Ein paar ungewöhnliche Worte zum Azaria-Urteil

Kay Wilson, Facebook, 4. Januar 2017

Ganz Israel klebte heute an den Nachrichten, um auf das Urteil im Verfahren gegen den israelischen Soldaten Elor Azaria warten, der vom Militärgericht wegen der Tötung eines Terroristen verurteilt wurde, der versucht hatte unschuldige Zivilisten zu ermorden.

Hier ein paar Gedanken aus einer persönlichen Perspektive – statt amateurhafte juristische Kommentare zum Ausgang des Verfahrens abzugeben.

An dem Tag, als „meine“ palästinensischen Terroristen wegen dem Mord an Kristine Luken (und versuchtem Mord an mir) verurteilt wurden, stellte ich dem Richter eine Frage:

Würde er bitte entscheiden, dass die Terroristen das mir gestohlene Geld zurückgeben – die $100, die Kristine mir als Bezahlung für die Tour gegeben hatte?

Bedenkt man, dass die gnadenlosen Barbaren dafür gesorgt hatten, dass mein Leben eine tägliche emotionale und physische Qual ist, war meine Bitte um diese milde Gabe nicht mehr als eine ironische, wenn auch symbolische Geste.

Stellen Sie sich meinen Schock vor, dass der Richter mich einfach ansah und das mit der Begründung ablehnte: „Sie haben es nicht.“

Zusätzlichen Schmerz bereitet mir (und allen Terror-Überlebenden) ist das Wissen, dass diese Terroristen in israelischen Gefängnissen sitzen, in denen die Umstände einem Country-Club ähneln, statt so eingekerkert zu sein, die zu kaltblütigen Mördern passen. Mörder haben Privilegien, einschließlich Tischtennis, Zigaretten, Kantine und Bildungsmöglichkeiten. Sie drohen zudem mit Krawallen, wenn sie kein Fußball im Fernsehen sehen können und werden in politische und Religionsgruppen nach ihren eigenen Vorlieben aufgeteilt.

Ich bin nicht die einzige Terrorüberlebende, die von unserer nationalen Versicherung, einer Regierungsorganisation, weiter gequält, erschöpft und missbraucht wird.

Kann man mir vergeben, dass ich das Gefühl habe, unser System sei den Tätern gegenüber barmherziger als den Opfern?

Schließlich wünsche ich unserem verurteilten Soldaten/Mörder von ganzem Herzen eine Strafe, die zu der der Terroristen passt, statt der Art von Strafe, die von unserer Regierung ihren Bürgern und Terror-Überlebenden auferlegt wird – den Menschen, für deren Verteidigung unsere Soldaten ihr Leben riskieren.

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