Wie man die Einreise von antisemitischen Immigranten in die USA verhindern kann

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Während der Wahlkampf voranschreitet, werden Beurteilungen der aufgeworfenen Themen enorm davon gefärbt, wer sie aufbringt. Da ich kein Amerikaner bin, betrachte ich solche Themen auf eine andere Weise. Ich konzentriere mich darauf, was für den Diskurs zu Antisemitismus und Antiisraelismus maßgeblich ist, egal wer es aufgebracht hat.

Hier sticht ein Thema heraus. Donald Trump hat vorgeschlagen, dass Immigranten auf ihre Überzeugungen hin überprüft und antisemitische Immigranten nicht in die USA hereingelassen werden sollten.[1] Es ist ein von der amerikanischen Gesellschaft akzeptiertes Axiom, dass es keine Rolle spielt, woher man kommt. Was zählt ist der Beitrag, denn man leistet oder der Schaden, den man anrichtet. Antisemiten schaden nicht nur Juden, sondern der Gesellschaft als Ganzer.

Trumps Vorschlag ist wegen der Resonanz extrem wichtig, die er als Teil des Wahlkampfs erhielt. Zudem schlug Trump vor, dass Immigranten befragt werden und ihre Einträge in sozialen Medien auf Beweise zur Befürwortung von Schwulenrechten, Gleichberechtigung der Geschlechter und Religionsfreiheit geprüft werden.[2]

Trumps Äußerungen zu diesem Thema sind von einer Erklärung negativ beeinflusst worden, die er im Dezember 2015 abgab. Er forderte „eine totale Einreisesperre für Muslime in die Vereinigten Staaten, bis die Repräsentanten des Landes herausfinden, was los ist“. Das war eine Stereotypisierung aller Muslime. Seine Äußerung bezog sich auf Statistiken des Center for Security Policy, die zeigen, dass „25% der Befragten zustimmten, dass Gewalt gegen Amerikaner hier in den Vereinigten Staaten als Teil des globalen Jihad gerechtfertigt ist“; 51% der Befragten „stimmten zu, dass Muslime in Amerika die Wahl haben sollten von der Scharia regiert zu werden“.[3][4] Ein halbes Jahr später sagte er, seine Äußerung sei nur ein Vorschlag.[5]

Der Vorschlag antisemitische Immigranten draußen zu halten ist angesichts der westeuropäischen Erfahrung ein weit wichtigerer Punkt. Trump sagte: „Über den Terrorismus hinaus haben, wie wir in Frankreich gesehen haben, Bevölkerungen aus dem Ausland ihre antisemitischen Einstellungen mitgebracht.“[6]

Eine große Studie der ADL zu Antisemitismus in der Welt hat festgestellt, dass die 10 Länder, in denen der klassische Antisemitismus am stärksten ist, alle muslimisch sind. Es wurde festgestellt, dass dort achtzig Prozent der Bevölkerung oder mehr Antisemiten sind.[7] Die Ergebnisse der westeuropäischen Politik der wahllosen Masseneinwanderung in Bezug auf muslimische Länder sind sowohl für Juden als auch für Israel auf viele Weisen desaströs gewesen. Ein wichtiges Beispiel: Im vorigen Jahrhundert wurden mörderische Angriffe auf Juden in Westeuropa von Muslimen verübt, die von außerhalb Europas kamen. In diesem Jahrhundert wurden alle mörderischen Angriffe auf Juden – die in Frankreich, Belgien und Dänemark stattfanden – von muslimischen Einwohnern Westeuropas verübt.

Wesentlicher muslimischer Terror hat Gesellschaften in verschiedenen europäischen Ländern getroffen. Der tödlichste Anschlag war der von 2004 in einem Bahnhof in Madrid, bei dem 191 Menschen getötet und 1.800 verletzt wurden.[8] Die Terroranschläge von London im Jahr 2005 töteten 52 Menschen und verletzten Hunderte.[9] Die Anschläge von Paris im November 2015 hinterließen 130 Tote und hunderte Verletzte.[10] Die Anschläge am Brüsseler Flughafen und in der Metro im März 2016 töteten 32 und verletzten viele weitere.[11] Beim Terroranschlag von Nizza im Juli 2016 wurden 84 Personen getötet und 200 verletzt.[12] Es hat viele weitere Anschläge und fehlgeschlagene Versuche gegeben.

