Barghoutis Rolle bei der Anzettelung des Oslo-Kriegs

Zusammengestellt aus dem Newsletter von Arutz-7 und der Homepage der IDF, August 2002

Am 14. April 2000 verhaftete eine Einheit der israelischen Armee Marwan Barghouti, Kopf des Hohen Rats der Fatah in der Westbank und Führer ihres militärischen Flügels, der „Al Aksa-Märtyrerbrigaden“. Von September 2000 bis April 2002 führten diese tausende Terroranschläge gegen Israel aus, darunter Selbstmordattentate. In einem Interview, das er am 29. September 2001 der in London veröffentlichten Zeitung „Al Hayat“ gab, legte Barghouti seine Rolle in der Entfachung der „Al Aksa-Intifada“ dar. Hier Auszüge:

„Ich wusste, dass das Ende des Monats September [2000] die letzte Gelegenheit vor der Explosion sein würde, aber als Sharon an der Al Aksa-Moschee ankam, war es der stärkste (passendsted) Augenblick für den Ausbruch der Intifada. Der Grund ist, dass der Fall Jerusalem betrifft und noch mehr die Al Aksa. Seine Bedeutung: die gesamte Region in Brand zu setzen, besonders aber, weil die Frage der Al Aksa die Empfindlichkeit der Massen entflammt und aufheizt…

Am Abend vor Sharons Besuch nahm ich an der Diskussionsrunde eines örtlichen Fernsehsenders teil. Ich fand, dass dies die rechte Gelegenheit war, die Öffentlichkeit aufzurufen am nächsten Morgen zur Al Aksa zu gehen, weil es nicht sein konnte, dass Sharon den Haram-al-Sharif [also den Tempelberg] ‚einfach so‘ besuchen und friedlich wieder gehen sollte. Ich war entschlossen und früh am nächsten Morgen ging ich zur Al Aksa.

Als ich in der Umgebung der Moschee ankam, war ich ehrlich überrascht über die Anwesenheit der Menschen, die gekommen waren. Die Versammlung dort bestand ausschließich aus Palästinensern von 1948, acht von ihnen israelisch-arabische Parlaments-Abgeordnete und mehr als 60 andere gut bekannte Leute. Ich war unzufrieden mit der geringen Beteiligung und als keine Reibereien aufkamen, wurde ich ärgerlich. Wir versuchten erfolglos Zusammenstöße zu schaffen – wegen der aufgekommenen Meinungsverschiedenheiten mit Menschen, die sich zu dieser Zeit um die Spannungsorte auf dem Al Aksa-Platz aufhielten.

Wir brauchten keinen Krieg. Die Frage ist eine vollkommen andere. Kriege brechen aus, weil die Präsidenten oder Kommandierenden der Militärs dies beschließen. Die Intifada aber wurde nicht durch eine Person oder eine Gruppe von Menschen ausgelöst, sondern dadurch erzeugt, dass sie tief in die Gefühle der Massen hinein reicht… Es gab Gegner des Konflikts. Gleichzeitig sah ich in der Situation eine historische Chance den Konflikt auszulösen. Der heftigste Konflikt ist der, der von Jerusalem ausgeht, wegen der Empfindlichkeiten [bezüglich] der Stadt, ihrer Einmaligkeit und ihrem besonderen Platz im Herzen der Massen, die bereit sind sich [für sie] zu opfern, ohne auch nur an den Preis zu denken.

Nachdem Sharon ging, blieb ich etwa zwei Stunden mit anderen bekannten Personen vor Ort. Wir sprachen über die Art der Reaktion und darüber, wie die Menschen in allen Städten und Dörfern [ursprünglich in Lad] reagieren sollten, nicht nur in Jerusalem. Wir stellten Kontakt mit allen Fraktionen her.

