Die Gaza-Krise und die monströse Reaktion darauf

Melanie Phillips, 6. Juli 2006 (The Jewish Press, 12. Juli 2006)

Vorbemerkung: Die von Phillips beschriebene Medien-Reaktion kann im Großen und Ganzen auch auf Deutschland übertragen werden. Und das Grundproblem der selbsthassenden Juden, die von der pro-palästinensischen Seite herangezogen werden, kennen wir auch. Man muss sich nur ansehen, wie Leute wie Uri Avnery, Mosche Zimmermann und Felicia Langer von unseren Medien hofiert werden, dann sind die abschreckenden Beispiele, wenn auch noch sehr unvollständig, deutlich vor Augen.
Selbst gemessen an den Standards der britischen Schwätzer-Klasse spottet die Reaktion auf die Krise in Gaza jeder Beschreibung. Übel wollende Lügen sind zu einer pathologischen Abkehr von der Wirklichkeit mutiert.

Erinnern wir uns an die Zusammenhänge. Israel wird wegen der Besetzung des Gazastreifens verurteilt, von der gesagt wurde, dass sie „Verzweiflung“ und „Frust“ schaffe, die die Gewalt gegen Israels verursache. Israel zog aus dem Gazastreifen ab. Mit dem Tag des Rückzugs begannen die Palästinenser Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel zu schießen. Diese Raketen haben für einige Todesfälle und Verletzte gesorgt. Mehr als 1000 sind seit dem Rückzug abgefeuert worden. Jetzt haben zwei Raketen Aschkelon getroffen; eine von ihnen schlug auf einem Schulhof ein, der zufälligerweise gerade leer war. Dies bildet, wie Ze’ev Schiff von Haaretz feststellte, „eine unzweideutige Einladung der Hamas zum Krieg dar“.

Über praktisch keinen dieser Angriffe ist in Großbritannien berichtet worden.

Die Palästinenser haben ein riesiges Waffenarsenal in den Gazastreifen geschmuggelt und Tunnel nach Israel gegraben. Wenn sie es nicht schon haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor sie chemisches oder biologisches Material in die Hände bekommen, mit dem die Waffen noch weiter aufgerüstet werden können. Für die Palästinenser hat der Rückzug aus dem Gazastreifen die Gelegenheit gebracht ihren Krieg gegen Israel hochzufahren. So weit war das immer gut vorhersagbar (einschließlich von Menschen wie meiner selbst, die den Abzug als das geringere zweier furchtbarer Übel unterstützten). Da Israel den Gazastreifen nicht länger besetzte, sollte – denen, die das vorher nicht glaubten – durch diese Angriffe nach dem Abzug klar gewesen sein, dass der Krieg der Palästinenser keiner zur Befreiung, sonder zur Auslöschung ist (wie sie so hilfreich in der palästinensischen Nationalcharta wie auch der Charter der Hamas verkündeten).

Praktisch nichts davon ist in Großbritannien berichtet worden.

Erst der Stoßangriff auf Israel durch den Tunnel, die Tötung der israelischen Soldaten, die Entführung von Unteroffizier Shalit und der folgende Mord an einem israelischen Jugendlichen in der Westbank führte schließlich dazu, das Israel antwortete. Es hat sich zwei Monate Zeit gelassen, das zu tun. Und wie antwortete es? Es zerstörte zwei Brücken und eine Elektrostation – und die britischen Medien schrien sofort los, dies seien Kriegsverbrechen und „kollektive Bestrafung“, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt praktisch kein Palästinenser getötet worden war.

Heute eskalierten die Kämpfe und damit die Verluste. Das ist der unvermeidbare Preis eines Krieges, der Israel erklärt wurde. Zivilisten, die bedauerlicherweise getötet werden, sind Opfer, weil die Männer des Terrors sich unter ihnen positionieren und die palästinensische Bevölkerung damit als menschliche Schutzschilder benutzen, wie dieser kleine Ausschnitt aufzeigt.

Das wird in den britischen Medien nicht berichtet. Statt dessen wird Israels Verteidigung – und die davon verursachte, augenfällige Schwierigkeit, dass es praktisch unmöglich ist sich zu verteidigen, ohne dass Zivilisten zu Schaden kommen, weil die Hamas die palästinensische Zivilgesellschaft in ein Basislager für den Krieg verwandelte – monströserweise als illegitime Aggression dargestellt. Im heutigen „Guardian“ beschwert sich der unsägliche Jonathan Steele, dass die „Belagerung von Gaza“ die „Prinzipien der Verhältnismäßigkeit verletzt“.

Die Palästinenser töten zwei Soldaten und nehmen einen gefangen und als Antwort werden Elektrizitätswerke in die Luft gejagt, Abwasser- und Wassersysteme zum Stoppen bringen, Brücken werden zerstört, Überschallknalle ängstigen Kinder Tag und Nacht und all dies wird einer hungrigen Bevölkerung zugefügt, die in dem, was effektiv ein riesiges offenes Gefängnis ist, belagert wird.

