Unsinn aus Israel (2): Shimon Peres

Es soll keiner glauben, in Israel würde alles richtig gemacht. Aber neben den alltäglichen Fehlern und Unzulänglichkeiten gibt es auch extremen Unsinn:

Shimon Peres bezweifelt, dass Ariel Sharon ein Partner für den Frieden ist:

Der Spiegel in einem Interview (Ausgabe vom 29.07.2002):
SPIEGEL: Nicht nur Palästinenser, auch viele Israelis zweifeln daran, dass Scharon ein Partner für den Frieden sein kann.
PERES: Auch ich habe meine Zweifel. Aber was mache ich damit? Soll ich sie sammeln? Scharon kann auch nicht alles tun, was er will. Wir stecken in einer Krise, und schon denken die Leute, das ist das Ende der Welt. Die Welt hört nicht auf, Krisen wohl.
Es ist schon seltsam, dass er an Sharon zweifelt (der nur auf Palästinenserterror reagiert), aber Arafat noch nach 18 Monaten Terror als „Partner für den Frieden“ ansah. Erst jetzt bequemt er sich dazu, das in Zweifel zu ziehen, versucht aber weiter mit Arafats Kumpanen auf gutem Fuß zu stehen und mit ihnen Abkommen zu erzielen, die nicht eintreten werden.

Arutz-7 berichtet in seinen e-mail-Nachrichten vom 28.07.2002, dass die „Professoren für ein starkes Israel“ folgendes Statement zu Peres abgaben:

Wenn der Außenminister, Architekt des 100-prozentigen Fiaskos von Oslo, sagt, dass die Eliminierung eines Chefterroristen ein „100-prozentiger Fehler“ ist, dann bildet das einen Rekord an Unverschämtheit. Wenn der Außenminister, Oslo-Architekt und Vater des Oslo-Krieges, Zweifel äußert, ob der Premierminister ein Partner für den Frieden sein kann, während der Herr Minister weiter seinem Mit-Friedensnobelterror-Preisträger den Hof macht, dann ist das ein Rekord in Zynismus…“

„Die Welt“ berichtet, dass Schimon Peres diese Äußerungen über Regierungschef Ariel Scharon und dessen Palästinenser-Politik im „Spiegel“ dementierte. Peres sagte im israelischen Rundfunk, seine Worte seien „schlecht übersetzt und verzerrt worden“… Er sei gefragt worden, ob Scharon Frieden erreichen könne. Darauf habe er geantwortet, Scharon sei nicht allmächtig und der Frieden hänge nicht allein von ihm ab.
Es ist nicht das erste Mal, dass Peres „falsch zitiert“ oder „schlecht übersetzt“ wurde. Fragt sich nur, wie das kommt? Warum drückt er sich so missverständlich aus?

IMRA berichtet am 30.05.2002:

Außenminister Shimon Peres sagte Israel Radio im Morgenprogramm des 30. Mai 2002, dass „man über Oslo sagt: ‚Warum habt ihr ihnen Gewehre gegeben?‘ – Aber Gewehre spielen keine Rolle. Was wichtig ist, sind Selbstmord-Bomber.“ Peres sagte dies zwei Tage nachdem ein Terrorist mit einem einzigen Sturmgewehr drei Teenager ermordete und ein anderer Terrorist einen Israeli in seinem Auto erschoss – auch mit einem Gewehr.

IMRA kommentiert dies so:

Wenn Herr Peres einen Blick auf die Liste der detailliert auf der Internetseite seines eigenen Ministeriums aufgeführten Terroranschläge werfen würde, könnte er feststellen, dass es viele Fälle gibt, in denen Israelis im Laufe der Zeit des Oslo-Experiments des Herr Peres mit den Gewehren ermordet wurde, „die keine Rolle spielen“.

Es ist nicht verwunderlich, dass es Shimon Peres ungemütlich wird, wenn man ihn mit dem puren, zerstörerischen Wahnsinn seines eigenen Tuns konfrontiert. Aber statt zu versuchen Teil einer Lösung zu sein, bleibt Herr Peres Teil des Problems. CIA-Chef Tenet ist auf dem Weg in die Region, der das bizarre Ziel hat, die palästinensische Befreiungsarmee zu stärken und effektiver zu machen (damit sie israelische Sicherheitsbemühungen teurer machen kann?), statt mit dem Ziel den Umfang der palästinensischen Sicherheitskräfte zu stutzen und sie in eine innenpolitische Polizei zu formen, die wie Bereitschaftspolizei ausgerüstet ist, statt wie Fallschirmjäger. In diesem Zusammenhang vertritt Herr Peres die Meinung, dass es „keine Rolle spielt“, dass es zehntausende palästinensischer Soldaten gibt, die mit Sturmgewehren ausgerüstet sind.

Mit der Meinung, dass „Gewehre keine Rolle spielen“, hilft Herr Peres, den Druck zu untergraben die sofortige Entwaffnung der verschiedenen illegalen palästinensischen Milizen vorzunehmen.

Warum will Peres die Forderung an die Palästinenser, die Beschränkung der Waffen als erste Aufgabe der Palästinenser zu erfüllen, nicht unterstützen? Vielleicht, weil Herr Peres nicht will, dass die Wirklichkeit in seine Pläne eingreift. Aus der Sicht von Shimon Peres stehen der israelische Rückzug und die Ausrufung eines palästinensischen Staates kurz bevor: Eine Deklaration hier, eine Unterschriften-Zeremonie da; ein paar Tage lang fahren die Palästinenser ihren Durst nach isrealischem Blut auf ein paar „wenige“ Morde zurück und dann sind wir wieder bei den gedankenschweren Tagen, „den Wind der Geschichte blasen“ zu hören.

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