Die Kriege des Islam: Die Schiiten sind am Drücker

Elder of Ziyon, 3. November 2016

EoZ-Fan Miki sah bei Mida diesen Artikel in Hebräisch und übersetzte ihn

Die Kriege des Islam: Die Schiiten sind dran

Dr. Mordechai Kedar

In dem Kampf, der seit mehr als tausend Jahren tobt, waren die Sunniten immer das dominierende Segment des Islam. Der Zusammenbruch der arabischen Nationalstaaten, der Rückzug der USA und die Stärkung des Islam verändern das Kräftegleichgewicht, wobei viel Blut vergossen wird.

Erleben wir, wie sich die Räder der Geschichte drehen? Vielleicht. In dem furchtbaren Krieg zwischen Sunniten und Schiiten hatten Erstere immer die Oberhand. Heute scheint sich die Situation allerdings zu verändern.

Als Mohammed, der Prophet des Islam, im Jahr 632 die Augen für immer schloss, begann uners seinen Verwandten der Kampf um seine Nachfolge. Sein Cousin Ali Ibn Abi Talib, der auch Mohammeds Schwiegersohn war, nachdem er dessen Tochter Fatima heiratete, beanspruchte die Herrschaft für sich und dass Mohammed ihm die Nachfolge versprochen hatte. Die anderen Kandidaten bestritten seine Ansprüche und zwangen ihn zu 24 Jahren Kampf, bevor ihm er Aufstieg schließlich gelang und er 656 n.Chr. der vierte Kalif wurde.

Doch selbst dann hatte er nur eine kurze Pause. Der Gouverneur von Damaskus – Mu’awiyah Ibn Abu Sufian – verriet ihn sechs Jahre später. 661 wurde Ali ermordet und Mu’awiyah wurde der 5. Kalif. Die Söhne Alis setzten den Kampf fort und der neue Kalif wehrte sich heftig. 680 wurde Alis Sohn Hussein ermordet und sein Kopf in Damaskus zur Schau gestellt. Die Muslime, die Ali und seine Nachfolger unterstützten, sind die Schiiten; und die, die die Leute unterstützten, die sie verdrängten und seine Nachfolge beendeten, sind die Sunniten.

Dieser 1.384 alte Kampf sind in die Geschichte, die Philosophie und die Politik des Islam eingewoben. Der Kampf findet in vielen Arenen statt, von den heiligen Schriften zu den Gebeten, vom Religionsgesetz bis zu den Namen von Menschen. Aber am meisten findet er dem richtigen Schlachtfeld statt. Diese Kämpfe kosteten vielen Millionen Muslimen das Leben, wobei die gegenseitigen Massaker während verschiedener Zeiträume stattfanden.

Der Niedergang der Sunniten

Der Krieg zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und dem Iran unter dem Schiiten Khomeini,d er von 1980 bis 1988 dauerte, kostete rund einer Million Menschen das Leben und verletzte viele weitere Millionen. Der Kampf geht heute mit voller Gewalt auf verschiedenen Schauplätzen weiter: Syrien, Irak, Jemen, Libanon, Pakistan, Afghanistan usw. Saudi-Arabien hat heute die Führung der sunnitischen Welt, der Iran führt die Schiiten.

Rund 85% der Muslime weltweit sind Sunniten, was die Schiiten zu einer Minderheit von 15% macht. Dieser Zustand hatte zum Ergebnis, dass die Sunniten normalerweise die Gewinner waren und die Kontrolle hatten, während die Schiiten besiegt sind, beten und hoffen, dass sie eines Tages sich ihr Los eines Tages ändert. Der elende Zustand der Schiiten sorgte dafür, dass sie sich „al-Mustadafin“ nannten – ein Begriff aus dem Koran, der „die Erniedrigten der Erde“ bedeutet. Sie beteten und hofften, dass sich die Gezeiten ändern und sie die Oberhand gewinnen würden.

In den letzten Jahren scheint es so, als seien die schiitischen Gebete erhört worden. Die Revolution im Iran 1979 gab den religiösen Führern der Schiiten ein großes und reiches Land, von dem aus sie ihre Revolution in den Rest der Welt exportieren können. Sie machten das, indem sie Propaganda, Bildung, Geld und Bücher in jedes Land schickten, in dem Schiiten leben, was darauf abzielt ihre antisunnitischen Emotionen zu stärken. Als die Herzen erst einmal bereit waren, folgten bald Waffen, Munition und militärische Ausbildung nach. Wo immer möglich, bauten Schiiten das Potenzial auf die Regierung zu übernehmen.

Die Welt hat das gesehen. Andere Länder verstanden die Pläne der Ayatollahs zur Kontrolle, entschieden sich aber zu ignorieren, was sie sahen. Sie machten das, weil Öl und Gas ein stärkerer Motivator waren als alle anderen Überlegungen, darunter die Sicherheit ganzer Länder und der Zustand des Friedens in der Welt. Unter dem wachsamen Auge der Welt entwickelte der Iran Raketen, Panzer, Schusswaffen und Kampfflugzeuge, chemische und biologische Waffen und sogar Atomwaffen. Es gab Versuche die militärische Expansion des Iran aufzuhalten, aber die Freunde des Iran im Sicherheitsrat – Russland und China – stellten sicher, dass er seine Übernahme der islamischen Welt ohne Unterbrechung fortsetzen kann.

