdenfeindlichkeit eingeführt hatte; und dass Antiochus ein Tier opferte, von dem jeder weiß, dass es den Juden in ihrer heiligsten Stätte verboten ist.[35]

Apion (mitt des ersten Jahrhunderts) vermittelt eine gehässige und verleumderische Beschreibung der Inhalte des Heiligtums in Jerusalem. Um seinen antijüdischen Argumenten mehr Gewicht zu verleihen, schreibt Apion seinen Bericht dem bekannten griechischen Philosophen und Völkerkundler Posidonius (ca. 135-51 vor unserer Zeitrechnung) und dem Redekünstler Apollonius Molon (1. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung) zu.[36] Wie im Fall des Diodorus dient die Invasion des Antiochus Epiphanes als Ausgangspunkt der Beschreibung und zwar wie folgt: „Innerhalb des Heiligtums … hielten die Juden einen Eselskopf [aus Gold gefertigt], beten das Tier an und halten es für zutiefst verehrenswert.“[37]

Die Erzählung wir mit einer erstaunlichen Schmähung fortgesetzt. Apion berichtet, dass, als Apion das Heiligtum betrat, einen Griechen dort gefangen gehalten vorfand, auf einem Sofa neben einem Tisch, der mit exzellentem Essen beladen war. Der Grieche jubelte Antiochus als seinem Retter zu. Denn nach Angaben von Apion entführten die Juden gewöhnlich einmal im Jahr einen Griechen, brachten ihn in das Heiligtum, mästeten ihn mit üppigen Mahlzeiten, opferten ihn, aßen sein Fleisch und schworen dann einen Eid der Feindseligkeit gegenüber den Griechen.[38] Während Josephus diese Falschaussage als böswilligen Müll und Lügen ohne Grundlage abtut, ist doch klar, dass die Tatsache, dass die Juden keine Statuen in ihrem Tempel in Jerusalem hatten, als Hintergrund für Fälschungen und Beschuldigungen wie Entführungen, Menschenopfer, Kannibalismus und Misanthropie seitens der Juden diente.[39] Diese Verleumdung bot die Grundlage für die Versuche sie ihnen ihre Bürgerrechte zu berauben, die ihnen im Alexandria des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung in Alexandria durch Personen wie Apion abgestritten wurden. Daher stellt sich der Tempel als bedeutendes Merkmal des heidnischen Antijudaismus heraus.

Zusätzlich wurde die Tatsache, dass die Juden jährlich dem Tempel spendeten, wodurch sie ihn mit silbernen und goldenen Objekten und Geld anfüllten, als Streitpunkt betrachtet. Im Jahr 59 vor unserer Zeitrechnung verteidigte der große römische Redner Cicero Flaccus, als dieser die Juden des Reiches davon abhalten wollte große Geldsummen nach Jerusalem zu schicken. Cicero beschreibt die Sammlung riesiger Mengen an Gold und nennt das Judentum einen „barbarischen Aberglauben“.[40]

Tacitus fügt seiner Kritik am Judentum und dem Tempel eine finanzielle Dimension hinzu, indem er sich beschwert, dass andere Völker sich den Juden anschließen, „der Religion ihrer Vorväter abschwören … Tribute schicken und für Jerusalem spenden, womit sie den Reichtum der Juden vermehren“.[41] Während sowohl Cicero als auch Tacitus Jerusalem als Ziel der Spenden der Juden erwähnen, wird aus dem Kontext klar, dass sie für den Tempel bestimmt sind, den Letzterer als „im Besitz enormer Reichtümer“ beschreibt.[42]

Daraus ist zu schließen, dass Beschreibungen des Tempels einen Teil der Berichte über Jerusalem und das Judentum bilden. Sie reichen vom Faktischen bis zum Verleumderischen und Bizarren. Für die Griechen und Römer war Jerusalem für seinen Tempel berühmt, der als Fokus der fremdenfeindlichen, seltsamen und möglicherweise bedrohlichen Riten der Juden diente, deren Spenden viel Gold in die Stadt brachten. Dieses mag ein gewisses Maß an Neid unter den Nichtjuden begünstigt haben. Nach seiner Zerstörung im Jahre 70 bestand die Erinnerung an den Tempel in der retrospektiven Geschichtsschreibung von Tacitus und Cassius Dio fort.

Historische Ereignisse

Jerusalem und der Tempel erscheinen als Ort mehrerer wichtiger historischer Ereignisse, hauptsächlich bei der Eroberung durch griechische Monarchen und römische Generäle. Wir haben von der Bedeutung des Einzugs von Antiochus IV. Ephiphanes und seiner Plünderung des Tempels erfahren, die als Vorwand für antijüdische Beschreibungen des Inneren des Heiligtums, Verdrehungen über das Judentum und der Verleumdung der Juden herhielten. Antiochus erscheint in den Werken des Diodorus und des Apion in positivem Licht, wie oben angeführt. Gleichermaßen präsentiert Tacitus Antiochus positiv als Prototypen eines Führers, der versucht „den jüdischen Aberglauben abzuschaffen und die griechische Zivilisation einzuführen“.[43]

Es ist bemerkenswert, dass eine frühere Eroberung Jerusalems durch den griechisch-ägyptischen König Ptolemäus, den Sohn des Lagos, der dem obskuren Agatharchides von Knidos (2. Jhdt. vor unserer Zeitrechnung) bereits eine Gelegenheit sich zu der Tatsache zu äußern, dass „das als Juden bekannte Volk, das die überaus stark befestigte Stadt bewohnten, die von den Einheimischen Jerusalem genannt wurde“, ihre Stadt verloren, weil sie sie am Sabbath nicht verteidigen konnten. Josephus schließt dieses Zitat in Gegen Apion als eine der frühen heidnischen Kritiken des jüdischen Sabbath ein, den Agatharchides als „Torheit“, „Träumerei“ und „traditionelle Einbildungen über das Gesetz“ bezeichnet.[44]

In diesem Fall dient die Eroberung Jerusalems als Hintergrund für die unvorteilhaften Kommentare über den Sabbath. Gleichermaßen schreibt Cassius Dio die Eroberung des Tempels durch den römischen General Pompejus den Großen im Jahr 63 der Tatsache zu, dass die Juden, angesichts ihrer „abergläubischen Ehrfurcht“ die Stadt am „Tag des Saturn“ (dem Sabbath) nicht verteidigten.[45] Cassius Dio konzentriert sich jedoch auf römische Siege und Leistungen und erwähnt das Thema Sabbath nur nebenbei.