Barghouti erklärte, dass er Jerusalem nicht verließ. Vom frühen Donnestagabend bis Freitagmorgen, nachdem er sich mit den Mitarbeitern der Shaviva-Organisatin der Fatah [die zur Jugend der Fatah gehören] abgesprochen hatte. Die Shaviva-Organisation verteilte am Mittwoch, dem Tag vor Sharons Besuch, eine Proklamation und rief die Öffentlichkeit auf, ihre Missbilligung des Besuchs zu äußern. Die Kontaktierungen, auch zu Mitgliedern der Fatah, drehten sich um eine Frage: die Art der Reaktion auf den folgenden Tag – Freitag, den 29. September 2000. Ein Tag, der einer ganzen Generation in Erinnerung bleiben und ins Gedächtnis geschrieben sein wird als der Tag, an dem die Intifada ausgelöst und die palästinensisch-israelischen Verhandlungen der letzten zehn Jahre, wie auch der zerbrechliche Friedensprozess auf den Kopf gestellt wurden. Dieser hat nur eine große Explosion hervor gebracht.

Als Barghouti an diesem Abend Jerusalem verließ, wusste er sehr genau, dass er wenige Stunden später zurückkehren würde… Er kam Freitagmorgen dorthin zurück, um den Ausbruch der Intifada mitzuerleben.

„Als ich in der Altstadt ankam, hatte der Konflikt bereits begonnen. Anfangs konnte niemand hinein oder heraus. Ich ging zur Saladin-Straße; sie war gesperrt. Dann ging ich in die Gegend von A-Tur, zum Elmakuasad-Krankenhaus, um den Zustand der Verwundeten und Verletzten zu untersuchen. Als wir dort ankamen, waren die Auseinandersetzungen [wörtlich: der Konflikt] auch dort angelangt. Rund 3.000 Menschen verbarrikadierten den Bereich.

Das war Krieg. Definitiv. Nun, mehr als jemals zuvor, kam es mir vor, als ob die Stadt Jerusalem brannte. Und ich spürte auch, dass die Jerusalemer und Palästinenser positiv reagierten. Über die Medien rief ich dazu auf, den nächsten Tag zu einem Tag der Solidarität mit Jerusalem zu machen.“

Am selben Abend fuhr Barghouti in das Arabische Dreieck in Israel, wo er an einer Versammlung teilnehmen sollte. Hierzu sagte er:

„Während wir im Auto auf dem Weg ins Dreieck waren, bereitete ich in Kooperation mit den Brüdern [offensichtlich Hamas] ein Flugblatt im Namen des Hohen Rates der Fatah vor, in dem wir zu einer Reaktion auf die Geschehnisse in Jerusalem aufriefen. Als ich nach Ramallah zurück kam, führte ich die Gespräche über den Charakter unserer Aktivitäten und die Fortführung der Reaktion [auf Sharons Besuch] mit den Kontakten weiter, die ich um mich versammelt hatte.“

Barghouti macht deutlich, dass die Dinge noch nicht in Gänze beschlossen waren, obwohl die Reaktion am letzten Samstag des September die Richtung vorgegeben hatte und „niemand etwas dagegen tun konnte, obwohl Druck ausgeübt wurde, um die menschliche Flut in allen eroberten Gebieten aufzuhalten…“

von der Internetseite der IDF (25. April 2002)

Ich denke, das sagt alles darüber aus, wer die „Intifada“ wollte, wer sie vorbereitet und wer sie ausgelöst hatte. Es hatte nichts mit Sharon zu tun. Sein Besuch auf dem Tempelberg hatte erst einmal gar nichts ausgelöst. Die Palästinenserführung musste sogar erst einmal mit der Enttäuschung fertig werden, dass sich kaum ein Mensch unter ihren Leuten dafür interessierte. Sie mussten erst noch heftiger dafür werben, dass der „Aufstand“ los ging. Erst dann, als die Israelis auf Gewalt reagieren mussten, konnte das als Anlass genutzt werden, die „Massen“ aufzustacheln und den Terror zu beginnen.

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