Die Version der „Großen Lüge“ des 21. Jahrhunderts

Sarah N. Stern, Israel HaYom, 30. Oktober 2016

Dieses Wochenende sah ich mir den Film „Denial“ [Leugnung] an, der die erfolgreichen Bemühungen von Deborah Lipstadt darstellt, wie sie die revisionistische Geschichtsschreibung des Holocaustleugners David Irving vor einen britischen Gericht herausforderte.

Aber wohin können wir uns wenden, wenn die historischen, religiösen und kulturellen Verbindungen unseres Volkes zu diesem Ort von Institutionen mit internationaler Zuständigkeit wie den Vereinten Nationen systematisch ausgelöscht werden? Gibt es ein höheres Gericht, vor dem wir in Berufung gehen können?

Am Mittwoch letzter Woche beschloss die UNESCO, die UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, eine weitere Resolution, mit der versucht wurde die jüdischen und christlichen Verbindungen zu Jerusalem auszulöschen. Diesmal wurde das vom 21 Mitglieder zählenden Welterbe-Komitee ausgeführt. Die Resolution vom Mittwoch setzt das Sahnehäubchen auf den Kuchen, der in der Woche davor vom Exekutivrat der UNESCO gebacken wurde und die jüdischen und christlichen Ansprüche am Tempelberg leugnet.

Das widerspricht unbestreitbar dem Auftrag des Welterbe-Komitees; dieser wird auf seiner Internetseite als „Ermutigung der Identifikation, dem Schutz und dem Erhalt des kulturellen Erbes in aller Welt, das als von herausragendem Wert für die Menschheit betrachtet wird“ beschrieben.

Einmal mehr lehnt es diese Resolution sogar ab den Tempelberg mit seinen hebräischen und englischen Namen zu benennen, sondern nur mit seinen arabischen Namen: Haram al-Scharif oder Al-Aqsa-Moschee.

Wir wissen, dass die Quelle dieser Resolution die Organisation der Islamischen Kooperation ist, die aus 56 Mitgliedstaaten der UNO plus der palästinensischen Autonomiebehörde besteht. Sie beansprucht mehr als 1,5 Milliarden Muslime der Welt zu repräsentieren und stellt den größten einzelnen Abstimmungsblock in der UNO dar.

Die OIC wurde in Jiddah (Saudi-Arabien) gegründet. Ihr Auftrag ist es angeblich die freie Religionsausübung zu garantieren; sie hat aber eine seltsame Definition von Religionsfreiheit: Es ist die freie Religionsausübung für den Islam und nur für den Islam. Das Hauptziel der OIC besteht darin das Scharia-Recht zu internationalisieren und international für Strafen für die zu werben, die das nicht akzeptieren, indem sie als „islamophob“ zu etikettieren.

Zu dieser Definitino gehört ein auf den Islam zentriertes Konzept Jerusalems.

Aber der Anspruch der OIC auf die Stadt ist von Haus aus mit Fehlern behaftet.

Jerusalem wird in der Torah nicht weniger als 669 Mal erwähnt. Nach Angaben von Dr. Mordechai Kedar von der Bar-Ilan-Universität wird es nicht ein einziges Mal im Koran erwähnt, sondern es wird ein Hinweis darauf gegeben, dass sie den Juden gehört: Im Sure 178,1 wird „Al-Aqsa“ erwähnt, was „die am weitesten entfernte“ bedeutet. Von welchem Bezugspunkt aus ist das die am weitesten Entfernte? Die Antwort lautet: von Mekka und Medina, den beiden heiligsten Städten des Islam. Wie die meisten Menschen wissen, wenden sich Muslime Mekka und Medina in Saudi-Arabien zu, wenn sie beten, während Juden sich Jerusalem zuwenden.

Darüber hinaus verweist der Koran auf Al-Aqsa und den Felsendom in demselben Vers, der den ersten und den zweiten Tempel erwähnt. Sure 17,1, der die Vergehen Israels behandelt, sagt: „Wir erlaubten euren Feinden eure Gesichter zu entstellen und eure Tempel zu betreten, wie sie sie früher betreten hatten.“

Die muslimische Tradition ist besonders stark bezüglich der Existenz des ersten Tempels, den König Salomo baute, den sie als Inbegriff der Weisheit betrachtet.

