„Kindermörder Israel“ – wie geht Israel mit seinen Feinden um? (2/2)

Es ist en vogue Israel willkürlichen Massenmord vorzuwerfen, weil es militärisch gegen die vorgeht, die es vernichten wollen – und das nicht nur verbal in die Welt setzen, sondern durch Taten untermauern. So ist auch gerade jetzt im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Hisbollah im Libanon wieder viel davon zu hören, dass Israel unverhältnismäßig reagiere, zu viele Zivilisten töte und keine Rücksicht auf die libanesische Bevölkerung nehme.

Jedem, der auch nur ein ganz klein wenig vergleicht, wie sich andere Armeen verhalten, vor allem aber, wie sich die verhalten, die Israel zu bekämpfen gezwungen ist, weiß, was für ein Unsinn diese Vorwürfe an Israel sind. Allen anderen – die leider die überwiegende Mehrheit in unserem Lande zu stellen scheinen – möchte ich hier zwei Beispiele dafür aufzeigen, wie sich Israel positiv von dem deutlich unterscheidet, was ihm vorgeworfen wird.

Wie Israel kämpft

Was die Medien nicht berichten

Jonathan Kay, Jewish World Review, 10. August 2006

Am späten Samstagabend landete eine israelische Kommandoeinheit per Hubschrauber auf dem Strand in der Nähe der libanesischen Stadt Tyrus. Keiner der Soldaten trug militärische Abzeichen. Alle hatten sich Bärte stehen lassen, damit Beobachter glauben würden, sie seien nur eine weitere Gruppe von Hisbollah-Jihadis.

Nach der Landung bahnten sich die Soldaten ihren Weg in eine Gebäude, in dem sich eine dreiköpfige Raketenwerfer-Mannschaft der Hisbollah befand. Aus Geheimdienstberichten wussten die Angehörigen des Kommandos, dass sich das Trio in einer Wohnung im zweiten Stock verschanzt hatte.

Der israelische Kommandeur war der erste, der durch die Tür ging und prompt eine Kugel in die Lunge bekam. Die Israelis schossen zurück. Als sich der Rauch legte, waren alle drei Hisbollah-Mitglieder tot. Der israelische Kommandeur atmete noch – so gerade eben. Ein weiterer Soldat war schwer verwundet.

Als der Kommandotrupp das Haus verließ – die beiden Verwundeten auf Tragen – wurde er von Hisbollah-Kämpfern angegriffen, die aus den umliegenden Gebäuden fluteten. In der nähe schwebende israelische Kampfhubschrauber gaben Feuerschutz, was dem Kommandotrupp erlaubte sich in die Landezone zurückzuziehen. Nachdem ein Militärarzt eine Notoperation durchführte, die das Leben des Kommandeurs rettete, flog das ganze Team zurück nach Israel.

Diese Details der Operation klingen, als kämen sie aus einem Hollywood-Film. Aber der wirklich erstaunlichste Teil ist, dass die Mission überhaupt statt fand. Statt das Leben seiner weitaus besten Soldaten zu riskieren, hätte Israel einfach eine Bombe auf das Gebäude fallen lassen können, die ihre Ziele ausgeschaltet hätte, während diese schliefen.

Warum hat Israel das nicht gemacht? Weil das Gebäude nicht nur als Kaserne für die Hisbollah diente, sondern auch Zivilisten beherbergte. Und Israel wollte deren Blut nicht vergießen. Die Hisbollah mag Krieg führen, indem sie sich hinter Frauenröcken und Babyrasseln versteckt. Aber Israel hält sich stur an menschlichere Überzeugungen.

Das ist keine neue Politik, die Israel als Antwort auf die Bombardierung von Qana am 30. Juli übernahm. Israelische Soldaten wendeten dieselben humanen Methoden bei einem der ersten größeren Gefechte dieses Krieges an.

Am 26. Juni griffen israelische Infanteristen die Außenbezirke von Bint Jabail an, einem wichtigen Hisbollah-Stützpunkt nahe der Grenze. Israel hätte die Stadt einfach zum Vorteil seiner Soldaten platt machen können – sie liegt im Feuerbereich der Artillerie der Armee, ganz zu schweigen von der israelischen Luftwaffe. Aber nach Angaben eines hochrangigen israelischen Offiziers wurde ein Flächenbombardement ausgeschlossen, weil mehrere Hundert zivile Einwohner von Bint Jbail die israelische Aufforderung zur Flucht ignoriert hatten. Wie in Tyrus benutzte die Hisbollah sie als menschliche Schutzschilde.

Das Ergebnis? Das Bataillon 51 der israelischen Golani-Brigade wurden von Dutzenden Hisbollah-Kämpfern überfallen, die Panzerabwehr-Raketen schwangen. In dem folgenden höllischen Nahkampf starben acht israelische Soldaten. Wie die 23 israelischen Soldaten, die 2002 ihr Leben in den engen Straßen des Flüchtlingslagers in Jenin verloren, starben die Männer von Bataillon 51, damit arabische Zivilisten leben konnten. Keiner der Feinde Israels wäre unter denselben Umständen dieselben Risiken eingegangen.

Israel folgt auch nicht einfach den Buchstaben des internationalen Rechts. Eine Hisbollah-Rakete kann Dutzende oder sogar Hunderte Israelis mit einer einzigen Salve töten. Es wäre vertretbar proportionale und völlig legale israelische Antwort auf die durch die darin befindlichen Männer gewesen, das Wohnhaus in Tyrus zu vernichten.

