Wie die Hamas es sieht (2002)

Hamas befürwortet den Plan, ganz Palästina zu befreien

IDF-Sprecher, 29. Dezember 2002

Khlaed Mashal, hochrangiger Führer der Bewegung und Kopf ihres politischen Flügels, betonte die Verpflichtung der Hamas zu ihrem fortgeführten Kampf gegen Israel, bis „das gesamte Territorium Palästinas“ befreit ist, in einem Interview mit Al-Hayat aus London vom 28. Dezember 2002.

Im Folgenden einige seiner Bemerkungen:

Hamas bleibt der Fortführung des bewaffneten Kampfes verpflichtet: „Es ist wichtig den Konflikt fortzuführen, um in den Israelis ein Gefühl zu schaffen, dass sie den Kampf nicht mit militärischen Mitteln beenden können. Der Konflikt wird die Israelis anspornen sich zurückzuziehen oder mit der palästinensischen Seite zu verhandeln.“

Hamas unternimmt Schritte, ganz Palästina zu befreien: „Hamas ist entschlossen die vollen palästinensischen Recht zu verwirklichen, aber Hamas ist nicht gegen Vereinbarungen, die Israel auf die Grenzen von 1967 zurückkehren lässt, die als Schritt auf dem Weg [zur Befreiung des gesamten Territoriums Palästinas] betrachtet.“

Die Wiederannäherung zwischen Hamas und Fatah, um das Management des Kampfes gegen Israel zu verbessern: „Die Annäherung von Hamas und Fatah ist ein Schritt in die Richtung auf allgemeine Kooperation zwischen allen palästinensischen Kräften. Wir [Hamas] sind optimistisch, dass diese Zusammenarbeit erfolgreich sein wird. Es gibt keine Probleme in der Zusammenarbeit [zwischen Hamas und Fatah] bezüglich der Frage, ob es einen Kampf gibt oder nicht; die Frage ist, wie der Kampf [gegen Israel] geführt und wie er beendet werden soll.“

Ägypten erkennt die gestärkte Position von Hamas an: Als Antwort auf eine Frage, warum Ägypten sich in Richtung auf Gespräche mit der Hamas zu bewegt hat, sagte Maschal: „Die Ägypter kennen die Komplexität der palästinensischen Politik gut. Sie wissen, wie das Gleichgewicht der Kräfte sich verändert hat und das ist der Grund, dass sie Gespräche mit Hamas und Islamischem Jihad führen.“

—–
berichtet von IMRA – Independent Media Review an Analysis
Internetseite: www.imra.org.il


‚Die meisten Israelis sind Kombattanten‘

Das vollständige Interview steht bei (MSNBC)

In der „Newsweek“ vom 24. Juli 2002 wurde ein Interview mit Abdel-Aziz Al-Rantissi veröffentlicht, in dem er die Vorgehensweise der Hamas und ihre Definition legitimer Ziele darstellte.

Es sollte vorweg geschickt werden, dass am 23. Juli sehr früh morgens die israelische Luftwaffe den Hamasführer Salah Shehadeh mit einer schweren Bombe tötete. Bei diesem Anschlag kamen weitere 14 Menschen um, darunter seine Frau und Kinder sowie mehrere Kinder und wenige Erwachsene in der direkten Umgebung. Die nicht aus seiner Familie stammenden Opfer kamen hauptsächlich aus den umliegenden Häusern (s. dazu auch den Artikel zu Salah Shehadeh). Yassir Arafat, praktisch sämtliche arabischen Medien und vor allem Hamas nahmen das zum Anlass einmal mehr zu behaupten, die Israelis würden gezielt Frauen und Kinder beschießen. (Eine Behauptung, die allein schon durch die „Opferstatistiken“ widerlegt ist; das Umgekehrte ist der Fall!)

Ein von Hamas einen Tag nach dem israelischen Angriff verteiltes Flugblatt sagt, ihre Kämpfer würden nicht ruhen, bis „die Juden ihre Körperteile in jedem Restaurant, jedem Park, jedem Bus und jeder Straße“ liegen sehen. [heplev: Man beachte: „die Juden“ – nicht „die Israelis“, nicht „die Zionisten“, nein: „die Juden“!]