Der Biograph Plutarch (Mitte erstes bis Anfang zweites Jahrhundert) vermerkt die Belagerung Jerusalems durch den Seleukidenmonarchen Antiochus VII. Sidetes von 133 bis 132 vor unserer Zeitrechnung zur Zeit des jüdischen Laubhüttenfestes. Der Autor beschreibt dieses Fest ausführlich in einer anderen Arbeit.[46] Nach Angaben von Plutarch lieferte Antiochus VII. die Opfertiere für den Tempel und erlaubte eine siebentägige Waffenruhe, nach der sie Juden sich ihm unterwarfen.[47] Aus dieser Passage wird deutlich, dass die Einwohner Jerusalems die Juden sind, dass ihr Tempel dort steht und dass ihre religiösen Bräuche Auswirkungen auf den Ausgang des Einfalls der griechischen Herrscher hatte.

Jerusalem dient auch als Schauplatz für Lobreden auf römische Persönlichkeiten oder die Glorifizierung der Siege und Geschichte Roms. Die Eroberung Jerusalems und des Tempels durch Pompejus den Großen im Jahr 63 erscheint in mehreren römischen Quellen. Livy erklärt fälschlicherweise, dass Pompejus der erste war, der Jerusalem und den Tempel eroberte.[48] Andere Autoren konzentrieren sich auf die Tatsache, dass Pompejus weder dem Tempel Schaden zufügte noch etwas von dem Gold oder Gerätschaften aus ihm entfernte.[49]

Jerusalem und der Tempel sind in diesen Abschnitten zwar wichtig, aber sie dienen als Hintergrund für das Lob auf die römischen Eroberer. Gleichermaßen bilden die Stadt Jerusalem und ihre Zerstörung Teil der Geschichte des römischen Reiches in den Arbeiten des Tacitus und des Cassius Dio, im Falle des Tacitus auch für die Leistungen der flavischen Dynastie.[50] Diese Historiker unterstellen römische kulturelle Überlegenheit und politische Hegemonie in der ganzen Welt und die Eroberung und Unterwerfung Jerusalems unterstützte diese Weltsicht.

Ein herausstechendes Beispiel für die Rolle Jerusalems als Ort eines weniger wichtigen Ereignisses im Leben eines Kaisers kann in Suetons Die zwölf Cäsaren gefunden werden, einer Arbeit, die mit reichlich intimen Details des öffentlichen und privaten Lebens der ersten zwölf römischen Kaiser versehen ist. In seiner Biographie des Titus, damals Kommandeur der kaiserlichen Truppen seines Vaters Vespasian und später selbst Kaiser, schreibt Sueton: „Beim letzten Angriff auf Jerusalem tötete er zwölf der Verteidiger mit genauso vielen Pfeilen; und er nahm die Stadt am Geburtstag seiner Tochter ein, womit er die Soldaten in Freude versetzte und ihre Verehrung gewann…“[51] In diesem Fall „ist das Persönliche politisch“ und Jerusalem dient als Ort der Erinnerung an ein Ereignis im Privatleben des Titus.

Schließlich benennt Cassius Dios unverzichtbarer Bericht über den jüdischen Aufstand gegen Kaiser Hadrian (132-135 unserer Zeitrechnung) das Folgende als eine Ursache der Revolte: „In Jerusalem gründete er [Hadrian] eine Stadt an Stelle derer, die geschleift worden war; er nannte sie Aeolia Capitolina. An der Stelle des Tempels des Gottes errichtete er einen neuen Tempel für Zeus [Jupiter].“[52] Dio fährt dann mit seinem Bericht über den Aufstand der Juden und seiner systematischen Niederschlagung durch die Römer fort.

Obwohl die Quelle sich auf den Verlauf der Revolte gegen Hadrian konzentriert, wird die Gründung einer heidnischen Stadt auf den Ruinen Jerusalems und eines heidnischen Tempels auf dem Tempelberg als historische Tatsache dargestellt und nicht einfach als Hintergrund für die Ansichten des Autors zur jüdischen Religion oder seines Lobes eines bestimmten Kaisers. Einmal mehr werden Jerusalem, der Tempel und die Juden in einem wichtigen römischen Geschichtswerk miteinander verbunden, das mehr als ein Jahrhundert nach der Zerstörung der Stadt und seines heiligsten Ortes schrieben wurde.

Physische Beschreibungen

Griechen und Römer zeigten ein großes Interesse an ihrer Umgebung, fernen Ländern, Naturphänomenen und Sehenswürdigkeiten; dazu gehörte auch Jerusalem. Einige der Beschreibungen Jerusalems gehen Details über den Tempel und das Judentum voraus; andere erfolgen innerhalb des Kontextes historischer Ereignisse wie der Belagerung durch Titus im Jahr 70. Allgemein kann man sagen, dass Jerusalem als stark befestigte Stadt mit einem Tempel erscheint, die schwer zu erobern ist. Ein paar Autoren erwähnen, dass sie über Wasserquellen verfügt und eine Reihe Autoren geben Maße ihrer Fläche an. Trotz der Neigung der antiken Welt Zahlen zu übertreiben ist klar, dass Jerusalem relativ groß und bevölkerungsreich war.

Der in Gegen Apion zitierte Auszug von Hecataios beschreibt die Stadt wie folgt: „Die Juden haben… nur eine befestigte Stadt, die einen Umfang von etwa 50 Stadien besitzt und etwa hundertzwanzigtausend Einwohner; sie nennen sie Jerusalem. Beinahe im Zentrum der Stadt steht eine Steinmauer, die eine Fläche von etwa fünf Plethra lang hundert Ellen breit, in die man durch ein Doppeltor eintritt.“[53] Dann geht er zur Beschreibung des Tempels über.

