Kiefern-Verleumdung

Elder of Ziyon, 26. November 2016

Antiisraelische und arabische Internetseiten veröffentlichen den Kommentar des antisemitischen Gilad Atzmo zu den Bränden in Israel, in dem er die Brände – wem sonst? – den Juden zur Last legt. Insbesondere macht er die Kiefern dafür verantwortlich, die der Jewish National Fund pflanzte:

Israels ländliche Landschaft ist vollgestopft mit Kiefern. Diese Bäume sind für die Region neu. Die Kiefern wurden Anfang der 1930-er Jahre vom Jüdischen Nationalfond (JNF) in Palästina eingeführt; es handelte sich um einen Versuch „das Land zurückzugewinnen“. Bis 1935 hatte der JNF 1,7 Millionen Bäume auf einer Gesamtfläche von 1.750 Morgen Land gepflanzt. Im Verlauf von 50 Jahren pflanzte der JNF mehr als 260 Millionen Bäume, weitgehend auf beschlagnahmtem Palästinenserland. Das alles machte er in einem verzweifelten Versuch die Trümmer der ethnisch gesäuberten Palästinenserdörfer und ihrer Geschichte zu verbergen.

Im Verlauf der Jahre unternahm der JNF einen kruden Versuch palästinensische Zivilisation und Vergangenheit auszulöschen, versuchte aber auch Palästina wie Europa aussehen zu lassen. Der palästinensische Naturwald wurde ausgerottet. Gleichermaßen wurden die Olivenbäume entwurzelt. Die Kiefern nahmen ihre Platz ein. Im südlichen Teil des Carmel nannte die Israelis einen Bereich „Kleine Schweiz“. Inzwischen ist nicht mehr viel von er „kleinen Schweiz“ übrig geblieben.

… Ungeachtet seiner nuklearen Fähigkeiten, seiner kriminellen Armee, der Besatzung, des Mossad und seiner Lobby überall auf der Welt scheint Israel verletzbar zu sein. Es ist verheerend vom Land entfremdet, das es als sein eigenes beansprucht und zu pflegen vorgibt. Wie die Kiefer sind der Zionismus, Israel und der Israeli in der Region fremd.

Die Kiefer, die der JNF so viele Jahre lang pflanzte, ist die Aleppo-Kiefer, pinus halepensis (in Israel als Jerusalem-Kiefer bekannt). Sie ist im gesamten Mittelmeerraum zu finden, von Marokko bis Syrien. Der JNF wählte diesen Baum nicht, um Israel wie Europa aussehen zu lassen; diese Lüge wird von Mondoweiss nachgeplappert. Einheimische Aleppokiefer-Wälder gibt es auf dem Karmel und in Galiläa.

Zudem wurden Kiefern in Palästina von Reisenden im 19. Jahrhundert beobachtet. In der von The Popular Cyclopædia of Biblical Literature 1856 steht:

Die große Zypresse gibt es nur in Palästina, wird von Menschen in Gärten und auf Friedhöfen sowie anderen offenen Plätzen in den Städten kultiviert. Aber als Spontangewächs des Landes finden wir auf den Gipfeln und Hügelketten den Walnussbaum, die Baumerdbeere, den Lorbeerbaum usw., während auf den ehemals bewaldeten Höhen verschiedene Kiefernarten, kleine und große, immer noch die Stellung behaupten.

Was besonders den Carmel betrifft, so schreibt die Jewish Encyclopedia von 1907, er sei „von Helmeichen und Kiefern bedeckt“.

Damit hat Atzmon auf gewisse Weise recht: Juden sind in der Region genauso einheimisch wie die Aleppokiefer.

Ein Gedanke zu “Kiefern-Verleumdung

  1. Dass Abunimah jede Nachricht und Info nutzen wird, um Israel und den Zionismus zu verleumden, ist zu erwarten. Allerdings ist das Kiefernproblem kein antiisraelisches „Totschlagargument“, sondern beruft sich tatsächlich auf vor allem in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnissen um den Vegetationsschaden, den die Kiefern in Israel verursacht haben. Die Kiefern, welche mehrheitlich zu Beginn des 20.jahrhunderts von den einwandernden Juden angepflanzt worden sind, um das erworbene Land (von Osmanen, Arabern) auch tatsächlich halten zu können, bzw ein schnelles Ergebnis der Bepflanzung sehen zu können, sind durch ihre Natur als eine mittel-und südeuropäische Baumsorte für das Vegetationssystem Israels nicht förderlich. Diese Einsichten werden zwar von antiisraelischen Argumentationsweisen genutzt, sind aber nicht deren Ursprung, soweit es mir bekannt ist. Bei dem Lehrgang für Tourguides, welchen ich mitgemacht habe, seitens einer politisch eher rechts stehenden Fachhochschule (Herzog-Institut, eine anerkannte Einrichtung), wurde genau dasselbe Problem besprochen und explizit darauf hingewiesen. Die „Jerusalemer Kiefer“ war eine selbst vor seinem beinahen Aussterben eine recht seltene Baumsorte und selbstverständlich nicht in der Masse vorhanden, wie sie nach neuen Pflanzbemühung zu finden ist. Eine Kiefer ist insofern für die natürliche Vegetation von Israel (bsp.die „palästinensische Eiche“) schädlich, als dass sie durch ihre schwache Haltung im Boden zu schnellem Fall neigt, durch die Nadelschicht auf der Erde und ihre dichte Wurzelverflechtung eine Pflanzenentwicklung auf dem Boden verhindert und, und das ist kein Vorurteil, schnell entzünd- und brennbar ist – nicht so die in Israel heimischen Baumsorten.
    Auch die Tatsache, dass die neuen jüdischen Einwanderer, zur überwiegenden Mehrheit aus Europa, der israelischen Landschaft einen möglichst raschen „europäischen Touch“ aus den Erinnerungen an die heimischen Wälder geben wollten, ist weitestgehend bekannt.

    Dass durch die Waldbeflanzung „Spuren von Palästinensern“verwischt werden sollten, ist natürlich Schwachsinn. Ein Großteil an Bäumen wurde lange vor 1948 gepflanzt, als es noch nichts zu „verwischen“ gab.

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