Deutsche Experten „entdecken“, dass islamistische Terroristen „ausgebildet werden“ als Asylsuchende nach Europa zu kommen

This Ongoing War, 22. November 2016

Asylsuchende kamen in Deutschland an (Bildquelle)

Ob es hier ernsthaft neue Enthüllungen gibt oder nicht, der vor einer Woche auf der Internetseite der Deutschen Welle (Deutschlands internationale Sendeanstalt, bei der 3.000 Angestellte und Freiberufler aus 60 Ländern arbeiten) veröffentlichte Artikel ist nüchtern und direkt, selbst wenn seine Schlüsse ein wenig spät kommen.

„Islamischer Staat‘ soll Terroristen dazu ausbilden als Asylsuchende nach Europa zu gehen. | Deutsche Welle, 14. November 2016

Deutschlands Geheimdienst hat gewarnt, dass der „Islamische Staat“ (IS) Flüchtlingsgruppen unterwandert, um nach Europa zu kommen. Offizielle und Analysten sehen sich jetzt die Methoden an, mit denen potenzielle Terroristen frühzeitig erkannt werden können.

Am 13. November letztens Jahres stürmten drei Teams an Militanten des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS), bewaffnet mit Kalaschnikows, das Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Kneipen in Paris. Die Ausschreitungen hinterließen 130 Tote, 85 davon im Bataclan, wo die Band Eagles of Death Metal spielte.

Inzwischen haben Ermittler aufgedeckt, dass alle neun an den Anschlägen beteiligten Männer 2015 den Kontinent zusammen mit dem Flüchtlingsstrom betraten. Nach Angaben der Wochenzeitung „WELT am Sonntag“ hat der Bundesnachrichtendienst (BND) gewarnt, dass der IS Terroristen speziell trainiert, sich unter die Asylsuchenden mischen, die in Europa sicherere Zufluchtsorte suchen. Die Autoren des Berichts sagen, dass der BND darauf hinweist, dass Terroristen potenzielle Angreifer ausbilden, wie sie während des Verhörs an der Grenze Fragen zu beantworten haben, so dass sie ihre Glaubwürdigkeit als Flüchtlinge beweisen können. Der Geheimdienst hat es abgelehnt diese Sache zu kommentieren. In Antwort auf eine E-Mail-Anfrage der Deutschen Welle sagte ein Sprecher des Dienstes: „Grundsätzlich kommuniziert der BND seine Informationen nur der deutschen Regierung oder verantwortlichen Gremien des deutschen Parlaments in vertraulichen Sitzungen.“ Viele Flüchtlinge sind vor dem IS-Terror in Regionen wie Raqqa in Syrien und Mossul im Irak geflohen…

Eine Million Immigranten kamen letztes Jahr nach Deutschland und muslimische Organisationen behaupten [hier], dass „mindestens“ 800.000 davon Muslime sind. Sie kommen weiterhin in großer Zahl, was es nie gegeben hat, auch wenn die Berichterstattung über den massiven Zustrom an „Asylsuchenden“ aus den Nachrichtenseiten und von den Fernsehschirmen verschwinden.

Deutschlands Gesamtbevölkerung betrug vor fünf Jahren etwa 80 Millionen. Aktuell steht sie bei 82 Millionen. Eine hier zitierte Schätzung legt nahe, dass Deutschland Ende 2015 Wohnort von 5.945.000 Muslimen war. Pew Research sagt, dass Frankreich 4,7 Millionen Muslime hat, Deutschland etwas mehr.

Die Europäische Kommission veröffentlichte – im vollen Bewusstsein, wie viel Fehl- und Desinformation diese Frage begleitet – ein nützliches, wenn auch lakonisches Dokument mit dem Titel „Vierteljährlicher Asylbericht“. Unter Verwendung auffallend trockener Sprache bietet die jüngste Ausgabe im September einige aufschreckende Daten:

