Im Vorfeld von Annapolis (9): Der November 1947 und ein déjà-vu in Annapolis

Die USA (unter Außenministerin Rice) hatten für November ein Friedenskonferenz in Annapolis angesetzt, um den Nahost-Konflikt endlich zu lösen oder eine Lösung zumindest wieder in den Bereich des Möglichen zu bringen. Wie viel Sinn macht es, diese Konferenz zu führen? Kann sie ein positives Ergebnis bringen? Was sind die Motive der Veranstalter und Teilnehmer diese Konferenz abzuhalten? Wie realistisch ist die Erwartung, dass eine Lösung wenigstens ansatzweise auf den Weg gebracht wird? Was ist dazu nötig? Dazu hier der neunte von neun Texten, die vor der Konferenz eine Einschätzung gaben.

ElderofZiyon, 7. November 2007

Ich habe mir die Seiten der Palestine Post von vor 60 Jahren angesehen, im Vorfeld der UNO-Abstimmung zur Teilung Palästinas. Die Artikel von damals zu lesen und sie mit dem zu vergleichen, was heute in Erwartung von Annapolis zu vergleichen, verschafft einem ein intensives Gefühl eines déjà-vu.

Im Oktober und November vor 60 Jahren ließen die arabischen Angriffe auf die Juden nach. Alles Handeln schien diplomatisch stattzufinden. Die arabischen Führer versuchten alles Mögliche zu tun, um die Abstimmung zu verhindern oder die Staaten dahingehend zu beeinflussen gegen die Teilung zu stimmen. Es schien eine verlorene Schlacht zu sein, denn die Sowjetunion und das Weiße Haus unterstützten sie schon (obwohl das Außenministerium ambivalent war), aber das hielt den saudischen Prinz Faisal nicht davon ab dem russischen UNO-Gesandten zu erklären, dass Saudi-Arabien, sollte die Teilung verabschiedet werden, die UNO verlassen würde.

Die relative Ruhe in Palästina scheint im Vergleich zur Gewalt im Rest der arabischen Welt sogar noch stärker: Mehr als 250 Personen wurden an einem Tag in Syrien bei Kämpfen unter verschiedenen Gruppen getötet.

Die arabischen Führer nahmen vor allem Abstand davon die Massen aufzuhetzen, um ihr bestes Gesicht zu zeigen, während die Welt zusah. Sie machten aber sehr deutlich, dass sie im Fall der Verabschiedung der Teilung einen Terror- und Kriegsfeldzug gegen die Juden beginnen würde, um sicherzustellen, dass ein jüdischer Staat niemals geschaffen würde. Die Westler waren von diesen Drohungen nicht sonderlich beeindruckt; sie meinten, dass das alles nur arabische Übertreibungen seien.

Heute befinden wir uns in einer gleich gearteten Wartezeit. Die „moderaten“ palästinensischen Araber haben ihre Forderungen bereits klar gestellt und sie haben ihre Drohungen für den Fall, dass in Annapolis nicht alles genau so läuft, wie sie es wollen, gleichermaßen klar gemacht.

Die meisten Leute glauben jetzt, dass Annapolis ein Fehlschlag sein wird. Aber nicht so viele Leute denken weiter zum Tag danach. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was passieren könnte, sehen Sie sich an, was unmittelbar nach der Abstimmung [von 1947] geschah (aus TIME Magazine):

Während die Massen feierten, griffen die Araber aus einem Orangenhain südöstlich von Tel Aviv zwei Busse an und übersäten sie mit Gewehrfeuer. Fünf Juden starben, 14 wurden verwundet. Arabische Sträflinge griffen Juden im Gefängnis von Akko an. In Damaskus, Syrien, bewarfen arabische Jugendliche die US-Gesandtschaft mit Steinen, rissen die US-Flagge herunter und plünderten dann das russisch-syrische Kulturzentrum.

In Kairo schloss sich der Sekretär der Arabischen Liga, Abdel Rahman Azzam-Pascha anderen arabischen Führern an und versprach Krieg gegen die Juden: „Ich kann nicht sagen, wo und wann ich meine Truppen einsetzen werde. Ich kann nur sagen, dass wir kämpfen werden und uns auf den Sieg vorbereiten.“ Azzam Pascha war gerade von einem Kurzbesuch beim saudischen König Ibn Saud zurückgekommen. In Azzam Paschas Tasche, sagten Gehilfen, befand sich Ibn Sauds Versprechen den Großteil seines US-Öl-Vermögens (rund $20.000.000 pro Jahr) zur Modernisierung seiner Beduinenarmee und zur Bewaffnung der palästinensischen Araber für den Krieg gegen den Zionismus zu benutzen.

Der Arabische Hohe Rat für Palästina forcierte die Rekrutierung arabischer Soldaten und setzte für jedes arabische Dorf eine Quote fest: Ein Minimum von 30 Männern aus jedem Dorf, bis zu 120 in größeren.

Die Araber planten Aufstände, eine Wirtschaftsblockade, konzentrierte Angriffe auf jüdische Außensiedlungen und präzise Angriffe auf die langen, offenen Grenzen des verrückt zusammengestückelten jüdischen Staates. Die Araber sich mit der Aussicht auf einen bewaffneten Kampf abgefunden zu haben. Sie betrachteten die Teilung in ihrer jetzigen Form als so empörend, dass es keine Alternative gab.

Ebenso wie für den Frieden Kompromisse eingehen.

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