Raketen schließen die Grenze

David Frankfurter, 6. März 2006

Die Schließung von Grenzübergängen zwischen Gaza und Israel verursacht nicht zu leugnendes menschliches und wirtschaftliches Leid.

Diese Übergänge haben sich als für Israel sehr schwer zu kontrollieren erwiesen und wurden regelmäßig als Schmuggelstellen für die Infiltration durch Terroristen und ihre tödlichen Waffen nach Israel benutzt. Das Problem wurde letztes Jahr durch die Festnahme von Wafa al-Bass am Erez-Checkpoint lebhaft hervorgehoben. Sie wurde von den Al Aksa-Märtyrerbrigaden der Fatah geschickt und hatte 20 Pfund Sprengstoff in ihre Unterwäsche eingenäht, um sich im Soroka-Krankenhaus in Beer Sheva im Süden Israels selbst in die Luft zu jagen. Sie wollte sich mit Mitpatienten und den palästinensischen und israelischen Ärzten töten, die ihr viele Monate lang halfen sich von schweren Brandwunden aus einem Unfall zu erholen.

Seit Neuestem konzentriert man sich auf die Schließung der Grenze bei Karni, das in der Nähe der Felder liegt, von denen das Raketen-Sperrfeuer auf Israel von örtlichen „militanten“ Palästinensern ausgeht. Israel sagt außerdem, dass konkrete Informationen zu Anschlägen auf diesen Übergang vorliegen und hat den Hinweis gegeben, dass der Alternativ-Übergang Kerem Shalom am Dreiländereck mit Ägypten eine Alternativ-Route ist.

Israel sagt, dass die PA diese Alternative aus „nicht substanziellen Gründen“ abgelehnt hat, vermutlich, um das Leiden in Gaza als Mittel im Propaganda- und physischen Krieg gegen Israel zu nutzen. Israel hat deutlich gemacht, dass, sobald die Bedrohung der Sicherheit und der Beschuss vorbei sind, Karni wieder geöffnet werden kann. Über das Wochenende wurde ein weiterer Schwarm Geschosse nach Israel geschickt, von denen einer das Elektrizitätswerk in Aschkelon traf, das auch Strom nach Gaza liefert.

Letzten Donnerstag berichtete Al-Jazira.net über die Schließung der Grenze.

Das unkontrollierte Sperrfeuer mit Raketen, das aus dem Gazastreifen nach Israel kommt, wird durch den Sender als nur „selten Opfer verursachend“ verniedlicht. Er verunglimpft auch Israels Versprechen den Grenzübergang wieder zu öffnen, sobald die Ruhe wieder hergestellt ist. Während die Kriegshandlungen weiter gehen, wird von Israel gesagt, es würde „Versprechen brechen“ und „kollektiver Bestrafung“ frönen.

Wird die Propaganda erst einmal weggelassen, dann wird selbst aus dem Al-Jazira-Bericht klar, dass Israel legitime und legale Schritte unternimmt, um seine Bürger und seine Grenzen zu schützen. Diese Schritte verursachen umgekehrt der palästinensischen Zivilbevölkerung unvermeidbar schwere Belastungen. Wenn die Qassam-Raketen und der Terror gestoppt werden, kann man die Grenzen wieder öffnen. Palästinensische landwirtschaftliche Produkte können rasch und ohne Probleme wieder durch und kommen zügig auf die internationalen Märkte, was den Wohlstand der Palästinenser verbessert.

Wie die Weltbank immer wieder betont hat, liegt die Verantwortung bei der palästinensischen Führung, die ihren Verpflichtungen aus der Roadmap nachkommen muss, die Anschläge auf israelische Zivilisten zu verhindern. Israel hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es sofort reagiert, indem es Einschränkungen des Verkehrs von Waren und Menschen erleichtert und den palästinensischen Landwirten Zugang zum Markt erlaubt.

Abgesehen von der Logik wie man sich gegenüber einem Volk und Regime verhält, das von sich selbst erklärt mit dir im Krieg zu sein, muss gefragt werden, ob die Palästinenser wirklich erwarten, dass Israel seine Grenzen für das ungezügelte Risiko der Rückkehr zu Selbstmord-Bombern öffnet, wie es in den letzten Jahren war – was jedes Mal passierte, wenn es solchen guten Willen zeigte.

Was hier zu fehlen scheint sind verantwortlicher Journalismus, der die Not des Durchschnitts-Palästinensers heraushebt – und die Verantwortung direkt dorthin gibt, wo sie richtigerweise hin gehört: an die palästinensische Führung der letzten 10 Jahre, die die Gleichgültigkeit der westlichen Politiker ausgenutzt hat, um auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung riesige Summen ihrer Steuergelder dafür zu nutzen einen Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten zu führen.

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