Christen und die Balfour-Erklärung

Elder of Ziyon, 7. November 2016

Ein Gruppe christlicher Kirchenleiter in Großbritannien plant nächstes Jahr unter dem Namen Balfour100.org das einhundertjährige Jubiläum der Balfour-Erklärung zu feiern.

Hier ist ihre Sicht zur Geschichte des Dokuments:

Vor fünfhundert Jahren führte die Reformation dazu, dass die Bibel ins Englische übersetzt und vom gemeinen Bürger gelesen wurde. Das führte, besonders bei Puritanern, zu einem größerem Interesse an hebräischen Text das Alten Testaments. Sie waren in der Lage selbst die prophetischen Passagen zu lesen, die von der schließlichen Rückkehr Israels in sein biblisch gelobtes Land sprechen. Bis zum 17. Jahrhundert entwickelte sich ein wachsendes Bewusstsein bei britischen Evangelikalen allgemein, dass die Bibel die Rückkehr des Volks Israel in ihr historisches gelobtes Land vorhersagte.

Später, im 19. Jahrhundert, lehrten viele bekannte Prediger wie Bischof J. C. Ryle und der Baptistenprediger Charles Spurgeon zur Erneuerung der Juden in ihrem Land. Bibelgläubige Christen (wie William Wilberforce und Lord Shaftesbury, die ebenfalls enthusiastische Erneuerer waren) hatten einen enormen Einfluss auf die Regierungen der damaligen Zeit. Ein Glaube an die Erneuerung des jüdischen Volks in Israel ist als „vorgegebene Haltung“ für Evangelikale des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beschrieben worden. Leider ist das heute nicht der Fall.

Ryle, Spureon und andere hatten Einfluss darauf, wie für die Rückkehr der Juden eingetreten wurde. Als die Bibel Studierende sehnten sie sich danach die Rückkehr Jesu Christi zu erleben. Bevor das geschehen konnte, mussten die Juden in ihr eigenes Land (Israel) zurückkehren. Sie erkannten dies aus prophetischen Abschnitten im Alten Testament, die den Messias in Jerusalem vorhersagen, wo er einem wiederhergestellten jüdischen Volk erscheint. Das wurde dann der zentrale Kern ihrer Gebete und politischen Handlungen, aber es schien unmöglich, während das antike Land Israel unter muslimisch-türkischer Kontrolle war und das jüdische Volk 1.900 Jahre lang zerstreut war.

1896 schrieb der österreichische Journalist Theodor Herzl, aufgebracht durch den Antisemitismus, den er um sich herum erlebte (besonders die berüchtigte Dreyfus-Affäre) „Der Judenstaat“ über die Notwendigkeit den jüdischen Staat wiederzugründen als einzige praktikable Lösung für das Überleben des jüdischen Volks.

Als Herzl die Bewegung startete, die als „Zionismus“ bekannt wurde, schloss er Freundschaft mit dem evangelikalen christlichen Pastor William Hechler. Hechlers Kontakte in hohe Stellen als diplomatischer Kaplan in Wien ermöglichte es Herzl wertvolle Unterstützung für den Zionismus zu gewinnen, was auch half einflussreiche Führungskräfte, darunter den Kaiser von Deutschland, dafür zu gewinnen.

Historiker haben vermerkt, dass der Zionismus, hätte Herzl nicht Hechlers Unterstützung und Ermutigung zur Fortsetzung seiner Arbeit gehabt, niemals als politische Bewegung entstanden wäre. Hechler, ein geistlicher Erbe von Leuten wie Ryle und Spurgeon, war einer der ersten „christlichen Zionisten“.

Als das 19. Jahrhundert zum 20. Wurde, entwickelte sich eine weitere Partnerschaft zwischen Juden und Nichtjuden, die der Schlüssel zur Förderung des Traums eines wiederbelebten jüdischen Heimatlandes war. Chaim Weizmann, 1894 geboren, war eines von 15 Kindern eines jüdischen Paares in Weißrussland. Er studierte in Deutschland Biochemie und zog 1904 nach Manchester. Als er in den folgenden Jahren ein führender  Biochemiker wurde, wurde Weizmann auch ein Führer in der zionistischen Bewegung in Britannien.

Während des Ersten Weltkriegs entwickelte eine wichtige chemische Zutat für Schießpulver, die die britische Regierung auf ihn aufmerksam machte, besonders Lord Balfour, mit dem er bereits Freundschaft geschlossen hatte.

In Schottland geboren wurde Arthur Balfour 1885 Abgeordneter für Manchester East (wo er Weizmann erstmals traf); er wurde 1902 bis 1905 Premierminister. 1917, als die Balfour-Erklärung angefertigt wurde, war er Außenminister.

Das war die Partnerschaft, die schließlich zu dem Brief führte, die bis heute als die „Balfour-Erklärung“ (Balfour war der Unterzeichner) bekannt wurde. Es entwickelte sich eine Freundschaft, während der Weizmann, der leidenschaftliche Zionist, Balfour – einen evangelikalen Christen, der für die jüdische Wiederherstellung war, vom Fall einer Heimat für das jüdische Volk dort, was damals „Palästina“ war, überzeugte.

Großbritanniens strategische Bedürfnisse, aufkeimende Allianzen mit arabischen Führern und die klare Gerechtigkeit des Traums der Zionisten vereinigten sich am 31. Oktober 1917, als Großbritanniens Kriegskabinett (das zumeist ebenfalls aus evangelikalen Christen bestand) stimmten der endgültigen Fassung eines Briefes an Lord Rothschild und den Zionistischen Bund zu; ein Brief, der als „die Balfour-Erklärung“ bekannt wurde.

Am 31. Oktober 1917 fand ein weiteres Ereignis statt, das ein Schlüssel zu den Absichten war, die in der Erklärung zum Ausdruck kamen. General Allenby gewann die entscheidende Schlag gegen die Türken und Deutschen um die Wüstenstadt Beer Sheva. Ohne einen Plan für die Zukunft wäre der Sieg bei Beer Sheva nur eine weitere Schlacht in einem langen und blutigen Krieg gewesen, eine Fußnote in der Geschichte. Die zwei Ereignisse, die gleichzeitig, aber tausende Kilometer voneinander entfernt stattfanden, war ein sicheres Zeichen, dass dies Gott war, der Seinen Plan für die Wiederherstellung des jüdischen Volkes in seinem Land der Erfüllung näher brachte.

Allein für sich hatte die Balfour-Erklärung wenig juristisches Gewicht. Sie war einfach Ausdruck einer Absicht der britischen Regierung, die gerade im Amt war. Fünf Jahre später jedoch, in der Folge des Ersten Weltkriegs, wurden ihre Absicht und der größte Teil ihres Wortlauts mit der Erklärung von San Remo und des britischen Mandats für Palästina ins Völkerrecht aufgenommen.

Christen und biblische Lehre waren entscheidend für die Ereignisse, die zu den Erklärungen führten; sie gehen direkt auf die Reformation zurück. Das gibt Christen, die das jüdische Volk und den Staat Israel lieben, ein Verlangen im November 2017 zusammen mit der jüdischen Gemeinschaft das hundertjährige Bestehen dieses kurzen, aber grundlegenden Dokuments zu feiern.

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