Führende Heuchler preisen Castro und verurteilen Israel

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Als Fidel Castro, Kubas langjähriger Herrscher, im Dezember 2016 starb, veröffentlichte die Washington Post einen Kommentar zu seinen zahlreichen Verbrechen. Der Autor schrieb, dass Castro „politische Rivalen tötete, Erschießungskommandos nutzte um tausende Kubaner zu töten, Terrorismus förderte, sich mit den schlimmsten Diktatoren der Welt verbündete, Konzentrationslager und Gefängnisse in nie da gewesenem Tempo baute, sie bis an die Grenzen füllte, wobei er einen höheren Prozentsatz seines eigenen Volks einkerkerte als die meisten modernen Diktatoren einschließlich Stalin, Folter und außergerichtliche Tötungen duldete und dazu ermutigte.[1] Die Einstufung Kubas als Staatssponsor des Terrorismus durch das US-Außenministerium wurde erst 2015 aufgehoben, sieben Jahre nachdem Castro Kubas Präsidentenamt abgab.[2]

Wir sind nicht in der Lage gewesen eine Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen zu finden, wie viele Zehntausende während seiner Regierungsjahre als Premierminister (1959 bis1967) und Präsident (1976 bis 2008) ohne ordentliche Gerichtsverfahren getötet wurden. Dennoch hätten ihn seine Zeit an der Macht und die begangenen Verbrechen zu einem idealen ständigen Ziel für die Berichterstattung über die unter seiner Herrschaft geschehenen schweren Menschenrechtsverletzungen gemacht haben sollen.

Daher war zu erwarten, dass angelegentlich des Todes Castros ein großes Spektrum demokratischer Regierungen, Politiker und anderer aus das Verbrechertum des verstorbenen kubanischen Führers hinweisen würden. In Wirklichkeit fallen die Reaktionen auf Castros Tod aber in drei Kategorien: positive, negative und neutrale bzw. zurückhaltende.

Was die Castro gegenüber negativ Eingestellten angeht, so kam die stärkste Reaktion von Donald Trump. Er sagte: „Heute begeht die Welt das Ableben eines brutalen Diktators, der sein Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückte. Fidel Castros Vermächtnis ist eines aus Erschießungskommandos, Diebstahl, unvorstellbarem Leiden, Armut und der Verweigerung von Menschenrechten.“[3] Senator Ted Cruz sagte: „Fidel Castros Tod kann seine Tausende Opfer nicht zurückbringen, auch nicht ihren Familien Trost spenden. Heute erinnern wir uns an sie und ehren die mutigen Seelen, die den einsamen Kampf gegen die brutale kommunistische Diktatur führten, die er Kuba auferlegte.“[4]

Die Liste derer, die über Kubas grausamen Herrscher Positives zu sagen hatten, ist weit länger. In diesem Artikel können nur ein paar Beispiele angeführt werden. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte: „Fidel Castro war ein ernster und verlässlicher Freund Russlands. Er leistete einen enormen Beitrag zur Bildung und Entwicklung der russisch-kubanischen Beziehungen, enger strategischer Kooperation in allen Bereichen.“[5]

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte warme Worte, dankte dem kubanischen Führer für seine Hilfe und Unterstützung im Kampf zur Überwindung der Apartheid. „Präsident Castro identifizierte sich mit unserem Kampf gegen die Apartheid. Er inspirierte das kubanische Volk sich unserem Kampf anzuschließen. Als Möglichkeit Präsident Castro zu erinnern müssen die starken Bande der Solidarität, Zusammenarbeit und Freundschaft, die zwischen Südafrika und Kuba bestehen, beibehalten und gehegt werden.“[6]

Irlands Präsident Michael D. Higgins sagte: „An Fidel Castro wird man sich als einen Giganten unter den Weltführern erinnern, dessen Sicht nicht nur eine von Freiheit für sein Volk war, sondern für alle unterdrückten und ausgegrenzten Völker des Planeten.“[7] Präsident Mahmud Abbas von der palästinensischen Autonomiebehörde bejubelte den verstorbenen kubanischen Revolutionspräsidenten als Führer, „der sein Leben mit dem Kampf für die Sache der Gerechtigkeit verbrachte“.[8]

Justin Trudeau, Kanadas Premierminister, dessen Vater eine lebenslange Beziehung zu Fidel Castro hatte, betrieb Schönfärberei. Seine Kommentare zu Castro waren positiver als die der meisten westlichen Führungskräfte; er sagte: „Fidel Castro war ein herausragender Führer, der seinem Volk fast ein halbes Jahrhundert diente. Als legendärer Revolutionär und Redner brachte Herr Castro beträchtliche Verbesserungen für die Bildung und die Gesundheitsversorgung seines Inselstaates.“[9]

Diese Äußerung löste in Kanada eine Menge Kritik aus. Nach dem öffentlichen Aufschrei entschied sich Trudeau an Castros Beerdigung nicht teilzunehmen.[10] Spaniens Premierminister Mariano Rajoy schickte Kubas Regierung und Volk sein Beileid über Twitter, wo er Castro als „eine Person von historischer Bedeutung“ beschrieb.[11]

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker twitterte: „Mit dem Tod von Fidel Castro hat die Welt einen Mann verloren, der für viele ein Held war.“[12] Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter sagte: „Rosalynn und ich teilen unsere Anteilnahme mit der Familie Castro und dem kubanischen Volk zum Tod Fidel Castros.“[13]

Jeremy Corbyn, Parteichef der britischen Labour Party, dessen verquaste Urteile während des letzten Jahres häufig entlarvt worden sind, sagte: „Fidel Castros Tod markiert den Abgang einer riesigen Persönlichkeit der modernen Geschichte, nationalen Unabhängigkeit und des Sozialismus des 20. Jahrhunderts.“[14] Die Labor Party schickte Schatten-Außenministerin Emily Thornberry zur Beerdigung.[15]

Die amerikanische Hetzbewegung Black Lives Matter, die Israel fälschlich des Völkermords bezichtigt, pries Fidel Castro: „Obwohl kein Führer ohne Fehler ist, müssen wir die Rhetorik der Rechten zurückdrängen und El Commandante verteidigen.“[16] Für diese Heuchler spielte das Leben der vielen Kubaner, die Castro tötete, offensichtlich keine Rolle.