  • Die Zahl der in den 28 Ländern der Europäischen Union erstmalig ankommenden Asylsuchenden allein während des Monats September 2015 betrug 825. (Wir nehmen den September um einen Vergleich zu ermöglichen. Ansonsten hat der September keine besondere Bedeutung.) Davon suchten 47.185 Asyl in Deutschland, was rund 28% der Gesamtzahl der menschlichen „Asylsucher“-Flutwelle ausmacht, die derzeit an Europas Gestaden ankommt.
  • Dieselbe Zahl für den Monat September 2016, ein Jahr später, zeigt eine Gesamtzahl von 765, die in allen 28 Ländern zusammen ankamen. Das ist deutlich weniger als vor einem Jahr. Aber davon kamen nicht weniger als 76.320 nach Deutschland. Das sind 75% der Gesamtzahl für die EU.
  • Wenn diese Flugwelle an „Asylsuchenden“ nachlässt, wie die enorm zurückgegangene Menge der Berichterstattung in den Nachrichten andeuten könnte, dann gibt es in Deutschland dafür schlicht kein Anzeichen dafür.
  • (Die Zahl für alle 28 europäischen Lälnder sind in dieser dynamischen Online-Tabelle aufgeführt. Wenn Sie diese Statistik interessiert, dann ist das eine ausgezeichnete und amtliche Quelle.)
Asylsuchende in Berlin (Quelle: Uriel Heilmann/JTA)

Als Islamisten in Paris vor fast genau einem Jahr schockierende Terroranschläge verübten, waren besorgte europäische und deutsche Beamte erpicht darauf jede Verbindung zwischen solchen Gräueln und der Flut an muslimischen „Asylsuchenden“ herunterzuspielen bis zu bestreiten.

So sagte zum Beispiel eine in einem israelischen Bericht zitierte, ungenannte „Quelle in der deutschen Bundespolizei“ ein paar Tage nach den koordinierten Massakern, die das Leben von 130 Menschen kosteten und verblüffende weitere 400 am Stade de France, in zahlreichen Pariser Cafés und Restaurants und am Bataclan-Theater im Zentrum der französischen Hauptstadt verletzte:

„Das ist das, was ich befürchte: Menschen am rechten Rand des politischen Spektrums, die das Flüchtlingsproblem mit dem israelischen Terrorproblem durcheinanderbringen, obwohl es hier keine Verbindung gibt“, bekannte eine Quelle in der deutschen Bundespolizei. [i24news.tv, 15. November 2015]

Er sagte „keine Verbindung“? Hatte er da keine faktische Vorstellung? Weiß er es jetzt? Wenn Deutschlands Regierungsvertreter ein später sagte, sie „ermitteln die Methoden, über die potenzielle Terroristen früh erkannt werden können“, dann können die Realisten unter uns ihnen nur reichlich Glück wünschen.

Und was die europäische Reaktion angeht, bedenken Sie bitte diesen kurzen Ausschnitt aus einem Nachrichtenartikel, der in der Folge in einer respektierten Nachrichtenquelle zur Grausamkeit veröffentlicht wurd:

  • Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, hat Europa davor gewarnt die Flüchtlinge und die Terroristen durcheinanderzubringen; er forderte die Öffentlichkeit auf „solche grundlegende Reaktionen“ nachzugeben. Und gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte ein syrischer Flüchtling namens Ghaled, er wünschte, die Empathie für die vielen in Paris Getöteten könne in Empathie für die Hunderttausenden Toten in seinem Heimatland übertragen werden… [„Paris Attacks: Syrian refugees put shootings in French capital in perspective“ – The Indepedent (UK), 16. November 2015]

Ein Jahr später und es stellt sich heraus, dass „Durcheinanderbringen von Flüchtlingen und Terroristen“ keine solche „grundlegende“ Reaktion gewesen ist.

Der von uns oben erwähnte DW-Bericht fährt damit fort einigen deutschen Stimmen eine Plattform zu bieten, die nicht im geringsten von dem überrascht zu sein scheinen, was gerade eingestanden wurde.

Egal, die Tatsache, dass IS-Terroristen mit Hunderttausenden aus dem Krieg im Nahen Osten Fliehenden auf den Kontinent geschlüpft sind, ist nicht neu, sagt Susanne Schröter, Expertin für islamischen Terrorismus an der Universität Frankfurt: „Das war von Anfang an bekannt. Ich habe vor einer solchen Möglichkeit gewarnt, bevor es überhaupt Beispiele dafür gab, dass Terroristen hereingeschlüpft sind“, sagte sie der Deutschen Welle. „Der Grund ist, dass der IS ankündigte, dass er auf der Route, die die Flüchtlinge nahmen, Angreifer auf den Kontinent schicken würde. Damals stritten Politiker dies ab“, fügte sie hinzu, sie unter Verweis auf die mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die letztes Jahr in Europa ankamen. Die Situation in europäischen Ländern wie Deutschland, das 2015 mehr als 840.000 aufnahm, war schwierig. Grenzkontrollen mussten aufgegeben werden du viele derer, die hereinkamen, konnten von den Behörden nicht ordnungsgemäß registriert werden, was das Problem verschlimmerte, sagte Schröter. [Deutsche Welle, 14. November 2016]

