Ali Abunimah sehnt sich nach einem kiefernfreien Palästina

Petra Marquart-Bigman, Elder of Ziyon, 28. November 2016

Gerade konzentrierte sich Elder of Ziyon in seinem Eintrag Kiefern-Verleumdung auf einen Kommentar des berüchtigten Antisemiten Gilad Atzmon, der die in vielen Teilen Israels letzte Woche wütenden Waldbrände als die Rache der Natur an den bösen zionistischen Bemühungen beschrieb „Palästina wie Europa aussehen zu lassen“, indem angeblich nicht einheimische Kiefern gepflanzt werden. Nun, wie EoZ zeigte, sind Kiefern in der Region heimisch – was Atzmons triumphierende Schlussfolgerung zunichte macht: „Wie die Kiefer sind der Zionismus, Israel und der Israeli in der Region fremd.“

Aber Atzmons ingorante Tirade war nicht einmal originell: Die Behauptung, dass Zionisten Kiefern pflanzten „um Palästina wie Europa aussehen zu lassen“, ist bei antiisraelischen Aktivisten ziemlich beliebt und ist z.B. auch in einem langatmigen Artikel bei „Electronic Intifada“ (EI) aus dem Jahr 2010 zu finden, in dem Max Blumenthal sich hämisch über das vernichtende Feuer auf dem Carmel freute: „die nicht einheimischen Bäume des JNF waren für die Umwelt in Palästina schlecht geeignet“ und „brannten in der trockenen Hitze wie Zunder“. Es war unvermeidlich, dass Blumenthal später den EI-Artikel für „Goliath“, seine Dämonisierung Israels in Buchform, wieder aufbereitete.

Zu den in Israel letzte Woche wütenden Brände warb Ali Abunimah prompt wieder für Blumenthals Artikel von 2010, wobei er die Behauptung betonte, dass das „zionistische Regime Wälder pflanzte, um Spuren der Palästinenser auszulöschen“.

In einem weiteren Tweet hielt Abunimah dafür, dass „Israels Nutzung von ‚Waldpflanzung‘ mit schlecht geeigneten Baumarten zur Eroberung palästinensischen Landes ist die Wurzel aller Brände“ ist. Er verlinkte zu einem JTA-Artikel, den er anscheinend nicht gelesen hatte: In dem Artikel stand nichts davon, dass Israel „schlecht geeignete Baumarten“ pflanzte, sonder im Gegenteil: Der JNF-Direktor für Waldwirtschaft wurde zitiert, wie er „diese Pionier-Kiefern“ dafür pries, dass sie „eine wundervolle Arbeit für die erste Generation“ leisteten. Der Artikel erwähnt zudem ausdrücklich die „Aleppo-Kiefer, die auch als Jerusalem-Kiefer bekannt ist“ – also hätte Abunimah, der immerhin behauptet Palästinenser zu sein, feststellen können, dss die Kiefer nicht nach einem Ort in Europa benannt wurde…

Aber Abunimah bestand darauf, dass „Brände in ‚Israel‘ vom Pflanzen nicht einheimischer Kiefern durch europäische Siedler und katastrophales zionistisches Land-Mismanagement verursacht“ sind; er verhöhnte sogar Jack Mendel, einen Journalisten der britischen Jewish News: „‘Journalist‘ @mendelpol glaubt ich erfinde die Fakten zu zionistischen Kolonisatoren, die Palästina mit hoch entzündlichen, nicht einheimischen Kiefern füllen.“

Nun, wenn Abunimah sich die Mühe gemacht hätte den von ihm so hilfreich verlinkten JTA-Artikel zu lesen, dann hätte er gewusst, dass seine „nicht einheimischen Kiefern“ nach der inzwischen so unglücklichen syrischen Stadt Aleppo benannt wurde und er könnte tatsächlich auch etwas über „Land-Mismanagement“ erfahren haben:

„Seit Jahrhunderten war die Gegend von einem Flickwerk an gedrungenem, dichtem, niedrigen Wald bedeckt, besonders in den einheimischen Waldgebieten auf dem Karmel, Galiläa und den judäischen Hügeln. Aber zur Zeit, als die frühen zionistischen Siedler ankamen, war ein Großteil des Waldlandes dezimiert worden, weil er im Verlauf der Jahre als Feuerholz, Baumaterial, Weideland für ihre Ziegen und Schafe und in der osmanischen Zeit auch für Bahngleise verwendet wurden.“

Lassen Sie mich hinzufügen, dass ich nicht glaube irgendjemand würde jemals Abunimah beschuldigen, er erfinde Fakten – seine Bilanz ist klar: Er erfindet immer Lügen über den „zionistischen Kolonisator“. Wie es sich trifft, offenbarten die diesmal von ihm erfundenen Lügen sein mangelndes Wissen zum historischen Palästina, von dem er behauptet, es sei sein Heimatland.

