Wie die Hamas es sieht (2003)

Israelnetz, 25.06.2003, 13:02 Uhr:
Hamas-Fuehrer: „Hudna ist eine Station des Widerstands“

GAZA (inn) – Auch wenn die radikal-islamische Hamas einer einstweiligen Feuerpause („Hudna“) zustimmen sollte, wird der Widerstand weitergehen. Dies sagte Abu Shanab, ein hochrangiger Aktivist der Terrorgruppe, im Gespraech mit dem aktuellen Dienst der Zeitung „Yediot Ahronot“.

„Wir kämpfen für eine gerechte Sache, und zwar für eine Lösung für das palästinensische Volk und die Rückgabe seiner Rechte“, betont Abu Shanab. Aus diesem Grund würden die Warnungen aus den USA und die Drohung der EU, die Hamas in die Liste der Terror-Organisationen aufzunehmen, keinen Einfluss auf ihre Aktivisten haben. „Nur das palästinensische Interesse diktiert uns unsere Politik.“

Auch wenn es eine „Hudna“ gibt und diese gelingt, kann sich Abu Shanab dennoch keine völlige Waffenruhe vorstellen, weil Israels Premier Ariel Sharon keine Beruhigung der Lage wolle. „Er will keine derartige Initiative, weil er nur an Gewalt und Macht glaubt. Sharon sieht keine Möglichkeit zum Frieden. Der Friede, an den Sharon denkt, kann nur durch die Vertreibung der Palästinenser aus dem Land Palästina verwirklicht werden.“

Eine Zustimmung zu einer „Hudna“ bedeute noch nicht, dass die Hamas den derzeitigen Friedensprozess unterstützt. „Der Verhandlungsprozess ist aus Sicht des palästinensischen Volkes voller Unrecht. Er wird nichts bringen“, so Abu Shanab. „Aber wir erwägen die Annahme einer ‚Hudna‘ unter dem Gesichtspunkt der Ruhe und der Erleichterungen, die unsere Entscheidung dem palästinensischen Volk bringen kann.“

Auf keinen Fall werde die Hamas ihre Waffen „auf das Regal legen“, wenn sie einer „Hudna“ zustimmen sollte. „Die ‚Hudna‘ bedeutet nicht ein Ende des Kampfes gegen die Besatzung. Die ‚Hudna‘ bedeutet nicht, dass wir die Option des Widerstandes auf das Regal gelegt haben. Die ‚Hudna‘ ist nur eine weitere Station auf dem Weg des Widerstandes.“


AUS DEM NEWSLETTER DER ISR. BOTSCHAFT vom 12. Juni 2003

INTERVIEW MIT RANTISI IN DER ÄGYPTISCHEN ZEITUNG AL AHRAM

In einem Interview mit Abdel Aziz Rantisi mit der ägyptischen Tageszeitung Al Ahram (11. Juni 2003) sagte der Hamas-Führer am Mittwoch:

„Es wäre ein Fehler, sich auf eine Hudna (Waffenpause) einzulassen oder zu behaupten, sie würde Ruhe herbeiführen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Hamas in einer Reihe von Fällen eine einseitige Waffenpause verkündet hat, da eine solche Waffenpause den Widerstand stärkt, und die Hamas ist zu einer Fortführung des Widerstands entschlossen. Deshalb erklärt die Hamas eine Waffenpause nur, um die Waffen und den Widerstand zu schonen – das ist die Strategie. Wir werden unseren Widerstand nie beenden, das sollte jeder wissen.“

Auf die Frage nach der Unterstützung von Yasser Arafats Führungsposition antwortete Rantisi, die Hamas strebe nur nach einem: Die Palästinenser von Konzessionen abzuhalten.

Weiter sagte Rantisi: „Die Grenzen Palästinas reichen vom ‚(Mittel-) Meer bis zum Fluss (Jordan)’, und es gibt hier nicht einen Platz für irgendeinen, der nicht Palästinenser ist. Wir können im Moment nicht das gesamte Palästina befreien, und deshalb akzeptieren wir die ‚Etappen der Befreiung’ (Stufenplan) oder die ‚Befreiung in Etappen’. Das bedeutet nicht die Aufgabe des Palästina vom Meer bis zum Fluss. Wir werden einen Staat innerhalb der Grenzen von 67 akzeptieren, oder sogar weniger als die Grenzen von 67, wenn dies nicht zu Lasten des übrigen Palästina geht. Wenn es auf Kosten des übrigen Palästina geht, werden wir das nicht akzeptieren.“

Bezüglich des Staates Israel sagte Rantisi: „Wir haben es hier mit einem Feind zu tun, der unsere Existenz nicht akzeptiert, und wir als eine Bewegung des Jihad (Heiliger Krieg) akzeptieren nicht seine (Israels) Existenz. Dieser Krieg ist ein Krieg ums Überleben.“ (Mitteilung aus Jerusalem)


Hamas-Sprecher gibt zu: Es gibt im Nahen Osten keinen Platz für Israel

Arutz-7, 23.05.2003

„Ich sage Ihnen ganz offen: Die Haltung des Islam ist es, keinen fremden Staat in dieser Region zu akzeptieren.“ Dies sagte Hamas-Sprecher Mahmud Zahr am Dienstag bei der BBC – trotzdem traf er sich gestern Abend mit Abu Mazen, um die Bedingungen eines Waffenstillstands zu diskutieren.

