Die „westlichen liberalen Werte“ des Islam?

Raymond Ibrahim, 29. September 2016

Als er vor kurzem durch die USA und Kanada tourte, griff Londons erster muslimischer Bürgermeister Sadiq Khan „antimuslimische Sichtweisen und Politik an und argumentierte, nötig sei es ‚Brücken statt Mauern‘ zu bauen – eine Bezugnahme auf Donald Trumps Vorschlag eine Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko zu bauen“.

Insbesondere und wiederholt kritisierte er die Idee an „dass es nicht möglich ist westliche Werte zu haben und Muslim zu sein“. Diese Auffassung, die er Trump zuschrieb, spielt „Da-Isch und dem so genannten ISIS in die Hände, einfach weil sie impliziert, dass es nicht möglich ist westlich-liberal und mainstream-muslimisch zu sein, sagte Khan“.

Können Muslime westlich-liberale Werte haben und immer noch dem Mainstream-Islam entsprechen?

Diese ausschlaggebende Frage ist leicht dadurch zu beantworte, indem man feststellt, was islamisch ist und was nicht. Muslime haben dies traditionell dadurch erreicht, dass sie die folgenden Fragen stellten:

Was sagen die Kerntexte des Islam zu der fraglichen Sache, nennen wir sie „X“? Ruft der Koran, von dem Muslime glauben, dass er die wortwörtlichen Gebote Allahs enthält, zu X auf oder rechtfertigt er es? Rufen die Texte der Hadithe und der Sira – die behauptet das Gesagte und die Taten von Allah Prophet aufgezeichnet zu haben, dem nachzueifern der Koran (z.B. in Sure 33,21) die Muslime ermahnt – zu X auf oder rechtfertigt er es?

Bleibt eine Unklarheit zu X, dann lautet die nächste Frage: Was ist der Konsens (ijma) der führenden Autoritäten der islamischen Welt zu X? Hier muss man sich oft an die tafsire, die Exegese der gelehrtesten Männer des Islam – die Ulema – und ihre Schlussfolgerungen wenden. Mohammed selbst soll gesagt haben: „Meine umma (islamische Nation) wird bei einem Fehler niemals einer Meinung sein.“

Der Koran befiehlt den Gläubige zum Beispiel Gebete zu halten; entsprechend stimmen alle Muslime überein, dass Muslime beten müssen. Allerdings legt der Koran nicht fest, wie oft. In Hadithen und Sira jedoch macht Mohammed klar, dass die Gläubigen fünfmal am Tag beten sollten. Und die Ulema stimmt, nachdem sie all diese Texte bedacht hat, darin überein, das Muslime fünfmal am Tag beten sollen.

Damit ist es auf jeden Fall islamisch, dass Muslime fünfmal am Tag beten.

Während sowohl muslimische als auch westliche Islamgelehrte ohne Weiteres die oben erwähnte Methodologie (die im Arabischen als usul al-fiqh bekannt ist) als grundlegend für die Bestimmung dessen, was islamisch ist akzeptieren – Gebet steht im Koran, Mohammed schuf zu Umsetzung Klarheit in den Hadithen und die Ulema stimmt dem zu – wird die die Standard-Herangehensweise zur Feststellung, was islamisch ist, zum Fraglichen, wann immer es gegen westliche Werte steht, komplett ignoriert.

In der Realität werden jedoch zahlreichen Verhaltensformen, die westlichen Werten direkt entgegenstehen, im Koran und den Hadithen gefordert und die Ulema stimmt dem zu: Tod für vom Glauben abgefallene und Gotteslästerer, Unterjochung muslimischer Frauen, Polygamie, Kinderehen, Verbot und Zerstörung nichtmuslimischer Gebetsstätten und heiliger Schriften und Feindschaft gegenüber Nichtmuslimen – alles nicht weniger islamisch als Gebet.

Selbst Gräueltaten des Islamischen Staats – wie das Triumphieren über den verstümmelten Leichen von „Ungläubigen“ und lächelnd mit ihren abgeschnittenen Köpfen zu posieren – Befürwortung im Kran und den Geschichten des Propheten.

Um voll würdigen zu können, wie sehr der Islam im Widerspruch zu westlichen Werten steht, bedenken Sie bitte die Befunde eines arabischsprachigen Artikels von Dr. Ahmed Ibrahim Khadr. Er listet eine Reihe Dinge auf, die von Mainstream-Muslimen unterstützt werden, obwohl sie westlichen Werten direkt widersprechen. Dazu gehört (nicht überraschend): Forderungen nach einem Kalifat, das entsprechend der Scharia herrscht und über Jihad in das Land von „Ungläubigen“ expandiert; Tod für jeden, der den Islam oder Mohammed mündlich kritisiert; Verfolgung von Muslimen, die versuchen den Islam zu verlassen; Ablehnung der Gleichberechtigung von Christen und Juden in einem muslimischen Staat; Ablehnung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern; und so weiter (lesen Sie den gesamten Artikel).

Jeder, der begreift, wie der Islam tatsächlich artikuliert wird – so wie vermutlich der muslimische Bürgermeister von London, Sadiq Khan – weiß, dass die Behauptung es sei „möglich ein westlicher Liberaler und ein Mainstream-Muslim zu sein“ ein groteskes Oxymoron ist. Das ist so, als würde man sagen, es sei möglich einen viereckigen Block durch ein rundes Loch zu stecken. Das geht nicht – außer natürlich, man hämmert ihn durch, bricht Teile des Blocks weg (den Muslim) und/oder macht den Rand des Loches (die westliche Gesellschaft) kaputt.

Es ist unredlich die bekannte Methodologie der islamischen Rechtsprechung zu akzeptiere – ist X Teil des Koran, der Hadithe oder Sira und gibt es dazu einen Konsens in der Ulema? – aber dann dieselbe Methodologie abzulehnen, wann immer X etwas ist, das westlichen Werten eindeutig widerspricht, wie es ein Großteil des Islam zu tun pflegt.

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Ein Gedanke zu “Die „westlichen liberalen Werte“ des Islam?

  1. Integrationsbeauftragte gegen „pauschales“ Kinderehen-Verbot: Wendt fordert „sofortigen Rauswurf“ Özoguzs – „Nicht länger tragbar“ (Epoch Times, 03.11.2016) In der Debatte um den Umgang mit Kinderehen in Deutschland hat der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, die sofortige Entlassung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, gefordert. „Die Frau gehört sofort rausgeworfen. Frau Özoguz ist nicht länger tragbar. Wie kann man auch nur auf die Idee kommen, Ehen mit Kindern zu legalisieren?“, sagte der Gewerkschaftschef der „Bild“. Da könne es keine Ausnahme geben: „Solche Ehen gehören ausnahmslos verboten und aufgelöst. Hier geht es um Grundsätze unserer Gesellschaft, da können wir auch keine Ehen mit Minderjährigen […] dulden.“

    _ _ _ _ _

    An den
    Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

    20.08.2016
    Eherecht

    Pet 4-18-07-4030-036062

    Petition
    Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

    1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

    2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

    3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

    4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

    5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

    6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

    7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

    Begründung

    Islamisches Recht ist […]

    [ Leicht zu finden im Netz, googlen reicht. MfG ]

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