Erinnern Sie mich: Wie zentral ist der Konflikt mit Israel für die arabische Welt?

This Ongoing War, 30. November 2016

Abbas und die neu energiegeladene, breitschultrig nach vorne blickende PA/Fatah-Führung auf ihrer Konferenz in Ramallah Ende November 2016 (Bildquelle)

Da der Nachrichtenkreislauf die gestrigen, nicht erfolgen Veränderungen in der palästinensisch-arabischen Welt [„Mahmud Abbas, wieder gewählter Fatah-Führe, festigt Macht“ – New York Times, 29. November 2016], hier eine zeitgemäße Erinnerung aus der aktuellen Ausgabe des Economist dazu, wo die Probleme der arabischen Welt tatsächlich liegen:

Erschreckend ist: Obwohl nur 5% der Weltbevölkerung dort lieben, entfallen auf die arabische Welt 45% des Terrorismus der Welt, 68% der kriegsbedingten Toten, 47% der intern heimatlosen und 58% der Flüchtlinge. Krieg tötet und verstümmelt nicht nur, sondern er vernichtet lebensnotwendige Infrastruktur, beschleunigt den Verfall.

Die jugendliche arabische Bevölkerung (im Alter von 15 bis 29 Jahren) zählt 105 Millionen und wächst schnell; aber Arbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung nehmen allesamt schneller zu. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 30%, doppelt so hoch wie der Weltdurchschnitt von 14%. Fast die Hälfte der Arbeit suchenden jungen arabischen Frauen scheitern dabei (der Weltdurchschnitt beträgt 16%).

Doch Regierungsführung bleibt fest in der Hand einer oft erbbedingten Elite. „Junge Menschen sind von einem innewohnenden Gefühl der Diskriminierung und Ausgrenzung“, heißt es in dem Bericht, der eine „Schwächung ihres Einsatzes zum Erhalt von Regierungsinstitutionen“. Viele der Verantwortlichen im Staat tun wenige mehr als Lippenbekenntnisse abzugeben, werfen Jugendfragen mit zahnlosen Sportministerien zusammen. „Wir befinden uns in weit schlimmerer Verfassung als vor dem Arabsichen Frühling“, sagt Ahmed al-Hendawi, ein 32-jähriger Jordanier und Jugendbotschafter der UNO… (Quelle: Another Awakening is looming, warns UN report – The Economist, 29. November 2016)

Und wenn irgendjemand da draußen immer noch irgendwelchen Illusionen zu einer neuen und frisch aktiven PA/Fatah-Führung erliegen sollte, die Initiative übernimmt, die palästinensischen Araber auf schmerzhafte Kompromisse und auf die Herausforderungen für Frieden und Wohlstand vorbereitet, ihren jungen Menschen eine Vision einer Zukunft gibt, die Sinn macht und ihre wahren Bedürfnisse trifft, wie sie sich einen Moment lang zu dieser Beobachtung in dem Bericht der New York Times spiegelt:

Die Konferenz, die erste der Fatah nach sieben Jahren, kommt in einer Zeit, in der die Palästinenser sich enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, gewalttätigen Zusammenstößen konkurrierender Clans und der fortgesetzten israelischen Besatzung der Westbank gegenüber sehen. Kritiker beschweren sich, dass Abbas‘ Führung inselartig und wirklichkeitsfern ist… Die sorgfältig ausgesuchten Delegierten verschwendeten wenig Zeit mit der formellen Wiederwahl von Abbas als Führer der Fatah, der Partei, die die palästinensische Autonomiebehörde in der Westbank kontrolliert. „Alle stimmten mit Ja“, sagte Fatah-Sprecher Mahmud Abu al-Hija Reportern, die zur Entscheidung nicht in den Saal gelassen worden waren… [New York Times]

Da ist nicht viel Raum für Optimismus – weder für sie noch für uns.

Jetzt wollen wir uns noch daran erinnern, wie oft politische Persönlichkeiten, Analysten, Reporter und Redakteure erzählen, das Israel und die Herausforderung seines Konflikts mit den palästinensischen Arabern der Kern des Herangehens an den weltweiten Terror und die Probleme des Nahen Ostens (und der Welt) sind.

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