Agatharcides vermerkt, dass Jerusalem „die am stärksten befestigte Stadt“ ist.[54] Der unbekannte griechische Autor Timochares (spätes 2. Jhdt.) erklärt: „Jerusalem hat einen Umfang von 40 Stadien. Sie ist schwer zu erobern, da sie auf allen Seiten von steilen Schluchten umgeben ist. Die ganze Stadt hat einen Überfluss an fließendem Wasser, so dass auch die Gärten von den Strömen aus der Stadt bewässert werden.“[55]

In der anonymen Schoinometresis Syriae, die möglicherweise von Xenophon von Lampsacus (ca. 100 unserer Zeitrechnung) geschrieben wurde, vermerkt der Autor: „Jerusalem liegt auf hoch gelegenem und rauem Terrain; einige Teile der Mauer sind aus behauenem Stein gebaut, aber zumeist besteht sie aus Kies. Die Stadt hat einen Umfang von 27 Stadien und innerhalb gibt es eine Quelle, aus der Wasser in Hülle und Fülle sprudelt.“[56]

Gleichermaßen zeichnete der römische Universalgebildete Plinius der Ältere (starb 79 unserer Zeitrechnung) in seiner berühmten Naturgeschichte auf, dass das Tote Meer „im Süden Machaerus zuwendet, das einmal nach Jerusalem die wichtigste Festung in Judäa war…“ und das „Engeda [die Oase Ein Gedi] in der Fruchtbarkeit ihres Landes und den Palmenhainen nur hinter Jerusalem zurückstand, aber jetzt, wie Jerusalem, ein Haufen Asche ist.“[57]

Sowohl Tacitus als auch Cassius Dio liefern in ihren Berichten der römischen Eroberungen der Stadt Details zu Jerusalem. Trotz der Tatsache, dass sie zerstört worden war, nutzt Tacitus die Gegenwartsform, als würde sie noch stehen. Vor seinem weitschweifigen Abschnitt über die Große Revolte gibt er eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Stadt, die er folgendermaßen einleitet: „… Die erste Festungslinie schützte die Stadt, die nächste den Palast und die innerste den Tempel.“[58] Zu Zeit der Belagerung Jerusalems durch Titus beschreibt Tacitus dessen Verteidigungsanlagen: „… die Stadt liegt auf einer Anhöhe;… die beiden Hügel, die noch höher hinaufragen, wurden mit Mauern umgeben, die sachkundig gebaut waren… Die Steine endeten in jähen Felsen und Türme erhoben sich zu einer Höhe von sechzig Fuß, wo der Hügel die Befestigungen unterstützte und von den Tälern aus erreichten sie einhundertzwanzig; sie bildeten einen wundervollen Anblick… Eine innere Linie von Mauern war um den Ort gebaut worden und auf einer auffälligen Höhe stand der Turm der Antonia… in den Hügeln gibt es unterirdische Aushebungen mit Becken und Zisternen, die das Regenwasser speichern.“[59]

Cassius Dio sagt kurz, dass zur Zeit der Belagerung durch Titus einige Römer glaubten, die Stadt sei uneinnehmbar und zur Gegenseite überliefen. Ihre Stärke lag in der Tatsache, dass sie „drei Mauern hatte“, einschließlich der, die den Tempel umgab“ und dass die Juden „Tunnel aus dem Innern der Stadt gegraben hatten, die unter den Mauern hindurch führten“, aus denen heraus sie die römischen Wasserversorgung angriffen.[60] Sowohl Tacitus als auch Cassius Dio betonen, die Befestigungen der Stadt und zeigen so die große Leistung auf, die die Römer durch die Eroberung und völligen Zerstörung Jerusalems erbrachten. Die physischen Beschreibungen werden eindeutig der Verherrlichung des römischen Reiches untergeordnet.

Der Gebrauch des Begriffs „Solyma“

Verschiedene römische Autoren nach dem Jahr 70 benutzen den Begriff „Solyma“ (Jerusalem) in abfälliger Weise. Wie oben beschrieben war die Erklärung der Etymologie des Namens der Stadt Teil der Gründungserzählungen von Lysimachus, Plutarch und Tacitus. Nach der Zerstörung Jerusalems scheint der Begriff „Solyma“ eine abschätzige Bedeutung angenommen zu haben, die in persönlichen Beleidigungen und Beschuldigungen benutzt wurde und nichts mit seiner Herkunft zu tun hat. Dieser Gebrauch des Begriffs bedeutet sowohl Verhöhnung des Judentums als auch die Verbindung mit einem besiegten Volk und einer zerstörten Stadt, deren Eroberung für die Römer schwierig war.

Offensichtlich war das Judentum, trotz der Tatsache, dass Jerusalem in Ruinen lag und seine Einwohner getötet, ins Exil getrieben oder in die Sklaverei verkauft worden waren, für die Römer weiterhin attraktiv. Im späten ersten Jahrhundert beleidigen sowohl Valerius Flaccus als auch der für seine Spottgedichte berühmte Martial ihre nicht jüdischen Rivalen und Gegner dadurch, dass sie sie mit „Solyma“ in Verbindung bringen. In seiner Hetzschrift gegen Domitian, den Bruder des Titus, vermerkt Flaccus, dieser „stinke nach dem Staub von Solyma“. Martial vergleicht seinen Rivalen verächtlich mit dem, der „aus dem jetzt von Feuer verzehrten Solyma kommt, das jetzt zu Tributzahlungen verdammt ist“.[61]

Der Begriff erscheint in den Satires von Juvenal (60-130 unserer Zeitrechnung), der einige Spitzen gegen das Judentum verfasste, das er als abergläubischen Unsinn und wegen seiner Popularität destruktiv für die römische Gesellschaft und das römische Familienleben betrachtete. Er etikettiert die Juden als falsche Propheten und Bettler und verspottet „eine gelähmt Jüdin“, die „Auslegerin der Gesetze Jerusalems“ ist. (latein. legum Solymarum).[62] In diesem Fall bedeutet „Solyma“ oder „Jerusalem“ die verhasste Religion des Judentums.

Schlussfolgerung

Für antike griechisch- und römisch-heidnische Autoren war Jerusalem eine jüdische Stadt und der Ort des Tempels, des heilige Ortes der Juden. Sie wurde weit in der Vergangenheit von Juden des Altertums gegründet, vermutlich von Moses, der ein Volk Ausgestoßener anführte, die aus Ägypten vertrieben worden waren; er gründete ihre Theologie, Gesetze und Bräuche, die für den Großteil der Menschheit schädlich waren und es weiter sind.

