„Kollektive Bestrafung im Gazastreifen und Sderot – eine Einordnung

Amir Isseroff, ZioNation, 2. Juli 2006

Während im Gazastreifen die Spannung wegen der Entführung (Gefangennahme?) eines israelischen Soldaten steigt, steigt auch der Druck auf Israel: „Der ganze Aufstand wegen eines einzelnen Soldaten!“ „Die Menschen im Gazastreifen leiden unter kollektiver Bestrafung!“ Der UNO-Sicherheitsrat, gleichgültig gegenüber dem Schicksal der unter Raketenangriffen leidenden Israelis, entführten und ermordeten israelischen Kindern oder von Terroristen entführten israelischen Soldaten, macht verdächtige Geräusche. Wieder einmal wird Israel als große und böse „Besatzungs“-Macht dargestellt, obwohl keine israelische Soldaten den Gazastreifen besetzen.

Es ist unglaublich, wie kurz das menschliche Gedächtnis ist. Die Stadt Sderot und ihre Nachbarn sind einem sich verstärkenden Blitzkrieg von immer tödlicheren Qassam-Raketen ausgesetzt. Erinnern Sie sich jetzt? Tagtägliche Luftangriffe, Raketen auf Kindergärten, Raketen auf Schulen, Raketen, die in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers einschlagen. Die Raketen haben bereits 9 Menschen getötet und sie werden weiter größer und gefährlicher. Ein „verbessertes“ Modell schlug am 29. Juni in der Stadt Aschkelon ein. Hier ist das, worum es bei der israelischen Aktion im Gazastreifen wirklich geht:

Qassam-Raketen, die im westlichen Negev einschlugen, nach Monaten gelistet:

September 2005
November 2005
Dezember 2005
Januar 2006
Februar 2006
März 2006
April 2006
Mai 2006
Juni 2006
12
8
4
16
0
49
64
46
89

Die letzten vier Monate sind für die Menschen in Sderot die Hölle gewesen. Wenn in Ihrer Stadt innerhalb eines Monats 89 Raketen einschlügen, was würden sie von Ihrer Regierung erwarten? Es stimmt, Israel hat eine Tradition „nie jemanden zurückzulassen“. Sogar um Körperteile unserer Soldaten zurückzubekommen, hat Israel Dutzende Gefangene eingetauscht, darunter gefährliche. Keiner dieser Austausche wurde je während einer Terroroperation durchgeführt. Israel würde nie das Leben so vieler seiner Soldaten in Gefahr bringen oder des Gefangenen, wenn es nur um die Rückgabe von Gilad Shalit ginge. Jeder weiß das, einschließlich derer, die behaupten, dass Israel „kollektive Bestrafung“ der Palästinenser des Gazastreifens betreibe. Gerüchte über eine bevorstehende israelische Invasion gingen schon eine ganze Weile um, bevor Gilad Shalit entführt oder „gefangen genommen“ wurde. Es ist übrigens interessant, dass man den amerikanischen Soldaten, der im Irak von Aufständischen gefangen wurde, als „entführt“ bezeichnet wird, während die nicht israelischen Medien als „gefangen genommen“ bezeichnen, als hätten die Hamas-Gangster eine legitime Armee.

Was das Elend der Menschen im Gazastreifen angeht, so beschwerte sich die BBC, dass diese ein bitteres Schicksal erwartet. Die Zeitung Al-Quds al-Arab allerdings schrieb am 26. Juni die Wahrheit, wenn auch nicht für westliche Augen und Ohren:

Quellen im Gazastreifen bestätigten gestern, dass es … in der Bevölkerung Freude gab wegen der Qualität der von den Al-Qassam-Brigaden, den Volkswiderstands-Komitees und der Armee des Islam durchgeführten Operation, das zwei israelische Soldaten und zwei Männer des Widerstands das Leben kostete und die Entführung eines israelischen Soldaten zur Folge hatte.

Augenzeugen sagten gestern, dass die Freude auf den Gesichtern Hunderter von Menschen in Rafah offensichtlich war, nachdem sie von der vom palästinensischen Widerstand durchgeführten Operation hörten. Sei deuteten an, dass Hunderte Menschen einander gratulierten und einige Süßigkeiten an die Bewohner verteilten, um ihrer Freude Ausdruck zu geben.