Die Ironie besteht darin, so stellt der amerikanisch-israelische Wissenschaftler Martin Kramer heraus, dass die muslimische Leugnung der Existenz des Tempels genau die theologischen Fundamente untergräbt, auf denen der muslimische Anspruch auf die Stadt basiert.

Seit der Befreiung Jerusalem im Jahr 1967 sind jede Menge archäologische Artefakte gefunden worden, die den jüdischen Anspruch auf das Land stützen. Es wurden Münzen aus der Hasmonäerzeit gefunden, ebenso rituelle Bäder und das Siebungs-Projekt fand, was Archäologen als „unbestreitbare Beweise“ von Mosaikfliesen sind, die einen Davidstern bilden; sie glauben, dass diese Teil des Bodens des zweiten Tempels waren.

Das Tempelberg-Siebungsprojekt entstand, weil die palästinensische Autonomie, die die Oberfläche dessen, was sie als „Haram al-Scharif“ bezeichnen – den Tempelberg – an Bautätigkeit vor Ort beteiligt ist, wobei Objekte entnommen werden, die mit der Behutsamkeit eines Chirurgen behandelt werden sollte und wirft sich auf eine Mülldeponie der Geschichte. Nach Angaben des israelischen Archäologen Gabriel Barkay wurden 400 LKW-Ladungen von mit Artefakten durchsetztem Boden von der Islamischen Waqf in Jerusalem beseitigt und im Kidron-Tal auf der Ostseite der Altstadt abgeladen.

Eine große Schar Israelis siebt sich durch die Erde und birgt uralte Schlüssel zum kostbaren Erbe unseres Volkes.

Genau an dem Tag, an dem über diese betrügerischen Resolutionen abgestimmt wurde, enthüllte der Bibelforscher Shmuel Achituv ein außergewöhnliches Dokument, das die israelische Antikenbehörde rettete: eine antike Schriftrolle, die aus der Zeit des ersten Tempels im siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammt und das ein Geschenk – Wein – erwähnt, das an einen König in Jerusalem geschickt werden soll. Das ist die früheste Aufzeichnung in hebräischer Schrift, die Jerusalem erwähnt.

Die größere Frage lautet, wie die Leute es einer ideologischen Agenda gestatten konnten ihre wissenschaftliche Objektivität in den Schatten zu stellen. Früher Oktober sagte MK Ahmed Tibi von der Gemeinsamen Arabischen Liste, ein Gynäkologe, der mit Sicherheit an die Objektivität der Wissenschaft glauben muss: „Ich glaube an das palästinensische Narrativ zu Jerusalem.“ Tortz allem, was an wissenschaftlichen Beweisen vorgelegt wird.

Die Vereinten Nationen sind in ein aberwitziges Forum ausgeartet, über dem es kein höheres Berufungsgericht gibt und wo absurde Resolutionen, die keine Grundlage in den Wissenschaften, der Realität oder der Wahrheit haben, einfach nur deshalb beschlossen werden, weil der muslimische Block politisch dominiert.

Wir alle kennen die „Theorie der Großen Lüge“ von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels: Wenn man eine Lüge erzählt, dann sollte man eine große erzählen, sie einfach machen und sie ständig wiederholen“. Das war einer der ersten Schritte in der Vorbereitung der Grundlagen bei deutschen Volk, um bei der Auslöschung der Juden zu helfen. Die Version der „Theorie der Großen Lüge“ des 21. Jahrhunderts ist ein Versuch den Anspruch des jüdischen Volks auf das Land Israel auszulöschen und im innersten Kern davon liegt unsere Verbindung zu Jerusalem.

Wenn es aber etwas gibt, das wir Juden haben, dann ist es unser Gedächtnis und es ist die uralte Erinnerung an unsere heiligen Tempel, die uns durch die dunkelsten Tage unseres Exils getragen hat. Keine Abstimmung irgendeiner Institution kann uns das jemals stehlen.

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