Beweise, dass frühe Zionisten keine Araber vertreiben wollten

Elder of Ziyon, 3. November 2008

Der Keren HaYesod ist Teil eines weltweiten Spendensammel-Apparates für die World Zionist Organization und wurde 1920 gegründet. Sein Zweck war damals Geld für Juden aufzubringen, die nach Palästina ziehen wollten.

Bei seiner Gründung wurde ein Buch veröffentlicht, das praktisch ein Bauplan für den Keren HaYesod war. Es spiegelt absolut genau die Gefühle des Mainstreams der weltweiten zionistischen Bewegung von 1920 wider, im Gefolge der Balfour-Erklärung und bevor es so etwas wie einen nennenswerten palästinensisch-arabischen Nationalismus gab.

Hier ein Auszug aus dem Manifest der Gruppe aus diesem Buch, das die Dringlichkeit des Projekts zur Rettung zahllosen Lebens ebenso beschreibt wie peripher auch den Wunsch die arabische Bevölkerung in Palästina nicht zu vertreiben. (Es ist leicht zu vergessen, wie schlecht die Dinge für die Juden vor dem Aufstieg der Nazis im östlichen Europa standen, aber dieses Manifest beschreibt das in schlichten Worten, die im Nachhinein prophetisch erscheinen.)

Der Keren HaYesod beginnt seine Arbeit in einer großen und tragischen Stunde. Die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Palästina ist von den Mächten anerkannt worden. Großbritannien hat das Mandat akzeptiert. Die Regierung Palästinas wurden einem Staatsmann anvertraut, dessen Anwesenheit als Kopf der Verwaltung eine sichere Zusage des britischen guten Willens ist. Ganz anders ist die Lage in Osteuropa. Fast ein Drittel der jüdischen Rasse lebt in diesem Moment unter Bedingungen nicht erträglicher Leiden. Bedrängt, ausgeplündert, aus ihren Häusern vertrieben, gnadenlos abgeschlachtet, Ausbrüchen uneingeschränkter Brutalitäten ausgesetzt, wie Europa sie seit 400 Jahren nicht erlebt hat, werden ganze Gemeinden rücksichtslos vernichtet.

Am Vorabend seiner Renaissance, in Anwesenheit der erhabenen Aufgaben, die es zum Handeln aufrufen, steht das Judentum verletzt und verstümmelt da. Es hat nur eine Hand frei für konstruktive Abreit, die andere kämpft verzweifelt darum den unerbittlichen Ansturm abzuwehren, der es mit Auslöschung bedroht. Eine äußerste Anstrengung ist nötig. Die Botschaft der Zuversicht und des guten Willens aus San Remo zu dem Sturm des in Osteuropa losgelassenen Hasses lässt die Juden aller Länder und aller Klassen sich vereinen, um dieselbe Antwort zu geben: Baut das jüdischen Gemeinwesen.

Der Zweck des Keren HaYesod ist es, die Besiedlung Palästinas durch Juden nach einem gut organisierten Plan und in stetig steigenden Zahlen herbeizuführen, die Einwanderung ohne Verzögerung zu beginnen und für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zum Vorteil seiner jüdischen und seiner nichtjüdischen Einwohner gleichermaßen zu sorgen.

Dieser Zweck ist erreichbar. In Palästina kann Platz für eine enorm vergrößerte Bevölkerung gefunden werden. Tausende warten bereits an der Schwelle. Lasst nur produktive Beschäftigung für sie schaffen und sie können kommen.

Es gibt Land zu kaufen und vorzubereiten, es sind Straßen und Eisenbahnen, Häfen und Brücken zu bauen, es sind Hügel aufzuforsten, es sind Sümpfe trockenzulegen, es muss fruchtbarer Boden bewässert werden, latente Wasserkraft muss genutzt werden, Städte müssen geplant werden, Handwerk und Industrie sind zu entwickeln. Seite an Seite mit diesen Unternehmungen ist angemessene soziale Versorgung der Bevölkerung nötig, ein öffentliches Gesundheitswesen und vor allem Bildung.

Das Manifest impliziert nur, dass die Araber nicht vertrieben würden; später wird dies in dem Buch ausdrücklich gesagt:

In Anbetracht der Zukunft der landwirtschaftlichen Besiedlung werden wir mit der Frage des Erwerbs von Land beginnen.

Wenn wir von Landerwerb in Palästina erwerben, müssen wir zuerst bedenken, ob es Land gibt, das erworben werden kann, ohne die einheimische Bevölkerung, die arabischen Fellahin, hinauszuwerfen. Diese Frage muss sorgfältig überlegt sein, denn es muss sein festes Prinzip sein, dass wir uns in Palästina einrichten, aber nicht durch die Vertreibung anderer aus ihren Orten, sondern durch die Schaffung neuer Möglichkeiten. Aber gibt es wirklich eine Möglichkeit Platz für uns selbst zu finden, ohne andere zu vertreiben? Ein paar Zahlen werden überaus effektiv diese Zweifel zerstreuen.

Eine umständliche Berechnung des verfügbaren Landes in Palästina folgt, zusammen mit Strategien legalen Landerwerbs. Die gewaltsame Enteignung (oder Vertreibung) von Arabern ist nicht nur niemals überlegt worden, sie wurde ausdrücklich verurteilt.

Die zionistische Bewegung betrachtete die Besiedlung des Landes immer als eine Gewinnsituation sowohl für die Juden als auch für die Araber. Vielleicht war es etwas überoptimistisch, aber die Unzulänglichkeiten der Idee hatte mindestens so viel mit dem Hass zu tun, der durch die so genannte arabische Führung geschürt wurde, der aufkam, nachdem dieser Plan geschaffen wurde, wie durch schlichte Naivität.

Dieses Buch des Keren HaYesod beeindruckt auch dadurch, wie genau die palästinensischen Juden dieser Plan beim Bau der Nation, wo keine existierte, folgte – bezüglich der Industrie, Energie, dem Hausbau, der Stadtplanung, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Es mag vor diesen Initiativen in Palästina kein Vakuum gegeben haben, aber es gab ein Beinahe-Vakuum bezüglich des Aufbaus einer nationalen Infrastruktur, das die Juden fast im Alleingang füllten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s