Der DW-Artikel fährt damit fort jede Menge Licht auf die konventionellere Art der europäischen und deutschen Sicht zu werfen. Zum Beispiel (diese Punkte sind wörtliche Zitate):

  • Der stete Zustrom an Flüchtlingen löste damals auch eine Abfolge an Anschlägen gegen Asylsuchende aus, besonders im ehemaligen Ostdeutschland. „Unsere leitenden Politiker glaubten, wenn wir jetzt zugeben, dass es unter den Flüchtlingen Terroristen geben knnte, dann würde dies als Futter rechter Populisten dienen und zu mehr Gefühlen gegen die Migranten führen. Also spielten sie das herunter, aber letztlich war es nicht richtig, das zu tun“, sagte der Analyst.
  • Das Bataclan war nicht das letzte Ziel auf der Liste der Anschläge in Europa. Ein großer Anschlag auf Brüssels Flughafen und einen U-Bahnhof am 22. März, bei dem 32 Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden…
  • Kleinere Anschläge mit Messern und Selbstmord-Explosionen in der süddeutschen Stadt Ansbach erschütterten das Land und Europa.
  • Die meisten dieser Angreifer waren selbst Flüchtlinge oder hatten Kontakte mit Asylsuchenden, was die Tatsache hervorhob, dass die Neuankömmlinge besonders anfällig für Terror-Rekruteure waren. „Es gibt verschiedene Art von Leuten, die als Flüchtlinge kamen. Sie haben unterschiedliche politische Hintergründe und es gibt einige, die dem IS nahe stehen und einige, die vor dem IS geflohen sind“, sagte Schröter.
  • Die meisten der Asylsuchenden, die nach Europa kommen, sind junge Männer, die desillusioniert sind, wenn sie in Europa ankommen, weil Schmuggler ihnen etwas völlig anderes versprachen – mehr Geld, ein Haus und ein Auto“, sagte Schröter.
  • Der lange Registrierungs- und Warteprozess, bis sie schließlich wissen, was mit ihnen passieren wird, trägt zur Unzufriedenheit bei, erklärte sie. Viele Menschen verlassen einfach die Flüchtlingsunterkünfte und kehren nie zurück und Terrorgruppen und isalmisch-fundamentalistische Organisationen wie Salafisten nutzen das zu ihrem Vorteil und rekrutieren junge Menschen, um Anschläge auszuführen.
  • [Schröter sagt:] „Der Staat wird die Leute genauer beobachten müssen. Die Möglichkeit von Terroranschlägen und Cyber-Invasionen hat jetzt den BND und den Verfassungsschutz veranlasst ein 73 Millionen Euro teures Projekt zur Überwachung des Internets und der Telekommunikations-Messagingdienste zu planen. Die Behörden haben keine genauen Pläne offengelegt, aber nach Angaben eines Berichts der Süddeutschen Zeitung zusammen mit WDR und NDR will der BND schneller auf Botschaften reagieren, die über Mobildienste wie „WhatsApp“ geschickt werden.“
  • Drei Behörden rechtfertigen das „Panos“ genannte Projekt damit, dass die „Sicherheit Deutschlands und seiner Bürger nicht länger für selbstverständlich genommen werden kann“. [Kann man das heute überhaupt irgendwo?]
  • Es ist wahrscheinlich, dass die erhöhte Überwachung von Kommunikationswegen den Normalbürger und nicht in Terrorismus involvierte Flüchtlinge beeinträchtigen kann. Aber, wie Schröter sagt, „wenn man die aktuelle Situation bedenkt, dann könnte nichts schlimmer sein als ein großer Terroranschlag, nicht wegen der möglichen Opfer, sonder auch, weil wegen der Auswirkungen, die er haben wird. Und das ist der Grund, dass alles getan werden muss, damit es keinen großen Anschlag gibt.“

Vergeben Sie uns, aber angesichts des Ausmaßes der Bedrohung und den Hinweisen darauf, dass es ernst meinende Übelwollende gibt, die mit islamistischer Doktrin als Anleitung ihre Städte und öffentlichen Plätze ins Visier nehmen, kommen uns diese deutschen Stimmen als traurig unentschlossen vor.

Um ihretwillen hoffen wir, dass wir falsch liegen.

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