Warum der arabische Terror in Jerusalem?

Warum gibt es aktiven arabischen Terror in Jerusalem und fast keinen in anderen israelischen Städten mit großem arabischem Bevölkerugsanteil?

Dr. Mordechai Kedar, Israel National News, 10. Oktober 2016

Hoffnung, nicht Verzweiflung, ist der Grund für islamisch-arabischen Terror in Jerusalem. Ein Blick auf die islamisch-arabische Landkarte des Terrors gegen Juden macht das Bild klar: Die Terroranschläge in Jerusalem sind größer angelegt und komplexer und intensiver als in anderen israelischen Städten, die einen beträchtlichen israelisch-arabischen Bevölkerungsanteil haben – Jaffa, Nazareth, Akko und Haifa. Das wirft die Frage auf: Warum der arabische Terror in Jerusalem? Was macht diese Stadt zu einem so attraktiven Ziel für Terroristen und Terror?

In früheren Artikeln diskutierten wir die historischen und religiösen Faktoren hinter Israels Konflikt mit seinen Nachbarn, als da wären: dass Israels bloße Existenz und dass es seine Hauptstadt in Jerusalem einzurichten eine religiöse Herausforderung für Muslime darstellt, die den Islam als die wahre Religion betrachten, während das Judentum, wie das Christentum, als eine Religion der Lügen angesehen wird. Die Rückkehr der Juden in ihre Heimat und die historische Hauptstadt straft dieses Konzept Lügen und bedroht den Status des Islam in der Welt.

Zusätzlich zur religiösen Komponente gibt es die nationalistische: Israels Existenz ist ein Spiegel des arabischen Versagens 1948 dessen Gründung zu verhindern und das zusätzliche Versagen der arabischen Staaten in jedem Krieg, deren Hauptziel die Vernichtung des gesamten Staates Israel war. Die arabischen Staaten wurden gedemütigt – und Frieden mit Israel zu schließen ist ein Eingeständnis der fortgesetzten Schande, die sie angesichts der bloßen Existenz eines jüdischen Staates fühlen.

All das erklärt allerdings nicht, warum die in Jaffa, Haifa, Nazareth und Akko lebenden Araber größtenteils nicht zum Terror greifen, während viele der in Jerusalem lebenden Araber ihre Tage und Nächte damit verbringen Terroranschläge zu planen. Mancher sagt, die Nähe zur Al-Aqsa-Moschee sei der Grund, aber das stimmt nicht, denn die Muslime in Jaffa und Nazareth betrachten die Al-Aqsa genauso als heilig wie die Jerusalemer Araber es tun und dennoch vermeiden sie es Terroranschläge zu begehen, während die Araber Jerusalems aktiv in Terror involviert sind.

E muss einen anderen Unterschied zwischen Jerusalem und den anderen israelischen Städten mit beträchtlichem arabischen Bevölkerungsanteil geben. Man könnte behaupten, der Unterschied sei ein Ergebnis der langen Zeitspanne, in der Israel die Kontrolle über diese Städte hat: Die vier Städte Nazareth, Akko, Haifa und Jaffen stehen seit 68 Jahren unter israelischer Souveränität, während Jerusalems arabische Viertel erst seit 50 Jahren Teil des jüdischen Staates gewesen sind. Aber die vier Städte waren vor Israels 50. Geburtstag ruhig und frei von Terror, also warum reichten 50 Jahre nicht aus die arabischen Muslime in Jerusalem zu beruhigen?

Die Antwort ist elementar. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen der jüdischen Kontrolle in Jaffa, Haifa, Nazareth und Akko und jüdischer Kontrolle Jerusalems. Es hat mit der Endgültigkeit israelischer Souveränität zu tun: Seit diesem Tag im Juni 1949, als auf Rhodos die Waffenstillstandsvereinbarungen – beileibe keine Friedensabkommen!! – zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn unterzeichnet wurden, erkannten die Araber in diesen vier Städten, dass sie auf Dauer und gegen ihren Willen zu Bürgern Israels gemacht wurden – und das bleiben werden, solange Israel nicht verschwindet (inschallah!). Während Israel existiert, gibt es keine andere Möglichkeit, die ihnen offen steht, und das bedeutet das Ende des Kampfes und sich auf einer Ebene mit der israelischen Souveränität zu arrangieren, ob sie es nun mögen oder nicht.

