Hat das Zweite Vatikanische Konzil den Islam verstanden?

Dexter Van Zile, The Algemeiner, 24. Januar 2017


Vatikanstadt (Foto: Wikimedia Commons)

Vor kurzem beschloss Papst Franz Mahmud Abbas zu gestatten beim Heiligen Stuhl eine Botschaft einzurichten; das wirft Fragen dazu auf, wie ernst es dem Vatikan mit seinen Bemühungen ist an den Lehren von Nostra Aetate, einer von Papst Paul VI. 1965 ausgegebenen päpstlichen Enzyklika, festzuhalten.

Dieses vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorbereitete Dokument erklärt, dass die katholische Kirche das jüdische Volk nicht weiter verachtet und den „Hass, die Verfolgungen, Zurschaustellung von Antisemitismus, die von jedermann zu jederzeit direkt gegen Juden gerichtet waren, verwirft“. Leider ist diese Litanei an Versündigungen am jüdischen Volk eine ziemlich gute Beschreibung dessen, was Palästinenserführer im Verlauf der letzten Jahrzehnte getan haben.

Der Großmufti von Jerusalem verfolgte Juden, indem er in den 1920-er und 1930-er Jahren zu Krawallen gegen sie aufstachelte, Soldaten für Hitlers völkermörderische Armee im Zweiten Weltkrieg rekrutierte und während sowie nach dem Holocaust per Radio Judenhass in den Nahen Osten sendete.

Yassir Arafat förderte als Führer der PLO bösartigen Antisemitismus und forderte die Vernichtung Israels, selbst als er während des Oslo-„Friedens“-Prozesses mit Israel verhandelte. „Wir werden uns weder beugen noch scheitern, bis das Blut auch des letzten Juden vom kleinsten Kind bis zum ältesten Alten vergossen ist, um unser Land zu erlösen“, sagte er 1996.

Mahmud Abbas, der aktuelle Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, verniedlichte in seiner Dissertation den Holocaust; er hat Palästinenser immer wieder zu Gewalt aufgestachelt und lästerte über die Juden und ihre „dreckigen Füße“, die den Tempelberg, der eine jüdische heilige Stätte ist, nichts weniger als verseuchen.

Und dann gibt es da die Hamas, deren Führer regelmäßig hasserfüllte Dinge über Juden sagen und zu Israels Vernichtung aufrufen.

Trotz all dieser Geschichte – die eindeutig dem Verbot antisemitischer Feindseligkeit in Nostra Aetate widerspricht – belohnt Papst Franz die Palästinenserführer mit den Insignien der Eigenstaatlichkeit.

Um zu begreifen, wie so etwas passieren konnte, muss man einen genauen Blick auf den gesamten Text von Nostra Aetate werfen, nicht nur den Teil zu Juden und Antisemitismus. Es gibt einen Abschnitt, in dem steht, die Kirche betrachte Muslime mit „Wertschätzung“, weil sie den einen Gott verehren und unter anderem „Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten verehren“.

Nostra Aetate erwähnt allerdings nicht den Judenhass, der leider reichlich in den Quellen eingebettet ist, die Muslime wertschätzen. Ein genauer Blick in den Koran, die Hadithe (Sprüche Mohammeds) und Mohammeds Biographie offenbart Texte, die Judenhass fördern, der von Nostra Aetate verurteilt wird.

Der Koran erklärt, dass Allah Juden wegen ihrer Sünden bestraft und die Hadithe sagen, dass die nicht vertrauenswürdigen und aufsässigen Juden ihre heiligen Schriften umgeschrieben hätten. Mohammeds Biografie macht eine jüdische Frau für seinen Tod verantwortlich, sie erhebt eine Beschuldigung, die der des Gottesmord-Vorwurfs im christlichen Glauben gleicht.

Es gibt in Nostra Aetate einen eindeutigen, inhärenten Widerspruch. Einerseits verurteilt das Dokument Judenhass „zu jeder Zeit und durch jeden“; andererseits proklamiert sie Wertschätzung für die Anhänger einer Religion, deren Quellen eindeutig Judenhass fördern.

