Der wahre Mahmud Abbas

Joel Mowbray, townhall.com, 4. April 2005

Schalten Sie in der heutigen Zeit das palästinensische Fernsehen ein oder öffnen Sie eine palästinensische Zeitung, dann sieht ein Großteil des Inhalts so aus, als käme er mit einer Zeitkapsel aus Yassir Arafats mörderischer Herrschaft: Mütter und Kinder, die eine Gehirnwäsche erhielten, diskutieren die „Ehre“ des „Märtyrertums“, hochrangige Kleriker fordern die Vernichtung Israels und verunglimpfen allgemein die jüdischen „Unterdrücker“.

Und der neue, vermeintlich moderate Palästinenserführer Mahmud Abbas benimmt sich gewaltig stark wie sein alter Partner Arafat: Hamas und andere Terrororganisationen sind noch immer nicht entwaffnet, geschweige denn lahm gelegt; und Terrorführer nutzen weiterhin die Drehtür, um aus dem Gefängnis zu kommen.

Obwohl es noch recht früh in Abbas‘ Amtszeit ist – weniger als drei Monate seit seiner „Wahl“ und gerade einmal fünf, seit Arafat starb – ist die erste Bilanz weit davon entfernt ermutigend zu sein, was allerdings kaum überrascht.

Abgesehen davon, dass er ein kommunistischer Holocaust-Leugner und Arafats rechte Hand über Jahrzehnte ist, stammt Abbas auch aus derselben Schule moralischen Denkens, dass „Palästina“ das gesamte Israel einschließt und Selbstmord-Attentate an sich nichts Schlimmes sind. Seine Kritik des Terrors, die von den Medien und der internationalen Gemeinschaft immer vermerkt wird, die ihn so bereitwillig vereinnahmen, gründet sich auf seinen Glauben, dass es lediglich strategisch wenig hilfreich ist unschuldige Zivilisten abzuschlachten.

Durch die unbezahlbaren Anstrengungen von Palestinian Media Watch und seinem Direktor Itamar Marcus wissen wir, dass Abbasí anfängliche Amtszeit darauf hin deutet, dass er einfach ein Arafat in westlicher Kleidung ist.

Am 17. November, weniger als eine Woche nach Arafats Tod – vor der „Wahl“ im Januar, aber schon fest im Sattel – strahlte das Fernsehen der Palästinensischen Autonomie (PATV) ein Interview mit einer Mutter aus, deren beide Söhne Selbstmord-Bomber waren.

Für Mütter, die denken könnten, ihre Söhne loszuschicken um Mord durch Selbstmord zu begehen, sei „sie zum Sterben zu ermutigen“, lautete ihre Botschaft: „Nein, wir ermutigen unsere Söhne nicht zu sterben. Wir ermutigen zur Schahada (Märtyrertum) für die Heimat, für Allah.“ Weiter erklärte sie tatsächlich, dass es „Freude bereite“, dass es nach Feiern verlange: „Für uns ist die Trauer voller Freude. Wir verteilen Getränke, wir verteilen Süßigkeiten. Preis sei Allah – das Trauern ist ein freudiges Ereignis.“

Selbst nachdem Abbas offiziell zum Premierminister erklärt wurde, blieb Hetze eine Hauptelement des PA-Fernsehens. Am 4. Februar erklärte einer der Top-Kleriker der PA, von der er auch bezahlt wird, ausdrücklich, was viele Abbas-Kritiker dem neuen Premier als dessen Endziel vorgeworfen haben: Diplomatie dazu zu nutzen einen palästinensischen Staat zu gründen und dann zur Gewalt zu wechseln, um ganz Israel auszulöschen.

In einer landesweit gesendeten Predigt sagte Imam Ibrahim Mudyris: „Wir werden zu den Grenzen von 1967 [mit Hilfe der Diplomatie] zurückkehren, aber wir haben [die israelischen Städte] Jerusalem, Haifa, Jaffa, Lod, Ramle, Natanya und Tel Aviv nicht aufgegeben. Niemals. Wir werden in jedes Dorf zurückkehren, aus dem wir vertrieben wurden, durch Allahs Willen.“ Er machte die Mittel klar, durch die seiner Meinung nach die Palästinenser Israel wieder gewinnen sollten: Er erklärte, dass die Palästinenser zurückkehren werden „wie Mohammed zurückkehrte – als Eroberer.“

Nur etwas mehr als einen Monat später feierte ein anderer von der PA beschäftigter Kleriker den Internationalen Frauentag mit der Ermutigung von Müttern ihre Kinder in den Tod zu schicken – und Abbas saß im Publikum. Scheik Yussuf Jumaí Salamah zitierte Al Khansah, eine Heldin der islamischen Tradition, die Allah dankte, dass ihre vier Söhne in der Schlacht starben: „Preist Allah, der mich mit ihrem Toden ehrte.“

Abbas saß nicht nur unter den Zuhörern, die Predigt muss die Genehmigung seiner Regierung gehabt haben. „Das war die erste Freitagspredigt, die gesendet wurde, nachdem die PA verkündete, sie würde alle Freitagspredigten kontrollieren und auf Herz und Nieren prüfen, die in den Moscheen der Westbank und des Gazastreifens gehalten werden“, merkt Marcus an.

Es wäre zwar naiv zu glauben, dass Abbas über Nacht die palästinensische Gesellschaft ändern könnte, aber er hat mehr oder weniger Arafats Erbe weiter geführt. Quantitativ gibt es weniger Hetze, so Marcus, aber wie bereits ausgeführt wird den Palästinensern eine Kost verfüttert, die immer noch mit Gewalt und Gehässigkeit gewürzt ist.

Abbas hat die Macht die Indoktrination zu stoppen. Die Palästinensische Autonomiebehörde ist keine wirkliche Demokratie. Nicht einmal ansatzweise. Abbas gewann eine Krönung, die sich als Wahl tarnte. Er ist immer noch der Diktator einer geschlossenen Gesellschaft. Arafats langjähriger Waffengefährte ist der Marionettenspieler und alle Organe der palästinensischen Regierung und Medien werden von ihm kontrolliert.

Wären es doch bloß nur die Medien. Die Hamas ist weiterhin intakt, genauso jede andere bekannte palästinensische Terroreinheit. Abbas weigert sich, sich den Terroristen entgegenzustellen; statt dessen zieht er es, wie Arafat, stolz vor mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und zwar wirklich mit ihnen zu arbeiten. Er hat bereits Pläne angekündigt zwei hochrangige Terroristen frei zu lassen: Ahmed Saadat, den Kopf der Terrorgruppe PFLP (Volksfront für die Befreiung Palästinas) und Fuad Schubaki, Arafats ehemaligen Stellvertreter, der den Versuch anführte, Waffen aus dem Iran an Bord der Karine-A zu schmuggeln.

Es gibt die legitime Frage, wie weit Abbas der immens radikalisierten palästinensischen Bevölkerung voraus gehen kann. Zumindest könnte er versuchen, ihr einen Schritt voraus zu sein und sie in eine neue Richtung zu führen. Aber er macht es nicht und das sieht man.

 

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