„If you’re happy and you know it, clap your hands“ – sie lieben es, wenn ein Plan funktioniert. Al-Quds al-Arabi führte ebenfalls an, dass die Mutter eines der bei der Aktion getöteten Terroristen sagte:

Heute feiere ich die Hochzeit meines Sohnes mit dem Wertvollsten im Leben, Allah. Die Menschen sollten zu mir kommen und mir zum Märtyrertum meines Sohnes Mohammed gratulieren. Ich opferte, was meinem Herzen und Gott das Liebste war, ich bin absolut zufrieden und ehrlich in dem, was ich sage. Er sagte mir, ich möge ihm vergeben.
[Auf der Seite des Originals ist hierzu ein Link in Arabisch angegeben.]

In Israel freut man sich nicht. Wir sind nicht glücklich über die „Gefangennahme“ von Gilad Shalit oder die Tötung von fünf Menschen in Sderot oder die Ermordung von Eliyahu Asheri. Wir werden nicht glücklich sein, so lange die Morde und die Gewalt weiter gehen. Wir sind nicht glücklich über die bevor stehende Wiederbesetzung des Gazastreifens, wenn das das ist, was geschehen wird; und wir sind nicht glücklich, wenn die Palästinenser im Dunkeln feiern müssen, weil ihre Transformatoren von der israelischen Armee zerstört wurden. Wir wollen ihre Feiern nicht verderben. Aber wenn das getan werden muss, wird es getan werden.

Mussa Mohammed Abu Marzuk ist in der zweithöchsten Position der politischen Führung der Hamas im syrischen Exil. Er soll ein „milder“ Politiker sein, kein blutrünstiger General. Er sagte dem „Spiegel“:

„Egal, was passiert, die Gewalt wird nie aufhören.“

Der Chef der israelischen Luftwaffe, Generalmajor Eliezer Shkedy, ist ein Mann des Militärs. Er soll einer der schlimmsten zionistischen Kriegstreiber sein, die den Palästinensern im Gazastreifen Kollektivstrafen auferlegen, so kann man von der BBC hören. Zum einigem Entsetzen israelischer Falken sagte er der Jerusalem Post:

Wenn wir wissen, dass [der Terrrist] seinen Sohn an der Hand hält, werden wir nicht schießen. Selbst, wenn der Terrorist gerade dabei ist eine Qassam abzuschießen und die Qassam uns töten soll. Wir werden nicht schießen. Das sollten Sie wissen. Und das ist etwas Beängstigendes.

Ich bin sehr stolz auf das, was wir tun. Ich finde, das ist bisher nicht da gewesen. Ich bin stolz auf unsere Moral. Ich bin stolz auf unsere operationalen Fähigkeiten.

Letztlich besteht unsere Stärke nicht nur aus militärischer Macht. Die ist Teil unserer Stärke. Die Stärke des jüdischen Volkes im Staat Israel und dem Land Israel ist in erster Linie unsere große moralische Stärke. Alles andere kommt daher.

Ein informativer Unterschied zwischen dem Hamas-„Politiker“ und dem israelischen General. Fall irgendjemand glaubt die Hamas werde gewinnen, hier die Pointe des Interviews mit Shkedy:

Unsere Abschreckungsfähigkeit, unsere Existenz? Ich denke, dass wir bis ans Ende der Zeiten hier sein werden.

Herr Marzuk, merken Sie sich das.

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Ein Gedanke zu “„Kollektive Bestrafung im Gazastreifen und Sderot – eine Einordnung

  1. Hat dies auf nachtgespraechblog rebloggt und kommentierte:
    Das böse Israel und der gute Gaza-Streifenbewohner. Geschichtsverdrehung zum Nutzen sogenannter „freiheitlicher Kräfte“, die den Terror erst in den Gaza-Streifen holten. Eine internationale Lüge auf die viele hereinfallen, weil sie nicht sehen wollen, was wirklich passiert. Augen zu, es ist ein Palästinenser.

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