Dieser Widerspruch lebte sich in Papst Franz‘ Annäherungsversuchen an die Palästinenserführer aus, die das jüdische Volk ständig verunglimpfen. Offenbar können katholische Leiter nach der aktuellen Lesart von Nostra Aetate Antisemitismus verurteilen, während sie Muslime beschwichtigen, die Judenhass fördern.

Es gibt ein weiteres Problem. Während Nostra Aestate erklärt, dass die Kirche von Muslimen eine hohe Meinung hab, wird dieser Wertschätzung in vielen Fällen mit echter Verachtung und Feindseligkeit begegnet. Antichristliche Feindseligkeit ist, wie Judenhass, in islamische Quellen eingebettet, diese fordern, dass Muslime über Christen (und Juden) herrschen, wo immer sie über die Macht dazu verfügen.

Indem erklärte wird, dass die katholische Kirche eine hohe Meinung von Muslimen hat – ohne sich dem Überlegenheitsanspruch entgegenzustellen, der den Quellen inhärent ist, die die Muslime lieb und wert halten – ermutigt Nostra Aetate eine ketzerische Haltung der Unterwürfigkeit gegenüber der Unterdrückung, die Christen in mehrheitlich muslimischem Umfeld aushalten müssen. Die Wertschätzung von jemandem zu erklären, der darauf aus ist dich zu vernichten, ist theologischer Selbstmord.

Zusammengefasst könnte Nostra Aetate, bei all ihren offensichtlichen und unbestreitbaren Vorteilen im Bereich der christlich-jüdischen Beziehungen, die katholische Kirche in einen unmöglichen Nachteil versetzen, wenn es um die Frage des muslimischen Überlegenheitsanspruchs geht, ebenso bei ihrer Rolle der Förderung des Judenhasses und der Unterdrückung von Christen im Nahen Osten, Afrika und Asien.

Als Nostra Aetate Mitte der 1960-er Jahre verkündet wurde, war sie ein Ausdruck des Glaubens dazu, wie Christen auf die antisemitische Geschichte der Kirche reagieren sollten. Aber in den Jahren seit 1965 ist eine Menge geschehen. Es ist an der Zeit, dass religiöse Leiter jeder Couleur diese Geschehnisse und ihren Einfluss auf die Theologie in den Griff bekommen.

Advertisements

2 Gedanken zu “Hat das Zweite Vatikanische Konzil den Islam verstanden?

  1. Christus hat eindeutig der Politik in Sachen glauben eine Absage erteilt. „Gib dem Kaiser was des Kaisers ist“ hat mit der Aussage eines ja zur Feindesliebe nichts zu tun. Wenn mich jemand umbringen will, dann sage ich im hierzu nicht ja, tu es .Terroristen machen nicht vor ihren eigenen Gläubigen halt und beschäftigen sogar Kinder als Selbstmörder. Das ist nicht im Sinne unseres Schöpfers. Wer gegenteiliger Meinung ist, möge es glauben. Ich jedenfalls nicht.

  2. Schön daß die Kirche die Juden nicht länger verachtet. Aber sie wertschätzt das Judentum auch nicht. Zumindest steht in dieser Enzyklika kein Wort davon. „…Haß, die Verfolgungen, Zurschaustellung von Antisemitismus, die von jedermann zu jederzeit direkt gegen Juden gerichtet waren, verwirft“. Auch schön.
    Was fehlt, ist das Eingeständnis daß die Kirche es war, (später u.a. auch Luther) die mit ihrer Judenfeindschaft jahrhundertelang die Seelen der Menschen vergiftete. Ohne diese Vergiftung wäre die Shoah nicht möglich gewesen. Nur wenn das Eingeständnis für alle les- oder hörbar erfolgt, kann diese Doppelzüngigkeit aufhören.
    Die Wertschätzung für jemanden der „mich“ vernichten will ist nicht nur theologischer Selbstmord, es kann u.U. auch
    ein leiblicher sein.
    lg
    caruso

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s