Zu Sari Nusseibeh (3): Sari Nusseibeh – das Trojanische Pferd

Gideon Saar, Yediot Aharonot, 1. Januar 2002 (Seite B5)
[ins Englische übersetzt vom Pressedienst der israelischen Regierung]

Sari Nusseibeh ist auf mehr als eine Weise in Faisal Husseinis Fußstapfen getreten.

Arafat – der seit Jahrzehnten derjenige ist, der die regionale Stabilität im Nahen Osten untergräbt – als Moderaten unter Radikalen darzustellen, war der Sinn des diplomatischen Prozesses der Ernennung von Nusseibeh. Die meisten Israelis wurden von der Wirklichkeit eingeholt, als Arafat die Flut der Zugeständnisse, die Barak ihm in Camp David anbot, ablehnte und einen neuen Terrorkrieg gegen Israel anfing. Jetzt diktiert uns das Problem der Abtrennung von unserem Traum die Suche nach einem anderen „moderaten“ (Palästinenser), durch den die PLO weiter mit Israel spielen kann.

Dr. Sari Nusseibeh, ein sanft sprechender Akademiker mit guten Manieren, ist der derzeitige „Moderate“, der als Dialog-Partner angeboten wird. Sich dessen Image bewusst oder gerade wegen dieses Image ernannte der immer noch selbe Arafat ihn kürzlich zum Beauftragten „des Jerusalemer Geschäftsbereichs“ (der PA) an Stelle des verstorbenen Faisal Husseini. Nusseibeh ist mit der Erneuerung der palästinensischen diplomatischen Aktivitäten in Israels Hauptstadt beauftragt, nachdem die Regierung heftig agierte, dem zuvor zu kommen – in Übereinstimmung mit dem Gesetz und den diplomatischen Vereinbarungen -, indem sie Institutionen schloss (zuerst und als wichtigstes das „Orienthaus“) und diplomatische Konferenzen der Autonomiebehörde und der PLO verhinderte. Weder Nusseibehs Nähe zu Arafat noch seine offizielle Ernennung störte diejenigen, die ihn als nicht weniger als „in Opposition“ zu Arafat darstellen wollen. Wenn das nur wahr wäre.

Die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen den Völkern stammt aus der Realität der Situation, beinhaltet aber auch gegenseitige Anerkennung und Verständnis der Gesprächspartner und ihrer Ziele. Um zu verstehen, wer Nusseibeh ist und was seine Sichtweisen sind, muss man nur seine Auftritte in den arabischen Medien beobachten, nicht seine PR-Aktionen in der israelischen Presse. So tauchte Nusseibeh z.B. in der letzte Woche ausgestrahlten Sendung „Mehr als eine Meinung“ („Ekhtar Min Rai“) auf Al-Jazira neben Majd A-Zir von der „Organisation Palästinensische Rückkehr“ auf und sagte zum „Rückkehrrecht“: „Es gibt keinen Streit oder Unstimmigkeiten zwischen Bruder Majd und mir und die PLO-Führung bleibt bei allen Entscheidungen in dieser Sache. Die Juden fingen auch an und errichteten einen Staat auf einem kleinen Stück von Palästina und machten dann von da aus weiter.“

Nusseibeh ist eindeutig der „Doktrin der Phasen“ (oder „Phasen-Plan“, HE) der PLO treu – und in seinen Worten: „Wir befinden uns heute an einem Scheideweg; nach meiner Meinung müssen wir nehmen, was wir kriegen können.“

Sogar Nusseibehs Vorbehalte gegenüber dem Terrorismus (genauer gesagt: gegenüber bestimmten Arten des Terrorismus) sind taktische Vorbehalte, nicht moralische: „Man muss die Wahl der Mittel nicht aus emotionaler Sicht beurteilen, sondern vom Standpunkt, womit unsere diplomatischen Ziele erreicht werden.“ Wenn er die Fatah-Bewegung verteidigt, erinnert er daran, dass sie die erste war, die nach der Methode des „bewaffneten Kampfs“ vorging.

Nusseibeh ist also tatsächlich auf mehr als eine Art in die Fußstapfen seines Vorgängers Faisal Husseini getreten. In einem seiner letzten Interview – mit der ägyptischen Wochenzeitschrift „Al Arabi“ – bezeichnete Husseini die Oslo-Vereinbarungen als „Trojanisches Pferd“, das die PLO in das Land Israel eingeschmuggelt habe und die derzeitige Intifada als das „Herausströmen aus dem Bauch des Pferdes“. Was die Palästinenser mit den Oslo-Vereinbarungen erreicht hätten, sagte Husseini in demselben Interview, seien in Wirklichkeit „vorläufige Stufen“ oder „Zwischenziele“. Das strategische Ziel bleibt „das historische Palästina vom Fluss bis zum Meer, auch wenn der Konflikt weitere 1000 Jahre weiter gehen sollte“. Nusseibeh gehört, genauso wie Husseini, zu den prominentesten Fahnenträgern des „Stufenplans“ der PLO. Er ist jetzt das Trojanische Pferd, das die PLO sehr geschickt in das Herz der israelischen Hauptstadt einschmuggeln will. Gibt es wirklich immer noch Israelis, die ihm die Stadttore öffnen wollen?

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