2003 stürzten die USA den größten und gefährlichsten Feind der Schiiten, Saddam Hussein.

Die Ayatollahs betrachteten das als Bestätigung, dass Allah auf ihrer Seite ist, ihnen die Hilfe der Weltmächte gab – Russlands im Sicherheitsrat und der USA im Irak. Die Ayatollahs setzten ihr Atomprogramm trotz der gegen sie verhängten Sanktionen fort; ihr Durchhaltewille, in Verbindung mit der unsoliden US-Außenpolitik hat die Atomvereinbarung von 2015 herbeigeführt. Die Milliarden Dollar, die die Ayatollahs seitdem erhielten und die gut in die verschiedenen Killing Fields des gesamten Nahen Ostens investiert worden sind, haben den Ayatollahs gezeigt, dass sich die Straße an die Spitze der Welt unter ihren Füßen liegt.

95.000 iranische Kinder wurden während des Kriegs zwischen Iran und Irak verletzt oder getötet. (Quelle: Wikimedia Commons)

Mit Hilfe der westlichen Welt und ihrem Krieg gegen Saddam Hussein schafften es die Schiiten den Sunniten den Irak abzuringen. Heute ringen sie mit Hilfe der christlichen Russen Syrien seiner sunnitischen Mehrheit ab. Die Schiiten massakrieren die sunnitische Bevölkerung gnadenlos, wie wir in den letzten Monate in Fallujah, Ramadi, Haleb und dem Jemen sehen konnten und rücken heute auf Mossul vor, der Finanzhauptstadt des Irak.

In den letzten zwei Jahren kontrollierte der sunnitische „Islamische Staat“ Mossul, schlachtete Schiiten um sich herum ab. Während die Stadt jetzt belagert wird, schärfen de Schiiten ihre Messer, bereit für Generationen an Übergriffen ihre Rache am Islamischen Staat und allen sunnitischen Bürgern zuüben.

Ein kulturelles Klima der Gewalt

Es ist sehr traurig zu sehen, dass ein etwa 1.400 Jahre alter Konflikt immer noch Ströme an Blut in diesem Teil der Welt vergießt. Der Kampf ist entsetzlich, weil er keine Grenzen kennt – weder geografisch noch moralisch – und weil alles im Vorhinein bekannt ist: Es ist klar, dass es in Mossul ein Massaker geben wird. Die Frage lautet nur, wie groß es sein wird: Dutzende? Hunderte? Tausende? Zehntausende? Bisher weiß man das nicht, aber ich habe keinen Zweifel, dass es ein Massaker geben wird.

Man sollte erwarten, dass Menschen, die alternativen Lebensstilen ausgesetzt wurden, ihr Verhalten anpassen würden. Selbst wenn die Iraker nicht in Europa leben, sehen sie doch fern, hören Radio, lesen Bücher du Zeitungen und hatten jede Menge Gelegenheit zu sehen, wie Menschen an Orten wie den USA und Europa leben. Ihnen wurden die materiellen Vorteile und das Glück gezeigt, die man verfolgen kann und die in westlichen Ländern erreicht wurden. Darüber hinaus nehmen Menschen des Nahen Ostens, wenn sie an andere Orte reisen – egal, ob zu Besuch oder um dorthin zu ziehen, im Großen und Ganzen die Gewohnheiten ihrer Gastgeberländer. Es gibt immer Ausnahmen, wie wir in Deutschland während der Neujahrsfeiern sehen konnten, aber die meisten arabischen Migranten haben kein Problem damit neues Verhalten zu übernehmen, was nahe legt, dass es kein genetisches oder Rassenproblem gibt.

Das Problem erhebt sein Haupt, wenn sie in ihrem Heimatland sind, mit ihrer Kultur der Gewalt und der Ausrottung von Feinden. Hier überleben nur die Stärksten und der Schwache befindet sich in der Tat in einer verzweifelten Lage. Hier werden Konflikte nicht gelöst – sie werden verankert und werden so lange fortgesetzt, wie beide Seiten existieren. Hier wird ein Konflikt gelöst, wenn eine Seite aufgibt, klein beigibt oder ausgelöscht wird.

Und hier versucht Israel zu überleben. Das ist keine einfache Aufgabe. Einerseits ist Israel eine Insel westlicher Kultur und eine vollständige Demokratie, was bedeutet, dass es mit seinen Feinden nicht so umgehen kann, wie die einander behandeln; andererseits werden die Juden in Israel, wenn Israel sich entsprechend der Moralvorstellungen verhält, die in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrschte, ganz schnell einen Fußtritt zurück nach Europa zurück erhalten.

Das ist ein komplexes Dilemma und in der israelischen Öffentlichkeit tobt die Diskussion dazu. Sie wird so lange weiter gehen, solange Israel um seine Existenz im Nahen Osten kämpft – wegen der Kluft zwischen der Kultur, die wir sein wollen, und dem, was wir tun müssen.

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