Der Tempel war das religiöse Zentrum der Juden, wo ihre Feindschaft gegenüber anderen verstärkt wurde. Jerusalem war ein stark befestigte und fruchtbare Stadt, die verschiedentlich von Griechen und Römern angegriffen wurde. Zwar gegen ihrer natürlichen Verhältnisse und ihrer Befestigungen schwer zu erobern, marschierten die Römer in sie ein und zerstörten später sowohl die Stadt als auch den Tempel. Alle Juden waren mit Jerusalem verbunden, durch historische Herkunft, finanzielle Abgaben an den Tempel oder religiöse Sitten, die aus dieser Stadt und ihres Gründers herrührten.

Da das Judentum als eine Art fremdenfeindlichen Aberglaubens betrachtet wurde, von Natur aus den heidnischen Göttern und dem griechischen wie römischen Lebensstil feindlich gesinnt und eine Bedrohung der römischen Gesellschaft, weil sie für viele ansprechend war, wurden die Erinnerung und der Begriff „Solyma“ oder „Hierosolyma“ gelegentlich zum Synonym für alles, was jüdisch war und von den verschiedenen römischen Autoren verabscheut wurde. Daher war die einzige Identität Jerusalems sein Status als „Hauptstadt der Juden“.

Anmerkungen:

* Für Isaac Jacob Meyers (1979-2008) In Memoriam Perpetuam.
Mein Cousin Isaac Jacob Meyers aus New York war Doktorand der Klassischen Antike an der Harvard University. Als praktizierender Jude liebte Isaac Jerusalem, das Judentum, Hebräisch, Latein und Griechisch. Sein vorzeitiger Tod durch einen Verkehrsunfall ist ein großer persönlicher Verlust und ein Verlust für die Gelehrtenwelt. Möge die Erinnerung an ihn gesegnet sein.
Ich möchte meinen Dank aussprechen: an Herrn David Zwebner und Herrn Menahem Lewinsky von der Hazvi Yisrael-Synagoge in Jeruaslem, die mich einluden am Jerusalem-Tag, 1. Juni 2008, vor ihrer Gemeinde zu sprechen, wo ich einen Vortrag in Hebräisch zu diesem Thema hielt, der als Inspiration zu diesem Aufsatz diente.

