Nissans Notes and Quotes Corner: Palästina 2009

Nissan Ratzlav-Katz, 1. Januar 2009

Das neue Jahr nach dem christlichen Kalender ist eine so gute Gelegenheit wie jede andere einen Überblick über die Geschichte Palästinas vom Jahr 1 bis zum Ende des Jahres 2008 heutiger Zeitrechnung zu geben.

Vom Jahr 1 bis 136 unserer Zeitrechnung kämpfte das Volk von Judäa – im modernen Deutsch „Juden“ genannt – immer wieder einmal gegen die kaiserliche Beherrschung ihrer Nation durch die Römer. Die jüdische Souveränität in dem, was die Römer später in „Palästina“ umbenannten, wurde mit der Niederschlagung des Bar Kochba-Aufstandes endgültig zerstört.

Im Jahr 351 verschiebt das Römische Reich, das sich in das christlich-byzantinische Reich verwandelte, sein Zentrum in die Türkei und das Regime regiert weiterhin Judäa/Palästina.

614: Die Perser unter Chosrau II. erobern „Palästina“.
628: Die Byzantiner erobern die Region zurück.
635: Muslimische Imperialisten von der Arabischen Halbinsel erobern „Palästina“.
661: Das Omaijaden-Reich beherrscht „Palästina“ von Syrien aus.
750: Das Abbasiden-Reich in Bagdad übernimmt.
878: Ein Türke aus Ägypten erobert „Palästina“.
904: Das Abbasiden-Reich kehrt zurück.
934: Die Ägypter (zu denen irgendwann die Fatimiden gehören) übernehmen „Palästina“ vom Abbasiden-Regime.
1070: Seldschukische Türken erobern „Palästina“.
1099: Europäische Kreuzfahrer erobern Jerusalem; ihre Herrschaft geht in Teilen von „Palästina“ bis 1291 weiter.

Während der Kreuzfahrer-Herrschaft, 1187 unserer Zeitrechnung, erobert der kurdische Anführer Salah a-Din (Saladin) aus Damaskus Jerusalem und den größten Teil von „Palästina“.

Selbst die Mongolen mischten mit: 1244 inspiriert Dschingis Khan eine erfolgreiche Invasion „Palästinas“, von dem sie Teile halten, bis Mameluken-Sultane aus Ägypten die Mongolen 1260 bei Ain Jalut besiegen. 1299-1303 gab es eine weitere mongolische Invasion.

1517 übernimmt das türkisch-osmanische Reich „Palästina“.

Von 1799 bis 1840 erlebte „Palästina“ französische und ägyptische Eroberer, bis die türkische Herrschaft wieder hergestellt wurde. Jedenfalls bis zum Ersten Weltkrieg und der endgültigen Auflösung des türkischen Reiches 1918. „Palästina“ wird vom britischen Empire übernommen.

1946 sorgen die Briten für die Gründung des Königreichs Transjordanien (später in Jordanien umbenannt), das 1922 bereits als Emirat auf 70% des „Palästina“, wie sie es erhalten hatten, etabliert wurde. Transjordanien wird einem Prinzen von der Arabischen Halbinsel übergeben.

1.948 nach unserem historischen Anfangspunkt kehrt Judäa (aus irgendwelchen Gründen immer noch „Palästina“ genannt, wie es das lange tote Römische Reich nannte) in die Hände der Juden zurück. Sie entscheiden sich ihr wiederhergestelltes Gemeinwesen „Israel“ zu nennen statt Judäa. Vielleicht, weil das Herzland Judäa erst 1967 in jüdische Hände zurückkehrte.

1994 unserer Zeitrechnung: Israel händigt Teile von „Palästina“ an die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) aus, die von einem Ägypter namens Yassir Arafat geführt wird.
2005: Israel beseitigt alle Juden aus der Region Gaza von „Palästina“ und übergibt sie an die PLO.
2006: Die vom Iran gestützte, von der ägyptischen Muslimbruderschaft inspirierte Hamas nimmt der PLO „Palästinas“ Region Gaza ab.

Das ist es, mehr oder weniger. Ich denke, es gibt drei wichtige Punkte in dieser Zeitleiste:

a) Es gab niemals irgendwo eine souveräne politische Einheit oder ein Regime, das man als „Palästina“ kennt;

b) die Juden waren die einzigen Herrscher in der gesamten Litanei oben, für die das Land Israel („Palästina“) auch ihre einzige nationale Heimat war;

c) der Hauptgrund, dass derzeit Araber in „Palästina“ residieren, ist der, dass arabische Imperialisten dort einfielen und eine „kriegerische Besatzung Palästinas“ (wie es heute genannt werden mag) Anfang des siebten Jahrhunderts gründeten.

Aber bemühen Sie sich nicht ihren selbst ernannten „antizionistischen“ Bekannten das zu zeigen. Ihre Standard-Antwort ist: Das spielt keine Rolle, nichts davon – was das Erwachsenen-Äquivalent dazu ist, dass man die Finger in die Ohren steckt und sagt: „Na-na-na, ich hör’ dich nicht!“

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