Darüber hinaus hatte Israel die Einwohner von Tyrus oft gewarnt die Stadt zu verlassen. Die meisten derer, die in der Stadt blieben, sind Unterstützer der Hisbollah. Letzte Woche sagte Haidar Fayadh, ein Cafe-Besitzer in Tyrus, der New York Times: „Jeder hat eine Waffe im Haus. Es gibt Ärzte, Lehrer und Bauern. Die Hisbollah ist das Volk. Das Volk ist die Hisbollah.“ Zum Glück für Fayadh nimmt Israel ihn nicht beim Wort, sonst wäre er tot und ganz Tyrus eine qualmende Ruine.

An diesem Punkt des Krieges werden einige Leser genug über Medien-Voreingenommenheit gehört haben. Dennoch kann ich nicht anders als über den Eindruck aus einer andren Welt zu wundern, den die Menschen bekommen. Die israelische Luftwaffe hat in diesem Krieg 9.000 Einsätze geflogen. Die Hand voll Vorfälle, bei denen Israel versehentlich zivile Ziele beschossen hat, werden als Kriegsverbrechen gehandelt. Inzwischen hat die Hisbollah mehr als 2.000 Raketen nach Israel abgeschossen, von denen jede gezielt israelische Zivilisten treffen sollte. (Die in Syrien gefertigten 302mm-Raketen der Gruppe sind voll gepackt mit Zehntausenden Stahlkugeln, die diejenigen, die nicht getötet werden, entstellen sollen.) Aber darüber wird nur dann berichtet, wenn die Raketen tatsächlich etwas treffen – in diesem Fall wird die Tatsache nicht als Anklage der Barbarei der Hisbollah angeführt, sondern als Zeugnis für ihre Stärke und die angeblichen Nutzlosigkeit der israelischen Strategie.

Dieses verheerende zweierlei Maß geht über die Medien-Einseitigkeit hinaus. Es spiegelt ein tiefer gehendes Gefühl wider, dass unsere gesamte Gesellschaft durchdringt. Nachdem wir zwei Generationen lang zusahen, wie arabische Terroristen unschuldige Juden töten, haben wir uns an ihr Tun gewöhnt. Es wird einfach als selbstverständlich angesehen, dass antiisraelische „Widerstands“-Bewegungen auf das niedrigstmögliche Niveau absinken, sobald das Schießen los geht: Zivilisten umbringen. Raketenwerfer in Wohnhäusern verstecken. Aus Moscheen heraus schießen. All das überrascht nicht – wird sogar erwartet – also macht daraus niemand eine Nachricht. Lass andererseits Israel versehentlich Zivilisten töten, wenn es sich wehrt und die Druckerpressen müssen angehalten werden.

Es ist nicht klar, welche Seite im derzeitigen Krieg als Sieger angesehen werden wird. Aber noch bevor das Schießen begann, konnten militante Araber ein perverse Art von Triumph feiern: die Befreiung von den menschlichen Standards, die die Welt normalerweise an die Armeen anlegt, die im Krieg kämpfen. Israel – und mit ihm alle zivilisierten Nationen – kann stolz darauf sein, dass es diesen Triumph hinter sich gelassen hat.

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2 Gedanken zu “„Kindermörder Israel“ – wie geht Israel mit seinen Feinden um? (2/2)

  1. Die einseitige Berichterstattung Deutschlands und der Welt gegenüber Israel, war auch schon mal anders. Leider ist der politische Umschwung in Europa daran Schuld das die Berichterstattung nun leider viele Fehler aufweist, wenn nicht sogar Absicht dahinter steckt. Es tut mir leid, aber der deutschen Presse heute zutrauen fällt mir persönlich immer schwerer. Wie zu DDR Zeiten ist heute das nicht geschriebene, zwischen den Zeilen lesen, wieder Mode geworden.

  2. Ausgerechnet Israel wird Kindermörder genannt? So einfach macht sich das die Welt. Mich wundert nur dass die Medien das nicht sehen können. Die vorgefertigte Version der arabischen Welt wird als Instantnachricht an Journalisten verkauft. Prüfen ist überflüssig gemacht worden. Nur unbesehene Nachrichten denen das Vertrauen automatisch zufällt, weil man ein stillschweigendes Abkommen auf der Basis gemeinsamer Vorurteile geschmiedet hat. Solche Meinungsmache macht es möglich, dass die Berge der Lügen ungeniert gedeihen können. Nachrichten die auf Meinungsebene verewigt werden dienen, der vorsätzlichen Geschichtsfälschung.Ein Sündenbock wird gezielt geschaffen. Fakten könnten dieser Fehlentwicklung entgegenwirken. Aber solange Nachrichten das Ergebnis vorgefertigter Meinungen bestimmter Meinungsmacher sind ist die Lüge zum Standard gemacht worden. Wer sich nicht mit solchen News einbalsamieren lässt, gilt nun als der spirituelle Terrorist. Wir sind kurz davor als Staatsfeinde stigmatisiert zu werden. Israel muss sich unabhängig machen von übler Nachrede. Wer die eigenen Verbrechen auf Israel projeziert muss es sich gefallen lassen, dass er als Schalksknecht endet. Die Frage müsste lauten: Wie geht die Welt mit ihren jüdischen Brüdern um. Sie lässt ihnen absichtlich permanent den Schwarzen Peter zukommen und hat nun einen Sündenbock. . Hurra, endlich hat man sich ein gutes Gewissen gekauft……..Endlich ist das Gewissen käuflich erwerblich geworden. Schmieröl ist das Gleitmittel das die Maschinerie der Lügen am Leben erhält.
    Brigitte Gabriel hat uns ein menschlicheres Bild von Israel gezeichnet.
    Ihre Stimme hat das Zeug mit den Lügen ihrer Kollegen aufzuräumen. Sind wir bereit, uns unsere Vorurteile nehmen zu lassen? ES GEHÖRT INZWISCHEN SCHON WIEDER MUT DAZU.

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