Das Rahelgrab und die Entstehung einer arabischen Lüge

Elder of Ziyon, 29. Oktober 2009

Vorbemerkung von IMRA: Wenn Ma’an behauptet, das Rahelgrab sei „früher als Ort der Bilal Bin Rabah-Moschee“ bekannt gewesen, dann ist das keine Kleinigkeit. Die Haltung der palästinensischen religiösen Vertreter ist: Es ist eine Schändung, wenn nicht muslimisches Gebet in einer Moschee stattfindet. Daher warnt Ma’an durch die Behauptung, das Rahelgrab sei in Wirklichkeit irgendwie eine Moschee, dass an dem Tag, an dem das Grab unter palästinensische Kontrolle kommt, die palästinensische religiöse Führung die Möglichkeit nicht zulassen wird, dass Juden weiterhin dort beten.

Heute (Freitag, 29. Oktober 2009/12. Schechwan 5770) war der traditionelle Gedenktag des Todes der Matriarchin Rahel; tausende Juden gingen am Rahelgrab beten. Ma‘an berichtete darüber so:

Tausende Israelis, die meisten von ihnen ultraorthodoxe Juden, fielen Donnerstag in das Grab der biblischen Matriarchin Rahel in einem militarisierten Gelände in der Stadt Bethlehem in der Westbank ein

Rechtsgerichtete religiöse Gruppen richteten 2004 eine Petition an das höchste israelische Gericht, um den Verlauf der Mauer zu verändern, damit das Grab auf der westlichen Seite liegt. Bis heute ist die Stätte, die früher als der Ort der Bilal Bin Rabah-Moschee bekannt war, nur von der israelischen Seite aus erreichbar.

War Rahels Grab wirklich jemals als Bilal Bin Rabah-Moschee bekannt?

Die Antwort ist natürlich: Nein. Dieser Name wurde erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit geschaffen – man mag es glauben oder nicht: in den 1990-er Jahren!

Nadav Shragai deckte das in einem Artikel aus dem Jahr 2007 auf:

Im Jahr 2000, nach Hunderten Jahren der Anerkennung der Stätte als Grab Rahels, begannen die Muslime sie die „Bilal ibn Rabah-Moschee“ zu nennen. Mitglieder der Waqf benutzten den Namen erstmals 1996, aber seitdem hat er in den nationalen Diskurs der Palästinenser Einzug gehalten. Bilal ibn Rabah war ein Äthiopier, der in der islamischen Geschichte als Sklave bekannt ist, der im Haus des Propheten Mohammed als erster Muezzin dient (die Person, die die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet ruft). Als Mohammed starb, zog Rabah für die Muslime in den Krieg in Syrien, wurde 642 getötet und entweder in Aleppo oder Damaskus begraben. Die palästinensische Autonomiebehörde behauptete, dass nach islamischer Tradition die muslimischen Eroberer waren, die die an Rahels Grab errichtete Moschee nach Bilal ibn Rabah benannten.

Der palästinensische Anspruch ignoriert die Tatsache, dass ottomanische Firmane (Mandate oder Erlasse) den Juden im Land Israel seit Beginn des 19. Jahrhunderts das Recht auf Zugang zu der Stätte gaben. Der palästinensische Anspruch ignoriert sogar die akzeptierte muslimische Tradition, die Rahel verehrt und die Stätte als ihren Begräbnisort anerkennt. Nach der Tradition kommt der Name „Rahel“ vom Wort „wandern“, weil sie während einer ihrer Wanderungen starb und an der Straße nach Bethlehem beerdigt wurde. Auf ihren Namen nehmen der Koran und auch andere muslimische Quellen Bezug; von Joseph heißt es, er sei auf das Grab seiner Mutter Rahel gefallen und habe bitterlich geweint, als die Karawane mit ihm als Sklaven daran vorbei kam. Hunderte Jahre lang wurden muslimische heilige Männer (Walis) in Gräbern beerdigt, die dieselbe Form hatten wir das der Rahel.

