Auch Juden können Antisemiten sein!

Gilad Atzmon, das Musterbeispiel eines jüdischen Antisemiten, ist nicht allein

Manfred Gerstenfeld und Leah Hagelberg, Israel National News, 28. November 2016

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In einem weltweiten Antisemitismus-Wettbewerb für Juden würde Großbritannien vermutlich von Gilad Atzmon vertreten. Die von diesem Musiker, einem Israeli, der sagt er habe seinen Reisepass zerrissen,[1] veröffentlichten Verunglimpfungen sind derart heftig, dass selbst die palästinensische Internetseite Electronic Intifada sich von seinem Antisemitismus distanziert hat.[2]

Die Analyse seiner Äußerungen kann damit als Musterbeispiel für ähnliche Bewertungen trügerischer Verleumdungen durch jüdische Antisemiten dienen.

Die Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA)[3] ist ein angemessenes Mittel die Veröffentlichungen dieses Serienverleumders Israels und der Juden zu analysieren. Die Definition benötigte die Zustimmung ihrer 31 Mitgliedsstaaten – darunter Großbritannien.

Die IHRA-Definition besagt, dass es antisemitisch ist „die Juden als Volk oder Israel als Staat der Erfindung oder Übertreibung des Holocaust“ zu beschuldigen. Die Definition schließt ein, dass es antisemitisch ist „Gleichsetzungen zeitgenössischer israelischer Politik mit der der Nazis vorzunehmen“. Atzmon verhöhnt den Holocaust und seine Überlebenden in einem Artikel mit dem Titel „After all, I am a proper Zionist Jew…I am a Holocaust Survivor“[4], in dem er schreibt: „Ja, ich bin ein Überlebender, denn ich habe es geschafft all die gruseligen Berichte vom Holocaust zu überleben.“[5]

Er fügt hinzu: „Ich bin zudem völlig gegen Holocaustleugnung. Ich hasse die, die den Völkermord bestreiten, der im Namen des Holocaust stattfindet. Palästina ist ein Beispiel dafür…“[6]

Atzmon reitet seine Attacken auch oft gegen sogenannte jüdische „Progressive“. Dazu gehört die jüdische antizionistische Linke.[7][8] Er greift zum Beispiel den Amerikaner Max Blumenthal an,[9] der wiederholt Israel mit den Nazis gleichsetzte.[10] In einem Artikel mit dem Titel „Goyim Must Obey“[11] beschuldigt Atzmon die jüdischen Antizionisten, sie würden Goyim und sogar Palästinensern sagen, was ihnen zu tun erlaubt ist und wem sie zuhören dürfen oder nicht“[12] – genauso wie das eigentlich die Welt kontrollierende erwählte Volk es macht.

Er fügt an: „Vielleicht muss Goyim aller Altersstufen und Reihen gesagt werden, was sie tun ‚müssen‘: das ist einfach Teil davon auserwählt zu sein – (Ich bin nicht mehr auserwählt, also kann ich das nicht sagen)“.[13] Das stellt sicher, dass niemand Atzmons Antisemitismus „in der Annahme, dass Antizionismus kein Antisemitismus ist“ mit legitimer Kritik verwechseln kann.

Atzmons Ansichten sind klassischer Antisemitismus in Übereinstimmung mit den Protokollen der Weisen von Zion, die er als wahr und richtig verteidigt.[14]

Atzmon greift sogar Juden an, die sich komplett von Judentum und den Zionismus distanzieren.[15] Einer davon ist Shlomo Sand – ein israelischer Historiker und selbsternannter ehemaliger Jude, der The Invention of the Jewish People[16] schrieb. Eine andere ist Avigail Abarbanel – eine ehemalige Israelin, die heute als pro-palästinensische Aktivistin und Autorin für die antiisraelische Internetseite Mondoweiss tätig ist; daneben ist sie Psychotherapeutin in Australien. Laut Atzmon sind sie immer noch von „koscherem Binärdenken“ infiziert und weiterhin dem jüdischen Stammessystem verbunden sowie vom Holocaust besessen.

