Islam, Nationalsozialismus und Antisemitismus

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 11. Mai 2010

Andrew Bostom und Robert Spencer haben beide kürzlich Texte geschrieben, die die Vorstellung, der islamische Antisemitismus sei ein Produkt von Nazi-Propaganda, kritisch beleuchten. Wie jeder anständige Leser des Koran bereits weiß, stammt der islamische Antisemitismus – wie die allgemeine Intoleranz gegenüber Nichtmuslimen – von Mohammed selbst. Während Mohammed aufgebrochen war die bestehenden Religionen der Region – einschließlich des Judentums und des Christentums – zu ersetzen, schaffte er es nur die Mehrzahl der örtlichen polytheistischen Religionen zu beseitigen. Zwar wurden während des mehr als ein Jahrtausend dauernden Besatzung des Nahen Ostens beträchtliche Anzahlen an Juden und Christen zwangsweise zum Islam konvertiert – doch die Religionen selbst überlebten.

Das stellt ein theologisches Problem für den Islam dar, der schamlos Material aus den heiligen Büchern sowohl der Juden als auch der Christen stahl und behauptete, dass Mohammed der Nachfolger beider Religionen sei. In Wirklichkeit aber hatte der Islam nur Erfolg damit die polytheistischen Religionen zu ersetzen, die sein wahrer Kern waren. Während also oberflächlich die Juden und Christen einen höheren Status einnehmen sollten als die Heiden, gingen die muslimischen Ressentiments gegen sie weit tiefer als gegen Religionen, die der Islam nicht als Teil seiner Abfolgekette betrachtete. Die täglichen muslimischen Gebete nehmen bis heute Bezug auf Juden und Christen.

„Weise uns den Geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Deine Gnade erwiesen hat, nicht derer, die Deine Wut verdienten (wie die Juden), oder derer, die vom Weg abkamen (wie die Christen).“

Dieses Gebet eröffnet außerdem den Koran. Und es demonstriert deutlich mehr Feindseligkeit gegenüber den Juden als gegenüber den Christen. Wie der Koran selbst, der aus einer Zeit stammt, als die Muslime sich mit Juden im Krieg befanden, aber noch nicht signifikant mit den Christen.

Die obige Übersetzung [ins Englische] stammt übrigens aus der Hilali-Übersetzung, der populärsten sunnitischen Übersetzung des Koran. Muslime meiden allerdings den Gebrauch dieser Übersetzung gegenüber Nichtmuslimen; eine muslimische Seite erklärt: „Ich empfehle dringend, dass man eine alternative Übersetzung der Bedeutung nutzt; das Werk von Hilali & Khan ist die am wenigstens angemessene für Dawah-Arbeit; sie kommt bei Nichmuslimen als extrem bigott an… Scrollen Sie zu Sure 1,7 hinunter und stellen Sie sich vor Sie versuchten diese Übersetzung zu nutzen, um den Islam einem Christen oder Juden nahe zu bringen.“ Sure 1,7, auf die hier verwiesen wird, ist der oben zitierte Text. Dawah ist die islamische Missionierungsarbeit. Natürlich kommt das bei Nichtmuslimen als bigott an… weil es das ist.

Jetzt ist es möglich erschöpfend in die Details des Themas des islamischen Antisemitismus einzusteigen. Jede Menge solcher Arbeit ist geleistet worden. Ganze Bücher wurden zum Thema geschrieben, darunter von Andrew Bostom. Aber es reicht hier aus einfach herauszuheben, dass jedes Mal, wenn ein Muslim den Koran öffnet und jeden Tag, an dem er betet, er daran erinnert wird, dass Allah die Juden hasst und sehr wenig für Christen übrig hat. Es wäre sehr schwer vorstellbar, dass eine solche religiöse Indoktrination nicht in Fanatismus endet.