Dann wird aus heiterem Himmel die Verbindung zwischen Rahel, die selbst von den Muslimen verehrt wird, und ihrem Grab ausgelöscht und der Ort wird zur „Bilal ibn Rabah-Moschee“. Der bekannte Orientalist Professor Yehoshua Porat hat die „Tradition“, auf die die Muslime sich beziehen, als „gefälscht“ bezeichnet. Er sagte, der arabische Name der Stätte war „die Kuppel Rahels, ein Ort, an dem Jesus betete“.

Noch vor wenigen Jahren fand sich in palästinensischen Publikationen nicht ein einziger Hinweis auf eine solche Moschee. Dasselbe galt für das palästinensische Lexikon, das von der Arabischen Liga und der PLO 1984 veröffentlicht wurde, und für Al-mawsu’ah al-filastiniyah, die palästinensische Enzyklopädie, die nach 1966 in Italien veröffentlicht wurde. Palästina, das Heilige Land, veröffentlicht vom Palästinensischen Rat für Entwicklung und Rehabilitation mit einer von Yassir Arafat geschriebenen Einleitung, sagt einfach: „Am nordwestlichen Eingang der Stadt [Bethlehem] liegt das Grab der Matriarchin Rahel, die starb, als sie Benjamin gebar.“ Die Westbank und der Gazastreifen – Palästina erwähnt die Stätte ebenfalls als das Grab Rahels und nicht als die Moschee von Bilal ibn Rabah. Jedoch hat jetzt der palästinensische stellvertretende Minister für Schenkungen und religiöse Angelegenheiten Rahels Grab als muslimische Stätte definiert.

Am Yom Kippur 2000, sechs Tage nachdem die IDF vom Josefsgrab abgezogen war, veröffentlichte die palästinensische Tageszeitung Al-Hayat al-Jadida einen Artikel, in dem Rahels Grab als nächstes Ziel angegeben wurde. Ein Auszug davon: „Bethelehem – das ‚Grab Rahels‘ oder die Bilal ibn Rabah-Moschee, ist einer der Nägel, die die Besatzungsregierung und die zionistische Bewegung in viele palästinensische Städte hämmerte… Das Grab ist gefälscht und war ursprünglich eine Moschee.

Die früheste Bezugnahme, die ich für einen solchen Namen finden kann, stammt tatsächlich aus dem Jahr 1997 von der BBC; für den Rest der 1990-er Jahre ist sie in der Tat das einzige Nachrichtenorgan, das ich finden kann, das je diese Bezeichnung benutzte.

Beim Blick in einige alte Bücher stelle ich fest, dass sie von Muslimen im Jahr 1901 „Kubbet Rahil“ genannt wurde. In einem Reisebericht aus den 1880-ern steht:

… Wir kamen an Rahels Grab, ein kleines, quadratisches, geweißtes Gebäude mit Kuppel, von dem Teile aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Es steht am Rand der Straße, eine Meile vor Bethlehem. Es befindet sich im Eigentum der Juden und wird nur an Donnerstagen geöffnet, aber wir sahen durch einen kleinen Durchlass in der Südseite.

Viele andere Bücher aus dem 19. Jahrhundert beschreiben Rahels Grab als eine Moschee oder einen Ort der Anbetung sowohl für die Juden als auch für die Muslime. Aber keines davon nennt einen arabischen Namen, der nicht irgendwie das Wort Rahel in irgendeiner Form beinhaltet. Und ganz sicher beschreibt keines davon den Ort als ausschließlich muslimisch.

Gleichermaßen listete die UNO 1949 wichtige heilige Stätten den Religionen entsprechend auf. Hier ist, was sie zu Rahels Grab sagte, das sowohl von den Muslimen als auch den Juden beansprucht wurde:

Rahel starb, während sie Benjamin gebar, als Jakob von Bethel nach Hebron reiste. Eine Säule wurde über ihrem Grab aufgerichtet und die Stelle war zur Zeit Samuels eine bekannte Sehenswürdigkeit. Verschiedene mittelalterliche Autoren bezeichnen sie als jüdische heilige Stätte. Der arabische Autor Mugeir-al-Din beschreibt sie als „aus elf Steinen gebaut und bedeckt mit einer Kuppel; die auf vier Pfeilern ruhte und jeder vorbei kommende Jude schreibt seinen Namen in das Monument.