Die Abfolge der Terror-Vorfälle in den Vereinigten Staaten war ähnlich. Die Mörder vom 9/11 kamen zum Töten aus dem Ausland. Seitdem hat es eine Serie an Morden durch einheimische Muslime gegeben, die das Ergebnis ihrer Interpretation ihrer Religion sind. Dazu gehören die Morde von Little Rock 2009[13] und Fort Hood im selben Jahr.[14] Andere waren der Bombenanschlag beim Boston Marathon 2013[15], die Morde von San Bernardino 2015[16] und die Morde in Orlando im Juni 2016.[17]

Man sollte das Offensichtliche nicht verstecken. Mit einer solchen Antiimmigrationspolitik könnte die Zahl der Muslime, denen die Einreise verwehrt wird, proportional höher sein als die anderer Religionen und Kulturen. Das spiegelt den höheren Prozentsatz an Vorurteilen unter Menschen aus mehreren muslimischen Ländern.

Es ist ratsam, dass jüdische Leiter erst dafür werben Immigration von Antisemiten zu untersagen, nachdem der nächste Präsident gewählt worden ist, um zu vermeiden in den Wahlkampf gezogen zu werden. In der Zwischenzeit haben in einem Artikel im Forward einige interviewte Juden wenig Verständnis für die mögliche Bedeutung von Trumps Vorschlag gezeigt.[18]

Nach der Wahl sollten jüdische Leiter praktische Pläne dafür entwickeln, wie man Immigranten befragt und überprüft. Die ADL hat eine weltweite Umfrage zum Prozentsatz des klassischen Antisemitismus in verschiedenen Ländern durchgeführt. Viele weitere Studien zu antisemitischen Einstellungen wurden im Verlauf der Jahrzehnte in verschiedenen Ländern durchgeführt. Diese Studien sind die Infrastruktur für Tests, um antisemitischen Immigranten und solche mit anderen Vorurteilen die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verwehren.

Trump hat auf der nationalen Ebene ein wichtiges Thema eingebracht. Jüdische Leiter wären nie in der Lage gewesen das selbst zu tun. Man könnte sich fragen, wer von ihnen es gewagt haben würde das vorzuschlagen oder das auch nur gewollt hätte. Dies ist eine große Gelegenheit und die amerikanischen Juden sollten sie nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Wenn sie es aber tun, dann werden einige amerikanische Juden einen hohen Preis zu zahlen haben, da immer mehr Antisemiten – einige davon gewalttätig – ins Land kommen.

[1] http://www.jta.org/2016/08/15/news-opinion/politics/donald-trump-says-anti-semitism-will-be-among-disqualifying-criteria-for-immigrants

[2] www.dailymail.co.uk/news/article-3740824/Trump-stop-issuing-visas-screenings-inadequate.html

[3] https://www.donaldjtrump.com/press-releases/donald-j.-trump-statement-on-preventing-muslim-immigration

[4] http://www.centerforsecuritypolicy.org/2010/09/13/shariah-the-threat-to-america-2/; zur Unterstützung von ISIS in der Welt siehe: http://www.pewresearch.org/fact-tank/2016/07/22/muslims-and-islam-key-findings-in-the-u-s-and-around-the-world/

[5] http://edition.cnn.com/2016/05/12/politics/donald-trump-muslim-ban/

[6] http://www.jta.org/2016/08/15/news-opinion/politics/donald-trump-says-anti-semitism-will-be-among-disqualifying-criteria-for-immigrants

[7] http://global100.adl.org/about; http://www.timesofisrael.com/the-10-most-anti-semitic-countries/

[8] https://www.britannica.com/event/Madrid-train-bombings-of-2004

[9] http://www.bbc.com/news/uk-33253598

[10] http://www.bbc.com/news/world-europe-34818994

[11] http://www.bbc.com/news/world-europe-35869985

[12] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/07/15/nice-terror-attack-on-bastille-day-everything-we-know-so-far-on/

[13] http://www.nytimes.com/2010/02/17/us/17convert.html?_r=0

[14] http://www.cnsnews.com/news/article/patrick-goodenough/obama-six-years-later-calls-fort-hood-terrorist-attack

[15] http://www.history.com/topics/boston-marathon-bombings

[16] http://www.latimes.com/politics/essential/la-pol-sac-essential-politics-updates-medals-of-valor-awarded-to-cops-who-1473709812-htmlstory.html

[17] http://edition.cnn.com/2016/06/12/us/orlando-nightclub-shooting/

[18] http://forward.com/news/348174/donald-trump-has-a-plan-to-keep-out-anti-semites-does-it-make-any-sense/http://forward.com/news/348174/donald-trump-has-a-plan-to-keep-out-anti-semites-does-it-make-any-sense/

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