Den Menschenrechtsangriff auf Israel begreifen

Elliott Abrams, 7. November 2016

Angesichts dessen, dass Israel der freieste Staat des Nahen Ostens und dort die einzige stabile Demokratie ist, ist der stete Angriff auf Israel durch Menschenrechtsgruppen und Feinde Israels unter Nutzung der Sprache der Menschenrechte besonders verwerflich gewesen. Aber es ist auch schwer zu begreifen: Warum Israel genau da angreifen, wo seine Bilanz in Wirklichkeit nach allen internationalen Standards vorbildlich ist?

Rabbi Lord Sacks hat es prägnant erklärt. Im September sprach er vor dem Europaparlament sprach und zeigte eine Präsentation mit dem Titel „Der mutierende Virus: Antisemitismus begreifen“; dabei sagte er dies:

Durch die Geschichte hindurch haben Menschen, wenn sie versuchten Antisemitismus zu rechtfertigen, das unter Rückgriff auf die höchsten Quellen der Autorität getan, die in der Kultur zur Verfügung standen. Im Mittelalter war es die Religion. Also hatten wir religiösen Antijudaismus. Im Europa nach der Aufklärung waren es die Wissenschaften. Also hatten wir die Doppelgrundlage der Nazi-Ideologie, Sozialdarwinismus und die sogenannte wissenschaftliche Rassenforschung. Heute sind die höchste Autoritätsquelle weltweit die Menschenrechte. Das ist der Grund, dass Israel – die einzige voll funktionierende Demokratie des Nahen Ostens mit freier Presse und unabhängiger Justiz – regelmäßig der fünf Todsünden an den Menschenrechte beschuldigt wird: Rassismus, Apartheid, Verbrechen gegen die Menschheit, ethnische Säuberung und versuchter Völkermord.

Rabbi Sacks‘ Erklärung ist in der Tat doppelt kraftvoll. Er erklärt nicht nur, warum Israels Feinde die Sprache der Menschenrechte wählen, er erinnert uns auch daran, dass die zentrale Motivation dieser Kritiker ziemlich einfach in Antisemitismus besteht. So erklärte er:

Antisemitismus bedeutet den Juden das Recht zu verweigern kollektiv als Juden mit denselben Rechten wie alle andere zu existieren. Das nimmt zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Formen an. Im Mittelalter wurden Juden wegen ihrer Religion gehasst. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden sie wegen ihrer Rasse gehasst. Heute werden sie wegen ihres Nationalstaats, des Staates Israel gehasst. Es nimmt verschiedene Formen an, bleibt aber dasselbe: Die Ansicht, dass Juden kein Recht haben als freie und gleichberechtigte menschliche Wesen zu existieren.

Seine Schlussfolgerung ist schonungslos:

Es waren Juden, nicht Israelis, die von Terroristen bei den Anschlägen in Toulouse, Paris, Brüssel und Kopenhagen ermordet wurden. Antizionismus ist der Antisemitismus unserer Zeit.

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