10 „erniedrigende“ Minuten an einem israelischen Checkpoint

Stephen M. Flatow, JNS.org, 18. Januar 2017

Palästinenser queren den Checkpoint Qalandiya auf ihrem Weg nach Jerusalem (10. Juni 2016; Foto: Flash90)

Hört man Beschwerden über israelische Checkpoints, die angeblich die Bewegung von Arabern in Judäa und Samaria einschränken, entschied sich der Filmemacher Ami Horowitz von Fox News sich das selbst anzusehen. Er engagierte einen palästinensischen Fahrer und fuhr in einem Auto mit palästinensischen Nummernschildern „durch die gesamte Westbank“. Wie oft unterbrachen israelische Truppen ihre Fahrt? „Wir  wurden nie angehalten“, berichtete  Horowitz.

Als nächstes entschloss er sich zu sehen, wie es für Palästinenser ist die Checkpoints zu queren, die Israel von den Palästinensischen Autonomiegebieten trennen.

Einer war der Checkpoint Qalandiya. Er ist die letzten Verteidigungslinie für Jerusalem – der letzte Punkt, an dem israelische Soldaten durch eine Kontrolle sicherstellen können, dass Palästinenser keine Bomben, Schusswaffen oder Messer in Israels Hauptstadt schmuggeln. Man sollte erwarten, dass es lange Schlangen und komplizierte Durchsuchungen geben würde, die das Leben der palästinensischen Reisenden erschweren wird. Aber das war überhaupt nicht der Fall.


Ami Horowitz‘ Film zum Checkpoint Qalandiya

Horowitz frage drei verschiedene Palästinenser am Checkpoint Qalandiya, wie lange es an einem typischen Tag dauert, bis sie hindurch waren. Alle drei sagten: „10 Minuten“. Einer sagt Horowitz sogar, das die Zeit, „in der die Soldaten meinen Ausweis oder meine Arbeitserlaubnis überprüfen, gerade mal eine Minute ist“.

Der Vorwurf, dass Palästinenser von den Checkpoints unfair eingeschränkt werden, wird von den Vereinten Nationen, einem Großteil der internationalen Nachrichtenmedien und J-Street-Typen regelmäßig verbreitet. Es handelt sich um eine Anschuldigung, die sogar vom US-Außenministerium akzeptiert wird. Außenminister John Kerry erklärte in seiner niederträchtigen Rede vom 28. Dezember, dass die Palästinenser in den umstrittenen Gebieten „in ihrer täglichen Bewegungen von einem Netz an Checkpoints eingeschränkt ist; sie sind nicht in der Lage ohne eine Genehmigung der Israelis in die Westbank oder hinaus zu reisen.“

Doch man könnte genau dasselbe über Amerikaner sagen. Wir werden an jedem Flughafen, jedem Gerichtsgebäude und zahllosen Bürogebäuden im gesamten Land von Sicherheits-Checkpoints eingeschränkt. Wir müssen unter anderem unsere Taschen leeren, unsere Mäntel ablegen, unsere Laptops an- und ausschalten, manchmal unsere Schuhe ausziehen, unsere Wasserflaschen wegwerfen und uns Körperscans und Durchsuchungen unterwerfen. Und wir können nicht ohne die als Reisepass genannte Genehmigung der US-Regierung über Amerikas Grenzen hinaus bewegen.

Wie viele dieser furchtbaren Sicherheits-Checkpoints unterhält das israelische Militär tatsächlich? Sehen Sie sich die Internetseite des linksextremen Gruppe B’Tselem an, einer der führenden Kritiker Israels. Sie erklärt, dass das Militär „in der Westbank derzeit 27 dauerhaft besetzte Checkpoints unterhält“.

Siebenundzwanzig – in einer Region von mehr als 5.000 Quadratkilometern. Und 26 der 27 liegen an der Grenze zwischen Israel und den umstrittenen Gebieten. Welches souveräne Land hat keine Checkpoints an seinen Grenzen?

Gemäß B’Tselem betreibt das israelische Militär zudem 16 „zeitweise bemannte Checkponts“. Sie „sind allgemein für Palästinenser geöffnet, die ohne Kontrolle passieren“. Israelische Sicherheitskräfte sind nur „manchmal“ anwesend. Ich würde sagen, dass sich diese kaum als „Checkpoints“ qualifizieren.

Jedes Jahr gibt es hunderte Versuche von Palästinensern Waffen nach Israel zu schmuggeln. Das letzte Jahr, zu dem ich diese Statistik finden konnte, war 2012, als es 475 solcher Schmuggelversuche gab.

Also: Eine zehnminütige Verzögerung für Palästinenser gegenüber 475 Terroranschlägen gegen Israel. Ist das eine gerechtfertigte Aufrechnung? Entscheiden Sie.

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