Die de facto-Anerkennung Israels durch die Araber von 1949 brachte sie zu der Erkenntnis, dass die arabische Welt sie betrogen hatte und deshalb stellten sie alle Hoffnung auf Befreiung durch die arabischen Armeen beiseite. Internationale Anerkennung der Souveränität Israels über ihre Städte verstärkte das Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber dem jüdischen Staat und sie akzeptierten die Regeln des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Spiels dieses Staates, nicht aus Liebe, sondern weil es in der Stadt kein anderes politisches Spiel gibt, dem sie sich anschließen könnten.

Und am wichtigsten ist: Sie sahen nie einen Israeli, von der radikalen Linken bis zur extremen Rechten, von Israel fordern, Jaffa, Haifa, Akko oder Nazareth arabischer Kontrolle zu übergeben. Angesichts israelischem Einvernehmen zum Thema sowie arabischer und internationaler Zustimmung begriffen sie, dass ihr Kampf in Fehlschlag geendet hatte und dass ihr Leben in einem jüdischen Staat gelebt und ihre Interessen in einem jüdischen Staat verfolgt werden würden.

Im Gegensatz dazu leben die Araber in Jerusalem in einem völlig anderen Bewusstseinszustand, einem, in dem israelische Herrschaft über das östliche Jerusalem nicht das Ende der Geschichte ist. Dafür gibt es viele Gründe: Auch sie hören all die Juden, die sich Zionisten nennen und die Jerusalem teilen wollen, um die Hauptstadt eines Palästinenserstaats im östlichen Teil der Stadt zu gründen, die Gegend, die dem Judentum seit mehr als 3000 Jahren heilig gewesen ist. Sie können nicht anders als wahnhafte NGOs wie „Ir Amim“ (wörtlich: Stadt der Nationen) zu sehen, zu deren Agenda die Anerkennung arabischer „Rechte“ auf die Gründung einer arabischen Hauptstadt in Jerusalem gehört, obwohl die Stadt nie die Hauptstadt irgendeines arabischen oder islamischen Staates war. Sie können nicht anders als die Umweltverwahrlosung im östlichen Teil der Stadt im Vergleich mit den Investitionen in das Erscheinungsbild des westlichen Teils zu vergleichen. Sie sehen, dass die Al-Quds-Universität nicht unter der Schirmherrschaft Israels Rat für Höhere Bildung  steht – und sie sehen weitere tausend Belege dafür, dass es Israel nicht wirklich ernst damit ist das östliche Jerusalem zu annektieren, obwohl seit dem Beginn der „Besatzung“ 50 Jahre vergangen sind.

Jerusalems Araber sehen, dass anders als 1949 im Vertrag von Rhodos, in dem Israel arabische Anerkennung seiner Souveränität über Jaffa, Haifa, Nazareth und Akko forderte, dass Israel bei der Unterzeichnung der Friedensvereinbarungen mit Ägypten und Jordanien nicht forderte das vereinte Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Sie sehen, dass Israel jeglichem Gesindel, das eine Kamera und ein Mikrofon in die Hand bekommt, ohne einzugreifen erlaubt mitten in Jerusalem zu stehen und es „das besetzte Al-Quds“ zu nennen – und einen Medien-Jihad aus dem Inneren heraus zu führen. Ich verweise insbesondere auf den Jihad-Mediensender Al-Jazira, der von Öleinkommen aus Qatar finanziert wird.

Jerusalems Araber sehen die aus London sendende BBC, die Israels Regierung die „Regierung in Tel Aviv“ nennt – und die Realität verkehrt, um Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Sie sehen, dass selbst Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Israel auf jede mögliche Weise unterstützen, gegen den Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem sind – und übrigens: nach West, nicht Ostjerusalem – obwohl die Botschaft dort Land kaufte und Wohnungen für ihre Mitarbeiter baute.

Sie sehen, dass die Akten des US-Außenministeriums das amerikanische Konsulat in Jerusalem nicht als in Israel befindlich führen und sie lesen in den Zeitungen, dass das Außenministerium Kindern, die amerikanische Staatsbürger sind und in Jerusalem geboren wurden, nicht erlaubt in ihren Geburtsurkunden stehen zu haben, dass sie in „Jerusalem, Israel“ geboren wurden – nur „Jerusalem“, als ob Jerusalem irgendwo im Weltall läge, aber nicht in Israel.