Er behauptet auch, dass Abarbanel es ablehnt ausreichend selbstbeobachtend zu sein, um „in den Spiegel zu sehen und zu identifizieren, was an den Juden dran ist, das so viele Anfeindungen zu so vielen unterschiedlichen Zeiten und an so vielen unterschiedlichen Orten hervorruft… etwas, das Bernard Lazare, ein früher Zionist, sehr wohl machte…“[17] Lazare, der vor mehr als hundert Jahren starb, gab in seiner Analyse des Antisemitismus viele selbsthassende Kommentare ab.[18]

Die IHRA-Definition besagt: „Unwahre, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotypische Beschuldigungen gegen Juden als solche oder die Macht der Juden als Kollektiv zu erheben – so z.B. besonders, wenn auch nicht ausschließlich den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder dass Juden die Medien, Wirtschaft, Regierung oder soziale Institutionen kontrollieren – ist ein Beispiel für Antisemitismus.“

Äußerungen Atzmons fallen in diese Kategorie der IHRA-Definition, wenn er fragt: „Warum haben die Juden, ein Volk, das von seiner eigenen Vergangenheit besessen ist, so viel Angst vor anderen Völkern, zum Beispiel ‚weißen‘ Menschen, die bezüglich ihrer eigenen Vergangenheit wehmütig sind?“[19] Er beantwortet seine eigene Frage so: „Der progressive Jude versteht, dass die Arbeiterklasse sehnsüchtig auf eine Gesellschaft blickt, wie sie war, bevor Jerusalem dominierte; das heißt auf eine Zeit, bevor die amerikanische Politik von Typen wie Saban, Soros, Goldman Sachs und anderen globalen Kapitalisten kontrolliert wurde, die von Produktion, Herstellung und Landwirtschaft abgeschirmt waren.“[20]

Jüdische Verschwörung und jüdische Macht sind eine Klammer der verlogenen Verleumdungen Atzmons. Er schreibt: „Jüdische Macht ist die Macht Kritik an jüdischer Macht zum Schweigen zu bringen“, und erklärt weiter: „Für Leute, die in den USA, Großbritannien und Frankreich leben, ist jüdische Macht das Medium über das unsere Politik stattfindet.“[21]

In einem Artikel über George Soros, einen extrem antizionistischen amerikanischer Kritiker Israels, den er ständig als „den jüdischen Milliardär“ und „den jüdischen Oligarchen“ bezeichnet, schreibt Atzmon: „Soros‘ E-Mail wirft ein Licht darauf, wer im Westen tatsächlich den Ton angibt.[22] Eindeutig sind es nicht unsere sogenannten ‚demokratisch gewählten‘ Politiker. Stattdessen ist es „ein kleiner Kader an Oligarchen, Leute wie Soros und Goldman Sachs.“[23] Das ethnische Erbe dieser „Oligarchen“ ist unausgesprochen Teil davon.

Atzmons Artikel „For Goy Hatred on Speed Subscribe to the Forward”[24] ist voll von diesen Verschwörungstheorien, einschließlich der, dass “Wilhelm Reich, Marcuse und die Kulturmarxisten ihre sexualisierte Interpretation des ‚Sozialismus‘ nutzten, um den Westen zu schwächen und die Einheit der Arbeitsbewegung irreparabel zu vernichten“. In demselben Artikel macht Atzmon zudem den Bolschewismus, Kulturmarxismus, zionistische Konservative und den Zionismus für „jüdische Ideologien und politische Methoden“ verantwortlich, die zu einem „Jahrhundert der weltweiten Katastrophen“ geführt haben.[25]

In der IHRA-Definition heißt es: „Juden als Volk zu beschuldigen, für die realen oder eingebildeten Verbrechen verantwortlich zu sein, die eine einzelne jüdische Person beging oder sogar für Taten, die von Nichtjuden begangen werden, ist antisemitisch.“ Atzmon schreibt: „Wenn wir schon von Entschuldigungen reden, dann muss das Board of Deputies[26] sich immer noch für Lord Janner entschuldigen, der angeblich britische Waisen vergewaltigt hat, als er ihr Präsident war und daher mehr oder weniger die britischen Juden repräsentierte.“[27]

Ein weiteres Beispiel für Antisemitismus laut der IHRA-Definition ist die Beschuldigung jüdischer Bürger, sie seien Israel loyaler ergeben als ihrer eigenen Nation. Atzmon schreibt: „Die sogenannten ‚Antisemiten‘ – diejenigen, die Juden hassen, weil sie Juden sind – sprachen von Juden als Chamäleons. Sie konnten einfach die fehlende Integrität im Herzen der jüdischen Politik nicht verstehen. Sie konnten nicht begreifen, wie Juden so schnell die Verbündeten wechseln können.“[28]

Dieser Artikel trägt die Überschrift „Is Bibi a Lizard?“[29], was sich eindeutig auf die übliche Verschwörungstheorie von Reptilien-Hybriden bezieht, die die Welt kontrollieren, wie sie von David Icke vorgebracht wird.[30] Atzmons Artikel bezieht sich auf diesen britischen Fußballer und Sport-Ansager, der sich in einen Autor, öffentlichen Redner und Verschwörungstheoretiker verwandelte.[31]