[1] Tacitus: Historiae V, 8,1, in: Menahem Stern: Greek and Latin Authors on Jews and Judaism. Jerualem: Israel Academy of Sciences and Humanities, Vol. II, Nr. 281, 1980, S. 21, 28. Der lateinische Text ist: „Hierosolyma genti caput.“Der Begriff „gens“ bezieht sich auf das Volk von Judäa, die Juden, die im ersten Teil des Satzes erwähnt werden. Alle Quellen in diesem Aufsatz entstammen Sterns Anthologie, s. Anmerkung 9.
[2] Dennis Ross: The Missing Peace. The Inside Story of the Fight for Middle East Peace. New York, Farraf, Straus and Giroux, 2004, S. 694, 699. Es sit bemerkenswert, dass die heidnische Stadt Nablus (die arabische Aussprache des griechischen “Neapolis”) vom römischen Kaiser Vespasian einige Jahre nach seinem Sieg über die Juden und der Zerstörung des Tempels und Jerusalems im Jahr 70 gegründet wurde. Neapolis, das in Samaria in der Nähe der biblischen Stadt Schechem liegt, hatte eine heidnische Bevölkerung. Eine kurze Beschreibung der offiziell von der palästinensischen Autonomiebehörde unterstützten und geförderten Umschreibungen und Fälschungen der antiken Geschichte Jerusalems und der Region zur Negierung ihrer jüdischen Vergangenheit, der Leugnung jüdischer Ansprüche und Ersetzung derselben durch die von Arabern, Muslimen und Palästinensern ist hier zu finden: Itamar Marcus/Barbara Crook: „Antisemitism among Palestinian Authority Academics“, Post Holocaust and Antisemitism 69, 1. Juni 2008.
[3] Die vehemente Negierung der Existenz einer jüdischen, vorislamischen Vergangenheit in der Geschichte Jerusalems und zahlreicher Gegenschilderungen, die behaupten, dass der Tempel von Adam oder Abraham gebaut und später von König Salomo und Herodes renoviert wurde, hat Yitzhak Reiter gesammelt und analysiert in: From Jerusalem to Mecca and Back: The Muslim Rallying Around Jerusalem. Jerusalem, Institute for Israel Studies, 2005 [Hebräisch]. Eine Zusammenfassung gibt es von Nadav Shragai: „In the Beginning was Al-Aqsa“, Ha’aretz, 27. November 2005. Zum Gebrauch muslimischer Argumente bei der Werbung für Pläne zur Teilung Jerusalems siehe Nadav Shragai: „Jerusalem: The Danger of Division“, 1-6 (Hebräisch) auf http://www.jcpa.org/. Zur islamischen Besitzergreifung der biblischen jüdischen Vergangenheit s. Jacob Lassner: „The Origins of Muslim Attitudes toward the Jews and Judaism“. Judaism, 39, 4 (Herbst 1990), S. 494-507. Lassner schreibt: „…die muslimische Antwort auf die Juden und das Judentum entstammt einem intensiven Wettstreit zur Besetzung der zentralen Bühne, die für beiden Religionen heilig ist. Die Geschichte der Juden war eine Historie, die Muslime sich im Koran, seinen Kommentaren und anderen islamischen Texten aneigneten.“ (S. 497-498). Die ‚Geschichte Jerusalems scheint ebenfalls in diese Kategorie zu gehören.
[4] Für eine triftige Präsentation der Fragen siehe Dore Gold: The Fight for Jerusalem: Radical Islam, the West, and the Future of the Holy City. Washington D.C., Regnery, 2007. Eine exzellente Integration der historischen und archäolgoischen Quellen kann gefunden werden bei Lee I. Levine: Jerusalem. Portrait of a City in the Second Tempel Period (538 BCE – 70 CE). Philadelphia, Jewish Publication Society, 2002, der eindeutig den jüdischen Charakter Jerusalems in der Zeit des zweiten Tempels nachweist. Zu den Tempelberg-Ausgrabungen siehe Eliat Mazar: The Complete Guide to the Temple Mount Excavations. Jerusalem, Shoham Academic and Research Publication, 2002.
[5] Martin Goodman betont den heftigen Antijudaismus der flavischen Dynastie (69-96 unserer Zeitrechnung), die ihr Prestige dem entscheidenden und brutalen Sieg über die Juden verdankt. Darüber hinaus initiierten die Flavier nach der Zerstörung Jerusalems eine antijüdische Politik, um zu zeigen, dass „die nicht nur die Bezwingung Judäas gefeiert wurde, sondern die des Judentums“. Goodman führt an, dass diese imperiale Politik eine Quelle des christlichen Antijudaismus war: Rome and Jerusalem: The Clash of Ancient Civilizations. London, Penguin Books, 2007, S. 453ff, 582ff. Ähnlich berichtet Rene S. Bloch die negativen Äußerungen des Tacitus im antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und ihren Einfluss auf westliche Haltungen zu Juden und Judentum: Antike Vorstellungen vom Judentum: Der Judenexcursus des Tacitus im Rahemen der griechisch-römischen Ethnographie. Stuttgart, Franz Steiner-Verlag, 2002, S. 221-223.
Zu griechischen und römischen Einstellungen zu Juden und Judentum siehe E. Gabba: „The Growth of anti-Judaism or the Greek Attitude towards Jews“. In: W.D. Davies/L. Finkelstein u.a.: The Cambridge History of Judaism, Vol. II: The Hellenistic Age. Cambridge, Cambridge University Press, 1989, S. 614-656; Louis H. Feldman: Jew and Gentile in the Ancient World. Princeton, N.J., Princeton University Press, 1993), insbesondere S. 123-176; Peter Schaefer: Judeophobia: Attitudes toward the Jews in the Ancient World. Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1997. Zur Herkunft des Antisemitismus in Ägypten im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und den Umständen des ersten Pogroms gegen Juden, das im Jahr 38 in Alexandria stattfand und von der griechischen Mehrheit begangen wurde, siehe Manfred Gerstenfeld: Interview with P.W. van der Horst: „The Egyptian Beginning of Anti-Semitism’s Long History“, Post Holocaust and Anti-Semitism, 62, 1. November 2007.
[6] Josephus: The Life; Against Apion, ins Englsiche übersetzt von H. St. John Thackery, Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1966. Eine Zusammenfassung der Geschichte, Bedeutung und Inhalte von Gegen Apion findet sich bei E Schuerer: The History of the Jewish People in the Age of Jesus Christ, rezensiert von Geza Vermes und Fergus Millar, Edinburgh, T.&T. Clark, 1973, I, S. 54-60. Die jüngste, gründliche Studie von Gegen Apion (in Englisch) ist: Louis H. Feldman/John R. Levison (Hg): Josephus‘ Contra Apionem: Studies in Ist Character and Context, Leiden, Brill, 1996.
[7] Josephus: Against Apion, II, S. 151-296.
[8] Schuerer, I, S. 20-43, 63-68.