Der Nationalsozialismus hatte aber ebenfalls umfassenden Einfluss auf den modernen islamischen Antisemitismus. In einigen asiatischen Ländern wie Japan machte ihr Versuch den Antisemitismus zu exportieren die Bevölkerung vor Ort ratlos und verwirrte sie – doch im Nahen Osten war der Antisemitismus kein völlig neues Produkt. Die Nazis hatten den Antisemitismus nicht nur erfolgreich als eines ihrer Mittel der politischen Organisation der Heimat genutzt, sondern auch zur Bildung kulturübergreifender Verbindungen, indem Gemeinsamkeiten in anderen Teilen der Welt gefunden wurden. die Juden gaben den Nazis und den Islamisten eine Gemeinsamkeit. Natürlich nicht die einzige.

Haddsch Amin nimmt eine muslimische SS-Einheit abEinige aus der Nazi-Elite suchten wegen seiner Verbindung mit dem Judentum und dem, was sie als übertriebener Menschlichkeit empfanden, nach einem Ersatz für das Christentum. Indessen wollten die Islamisten begreifen, wie sie ihre Länder im Zug des Falls des osmanischen Reichs islamisieren könnten, während sie gleichzeitig de Modernismus in Frage stellten. Für die Nazi-Elite war der Islam faszinierend, weil dieser Gehorsam gegenüber der Obrigkeit betonte und Macht und Religion in einer Art vereinigte, die für sie reizvoll war. Für die Islamisten demonstrierte der Nationalsozialismus, wie eine reaktionäre Ideologie politische Organisation nutzen konnte, um ein Land zu übernehmen und es geistlich zurück ins Mittelalter zu bringen, während man immer noch in der Lage blieb global konkurrenzfähig zu bleiben.

Und so sollte der Hitler-Kult dem Koran etwas schulden, so wie die Muslimbruderschaft „Mein Kampf“ etwas schuldete – einem Buch, das in der muslimischen Welt immer noch eines der beliebtesten ist. Für muslimische Herrscher hatten westliche Diktatoren immer eine besondere Anziehungskraft, denn sie behielten ihre Macht, ohne der Liberalisierung nachzugeben. Doch für die muslimische Welt war der Nationalsozialismus mehr als nur eine Diktatur; er zeigte, wie politische Organisation in politische Macht überführt werden konnte. Und selbst nach Hitlers Niederlage wurden zahlreiche Putsche in der muslimischen Welt vom Nationalsozialismus abgeleitet – von säkular arabisch-sozialistischen wie dem Nassers in Ägypten bis hin zu radikalislamischen wie dem des Ayatollah Khomeini im Iran. Beide waren stark von Nazi-Propaganda beeinflusst.

Aber es war nicht diese Propaganda, die sie lehrte die Juden zu hassen. Muslime brauchten keine Lektion des Dritten Reichs, um die Juden zu hassen. Das war jedes Mal da, wenn sie den Koran öffneten. Was das Dritte Reich sie jedoch lehrte, war, dass Antisemitismus ein machtvolles Mittel der politischen Organisation sein konnte. Das war für die muslimische Welt ebenfalls keine völlig neue Idee. Immerhin hatte Mohammeds Feldzug gegen die Juden so viel damit zu tun mit dem Versprechen von Beute Anhänger zu gewinnen wie mit Religion. So sehr wie die Hitlers viel damit zu tun hatte für seine Versuche zu zahlen, den Kapitalismus und den Sozialismus miteinander zu verbinden und weder die Besitzer noch die Arbeiter vor den Kopf zu stoßen – wie es mit der Nazi-Ideologie funktionierte. Und im Verlauf der Jahrhunderte wurden muslimische Mobs von Männern geführt, die begriffen hatten, dass „Ibtach al Jahud“ (tötet die Juden) ein sicherer Aufruf war als „Nieder mit dem Kalifen“, aber dass der Mob, hatte er sich einmal versammelt und plünderte das jüdische Viertel plünderte, angefüttert genug sein könnte, sich auch des Kalifen anzunehmen.