Warum sollte Atzmon, der hauptsächlich auf seiner Internetseite veröffentlicht, Aufmerksamkeit gewidmet werden? Es gibt dafür mehrere Gründe. Einer ist, dass in einem teilweise antisemitischen Klima selbst eine Randfigur bei der Förderung der Aufstachelung gegen Juden und Israel helfen kann. Im Vereinten Königreich stimmen laut einer Studie der Universität Bielefeld von 2011 42% der Erwachsenenbevölkerung der irren Aussage zu, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt.[32]

Atzmon hat in der britischen Linken einigen Einfluss gewonnen, darunter bei der Sozialistischen Arbeitspartei und Indymedia.[33] Einer seiner Artikel ist von der extrem antiisraelischen Baroness Tonge[34] verbreitet worden. Artikel über Atzmon sind im The Atlantic[35] und im Guardian[36] erschienen. Sein Buch The Wandering Who[37] ist vom antizionistischen John Mearsheimer, R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor für Politikwissenschaften an der University of Chicago und mit Stephen Walt aus Harvard Co-Autor von Die Israel-Lobby begrüßt worden.[38]

Oft ist das unsinnige Argument zu hören, dass Juden keine Antisemiten sein können. Darüber hinaus hat Atzmon aus irgendeinem Grund eine Aura der Legitimität, weil er Jude und Ex-Israeli ist, der einst in der IDF diente und heute diese heute kritisiert. Der Fall Atzmon, eines großen jüdisch-antisemitischen Hetzers, ist nicht der einzige. Einer unter vielen anderen ist der schon erwähnte Max Blumenthal. Er ist der Sohn von Sidney Blumenthal, einem engen Berater Hillary Clintons, von dem man weiß, dass er Artikel seines den Holocaust umkehrenden Sohnes an die geschlagene Präsidentschaftskandidatin weitergab.[39]

In den Niederlanden verstarb 2014 der führende jüdische, antisemitische Hetzer Hajo Meyer. Er ging sogar nach Deutschland, um an einer Schule in Gütersloh – die von einer Holocaust-Gedenkstiftung eine Beihilfe erhielt – zu sprechen; den Schülern dort sagte er, dass Israel ein Nazistaat ist.[40] Atzmon scheint ihn noch nicht entdeckt zu haben.

[1] http://ericwalberg.com/index.php?option=com_content&view=article&id=635:renouncing-jewishness-shlomo-sand-and-gilad-atzmon&catid=41:culture-and-religion&Itemid=94

[2] https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/palestinian-writers-activists-disavow-racism-anti-semitism-gilad-atzmon

[3] https://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[4] Immerhin bin ich ein anstängier zionstischer Jude … ich bin ein Holocaust-Überlebender

[5] http://www.rense.com/general88/afterall.htm

[6] ebenda

[7] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/30/jewish-bigotry-on-speed-just-check-out-rabbi-jonathan-sacks

[8] http://www.gilad.co.uk/writings/2014/11/26/the-pathology-of-max-blumenthal

[9] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[10] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/27/goyim-must-obey

[11] Nichtjuden müssen gehorchen

[12] ebenda

[13] http://www.thejc.com/comment-and-debate/columnists/149209/life-termite-colony

[14] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/10/12/can-jews-ever-leave-their-cult

[15] ebenda

[16] Die Erfindung des jüdischen Volkes

[27] Robert S. Wistrich: A Lethal Obsession: Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad. New York (Random House) 2010, S. 16-17.

[18] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/28/utopia-nostalgia-and-the-jew

[19] ebenda

[20] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/7/30/jewish-power-in-decline

[21] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/18/george-schwartz-soros-the-oligarch-who-owns-the-left

[22] ebenda

[23] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/24/for-goy-hatred-on-speed-please-subscribe-to-the-forward

[24] Für auf Nichtjuden gerichteten Hass auf Speed abonnieren Sie den Forward

[25] ebenda

[26] der Vorstand der jüdischen Dachorganisation Großbritanniens

[27] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard http://www.theatlantic.com/national/archive/2013/10/how-spot-reptilians-runing-us-government/354496/

[28] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard

[29] Ist Bibi eine Eidechse?

[30] library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf.

[31] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[32] http://jewishnews.timesofisrael.com/baroness-tonge-shares-article-about-jewish-power/

[33] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19290

[34] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[35] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[36] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[37] Der wandernde Wer

[38] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[39] http://www.jpost.com/Opinion/No-Holds-Barred-Hillarys-Clintons-troubling-relationship-with-Israel-hating-adviser-441158

[40] http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Germans-use-anti-Israel-Jews-to-soothe-Holocaust-guilt

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