Sie hören, dass es in Europa und den USA Juden gibt, Mitglieder von Organisationen wie J-Street, Jewish Voice for Peace, J-Call und Jews for Justice in Palestine, die versuchen für israelische Zugeständnisse in Jerusalem zu werben. Sie wissen auch, dass einige Hillel-Häuser an amerikanischen Universitäten keine Feste zum Jerusalem-Tag gestatten, weil Jerusalem ein umstrittenes Thema ist; und dass der New Israel Fund daran arbeitet diese Agenda in Israel voranzutreiben.

Jerusalems Araber hören, dass die Europäer, trotz ihrer entsetzlichen Vergehen am jüdischen Volk, begangen Generation um Generation, einschließlich der des Zweiten Weltkriegs, ebenfalls das geeinte Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt anerkennen und dass sogar Israels engste Freunde ihre Botschaften in Tel Aviv behalten statt sie nach Jerusalem zu verlegen.

All diese Faktoren, angefangen mit israelischen und jüdischen Einstellungen, weiter zur arabischen Welt und bis zur Haltung des Restes der Welt zu Jerusalem können nicht anders als Jerusalems Arabern das Gefühl zu geben, dass sie, wenn sie nur genug Juden verletzen, morden, überfahren, verbrennen und sprengen – kurz gesagt: Terror als einen Weg nutzen ihren Wunsch zu zeigen Jerusalem von israelischer Herrschaft zu befreien – der Tag kommen wird, an dem die Israelis des Kampfes müde werden, aufgeben, ihre Hände heben und Al-Quds den Araber-Muslimen überlassen werden. So war es seit der Zeit, in der sie es 638 unserer Zeitrechnung von den Byzantinern eroberten, bis zum britischen Mandat von 1917 und während der illegalen und illegitimen jordanischen „Besatzung“ von 1948 bis 1967.

Ander als der Seelenzustand der Araber von Jaffa, Haifa, Nazareth und Akko, die aufgaben und die Niederlage von 1948 als endgültig akzeptierten, sind die Araber Jerusalems nicht überzeugt, dass die Niederlage von 1967 endgültig ist. Sie werden von einigen Israelis ermuntert, einigen der Juden in Amerika und dem Rest der Welt, den arabischen Staaten und der Staatenwelt. Das motiviert sie zum Terror mit Felsbrocken, Brandbomben, Messer, Sprengstoff, Autos und Kugeln. Hoffnung, nicht Verzweiflung, steckt hinter den Terroranschlägen in Jerusalem, so wie alle, die diese Hoffnung nähren, selbst wenn sie sich als „Freunde Israel“ betrachten, wenn sie nicht anerkennen, dass Jerusalem die historische, ewige Hauptstadt des jüdischen Staates ist.

An dem Tag, an dem Israel beim Thema Jerusalem geeint ist und sich entscheidet den Rest der Welt davon zu überzeugen, dass die Befreiung Jerusalems 1967 anerkannt wird, wie er die Befreiung von Jaffa, Haifa, Nazareth und Akko 18 Jahre zuvor anerkannte, werden Jerusalems Araber aufgeben und ihr Schicksal akzeptieren, genauso wie der Rest der israelischen Araber es machte. Sie werden anfangen nach Wegen zu suchen – und diese zu finden! – mehr oder weniger in Frieden mit Israel zu leben, wie es der Rest von Israels Arabern tut.

Frieden im Nahen Osten wird nur denen gewährt, die es schaffen ihre Feinde davon zu überzeugen, dass es zu ihrem eigenen Vorteil ist, die Dinge ruhen zu lassen und sich mit den eigenen Dingen zu beschäftigen. Das ist der einzige Frieden, den es in dieser Region geben kann und je früher Israel das begreift, desto weniger Leid wird es erfahren und desto leichter wird es sein in Ruhe in dieser von Krisen geschüttelten Region zu leben.

Der Fall Jerusalem ist kein ungewöhnlicher. Wenn Jerusalems Araber begreifen, dass ihr Kampf zur Entfernung Jerusalems aus Israel komplett fehlgeschlagen ist, werden sie aufhören Terror zu betreiben und dem Beispiel der restlichen Araber Israels folgen.

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