„Pro-palästinensisch“ zu sein, heißt in einer Welt der Täuschung zu leben

Clifford D. May, The Union Leader, 3. Mai 2004 (nicht mehr online)

Überlegen Sie einmal, was nötig ist, um das Etikett “pro-palästinensisch” zu tragen.

Zuerst einmal müssen Sie der Erziehung palästinensischer Kinder zu menschlichen Bomben wertfrei gegenüber stehen.

Sie müssen diejenigen, die solche Kinder auf Selbstmord-/Massenmord-Missionen schicken, als „politische Führer“ bezeichnen – oder noch besser: als „geistliche Führer“. Wenn Sie wollen, können Sie sie Militante nennen, aber niemals Terroristen.

Um als pro-palästinensisch angesehen zu werden, müssen Sie das Leid der palästinensischen Flüchtlinge als Schlüsselmotivation für die Gewalt zitieren und die Tatsache ignorieren, dass es keine Flüchtlinge gegeben hätte, hätten Israels arabische Nachbarn keinen Vernichtungskrieg gegen den winzigen jüdischen Staat unmittelbar nach seiner Geburt angefangen.

Tatsache ist: Araber, die sich dazu entschieden in Israel zu bleiben, sind heute israelische Staatsbürger, genauso ihre Kinder – und erfreuen sich mehr Freiheiten als die Staatsbürger der benachbarten Ägypten, Syrien, Saudi Arabien und sogar Jordanien.

Unterstützer der Palästinenser müssen auf Israels Besetzung des Gazastreifens und der Westbank als weiterer Wurzel der Gewalt hinweisen. Sie müssen vermeiden zu erwähnen, dass es ein zweiter arabischer Krieg gegen Israel war, der zur Übernahme dieser Gebiete führte, die damals nicht palästinensische Gebiete genannt wurden. Gaza wurde von Ägypten verwaltet und die Westbank von Jordanien; und niemand verlangte, dass sie in palästinensische Souveränität übergeben würden.

Die Israelis eroberten auch den Sinai. Dieses Gebiet, ein paar Mal so groß wie Israel, wurde Ägypten im Tausch gegen ein Papier mit Friedensversprechungen zurückgegeben. Vergessen Sie diese unangenehmen Details.

Um die pro-palästinensischen Referenzen blank zu polieren, sage man – selbst während man gegen die israelische Besatzung wettert – auf keinen Fall etwas Positives über Premierminister Ariel Sharons Plan, diese Besatzung in Gaza komplett zu beenden und israelische Truppen und Siedlungen aus 85 Prozent der Westbank abzuziehen.

Richtig ist, dass 2000 in Camp David der damalige israelische Premierminister Ehud Barak rund 95 Prozent der Westbank und Gaza anbot und Yassir Arafat dieses Angebot abschlug und mehrere Jahre terroristischer Anschläge initiierte. Und trotzdem hat Herr Scharon gesagt, dass er bereit ist zu überlegen, ob er weitere Rückzüge durchführt und permanente Grenzen zu diskutieren, wenn er auch nicht mit denen verhandeln wird, die die Terroristen losschicken. Tun Sie all das als irrelevant ab, wenn Sie als jemand beschrieben werden wollen, der mit den Palästinensern sympathisiert.

Bestehen Sie auch weiterhin darauf, dass die Israelis letztlich dem „Rückkehrrecht“ zustimmen müssen – dass sie zulassen müssen, dass Millionen Palästinenser sich nicht nur in einem unabhängigen palästinensischen Staat an der Grenze Israels niederlassen, sondern in Israel selbst.

Vertreten Sie diese Idee selbst dann, wenn Sie clever genug sind zu wissen, dass das nie geschehen kann – so, wie die Hindus sich nie wieder dort niederlassen können, was heute das muslimische Pakistan ist; so, wie die griechischen Christen sich nie wieder dort niederlassen können, was heute die muslimische Türkei ist.

Tatsache ist, dass Israelis mit Wurzeln in arabischen Ländern heute etwa die Hälfte der Bevölkerung Israels ausmachen. Sie könnten besser verstehen als jeder andere, dass ein palästinensisches „Rückkehrrecht“ das Ende Israels als Heimatland für das jüdische Volk bedeuten würde, dass Juden eine Minderheit dort wären, was nicht länger der einzige vornehmlich jüdische Staat sein würde.

Und dieser Gedanke ist Furcht erregenden, denn – leider – erfreuen sich wenige Minderheiten, die in den 22 arabischen Ländern und den mehr als 50 vornehmlich muslimischen Staaten leben, auch nur annähernd dem, was Freiheit und Gleichheit ist. Solche Freiheit und Gleichheit könnte in den kommenden Jahren im Irak erreicht werden – allerdings nicht, wenn die Diktatoren von Syrien, dem Iran und Saudi Arabien etwas dagegen tun können, und besonders nicht, wenn die palästinensischen „politischen und geistlichen Führer“, die Saddam Hussein unterstützten und nun gegen die amerikanische „Besatzung“ sind, irgendetwas dazu beitragen.

Freunde Palästinas sollten auch nicht für die Chancen Planungen anstellen, die die israelischen Rückzüge bieten werden. Denken Sie erst gar nicht über die israelischen Häuser nach, die palästinensischen Familien übergeben werden, den Hotels, die entlang des Mittelmeers gebaut werden könnten. Vergessen Sie die Auslands-Investoren, neue Krankenhäuser und Schulen. Und ganz sicher reden Sie nicht über Zusammenarbeit mit Israel. Im Gegenteil: zucken Sie mit den Schultern, wenn Hamas-Terroristen die Kontrollstellen bombardieren, die die Leute aus Gaza auf ihrem Weg zur Arbeit in israelischen Fabriken passieren. Aber sollten die Israelis damit antworten, dass sie Kontrollpunkte schließen, beschweren Sie sich vehement, dass die Israelis den palästinensischen Arbeitern den Lebensunterhalt nehmen.

Die UNO ist sehr pro-palästinensisch. Das ist der Grund, dass die UN-Experten nicht gerade hart daran arbeiten einen Plan auszuarbeiten, den Palästinensern mehr Einfluss darauf zu geben, wer sie regiert. Arafat war der gewählte palästinensische Führer – er stellte sich genau einmal in 35 Jahren zur Wahl und in dieser Wahl war die Gegenkandidatin eine Frau, anderen Namen sich nur ganz wenige erinnern und die nicht den Hauch einer Chance hatte. Sicher, das ist die Menge Demokratie, die ein vernünftiger Mensch sich für die Palästinenser wünschen kann.

Vielleicht werden Menschen irgendwann erstaunt auf das alles zurücksehen.

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