[9] Menachem Stern: Greek and Latin Authors in Jews and Judaism, I-III. Jerusalem, Israel Academy of Sciences and Humanities, S. 1974-1984. Mein Lehrer Prof. Menahem Stern, gesegneten Andenkens, war Profossor für Jüdische Geschichte der Zeit des Zweiten Tempels an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Stern war ein produktiver Gelehrter und Experte für griechische und lateinische Texte. Er wurde 1989 in Jerusalem auf dem Weg zur Hebräischen Universität und der Nationalbibliothek in Jerusalem von einem palästinensischen Terroristen ermordet. Eine frühere, weniger umfangreiche Anthologie über griechische und lateinische Texte ist Theodore Reinach: Textes d’auteurs grecs et romains relatifs au Judaisme. Paris, Ernest Leroux, 1895 (in Französisch).
[10] Arnaldo Dante-Momigliano: „The Hellenistic Discovery of Judaism“. In: Alien Wisdom: The Limits of Hellenization. Cambridge, Cambridge University Press, 1975, S. 74-96. Momigliano erklärt, dass “zum Ende des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung sie bereits Bücher zu Ethnographie und Geographie schrieben“ (S. 74).
Nach Angaben von Bloch, passim., S. 222, bezogen sich griechische und römische Autoren anders auf die Juden als auf andere antike Völker, deren Kleidung, Wohnorte, Klima und Waffen ausführlich diskutiert wurden.
[11] Herodot: Historiae II, S. 104,3; Stern, I, Nr. 1, 2.
[12] Zu Übernahme des Begriffs „Palästina” und „Palästinenser“ durch die palästinensischen Araber des 20 Jahrhunderts und ihren Gebrauch als ethnisches Identifikationsetikett, die aber ursprünglich und über Jahrtausende hinweg geographische Begriffe waren, s. Bernard Lewis: „The Palestinians and the PLO: A Historical Approach“, Commentary 59 (Januar 1975), S. 32-48. Lewis vermerkt, dass die Römer Judäa 137 unserer Zeitrechnung in „Syria Palestina“ umbenannten und Jerusalem in „Aelia Capitolina“, um „die letzten Funken nicht nur der [Bar Kochba] Revolte, sondern der jüdischen Nationalität und Staatlichkeit auszumerzen … mit derselben Absicht – seine historische jüdische Identität zu tilgen“ (S. 32).
[13] Eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Interpretationen der verschiedenen Reaktionen der Juden auf den Einfluss des Hellenismus und die Bedeutung der Hellenisierung in der jüdischen Geschichte des Zeit des zweiten Tempels und des Talmud findet sich bei L. Levine: „Hellenism and the Jewish World of Antiquity“, Judaism and Hellenism in Antiquity: Conflict or Confluence. Seattle, University of Washington Press, 1998, S. 3-32.
[14] Momigliano, S. 90-91; Johanan Hans Lewy: „Aristotle and the Jewish Sage“, in: Studies in Jewish Hellenism (Hebräisch: Olamot Nifgashim). Jersualem, Bialik Institute, 1969, S. 15-43; Josephus: Against Apion, I, S. 176-183; Stern, I, VII, Nr. 15, S. 47-52.
[15] Zu den Antiexodus-Schilderungen als wichtigem Motiv griechisch-römischen Antisemitismus siehe: Van der Horst; Schaefer, S. 15-33. Momigliano, S. 91-95, ist der Ansicht, dass die griechischen Autoren entweder nichts vom Bericht des Exodus in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Torah, wussten oder die Anerkennung ihrer Historizität ablehnten. Im Gegensatz dazu bleibt Erich S. Gruen dabei, dass diese Erzählungen nicht Teil einer konzertierten antijüdischen Kampagne der Heiden waren; sie „stammen von ägyptischen Verzerrungen jüdischer Legende, aber im Gegenteil, der jüdische Erfindergeist eignete sich den ägyptischen Mythos an.“ („Der Gebrauch und der Missbrauch der Exodus-Geschichte“, Heritage and Hellenism: The Reinvention of Jewish Tradition. Berkeley, University of California Press, 1998, S. 41-73, insbesondere S. 71-73. Gruens Argument ist jedoch weder von Bedeutung noch überzeugend, da klar ist, dass die oft wiederholten Antiexodus-Erzählungen tatsächlich Teil der wesentlichen Stützung des Antijudaismus und des Judenhasses in der griechisch-römischen Welt formen. Eine Reaktion auf Gruen bietet John J. Collins: „Reinventing Exodus: Exegesis and Legend in Hellenistic Egypt“. Jewish Cult and Hellenistic Culture, Leiden, Brill, 2005, S. 44-57 und 191-193.
[16] Die Antiexodus-Texte des Hecataios: Aegyptiaca, in: Diodorus Siculus: Bibliotheca Historica XL,3 (Photius, Cod. 244). Stern, I, V, Nr. 11, 1-8, S.20-35, in: Against Apion I, S. 183-204; Stern, I, V, Nr. 12, S 35-44; und bei Manetho in: Against Apion I, S. 73-91, 93-105, 228-252; Stern, I, X Nr. 19-21, S. 66-86. Zu den Theorien über das Datum der Hecataios zugeschriebenen Texte s. Anmerkung 21.
[17] Van der Horst, op.cit.
[18] Daniel R. Schwarz: „Introduction“ zu Studies in the Jewish Background of Christianity. Tübingen, Mohr, 1992, S. 10-15 weist das weit verbreitete Phänomen des Übertritts zum Judentum, einem Lebensstil und Glaubenssystem, das über territoriale Grenzen hinaus ging, dem Einfluss der massiven kulturellen Angleichung an den Hellenismus in der gesamten mediterranen Welt zu, durch die man hellenisiert werden konnte, ohne in Griechenland zu leben. Zur Attraktivität des Judentums und dem Erfolg des Bekehrungseifers unter Griechen und Römern siehe Feldman, S. 177-341. J.H. Lewy: „The Second Tempel Period in Light of Greek and Roman Literature”, op.cit., S. 3-14 argumentiert, die Krisen, die antijüdische Schriften stimulierten, war der Zustrom von Juden in das ptolemäische Ägypten während des dritten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, der Triumph der Hasmonäer-Dynastie (Mitte bis Ende des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung) gegen die griechischen Seleukiden, die hasmonäische Politik gegenüber den Griechen, die Unterwerfung der ehemaligen griechischen Herrschaftsgebiete unter die Römer und die vom römischen Kaiser GAius Caligula durch sein Beharren der Anbetung seiner Statue geschürte Krise. Spätere römische Intellektuelle empfanden die Attraktivität des Judentums und jüdischer Missionstätigkeit als Untergrabung ihres traditionellen Lebensstils. Mit der Wiederholung des Antiexodus-Materials, um seine Kampagne gegen die Rechte der Juden zu unterstützen, führte Apion die griechische Delegation zu Kaiser Gaius Caligula (37-41 unserer Zeitrechnung); das geschah während der Zeit interethnischer Krisen in Alexandria, die durch die kaiserliche Politik und das Pogrom des Jahres 38 verschlimmert wurde. Zu Alexandria siehe Van der Horst, op.cit.; Schaefer: Judeophobia, S. 136-160; und Collins: „Anti-Semitism in Antiquity? The Case of Alexandria“, op.cit., S. 181-201.