Doch diese Art der Taktik schien plump im Vergleich mit dem, was die Nazis erreicht hatten. Also borgten sich die Islamisten viel von ihnen. Ihre Liebe zu Uniformen und Flaggen. Sogar ihr Gruß, wie man sie selbst heute noch von mehr als ein paar wenigen muslimischen Terrorgruppen wie der Hisbollah oder der KLA in der Praxis sehen kann. Auch ihre Ausnutzen des politischen Antisemitismus. Hätte es kein Israel gegeben, der politische Antisemitismus der Islamisten wäre auf innenpolitische Kampagnen gegen Judaisierung beschränkt geblieben – ein Thema, das das der Nazis kopiert, das aber vorher schon im Nahen Osten existierte. Doch die Existenz Israels erlaubte einem Großteil der in muslimischen Ländern lebenden Juden einen Ausweg und schuf Israel als Kompassnadel der Islamisten.

Für die Islamisten ist der Staat Israel ein Ansporn geworden, ein Weg die Herrscher der muslimischen Welt zu demütigen, indem man ihr fortgesetztes Versagen bei der Vernichtung Israels herausstellt. Das erlaubt es ihnen die Herrscher, die sie stürzen wollen, als schwach, korrupt und unfähig darzustellen – während sie versprechen, wenn sie erst einmal selbst an der Macht sind, Israel zu vernichten. Hier liegt die offensichtliche Analogie zur von den Nazis benutzten Propaganda. Und was der Erste Weltkrieg für die Nazis war – ein Thema der Demütigung Deutschlands, zu dem sie immer wieder zurückkehrten – ist der Staat Israel für die Islamisten. Und nachdem Generationen muslimischer Kinder eingetaucht in dieses Gebräu aus von Hass erfüllter Propaganda aufwuchsen, überrascht es nun überhaupt nicht, dass er Hass auf die Juden in der muslimischen Welt ein absolut psychotisches Level erreicht hat.

So, wie die Nazis die Alliierten zu besiegen in eine Symbol des Wiederaufstiegs Deutschlands drehten, der seine Demütigung im Ersten Weltkrieg wegwischen würde, so drehten die Islamisten das Töten der Juden in ein Symbol islamischen Wiederaufstiegs, der ihre Demütigung durch die Unabhängigkeit der Juden von muslimischer Herrschaft im Nahen Osten wegwischen wird. Dasselbe Thema, das in Deutschland ertönte, hatte in der Kultur der Ehre/Schande der muslimischen Welt weit mehr Reichweite. Und es hat geholfen den Krieg gegen die Juden zu schüren, da sogar säkulare muslimische Führer sich verpflichtet fühlten die Feindseligkeiten gegen Israel aufrecht zu erhalten, um die Islamisten hinter sich zu lassen.

Hisbollah bleibt in der TraditionDie Nazis lehrten die muslimische Welt sicher keinen Antisemitismus, aber sie lehrten die Islamisten durch ihr Vorbild, wie sie ihn besser zum Erreichen politischer Macht ausnutzen konnten. Die Islamisten lernten nicht den Antisemitismus selbst, sondern sie lernten von Nazi-Deutschland die Technik. Und es war nicht nur die Technik der Ausnutzung des Antisemitismus, sondern auch viele weitere Techniken politischer Organisation. Quasi-Faschismus bleibt heute im Nahen Osten bei politischen Gruppen weiter üblich, die die liberaleren Modelle aus England und Frankreich zugunsten der faschistischen und sozialistischen Modelle ablehnen. Das Ergebnis kann in politisch fortschrittlichen islamistischen Bewegungen gefunden werden, die die Medien beobachten, Fassaden-Gruppen nutzen, soziale Dienste für ihre Anhänger bieten, Uniformen nutzen, sich auf Unterstützung der muslimischen Diaspora verlassen – und den Rest der Ausbeute des Nationalsozialismus – natürlich auch des Kommunismus.

Für die große Masse der muslimischen Welt ist der Antisemitismus eine Überzeugung. Für die islamistische Elite jedoch ist er eine Technik. Eine von vielen, die ihnen zur Verfügung stehen. Er ist keine originäre Technik. Die Idee geht auf Mohammed zurück, aber sie ging ihm auch voraus. Hitler lieferte ein Beispiel der fortschrittlichen und gerissenen Nutzung, die möglich ist, um ideologische Reinheit zu fördern. Und die Islamisten haben von diesem Beispiel profitiert.

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