Gedankenverlorenes Territorium: Anführer nennen Bemühungen tödliche Verkehrsunfälle im arabischen Sektor zu reduzieren „Kulturimperialismus“

NGOs bezeichnten die Programme ebenfalls als Einflussnahme auf die Identität der Gemeinschaft als Opfer durch die Unterstellung, Araber könnten Willenskraft haben, eine Vorstellung, die den Kern der modernen arabischen Identität angreift.

PreOccupied Territory, 22. März 2017

Tayibe, 22. März – Prominente aus der arabischen Gemeinschaft Israels prangern Initiativen an, die Todesfälle von Angehörigen ihrer Bevölkerungsgruppe bei Verkehrsunfällen zu verringern; sie erachten solche Programme als Verletzung der arabischen kulturellen Normen und einen Versuch fremde Werte aufzubürden.

Politische, gesellschaftliche und kulturelle Führungspersönlichkeiten unter den arabischen Bürgern Israels haben mit Kälte auf die Versuche von Regierung und Privatpersonen reagiert, sicherere Fahrpraktiken einzuprägen; die Programme richten sich auf die unverhältnismäßig hohe Zahl von bei Verkehrsunfällen getöteten Arabern. Jegliche solche Programme, behaupten sie, stellen eine Zwangsmaßnahme dar, die der arabischen Gesellschaft einen Reihe Sensibilitäten aufzwingen, die mit der traditionellen Lebensart unvereinbar sind; das sei ein weiteres Beispiel für zionistischen Imperialismus.

Stammesführer von Beduinengruppen, ein Dutzend Organisationen der Zivilgesellschaft und unterstützende NGOs wie der New Israel Fund veranstalteten gestern in dieser Stadt eine Kundgebung, mit der die Regierung aufgefordert wurde den Programmen ein Ende zu setzen, die die Todesfälle reduzieren sollen – besonders diejenigen, die sich an den arabischen Sektor wenden – und der Gemeinschaft zu erlauben ihre traditionelle Geringschätzung menschlichen Lebens beizubehalten. Repräsentanten der teilnehmenden NGOs bezeichneten die Programme ebenfalls als Einflussnahme auf die Identität der Gemeinschaft als Opfer; mit ihr würde impliziert, dass Araber Willenskraft haben könnten – eine Vorstellung, die den Kern der modernen arabischen Identität angreift.

„Wir werden diesen Kulturimperialismus nicht akzeptieren und wir werden ihm nicht gestatten die Forderung des Rechts dieser Gemeinschaft zu untergraben dem Vorwurf für jegliches Ungemach ihrerseits zu entgehen“, erklärte Ghimmi Monni von Adala, einer Rechtsgruppe. „Die einzig angemessene Reaktion auf die Todesstatistiken sind entweder zu respektieren, dass unsere Machokultur gewisse Risiken für Leib und Leben mit sich bring oder zu akzeptieren, dass alle Schuld und Verantwortung beim Staat liegen, der Infrastrukturprojekte finanzieren muss, um tausende Kilometer an Straßen idiotensicher zu machen.“

Wie auch immer, stellte die bekannte Direktorin Rachel Liel vom New Israel Fund fest, wäre die Reaktion der Gemeinschaft negativ, wie es ihr Vorrecht ist. „Wir unterstützen das Recht unserer palästinensischen Bürger ihre eigenen Kulturstandards zu bestimmen”, erklärte sie. „Das bedeutet, wenn der Staat versucht eine fremde Kultur aufzuzwingen, die sich zu sehr um das menschliche Leben kümmert, wenn Ehre und Annehmlichkeit auf dem Spiel stehen, dann muss der Ruf gegen Kulturimperialismus hinausgehen. Auch wenn der Staat sich gegen solche Interventionen entscheidet, hat die Gemeinschaft aufgrund der von mir gerade erwähnten sozialen Empfindlichkeiten jedes Recht den Staat wegen Vernachlässigung des Lebens und Wohlergehens arabischer Bürger zu kritisieren. Was tatsächlich geschieht, ist für uns irrelevant – auf jeden Fall bekommen wir durch den Schmus antizionistische Propaganda. So weit es uns betrifft, befinden wir uns in einer Win-Win-Situation.“

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