Vor diesem Hintergrund erfolgen Aussagen Al-Rantissis in dem Interview, die hier wiedergegeben werden:


Übersetzter Originaltext Kommentar des Übersetzers
Frage: Welche Art von Abmachung hoffte Hamas mit den Israelis zu erreichen?
Antwort: Wir schlugen eine Initiative vor, dass die israelischen Zionisten ihre Angriffe auf Zivilisten beenden; wir waren bereit unsere Märtyrerangriffe (Selbstmordanschläge) zu stoppen. Zu unseren Bedingungen gehörte, dass Israel alle palästinensischen Gefangenen frei lässt und seine Truppen aus der Westbank und dem Gazastreifen abzieht.
Halbwahrheit – Scheik Yassins Bedingungen waren weitaus umfangreicher, darunter der vollständige Rückzug aus „allen besetzten Gebieten“ (also auch Golan) usw.. Dem palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat, über den alle Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern laufen müssen, wusste im übrigen nichts von einer solchen Initiative.
Außerdem wird von al-Rantissi voraus gesetzt, dass Israel auf die Zivilbevölkerung zielt. Das ist schlichtweg gelogen, denn Israel zielt auf Terroristen, zivile Tote werden nach Möglichkeit vermieden!
Und was soll das Angebot, die Selbstmord-Anschläge einzustellen? Für die Erfüllung sämtlicher Hamas-Forderungen wird dann also „nur noch“ „konventioneller“ Terror ausgeübt, aber den muss Israels sich gefallen lassen, ohne sich dagegen zu wehren?
Wie sieht es mit der Initiative jetzt aus?
Wir haben gesehen, was Sharons Antwort war.Aber Sie waren bereit alle Angriffe abzublasen, damit beide Seiten miteinander reden können?
Wir glauben nicht, dass, wenn wir die Angriffe beenden, eine Vereinbarung darauf folgen wird. Aber wir sind bereit, das zu tun, um den arabischen Ländern zu zeigen, dass nicht wir das Problem sind.
Total ausweichende Antworten. So viel dazu, was von dem oben gemachten Statement zur Einstellung des Terrors zu halten ist.
Im Übrigen braucht die Hamas den arabischen Staaten nichts zu zeigen, die sind ohnehin auf ihrer Seite. Den Israelis oder dem Westen müsste sie beweisen, dass sie ihre Ziele ändert. Davon war aber nie die Rede!
Sie haben mit Salah Shehadeh in derselben Gefängniszelle gesessen. Was für ein Mensch war er?
Wir waren 1995 und 1996 zusammen in einer Zelle… Er war körperlich sehr stark, sehr „tough“ in schwierigen Situationen.Was waren seine Überzeugungen?
Er war überzeugt davon zum militärischen Flügel der Hamas zu gehören, aber er gab das nie zu.War er der Führer des militärischen Flügels der Hamas?
Ja, aber nur in Gaza.

Heißt das, dass Shehadeh alle Angriff im Gazastreifen überwachte?
Auf Grundlage seiner Position glaube ich das.

Ihre Gruppe war erbost, dass Israel Frauen und Kinder in dem Angriff dieser Woche tötete. Aber Shehadeh selbst organisierte und befahl Angriffe auf Zivilisten.
Wir zielen auf Soldaten, aber manchmal werden Zivilisten getötet. Wir versuchen immer uns auf Angriffe auf Soldaten zu beschränken. Sehen Sie sich den Prozentsatz getöteter israelischer Soldaten in den Kämpfen an – er liegt bei über 50 Prozent. Ich spreche nicht von Statistiken, nicht von eingebildeten Dingen. Kombattanten sind nicht nur Leute in Uniform.