Das Grab liegt an der Straße von Jerusalem nach Hebron, direkt bevor sie Bethlehem erreicht. Es besteht aus einem offenen Vorraum und einen Schrein aus zwei Räumen unter einer Kuppel, darin der Sarkophag. Dieses Gebäude liegt innerhalb eines muslimischen Friedhofs, für den es als Gebetsort dient. Das Grab ist Ort jüdischer Pilgerfahrten. Die Juden beanspruchen den Besitz des Rahelgrabes Kraft der Tatsache, dass 1615 Pascha Mohammed von Jerusalem das Grab in ihrem Auftrag wieder aufbaute und ihnen durch einen Firman die exklusive Nutzung gewährte; und zweitens damit, dass das zerfallene Gebäude 1845 als Ganzes von Sir M. Montefiore wieder aufgebaut worden war. Die Schlüssel erhielten die Juden damals vom letzten muslimischen Hüter.

Der muslimische Anspruch auf das Gebäude beruht darauf, dass es für die Muslime der Umgebung als Gebetsort war und integraler Bestandteil des muslimischen Friedhofs, innerhalb dessen es liegt. Die Muslime erklären, das die ottomanische Regierung sie als solche anerkannte und weiterhin, dass sie zu den Gräbern der Propheten gehört, für die das Waqf-Ministerium 1328 Schilder ausgab. Sie behaupten auch, dass der Vorraum zur Zeit der Restauration durch Sir M. Montefiore extra als Gebetsort für die Muslime gebaut wurde. Die Muslime wenden sich aus Prinzip gegen jede Reparatur des Gebäudes durch die Juden, obwohl (bis zum letzten Krieg) freier Zugang für alle zu jeder Zeit erlaubt war.

1912 erlaubte die ottomanische Regierung den Juden, selbst den Schrein zu reparieren, aber nicht den Vorraum. Drei Monate nach der britischen Besetzung Palästinas wurde der gesamte Ort von den Juden ohne Protest der Muslime gereinigt und geweißt. 1921 suchte das Oberrabbinat bei der Stadtverwaltung von Bethlehem um Erlaubnis nach den Schrein zu reparieren. Das ließ muslimischen Protest aufkommen, durch den der Hochkommissar urteilte, dass alle Reparaturen, abhängig von der unter dem Mandat bestimmten Ernennung der Kommission für die Heiligen Stätten, alle Reparaturen von der Regierung vorgenommen werden sollten. Es war aber durch diese Entscheidung derart viel Entrüstung in den jüdischen Kreisen verursacht worden, dass die Sache fallen gelassen wurde, weil man die Reparaturen als nicht dringend ansah. 1925 begehrte die sephardische Gemeinde die Erlaubnis, das Grab zu reparieren. Das Gebäude wurde dann strukturell solide gemacht und äußerliche Reparaturen wurden von der Regierung durchgeführt; der Regierung wurde allerdings von den Juden (die die Schlüssel hatten) die Erlaubnis verweigert, das Innere des Schreins zu reparieren. Da die inneren Reparaturen unwichtig waren, ließ die Regierung die Sache fallen, um Streit zu vermeiden.

Die Behauptung, dass Moses Motefiore im Rahelgrab eine Moschee baute, ist lachhaft. Montefiore war ein religiöser Jude und er und seine Frau, die keine Kinder haben konnte, identifizierten sich so stark mit der biblischen Rahel, dass sie jetzt in einem Nachbau des Rahelgrabs liegen, das er in England baute.

Was den muslimischen Friedhof angeht, der Rahels Grab umgibt, so ist auch dieser relativ neu. Fotografien des Gebiets aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigen keinen solchen Friedhof.

Einmal mehr haben wir einen Fall, bei dem Muslime Anspruch auf Stätten anderer Religionen als ihrer eigenen erheben. In diesem Fall fügten sie einen völlig neuen Grund hinzu, um die Stätte zu verehren – ausdrücklich, um die offensichtliche Tatsache wegzunehmen, dass Rahel selbst ausschließlich zu den Juden gehört.

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