Hass-Indoktrination und die Blindheit der Medien

Andrea Levin, CAMERA, 3. Mai 2005

Der Wunsch eine Lösung des grausamen arabisch-israelischen Konflikts zu sehen, ist für Journalisten ebenso verständlich wie gefährlich. Während der Oslo-Zeit standen Wünsche nur allzu oft an Stelle von Fakten, wobei gegenüber der antiisraelischen und antijüdischen Industrie des Hasses ständig ein Auge zu gedrückt wurde, die von Arafat und der palästinensischen Autonomiebehörde ausgebrütet wurde.

Wer kann sagen, ob die Geschichte anders verlaufen wäre, hätte es nicht diese zum Himmel schreiende journalistische Vernachlässigung der Hass-Indoktrination durch die PA gegeben, wie auch der fundamentalen Rolle, die solche Indoktrination bei der Vorbereitung palästinensischer Söhne und Töchter, Mütter und Väter auf Selbstmord/Mord spielt.

Auch heute, mitten in der so genannten Hudna (oder Zeit der relativen Ruhe) wird der Wunsch nach einem Ende des Konflikts in einem Hang zum Herunterspielen, Übersehen und Minimieren der Wirklichkeiten in der palästinensischen Welt reflektiert – aus Furcht, dass man das Friedensversprechen kalt abspritzen müsste.

Aber Fakten sind hartnäckig. Aktuelle Berichte von Beobachtungsgruppen, dass die PA-Medien die Hetze herunter fahren, sind gemischt mit Gegen-Berichten neuer und bösartiger Schmähungen. Nach Angaben des israelischen Intelligence and Terrorism Information Center hat es einige Sendungen im Fernsehen und Radio gegeben, die freundlichere, versöhnlichere Friedensthemen hatten. Aber Palestinian Media Watch registriert die gleichzeitige Einleitung eines Segments im Fernsehen, das ein Lied beinhaltet, das Israel beschuldigt „Palästinenser im Namen Gottes zu foltern, zu verstümmeln und zu töten“.

Karikaturen in der offiziellen Zeitung Al-Hayat al-Jadida bieten dem Leser weiter Bilder grässlicher israelischer Soldaten und am 10. April einem spinnenartigen Davidstern, der den muslimischen Felsendom bedroht. Das ist dasselbe Organ, das auf seiner Titelseite ein Farbfoto des Terroristen veröffentlichte, der am 25. Februar 5 Israelis in Tel Aviv das Leben nahm – und es nannte ihn einen Märtyrer.

Keine der Beobachtergruppen berichtet Veränderungen in den Schlüsselbereichen der religiösen und schulischen Indoktrination. Moscheen sind einer der schlimmsten Kanäle der Gehässigkeit gegen Juden und Israel gewesen; sie hetzen weiter und schürten kürzlich Ängste, dass jüdische Radikale die islamischen heiligen Stätten auf dem Tempelberg angreifen würden. Die hetzerischen Predigten wurden außerdem im PA-Fernsehen gezeigt.

Die umfassenden israelischen Maßnahmen zum Schutz der muslimischen Schreine und muslimischen Lebens blieben völlig unerwähnt.

Gleichermaßen bleiben palästinensische Schulbücher ein Transportmittel der Lehre, dass Israel illegitim ist und rechtmäßig durch Palästina ersetzt werden wird. Keine Landkarte in irgendeinem Buch zeigt den Staat Israel in irgendeiner Grenze. Nur ganz Israel mit einschließendes Palästina taucht auf, während von Israels Städten, geographischen Punkten und Wasserreserven gesagt wird, sie seien Teile Palästinas.

Kann irgendjemand bezweifeln, dass Kinder, wenn sie solche Dinge ein Dutzend beeindruckbare Jahre gelehrt werden, tief gehende Folgen haben? Wenn der Hass kontinuierlich durch Fernsehen, Radio, religiöse Lehre, politische Führer, Sommerlager, öffentliche Demonstrationen und Poster an den Mauern der Stadtviertel verstärkt werden, welches andere Ergebnis könnte erwartet werden als die Ablehnung einer friedlichen Regelung mit Israel?

Am 16. April veröffentlichte WAFA, die Nachrichtenagentur der PLO, eine Story, in der behauptet wurde, Israel habe am Grenzübergang in Rafah eine Anlage installiert, die sie „eine Strahlen-Spionage-Maschine“ nannte.

Nach Angaben von WAFA würde die Durchleuchtungsmaschine „furchtbare Nebeneffekte auf ihre Gesundheit (sic)“ haben. Doktor Koma’a al-Saga vom al-Shifa-Krankenhaus in Gaza warnte, dass die Anlage „sehr gefährliche Krankheiten verursachen könnte: Thrombosen, Sterilität, angeborene Anomalien, Krebs, Leukämie und geistige Zurückgebliebenheit.“

Einen Tag darauf, nachdem sie wegen ihrer absurden Behauptungen zur Rede gestellt wurde, änderte WAFA seine Story dahin gehend, Israel statt dessen zu verunglimpfen, es benutze „die kontroverse Nackt-Spionage-Maschine“, die angeblich das Schamgefühl der durch Rafah reisenden Personen verletzt.

Israel ist regelmäßig bizarren Vorwürfen ausgesetzt die Gesundheit der Palästinenser zu schädigen, darunter Vorwürfe, es verteile vergiftete Süßigkeiten, vergifte Wasser, benutze Giftgas und abgereichertes Uran usw. Solch absurde Vorwürfe stehen im Einklang mit dunklen, antiisraelischen Mythologien der Schulen, Moscheen, Medien und der politischen Klasse – und alle erklären in erster Linie das Versagen der palästinensischen Gesellschaft sich mit Israels Existenz abzufinden.

Die Informationen zum Einimpfen des Hasses ist für Journalisten ohne weiteres verfügbar. Sie könnten z.B. den Einfluss der Schulbücher auf Kinder dadurch erkunden, indem sie einfach einige palästinensische Schüler fragen, was sie in Bezug auf Judentum und Israels Existenzrecht gelernt haben.

Die Geschichte der Berichterstattung zu Oslo war erbärmlich – und es gibt bisher wenige Zeichen, dass die Lektion gelernt wurde.

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