[19] Tacitus: Historiae V: 4,1; Stern II, XCII Nr. 281, S. 19, 25. Nach Angaben von Bloch (S. 221-223) spiegelt der Exkurs von Tacitus zu den Juden den antijüdischen Diskurs der flavischen Ära und den Glauben an die Überlegenheit des römischen Reiches wider. Siehe Goodman, S. 453ff. Erich S. Gruen jedoch spielt jede Vorstellung einer „lange gärenden Feindseligkeit“ als Grundlage antijüdischen Ausdrucks in Folge der Revolte in Judäa herunter und schreibt die negativen römischen Einstellungen dem Schock der Herausforderung durch ein „lächerliches“ Volk zu. Gruen: Roman Perspectives on the Jews in the Age of the Great Revolt“ in: Andrea M. Berlin/J. Andrew Overman: The First Jewish Revolt: Archeology, History, Ideology. London, Routledge, 2002, S. 27-39.
[20] Manethos Verweis auf Jerusalem kommt aus seiner Aegyptiaca und wird von Josephus in Gegen Apion widerlegt: Against Apion I, S. 90; I, S. 93; I, S. 228; Stern, I, X, Nr. 19 S. 68-69; Nr. 20 S. 74-75; Nr. 21 S. 78, 81, 83.
[21] Hecataios, in Stern, I, V, Nr. 11 S. 26-28. Nach Stern (I S. 20-24) schrieb Hecataios ca. 300 vor unserer Zeitrechnung. Seine Aegyptiaca kommt über das Werk von Diodorus Sirculus aus dem ersten Jahrhundert zu uns, dies wiederum über die Bibliotheca des Photius aus dem 10. Jhdt. Diodorus könnte den Originaltext verändert haben. Against Apion I S. 183-204 schließt einen Abschnitt mit dem Titel „On the Jews“ (Von den Juden) von Hecataios ein, der als früheste griechische Beschreibung des Tempels und Jerusalems gilt. Mehrere Forscher haben die Authentizität der Absätze bei Josephus in Frage gestellt. Stern legt die allgemein akzeptierte Meinung vor, Josephus habe „eine jüdische Überarbeitung vorliegen gehabt, so gering diese auch vorgenommen sein mag“, die etwas pro-jüdischer war als das Original von Hecataios (i, S. 23-24). Eine detaillierte Untersuchung des Materials, das Josephus Hecataios zuschreibt, erklärt jedoch, dass es von einem ägyptischen Juden des späten zweiten/frühen ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung und nicht von Hecataios geschrieben worden; s. Bezalel Bar Kochba: Pseudo-Hecataios‘ On the Jews: Legitimizing the Jewish Diaspora, Berkeley, University of California Press 1996, insbesondere S. 110-121, 249-252. Diese Sichtweise passt zu Erich S. Gruens spätere These (Anmerkung 15), obwohl sie nicht allgemein akzeptiert wird. S. auch Bloch, S. 29-36.
[22] Zu Moses in heidnischen Schriften: Feldman: Jew and Gentile, S. 232-287. Zur griechischen Logik hinter der Identität des Gründers der Religion, Eroberer des Landes und Erbauers des Schreins siehe Bloch, S. 34, Anmerkung 38. Josephus: Against Apion II, S. 154-178, 352-365. Josephus führt an, dass Moses der älteste Gesetzgeber der Menschheitsgeschichte ist und seine Gesetze denen andere Völker überlegen sowie allen zugänglich waren.
[23] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV, 1:1,2,3 in: Stern, I, XXXII Nr. 63.
[24] Lysimachus in: Against Apion I, S. 304-311; Stern, I, LXII Nr. 158, S. 383-386.Stern vermerkt, dass Lysimachus’ Bezugnahme auf Hierosyla ein Beispiel für die Etymologie des Namens einer Nation ist (386, Nr. 311).
[25] Tacitus: Historiae V, 2:1-2; Stern, II, XCII Nr. 281, S. 17-18, 24-25. Stern stellt heraus, dass Tacitus’ Bezugnahme auf “Herosolymus” und “Iuda” denen seines Zeitgenossen Plutarch ähnelt (S. 33, Anmerkung 2:2). Zu Plutarch s. Stern, I, XCI, Nr. 259, S. 563.
[26] Tacitus: Historiae V, 3:1-5:5; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 18-19, 25-27.
[27] Tacitus: Historiae V, 6:1-13:4; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19-23, 27-31. Bloch, S. 102-107, stellt korrekt heraus, dass Tacitus der politischen Geschichte der Juden vor der Großen Revolte, der Belagerung Jerusalems durch Titus kaum Aufmerksamkeit widmet. Sie interessiert ihn einfach nicht. Die Andersartigkeit der jüdischen Religion, die er von den Juden Roms kennt, war dagegen seiner Kritik würdig (Bloch, S. 222-223).
[28] Menander von Ephesus in Against Apion I, S. 126; Stern, I, XX Nr. 35, S. 120-121; Dius in: Against Apion I, S. 114-115; Stern, I, XXI, Nr 36, S. 124-125; Laetus in: Stern, I, XXIII, Nr. 39, S. 128-129. Vielleicht kannten diese Autoren den biblischen Bericht, der die Beziehungzwischen Salomo und Hiram beschreibt, sowie die Rolle des Zweiten bei der Lieferung des Materials für den Tempel oder erhielten ihre Informationen von einer unbekannten phönizischen Quelle.
[29] Hecataios „On the Jews“ in: Against Apion I, S. 198-199; Stern, I, V, Nr. 12, S. 36-37, 39. S. Anmerkung 21 zu den Problemen mit diesem Abschnitt. Bar Kochba, S. 153-154, 160-168 erklärt, dass der Autor, Pseudo-Hecataios, ein ägyptischer Jude an der Wende zum ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, seine Beschreibung auf Modelle des Tempels aus der griechischen Literatur stützte und mit den heidnischen Tempeln und ihrer Umgebung bekannt war. Daher ist der Tempel in Jerusalem nicht das im Text beschriebene Gebäude.
[30] Tacitus, Historiae V:12:1 (Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30.
[31] Hecataios in: Diodorus: Aegyptiaca, Bibliotheca Historica LX, S. 3, 4-6; Stern, I, V, Nr. 11, S. 26-28.
[32] Livy in: Stern, I, XLVI, Nr. 133, S. 330. Tacitus: Historiae V: 8:1, 9:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Tacitus berichtet, dass erst nach Pompejus’ Eindringen in den Tempel 63 vor unserer Zeitrechnung allgemein bekannt wurde, dass das Heiligtum leer war. Er wiederholt die griechischen Schmähungen und Gerüchte über das Heiligtum nicht.
[33] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 17:2-3; Stern, II, CXXII, Nr. 406, S. 349, 351.
[34] Diodorus: Bibliotheca Historica XXXIV:2-4; Stern, I, XXXII, Nr. 63, S. 182-183. Zum heidnischen Vorwurf der jüdischen Esels-Verehrung s. Schaefer, S. 58-62.
[35] Dieser Bericht unterscheidet sich von jüdischen Versionen des Eindringens des Antiochus IV. nach Jerusalem und die Schändung des Tempels in Makkabäer I und II. Während alle anderen die Anstrengungen des Antiochus zur Abschaffung der jüdischen Gebräuche betonen, erklärt Diodorus, dass er nach der Annahme von Tribut von den Juden und dem Abriss der Mauern Jerusalems die Juden in Ruhe ließ. Er erwähnt die Juden nicht, die, angeführt von Judas, dem Makkabäer, den Soldaten des Antiochus und seinen Unterstützen den Tempel wieder abnahmen und wieder weihten.