Da aber Abunimah der Sohn eines ranghohen jordanischen Diplomaten ist und vermutlich manchmal seine Familie in Jordanien besucht, habe ich einen Vorschlag: Wenn er sie das nächste Mal besucht, könnte er einen Familienausflug zum Waldschutzgebiet Dibeen planen, einem „unberührten Lebensraum für Kiefern und Eichen“, der „Aleppo-Kiefern“ haben soll, die „zu den ältesten und größten des Königreichs gehören“. Nach Angaben eines Reiseführers ist es eher klein, aber trotzdem „ein hübsches Ziel für Frieden und Stille“ – wie wär’s Ali Abunimah? Um sich einzustimmen, könnten Sie die entsprechende Seite im „Magic Jordan“ nachlesen, die vermerkt, dass zum Dibeen-Wald die „einheimische Aleppo-Kiefer“ gehört und der „repräsentativ für die Wildnis ist, die einst einen großen Teil des nordwestlichen Jordanien bedeckte“.

Zugegeben, die Fotogallerie der Seite bietet einige Ansichten des Schutzgebiets, die genauso aussehen wie diese Orte in Israel, das monströs böse Zionisten aus öden Hügeln in „kleine Schweizen“ verwandelten – und es ist ein deprimierender Gedanke, dass manche Leute sich wünschen könnten das alles niederzubrennen, nur weil es nicht in ihre ignoranten Vorstellungen eines ursprünglich öden Palästina passt.

Ein Gedanke zu “Ali Abunimah sehnt sich nach einem kiefernfreien Palästina

  1. Dass Abunimah jede Nachricht und Info nutzen wird, um Israel und den Zionismus zu verleumden, ist zu erwarten. Allerdings ist das Kiefernproblem kein antiisraelisches „Totschlagargument“, sondern beruft sich tatsächlich auf vor allem in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnissen um den Vegetationsschaden, den die Kiefern in Israel verursacht haben. Die Kiefern, welche mehrheitlich zu Beginn des 20.jahrhunderts von den einwandernden Juden angepflanzt worden sind, um das erworbene Land (von Osmanen, Arabern) auch tatsächlich halten zu können, bzw ein schnelles Ergebnis der Bepflanzung sehen zu können, sind durch ihre Natur als eine mittel-und südeuropäische Baumsorte für das Vegetationssystem Israels nicht förderlich. Diese Einsichten werden zwar von antiisraelischen Argumentationsweisen genutzt, sind aber nicht deren Ursprung, soweit es mir bekannt ist. Bei dem Lehrgang für Tourguides, welchen ich mitgemacht habe, seitens einer politisch eher rechts stehenden Fachhochschule, wurde genau dasselbe Problem besprochen und explizit darauf hingewiesen. Die „Jerusalemer Kiefer“ war eine selbst vor seinem beinahen Aussterben eine recht seltene Baumsorte und selbstverständlich nicht in der Masse vorhanden, wie sie nach neuen Pflanzbemühung zu finden ist. Eine Kiefer ist insofern für die natürliche Vegetation von Israel (bsp.die „palästinensische Eiche“) schädlich, als dass sie durch ihre schwache Haltung im Boden zu schnellem Fall neigt, durch die Nadelschicht auf der Erde und ihre dichte Wurzelverflechtung eine Pflanzenentwicklung auf dem Boden verhindert und, und das ist kein Vorurteil, schnell entzünd- und brennbar ist – nicht so die in Israel heimischen Baumsorten.
    Auch die Tatsache, dass die neuen jüdischen Einwanderer, zur überwiegenden Mehrheit aus Europa, der israelischen Landschaft einen möglichst raschen „europäischen Touch“ aus den Erinnerungen an die heimischen Wälder geben wollten, ist weitestgehend bekannt.

    Dass durch die Waldbeflanzung „Spuren von Palästinensern“verwischt werden sollten, ist natürlich Schwachsinn. Ein Großteil an Bäumen wurde lange vor 1948 gepflanzt, als es noch nichts zu „verwischen“ gab.

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