Ein „offenes Gefängnis“? Der Gazastreifen hat eine offene Grenze zu Ägypten. „Kinder geängstigt“? Nicht ein Wort von Steele über die israelischen Kinder, die traumatisiert sind, weil sie unter permanenten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen leben. „Ein hungriges Volk“? Wenn sie Waffen aus Ägypten nach Gaza schmuggeln können, wie kommt es, dass sie keine Lebensmittel haben? Sie sind nicht zu hungrig um Raketen auf israelische Schulen abzufeuern und Krieg gegen Israel zu führen, einfach weil es das Verbrechen begeht weiterhin zu existieren. Die Gehässigkeit von Steeles verdrehter Analyse ist einfach atemberaubend.

Ob der ultimative Plan ist alle Palästinenser so in den Hunger zu treiben, dass sie nach Ägypten, Jordanien und noch weiter weg fliehen, oder nur Gaza als Gefängnis für die Arbeitslosen und die Westban als einen Haufen Bantustans zu behalten, Israel macht sich über jede UNO-Resolution zum Konflikt lustig.

Auf diese Weise verwandelt er Israel wegen dessen Versuch sich und das Leben seiner Staatsbürger gegen Menschen zu verteidigen, die sich einem ausgesprochen völkermörderischen Projekt verschrieben haben, in einen wilden und tyrannischen Aggressor.

Aber solch verdrehtes Denken ist nichts im Vergleich zu jüdischem Selbsthass. Steele greift auf einen wahrhaft Ekel erregenden Text von Gideon Levy zurück, der in Ha’aretz schreibt:

Es ist nicht legitim 750.000 Menschen den Strom abzudrehen. Es ist nicht legitim 20.000 Menschen aufzufordern aus ihren Häusern zu fliehen und ihre Städte in Geisterstädte zu verwandeln. Es ist nicht legitim in den syrischen Luftraum einzudringen. Es ist nicht legitim eine halbe Regierung zu kidnappen und ein Viertel des Parlaments. Ein Staat, der solche Schritte unternimmt, ist nicht länger von einer Terrororganisation zu unterscheiden.

Was Levy im Endeffekt sagt, ist, dass es für Israel nicht legitim ist sich zu verteidigen. Das zu tun ist offensichtlich „Terrorismus“. Er und Ha’aretz haben damit (und nicht zum ersten Mal) denen eine potente Waffe ausgehändigt, die Levys Heimatland vernichtet sehen wollen. Eine gleichermaßen abscheuliche Rolle wird von gewissen britischen Juden in der Linken gespielt. In der heutigen „Times“ unterschrieben Hunderte britischer Juden eine ganzseitige Anzeige, bei der sich einem der Magen umdreht; in dieser griffen sie ebenfalls auf Gideon Levys Artikel zurück und sagten:

Wir sehen mit Erschrecken die kollektive Bestrafung der Menschen von Gaza.

Sehen Sie, diese Juden sehen nicht mit Erschrecken die kollektive Bestrafung durch Massenmord und Raketenangriffe, die von den Palästinensern den Israelis seit einem halben Jahrhundert wegen des Verbrechens überhaupt zu existieren auferlegt wird. Nein, sie sehen mit Erschrecken – und verleumden weiterhin – Israels Versuch sich zu verteidigen; in ihrem verdrehten Hirn wird das zum

Verwendung seiner enorm überlegenen Militärmacht, um ein ganzes Volk zu terrorisieren.

So werden die Bombenanschläge, das Bombardement mit Raketen, die Kriegserklärungen und die Völkermord-Absichten ignoriert, durch die Israel von den Palästinensern terrorisiert wird. Israel, das größte Opfer systematischen Terrors zur Auslöschung, wird als seine Peiniger terrorisierend dargestellt – einfach, weil es sich zu verteidigen versucht. Die Unterschreiber wiederholen Levy’s verdrehten Vorwurf Israel verschleppe „regelmäßig Palästinenser aus ihren Häusern“. Das scheint eine Anspielung auf die Verhaftung verschiedener Hamas-Terroristen durch Israel zu sein, die Mitglieder dessen sind, was lachhaft die palästinensische „Regierung“ genannt wird – genauer gesagt: einer Terrororganisation, die von den Leuten gewählt wurde, um ihre erklärte Absicht so viele Juden wie möglich zu ermorden, auszuführen. Damit wird die Verhaftung von Leuten wegen terroristischer Verbrechen im moralischen Paralleluniversum des Gideon Levy und der Unterschreiber bei der „Times“ selbst zu „Terrorismus“. Vom Gesetz gedeckte Verhaftungen werden als „Entführungen“ hingestellt. Diese Leute sind nicht dumm – zu den Unterschreibern gehören Prominente aus der britischen Kulturlandschaft – aber das ist moralische Geistesschwäche. Kollektive Bestrafung? Eher kollektiver Selbsthass.

Gaza ist eine Krise für Israel. Die Anzeige in der “Times“ ist eine Krise des britischen Judentums.

 

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