PA-Premierminister Abu Mazen traf sich mit Führern der Terrororganisations Hamas, die einige Bedigungen für die der Zustimmung eines „einjährigen Waffenstillstands“ stellten. Dazu gehören die Freilassung aller inhaftierten arabischen Terroristen und eine Vereinbarung, dass alle Antiterror-Aktivitäten eingestellt werden. Durch die Festlegung dieser Bedingungen wird im Kern angenommen, dass die Hamas alle Aufrufe zu einem Waffenstillstand ablehnt.

Die „Tatsache“, dass Hamas bereit ist, überhaupt über eine Feuerpause zu sprechen, kann allerdings besser vor dem Hintergrund der Worte eines ihrer höchstrangigen Führer nur zwei Tage früher verstanden werden, dem Hamas-Sprecher Mahmud Zahar. A-Zahar, einer der Teilnehmer an dem gestrigen Treffen mit Abu Mazen, erschien Dienstag in Tim Sebastians „Hardtalk“-Sendung auf BBC. Hier eine unvollständige und inoffizielle Verschriftlichung:

Frage: Sie [Hamas] sagten, dass, wenn Israel sich zurückzieht, dann der Widerstand aufhören wird. [Sie sagen:] „Wir stellen nur eine Bedingung: Ein Ende der Besatzung die des palästinensischen Leidens.“ Dann würden Sie die Gewalt komplett aufgeben. Ist das das, was Sie mir sagen wollen – jetzt und für immer?
Zahar: [Nein,] ohne Bedingungen. Wir sind nicht die Autonomiebehörde und können nichts geben, ohne das zu diskutieren, ohne eine Vereinbarung…

Frage: Ich frage Sie –
Zahar: Wir werden nur eins geben – eine Feuerpause. Eine Feuerpause ist in unserer Religion gerechtfertigt. Unsere Haltung ist, dass Palästina keine politische Frage ist.

Frage: Dr. Zahar, ich stellte ihnen eine sehr einfache Frage: Wenn Israel Ihre Bedingungen aktzeptiert – die Beendigung der Besatzung – werden Sie der Gewalt abschwören, ja oder nein?
Zahar: Wir werden eine Feuerpause einlegen – nur eine Feuerpause.

Frage: Ja oder nein zu dieser Bedingung? Ja oder nein?
Zahar: Ich, ich, ich, ich habe Ihnen geantwortet. Da kann man nicht Ja oder Nein sagen. Wir werden nicht –

Frage: Wie kann dann Israel Ihren Versicherungen jemals vertrauen? Sie können nicht einmal eine direkte Antwort auf eine direkte Frage geben. Wie können Sie Ihren Antworten Vertrauen schenken?
Zahar: Die Frage ist – einen Moment. Wenn Israel sich von unserem Land zurück zieht und sagt, es wird nicht wieder unser Land angreifen und neu besetzen – das ist ein großes „wenn“ – denn sie werden das nicht tun, da sie es schon früher immer getan haben: Sie besetzten unser Land 1948, besetzten unsere Gebiete 1956 und 1967 und den Libanon 1982 – das ist die Geschichte.

Frage: Wiessen Sie, was Sie mir da sagen? Dass Sie unter keinen Umständen die Gewalt aufgeben werden, bis Sie Israel ins Meer getrieben haben. Das ist das, was Sie wollen, nicht wahr?
Zahar: Wer sagt das?

Frage: Sie sagen das.
Zahar: Ich sage Ihnen ganz offen, dass die Haltung des Islam ist, keinen fremden Staat in dieser Region zu akzeptieren.

Frage: Bis Israel aufhört zu existieren, werden sie also Ihre Waffen nicht nieder legen. Ist das richtig?
Zahar: Zu allererst sind wir Teil des unabhängigen Islam – das ist die Haltung von Tausenden und Millionen von Menschen.

Frage: Warum behalten Sie diese Haltung bei? Sie werden … von vielen Menschen in der Welt als eine Bande skrupelloser Mörder, Fanatiker, Terroristen betrachtet. Sind Sie mit diesem Bild glücklich?
Zahar: Wir sind nicht glücklich – aber diese Leute betrachten den Islam als Feind, als einen Terroristen, aber das ist ein historischer Fehler. Denn der Islam ist eine überlegene Macht in dieser Region, früher oder später werden wir unsere Macht erreichen, unsere moralischen Prinzipien, unsere Tugend, um eien wirklichen Staat einzurichten. [- Ende -]

Josef Zalmanson von Arutz-7 merkt an, dass die „Feuerpause“, von der Zahar sagt, der Islam erlaube sie, als „Hudna“ bekannt ist – einer zeitweiligen Feuereinstellung der Feindseligkeiten, bis eine Seite den Eindruck hat, dass sie stark genug ist, den Kampf wieder aufzunehmen.

Uns wird wieder Sand in die Augen gestreut. Die Anti-Israel-Propaganda wird weiter behaupten, auf der arabischen Seite würde ein Frieden angestrebt, während in Wirklichkeit lediglich eine Feuerpause eingegangen wird, um den Kampf um so heftiger fortsetzen zu können, sobald die Gelegenheit günstig ist. Der Westen legt sich wieder einmal selber rein, wenn er das akzeptiert. Und die Israelis sind die, die den Kopf dafür hinhalten müssen. Die Lügen-Barone der Araber haben Hochkonjunktur und Europa (und z.T. auch Amerika) freut sich dran. Blinder geht’s wohl kaum noch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s