Die Al-Rantissi angeführte „Nicht-Statistik“ gibt es nicht. Seriöse Untersuchungen zeigen, dass 420 von derzeit 525 israelischen Opfern der Palästinenser keine „Kombattanten“ waren!
Was meinen Sie? Wie definiert Hamas Zivilisten?
Ein israelischer Zivilist ist jemand, der nie am Kampf teilgenommen hat. Wenn er in der Vergangenheit am Kampf teilgenommen hat, ist er kein Zivilist. Deshalb verfolgen die Israelis immer noch Deutsche, die am Holocaust beteiligt waren, obwohl einige dieser Menschen über 80 Jahre alt sind. Sie werden immer noch als Soldaten angesehen.
Mit einer so verlogenen Definition ist es nicht verwunderlich, dass angeblich über 50% der toten Israelis Soldaten waren!
Im Übrigen verfolgt Israel nicht jeden x-beliebigen Wehrmachtssoldaten, nicht jedes x-beliebige Mitglied der NSDAP, nicht einmal jedes Mitglied der SS, der SA oder anderer NS-Organisationen, sondern nur solche Personen, denen es Naziverbrechen nachweisen kann. Und dabei handelt es sich kaum um Soldaten! Herr Al-Rantissi scheint zu glauben, dass die Beteiligung an der Erniedrigung, Versklavung und Ermordung in einem KZ und an den medizinischen Experimenten an jüdischen Gefangenen ganz normale „Kriegsführung“ gewesen ist. Mich ekelt an, was aus dem Mund dieses Typen kommt.
Herr Al-Rantissi legt seine Definitionen bezüglich der Juden mehr als großzügig an, um seine Morde zu rechtfertigen. Den Israelis gesteht er solche Rechte nicht zu! Nach seiner Definition müsste jeder Jugendliche, der Steine gegen israelische Soldaten geworfen hat, ein legitimes Ziel der israelischen Armee sein, da diese Jugendlichen an Kämpfen teilgenommen haben. Ob er das akzeptieren würde, wage ich zu bezweifeln!
Sie sehen also alle israelischen Männer als Kombattanten an, weil sie zu irgendeiner Zeit in der Armee dienten oder Reservedienst leisten?
Ja.
Die erste klare Antwort ohne Geschwafel.
Was ist mit den israelischen Frauen?
Die meisten israelischen Frauen haben in der Armee gedient.Welcher Prozentsatz der israelischen Bevölkerung betrachten Sie nach diesen Kriterien als Kombattanten?
Die Mehrheit. Wir wählen militärische Ziele aus. Wenn Zivilisten Gefahr laufen zu sterben, ist das kein Grund den Angriff aufzuhalten. Aber wir sind nicht darauf aus Zivilisten zu töten.
Mit anderen Worten: Eine jüdische Frau sollte nicht so unverschämt sein sich zu vermehren, denn wir können ja nichts dafür, wenn wir mit ihr auch ihre Kinder umbringen. Die jüdischen Jugendlichen sollten nicht so unverfroren sein sich an öffentlichen Orten aufhalten, weil sie ja ständig von Kombattanten umgeben sind, die sich zivil tarnen. Wir können ja nichts dafür, wenn die Jugendlichen mit Kombattanten verwechselt werden, weil sie sich vor einer Jugenddisco aufhalten, in deren Umgebung sich eventuell auch ein als Zivilist getarnter Israeli aufhalten könnte. Aber was, Herr Al-Rantissi, ist mit den orthodoxen Jeshiwa-Studenten und ihren Lehrern, die es ablehnen in der Armee zu dienen und nie an Kämpfen teilgenommen haben? Warum sind die dann so beliebte Ziele palästinensischer Angriffe, auch der Hamas?
Diese Argumentation hört sich an wie das, was die Israelis über die Bombe sagen, die Shehadeh wie auch Frauen und Kinder tötete.
Unser Ansatz ist anders. Nach ihrer Logik reicht es aus, dass ein Kämpfer sich in einem Viertel aufhält, damit ein Bombenwurf gerechtfertigt ist.
Ziemlich unverbindliches Gewäsch. Er beschreibt in keiner Weise, was anders sein soll und stellt außerdem die Verhältnisse auf den Kopf: Für die Hamas-Mörder reicht es aus Jude zu sein! Im Gegensatz dazu hat sich Shehadeh – wie viele andere Terroristen auch – gezielt darauf verlassen, dass die menschlichen Schutzschilde ihn beschützen und die Israelis zu viele Skrupel haben ihn unter diesen Umständen zu töten. Das hat mehrfach funktioniert, wie die abgebrochenen Angriffe auf seine Person zeigen. Al-Rantissi lügt schlichtweg, wenn er etwas anderes behauptet. Er unterstellt den Israelis seine Methoden und behauptet, seine Mörderbande arbeite nach den moralischen Werten der Israelis!

Kleine Anmerkung am Rande, die wirklich interessant ist:

Frau eines Hamas-Führers zu „Märytrer“-Rekruteur: Nicht meinen Sohn
(IMRA-e-mail-Nachrichten, 1. August 2002)

Heute Nachmittag kündigte Israel Radio an, dass es heute Abend ein aufgezeichnetes Telefongespräch zwischen der Ehefrau von Hamas-Führer Abed Aziz al-Rantissi und einem Rekruteur für Selbstmord-Attentäter auf Israels neuem, arabischsprachigem „Nahost“-Satellitenkanal senden wird.
In der von palästinensischen Sicherheitsdiensten gemachten Aufzeichnung des Gesprächs (wurde von der IDF in Arafats Büros in Ramallah gefunden) stellt sich Rantissis Ehefrau dem Vorschlag des Rekruteurs entgegen, sie solle ihrem Sohn erlauben ein Selbstmordbomber zu werden.

Ha’aretz berichtet über die Reaktion Rantissis auf das Tonband:
Rantissi sagte der Internetseite Albawaba, dass „dieser Vorall vor 10 Jahren statt fand, als mein Sohn Mohammed jung war und ich im Gefängnis in der Negev-Wüste.“
Hm, Herr Rantissi, welcher PA-Sicherheitsdienst hatte denn vor 10 Jahren bereits existiert und hätte das Gespräch abhören können? Arafat von Tunis aus?

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