Die dritte Gruppe besteht aus neutraleren oder zurückhaltenden Äußerungen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte: „In dieser Zeit der nationalen Trauer biete ich die Unterstützung der Vereinten Nationen an, an der Seite des Volks der Insel zu arbeiten.“[17] Der französische sozialistische Präsident François Hollande betrauerte den Verlust einer wichtigen Persönlichkeit der Weltbühne und heißt die Annäherung zwischen Havanna und Washington willkommen, während er Sorgen in Sachen Menschenrechte unter dem Regime Castro vermerkte. „Fidel Castro war eine überragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Er war die Mensch gewordene kubanische Revolution, sowohl in ihren Hoffnungen als den folgenden Enttäuschungen“, sagte Hollande.[18]

Frankreich fand es allerdings nötig bei der Beerdigung repräsentiert zu sein. Es hatte Ségolène Royal geschickt, die sozialistische Umweltministerin. In ihrer Zeit in Kuba erklärte sie, dass „es auf Kuba keine politischen Gefangenen gibt“ und bezeichnete Castros Regime als „Demokratie“. Die französische Regierung war danach gezwungen diese kontroversen oder besser gesagt unverfroren falschen Kommentare richtigzustellen.[19][20]

Man muss sie nur mit Trumps Äußerung vergleichen, um festzustellen, wie Präsident Obama die Wahrheit verbarg: „Die Geschichte wird den enormen Einfluss dieser einzelnen Person auf das Volk und die Welt um sich herum aufzeichnen und bewerten.“[21] Um sicherzustellen, dass die Vermeidung der Wahrheit durch den Präsidenten nicht missverstanden werden kann, sagte US-Außenminister John Kerry: „Wir reichen dem kubanischen Volk heute unser Beileid, während sie das Ableben Fidel Castros betrauern. Mehr als ein halbes Jahrhundert spielte er eine übergroße Rolle in ihrem Leben und er beeinflusste den Gang der regionalen, sogar globalen Verhältnisse.“[22]

Die obige Liste der heuchlerischen Erklärungen – mit Ausnahme dessen, was Trump und Cruz sagten – spiegelt den kläglichen Zustand der Welt wider. Zu denen, die sich zu Castro positiv oder neutral äußerten, gehören führende Kritiker Israels. Sie verurteilen den Bau neuer Häuser jenseits der Grünen Linie. Gleichzeitig stehen sie positiv oder neutral zu einem Mann, der für Massentötungen, enorme Menschenrechtsverletzungen und massiven Export von Terrorismus verantwortlich ist.

[1] http://www.washingtonpost.com/opinions/global-opinions/farewell-to-cubas-brutal-big-brother/2016/11/26/d369affe-0eeb-11e6-bfa1-4efa856caf2a_story.html

[2] http://www.state.gov/documents/organization/258249.pdf

[3] https://www.theguardian.com/world/2016/nov/26/fidel-castro-death-obama-trump-response

[4] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[5] ebenda

[6] ebenda

[7] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[8] http://www.timesofisrael.com/abbas-orders-palestinian-flags-be-flown-at-half-staff-in-honor-of-castro/

[9] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[10] http://www.thestar.com/news/canada/2016/11/29/trudeau-out-of-step-with-canadians-in-response-to-castros-death-paul-wells.html

[11] http://www.politico.eu/article/vladmir-putin-fidel-castro-was-symbol-of-an-era-spain-rajoy/

[12] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-26/world-leaders-respond-fidel-castros-death

[13] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

[14] http://uk.businessinsider.com/jeremy-corbyn-wont-be-going-to-fidel-castros-funeral-2016-11

[15] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/jeremy-corbyn-fidel-castro-funeral-emily-thornberry-a7444116.html

[16] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3977364/Fidel-Vive-Black-Lives-Matter-calls-supporters-come-defense-El-Comandante.html

[17] http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=55654#.WFd2IRt97IU

[18] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-26/world-leaders-respond-fidel-castros-death

[19] https://panampost.com/sabrina-martin/2016/12/05/french-government-corrects-minister-cuba-not-democracy/amp/

[20] http://www.ladepeche.fr/article/2016/12/05/2472308-fidel-castro-segolene-royal-declenche-un-tolle-aux-funerailles.html

[21] http://www.washingtonpost.com/opinions/whats-the-obama-doctrine-a-shrug-of-the-shoulders/2016/11/28/7048e6d6-b591-11e6-b8df-600bd9d38a02_story.html

[22] http://uk.businessinsider.com/fidel-castro-death-world-leaders-obama-trump-2016-11

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Ein Gedanke zu “Führende Heuchler preisen Castro und verurteilen Israel

  1. 75 000 Tote hat Castro in seinem eigenen Land zu verantworten, ca. alle 20 Km war ein Gefängnis für politische Gefangene in dem kleinen Land. Er war ein Verbrecher, wie alle kommunistischen Staaten waren und heute noch sind.

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