[36] Posidonius in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXVIII, Nr. 44, S. 145-146; Apollonious Molon in: Against Apion II, S. 80, 89-96; Stern, I, XXIX, Nr. 48, S. 12-154; Apion in: Against Apion II, S. 80, 90-96; Stern, I, LXIII, Nr. 170, S. 408-412.
[37] ebenda.
[38] ebenda.
[39] Eine Erklärung der Herkunft der Kannibalismus-Beschuldigungen an die Juden durch Apion könnte bei Stern gefunden werden: Stern, I, S. 412, Anmerkung 89. S. auch Schaefer, S. 62-67. Regelmäßige Entführung und Tötung eines Nichtjuden findet sich natürlich in den mittelalterlichen Ritualmord-Vorwürfen, deren erster im englischen Norwich im Jahr 1144 aufkam. Es gibt riesige Unterschiede zwischen den Behauptungen Apions und dem Zusammenhang der Ritualmord-Vorwürfe in Europa, bei denen unschuldige christliche Kinder als Opfer vorkommen, die von Juden ermordet wurden, um ihr Blut für Pessah-Rituale zu nutzen.
[40] Cicero: Pro Flacco, 28:66-69; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-201. Zu Ciceros Haltung zu den Juden s. J. Jewy: “Cicero and the Jews in the Pro Flacco”, op.cit., S. 79-114. Nach Feldman, S. 70, waren die Juden Jerusalem und dem Tempel gegenüber so loyal, dass sie bereit waren sich über ein römisches Edikt hinwegzusetzen und große Geldsummen an den Tempel zu schicken.
[41] Tacitus: Historiae V, 5:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 19, 26. Sowohl Bloch (S. 93) als auch Feldman (S. 110) erklären, dass die Tatsache, dass zahlreiche Bekehrte ebenfalls den halben Schekel an den Tempel in Jerusalem zahlten, zur Ansammlung riesiger Geldsummen führte, die im gesamten Reich gesammelt und dem Tempelschatz geschickt wurden, was zu Neid der Nichtjuden auf den jüdischen Reichtum und Antipathien gegenüber Konvertiten zum Judentum führte.
[42] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28.
[43] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, ebenda.
[44] Against Apion I, S. 209-211; Stern, I, XVII, Nr. 30a, S. 106-107.
[45] Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Josephus preist und beschreibt ausführlich die Tatsache, dass die Juden während des Feldzug des Pompejus keine Verteidigungsanlagen um Jerusalem errichteten, um den Sabbath nicht zu entehren und damit seinen Einfall in die Stadt und den Tempel erleichterten (Jewish War I, S. 145-147; Jewish Antiquities XIV, S. 63-65).
[46] Zum Laubhüttenfest: Plutarch: Quaestiones Convivales IV: 6:2, in: Stern, I, XCI, Nr. 258, S. 553-554, 557-558. Zu Plutarchs Beschreibung des Festes: Schaefer, S. 53-54.
[47] Plutarch: Regum et Imteratorum Apophthegmata; Stern I, XCI, Nr. 260, S. 563-564. Ein ähnlicher Verweis auf die Belagerung Jerusalems durch Antiochus VII Sidetes während des Laubhüttenfestes siehe: Josephus: Jewish Antiquities XIII, S. 242-248. Josephus stellt allerdings heraus, dass Antiochus die Belagerung aufhob, wogegen Plutarch erklärt, die Juden seien überrascht worden und hätten sich in seine Hände begeben.
[48] Livy: Periochae CII; Stern, I, XL VI, Nr. 131, S. 329.
[49] Cicero erklärt, dass Pompejus “seine siegreichen Hände auf nichts in diesem Schrein legte“: Pro Flacco 28,67; Stern, I, XXXIV, Nr. 68, S. 196-197; Tacitus: Historiae V, 9:1; Stern II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28 vermerkt, dass während des Einfalls des Pompejus „die Mauern Jerusalems geschleift wurden und der Tempel stehen blieb“. Cassius Dio: Historia Romana XXXVII, 15:2:1-4; Stern, II, XCCII, Nr. 406, S. 349-350 beschreibt kurz die Schwierigkeit den Tempel zu erobern, aber anders als andere schreibt er: „Sein Reichtum wurde geplündert.“ Sowohl in Jewish War I, S. 152-153 wie auch in Jewish Antiquities XIV, S. 72 lobt Josephus Pompejus‘ vorzüglichen Charakter und die Tatsache, dass er nichts vom Gold und den Tempelgerätschaften anrührte.
[50] Tacitus; Stern, II, XCII, Nr. 273-294, S. 1-93; Cassius Dio; Stern, II, XCCII, Nr. 406-441, S. 345-407. Zu Tacitus’ Beschreibung von Vespasian und Titus angesichts der jüdischen Revolte siehe Bloch, S. 137-142.
[51] Sueton: The Twelve Caesars, „Divius Titus“ 5:2; Stern, II, XCIV, Nr. 317, S. 125-126.
[52] Cassius Dio: Historia Romana LXIX, 12:1; Stern, II, CXXII, Nr. 440, S. 391-392.
[53] Against Apion I: 197; Stern I, V, Nr. 12, S. 36, 39. Bar Kochba, S. 110-113, argumentiert, dass diese Beschreibung einer ummauerten und befestigten Stadt Teil des Beweises eines späteren Datums und eines anderen Autors des Abschnitts dient, der von Josephus dem Hecataios zugeschrieben wird.
[54] Against Apion I:209; Stern, I XVII, Nr. 30, S. 106-107.
[55] Timochares in: Eusebuis: Praeparatio Evangelica IX:35:1; Stern I, XXV, Nr. 41, S. 135. Stern erklärt die Quelleder übertriebenen Zahlen.
[56] Xenophon von Lampsascus in: PE IX:36:1; Stern, I, XXVI, Nr. 42, S.138.
[57] Plinius der Ältere: Naturalis Historia, V:71: Stern, I, LXXVIII, Nr. 204, S. 469, 471-472.
[58] Tacitus: Historiae V, 8:1; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 21, 28. Zu Tacitus’ physischer Beschreibung Judäas und Jerusalem im Vergleich mit seinen geografischen Daten zu anderen Orten, siehe Bloch, S. 101-102.
[59] Tacitus, Historiae V, 11:3; Stern, II, XCII, Nr. 281, S. 22, 30. Die detaillierteste physische Beschreibung Jerusalems und des Tempels vor der Belagerung durch Titus kann bei Josephus gefunden werden: The Jewish War, V, S. 136-247.
[60] Cassius Dio, Historia Romana LXVI, 4:1; Stern, II, CXXII, Nr. 430, S. 371, 373.
[61] Valerius Flaccus: Argonautica, I, S. 14; Stern, I, LXXIX, Nr. 226, S. 504-505; Martial: Epigrammata, VII, 82, 7; Stern, I, LXXXIV, Nr. 242, S. 526.
[62] Juvenal: Saturae, VI, S. 542-544; Stern, II, XCIII, Nr, 299, S. 100-101. Zur Bedrohung durch das Judentum, wie es von den Römern empfunden wurde, siehe Stern II, S. 94-95, 106-107. Sowohl Tacitus als auch Juvenal zeigen ihre Verachtung für Bekehrte (Bloch, S. 134-135) und ihre Abneigung für alle Menschen, ob Juden, Germanen oder Griechen, die sich nicht wie Römer verhalten (Goodman, S. 110, 160; Bloch, S. 136-137).

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